Wirtschaftsministerin Reiche warnt davor, energieintensive Industrien durch zu ambitionierte Vorgaben zu gefährden. Wenn Klimaziele zentrale Faktoren wie bezahlbare Energie und Versorgungssicherheit ausblendeten, müsse der Kurs angepasst werden.
picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
Bemerkenswerte Worte von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Energiekonferenz CERAWeek in Houston. Sie hat dort ausdrücklich vor Engpässen bei der Versorgung mit Treibstoff gewarnt. „Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai“, sagte Reiche. Aktuell gebe es keine Engpässe beim Volumen, also bei der verfügbaren Menge an Kraftstoffen.
Weiterhin hat sie deutliche Zweifel an den starren Klimazielen der Europäischen Union geäußert. Insbesondere das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 stelle Europa vor erhebliche wirtschaftliche Risiken.
Zugleich kündigte sie eine deutliche Ausweitung von Gaskraftwerken an: Bis 2027 und 2029 sollen zusätzliche Kapazitäten von bis zu 25 Gigawatt entstehen, bereits in diesem Jahr werden 12 Gigawatt ausgeschrieben.
Darüber hinaus sprach sich Reiche für den Ausbau von LNG-Infrastruktur und langfristige Gasverträge aus, etwa durch Unternehmen wie Uniper und Sefe. Auch heimische Gasförderung in der Nordsee solle geprüft werden, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Und sie betonte die Bedeutung der Kernenergie – sowohl bei neuen Reaktortechnologien als auch bei der Kernfusion.
Auch Shell-Chef Wael Sawan warnt, dass bereits in den kommenden Wochen Versorgungsengpässe drohen könnten, wenn der Konflikt im Nahen Osten anhält. Auslöser ist vor allem die Blockade der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und LNG-Handels laufen.
Die Folgen sind spürbar: Energiepreise sind in wenigen Wochen um bis zu 60 Prozent gestiegen, während asiatische Staaten ihren Verbrauch teils drastisch senken. Dieser „Dominoeffekt“ könne bald Europa erreichen. Regierungen könnten gezwungen sein, Maßnahmen wie Homeoffice, Tempolimits oder Einschränkungen beim Energieverbrauch einzuführen – ähnlich wie in der Krise 2022, so Sawan.
Die Energiekrise infolge des Iran-Konflikts führt weltweit zu einer Entwicklung: Kohle erlebt ein Comeback. Denn durch die Blockade der Straße von Hormus und Schäden an wichtigen Gasanlagen ist das Angebot an Erdgas massiv eingeschränkt, die Preise steigen stark. Vor allem in Asien erhöhen Staaten wie China, Indien, Japan und Südkorea ihre Kohlenutzung oder bauen sie sogar aus. Auch Europa könnte folgen: Länder wie Deutschland und Polen verfügen noch über Kohlereserven und entsprechende Kraftwerke. Experten sehen darin eine kurzfristige Absicherung gegen Gasengpässe.
Großbritannien hingegen steht vor einem Problem: Dort wurden die letzten Kohlekraftwerke 2024 abgeschaltet. Eine Rückkehr ist kurzfristig kaum möglich. Das zeigt die Kehrseite einer einseitigen Energiepolitik.
Zentrale Lehre der Krise: Wer sich zu stark auf einzelne Energiequellen verlässt, macht sich verwundbar. Kohle wird damit wieder zur strategischen Reserve. Energiepolitik wird erneut zur Frage von Sicherheit und Krisenfestigkeit von Staaten.
Und: Der Konflikt im Nahen Osten entwickelt sich zunehmend zu einem energiepolitischen Machtspiel. Die EU sieht dabei allerdings alles andere als gut aus.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
„Und sie betonte die Bedeutung der Kernenergie“ An welche deutsche Firma dachte Freu Reiche da, welche jetzt noch neue Kernkraftwerke in Deutschland bauen soll? Oder soll das eine Einladung an die Konkurrenz aus dem Ausland sein, nachdem man die deutsche Kernindustrie kaputt gemacht hat?
Die einzige Lösung: Schluss mit dem Billionen-$-Geschäftsmodell Klima-Ideologie! Die Milliarden gehören den Bürgern.
