Historischer Treppenwitz: Was uns alte Windmühlen über die Energiewende verraten

Wenn die Mühle wieder klappert – eine Geschichte über Wasser, Wind und die älteste Kraftmaschine der Menschheit.

Am Pfingstmontag öffnen in Deutschland wieder die Mühlen. Es ist Deutscher Mühlentag, und für einen Tag werden an vielen Orten im gesamten Bundesgebiet jene Maschinen sichtbar, die einmal das Rückgrat der vorindustriellen Energiewelt waren.

Deutschlandweit beteiligen sich rund 650 historische Mühlen, öffnen Türen, zeigen Mahlgänge, Wasserräder, Flügel, Getriebe, Steine, alte Holz- und Eisenkonstruktionen und die Kunst der Müllerei. Die bundesweite Zentralveranstaltung findet in diesem Jahr in Bad Nauheim statt, am Windmühlenturm an der „Langen Wand“. Der ist selbst ein Stück Technikgeschichte: Er gehörte zur früheren Soleförderung, wurde im 18. Jahrhundert gebaut, verlor im 19. Jahrhundert seine Flügel und wird nun wieder als Windmühle erlebbar gemacht.

Veranstaltet wird der Deutsche Mühlentag bundesweit von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e. V., kurz DGM, gemeinsam mit ihren Landes- und Regionalverbänden.

Die Mühle war eine Revolution. Vor dem Zeitalter der Mühle stand der Mensch allein mit einem Stein da. Korn wurde von Hand zerrieben, geschrotet, gestoßen, gemahlen. Wer Brot wollte, musste arbeiten. Dann kam die Mühle: erst einfach, dann immer kunstvoller, immer größer, immer leistungsfähiger. Sie nahm dem Menschen einen Teil der schwersten Arbeit ab. Eine Mühle ist deshalb mehr als ein Gebäude am Bach oder auf einer Anhöhe. Sie ist eine Maschine zur Befreiung von Muskelkraft.

Die DGM nennt Mühlen die ältesten Maschinen der Menschheit. Ihre Geschichte reicht über 2000 Jahre zurück; rund 160 Anwendungsbereiche sind nachgewiesen. Mühlen mahlten nicht nur Getreide. Sie sägten Holz und Steine, schöpften und pumpten Wasser, trieben Aufzüge an sowie Schrotmühlen, Schmiedehämmer, Schleifwerke, Papiermühlen, Ölmühlen und Stampfwerke. Fast jede frühe Maschine zur Bearbeitung von Rohstoffen nutzte Naturkräfte: Wasser oder Wind.

Die Römer brachten die Technik der Wassermühlen nach Deutschland. Mit Wasserkraft wurden unter- und oberschlächtige Wasserräder angetrieben; das Wasser fließt entweder unten am Mühlrad vorbei oder schießt von oben auf ein Schaufelrad.

Später ersetzten Turbinen die hölzernen oder eisernen Räder. Das Prinzip blieb gleich: Wasser fällt oder fließt, trifft auf Schaufeln, bringt ein Rad in Bewegung, und diese Drehung wird über eine kunstvolle Konstruktion aus Wellen und Zahnrädern weitergegeben. In alten Mühlen sieht man diese Räderwerke aus stabilem Holz. Am Ende bewegt sich ein Mahlstein, eine Säge, ein Hammer oder eine Pumpe.

Hier wird die Wirkung von Energie noch sichtbar. Heute kommt Strom aus der Steckdose. Man sieht nicht, wie weit entfernt Kohle verbrannt, Gas verstromt, Uran gespalten, Wasser durch eine Turbine gejagt oder Wind durch Rotoren eingefangen wird. An einer historischen Mühle kann man die einzelnen Schritte noch beobachten: Der Bach kommt von oben, das Wehr staut Wasser, der Mühlgraben führt es zum Rad, die Schütze regelt die Menge, das Rad dreht sich, die Welle knarrt, das Kammrad greift in das Getriebe, und der Stein beginnt, sich zu drehen.

Die Leistung lässt sich ganz unromantisch berechnen. Wasserkraft hängt im Kern von vier Größen ab: Wassermenge, Fallhöhe, Schwerkraft und Wirkungsgrad. Entscheidend sind Durchfluss, effektive Fallhöhe und die Verluste im System. Eine kleine Rechnung zeigt die Größenordnung: Ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde, der einen Meter tief fällt, enthält theoretisch rund 9,8 Kilowatt hydraulische Leistung. Bei einem alten Wasserrad oder einer kleinen historischen Anlage kommt davon nur ein Teil als nutzbare mechanische Leistung an. Rechnet man mit 60 Prozent Wirkungsgrad, ergeben 500 Liter Wasser pro Sekunde und zwei Meter Fallhöhe knapp 6 Kilowatt. Das klingt wenig, war aber früher für ein Dorf grandios. Denn 6 Kilowatt über zehn Stunden sind 60 Kilowattstunden mechanische Arbeit, die sonst Menschen oder Tiere hätten leisten müssen.

Noch anschaulicher wird es umgekehrt: Soll eine Mühle 10 Kilowatt nutzbare Leistung liefern, braucht sie bei zwei Metern Fallhöhe und 60 Prozent Wirkungsgrad etwa 850 Liter Wasser pro Sekunde. In einer Stunde wären das rund 3.000 Kubikmeter Wasser, an einem Tag über 70.000 Kubikmeter. Das muss im richtigen Augenblick in ausreichender Menge vorhanden sein. Ohne Wasser kein Rad, keine Welle und kein Mahlgang.

Genau deshalb waren Mühlen auch Orte des Rechts, der Macht und des Konflikts. Wer den Bach stauen durfte, hatte Zugriff auf Energie. Wer eine Mühle besaß, verfügte über ein Monopol. Bauern brachten ihr Korn zum Müller; der Müller mahlte, wog, siebte und nahm davon seinen Anteil. In vielen Gegenden gab es Mühlenzwang, also die Pflicht, eine bestimmte herrschaftliche Mühle zu benutzen. Daraus entstanden Reibungen, Misstrauen und viele Streitgeschichten. Der Müller wurde in Märchen und Sprichwörtern zu einer eigenen Figur: halb Handwerker, halb Geschäftsmann, halb Zauberer, manchmal geachtet, manchmal verdächtigt.

Streit ums Wasser: Warum Mühlen immer auch Rechtsfälle waren

Wo eine Wassermühle stand, begann sehr schnell die Frage: Wem gehört die Kraft des Wassers? Eine Mühle brauchte nicht nur einen Bach. Sie brauchte das Recht, diesen Bach zu stauen, umzuleiten, durch einen Mühlgraben zu führen und über Rad oder Turbine laufen zu lassen. Damit wurde Wasserrecht zu einem der ältesten Energiegesetze.

Die heutige wasserrechtliche Ordnung hat ihre Wurzeln im Mittelalter. Das Wasserportal Rheinland-Pfalz beschreibt ausdrücklich, dass ein Regelungsbedürfnis erstmals entstand, als Wasserkraft für Mühlen, Hammer- und Sägewerke genutzt werden konnte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab es vielerorts kaum geschriebenes Wasserrecht; vieles beruhte auf Gewohnheitsrecht. Für Mühlen entstand in manchen Gebieten ein