Endlich! Der Kollaps der Klima-Ideologie | NIUS.de
Wie Al Gore Hunderte Millionen mit Klima-Panik macht
Neue wissenschaftliche Bestätigung: menschengemachtes CO2 unbedeutend für Klimawandel
Der Wahn greift immer mehr um sich. Weder starre noch bewegliche „Klimaziele“ können irgendwie sachlich und fachlich als vom Menschen verursacht, begründet werden. Seit 5 Milliarden Jahren ändert sich das Klima. Genau die gleiche Voodoo Wissenschaft wie vor 500 Jahren bei den Alchemisten beeindruckt heute offensichtlich die Eliten Europas . Aber auch noch vor 6 Jahren betrieben diese von einer Denkphobie betroffenen Demagogen mit ihren Modellrechnungen „wissenschaftlichen“ Glaskugel-Hokuspokus um Corona Gefahren „vorherzusagen“.
Die Regierung in NRW läßt Rheinwasser in die Braunkohle-Tagebaue einleiten, damit bloß niemand auf den Gedanken kommt, sie wieder weiter verwenden zu wollen.
Wir werden von den vorausschauensden Geistesriesen regiert, die es welt weit gibt.
Offenbar gilt immer noch der Ausspruch Richard Wagners: „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen treiben.“ Und sei es der eigene Untergang!
„Und sie betonte die Bedeutung der Kernenergie – sowohl bei neuen Reaktortechnologien als auch bei der Kernfusion.“ So Frau Reiche. Erneut „Ach was!!“ Wo war denn auch nur ein einziger Vertreter aus Deutschland, als in der Nähe von Paris vor kurzem 33 Länder aus Europa diesen neuen Weg und seine gemeinsame Gestaltung miteinander besprachen und sich einig waren, dass selbst die abstrusen Klimaziele anders keinesfalls erreichbar seien? „Trotzland“ blieb einfach zu Hause, die hiesigen Medien berichteten einfach kaum und unser Bundeskanzler belehrte uns, dass unser Sonderweg (in den Abgrund) irreversibel sei (was natürlich völlig unsinnig ist). Aber man habe das… Mehr
Wenn Reiche tatsächlich „Zweifel an den starren Klimazielen der Europäischen Union“ hat, dann soll sie darauf hinwirken, dass diese umgehend verworfen werden. Ansonsten sind ihre Aussagen nichts anderes als Geschwafel.
Zweifel sind grundsätzlich angebracht,
speziell an der 13. Etage der Brüsseler Zentrale
und deren selbstherrlicher Residentin mit kaiserlichem Sendungsbewusstsein.
„Reiche warnte davor, energieintensive Industrien durch zu ambitionierte Vorgaben zu gefährden.“
Die Industrie weiß sich auch ohne die Gurkentruppe in Berlin zu helfen. Das Unternehmen für das ich arbeite investiert jetzt bevorzugt in die Zweigstellen in Indien und China. In meiner Position als leitender Entwicklungsingenieur unterstütze ich die Kollegen in Indien und China so gut ich kann, indem ich auf deren Wünsche eingehe und sie priorisiere. Beide Zweigstellen laufen sehr erfolgreich und gleichen die absurd hohen Staatskosten in Deutschland in der Gesamtbilanz aus.
Die Politiker schwätzen nur dummes Zeug, wir handeln.
„Wenn Nachhaltigkeit die Wirtschaft zum Einsturz bringt …“, dann ist das ein ziemlich merkwürdiges Verständnis von Nachhaltigkeit.
„Nachhaltigkeit“ ist doch eh mehr eine modische Nebelwand als ein klar definierter Begriff. Nach dem Motto: Kaufen Sie zwei Kilo Kaffee, dann bekommen Sie ein Pfund Nachhaltigkeit gratis dazu.
Ich frage mich, wie jemand, der diese Zusammenhänge erkennt und versteht, morgens in den Spiegel schauen kann, ohne sich zu schämen, um danach zur Arbeit zu gehen und weiter zu machen, wie bisher. In dem sicheren Wissen, daß mit der aktuellen Koalitionsregierung, in der man die Wirtschaftsministerin spielt, keine Kursänderung möglich sein wird? „Energiepolitik wird erneut zur Frage von Sicherheit und Krisenfestigkeit von Staaten.“ Nicht „erneut“, das ist einfach falsch. Energiepolitik war immer eine strategische Frage von nationaler Sicherheit und Krisenfestigkeit. Das war die zentrale Lehre aus der Ölkrise der 1970er Jahre. Deshalb galt das eherne Prinzip der möglichst breiten… Mehr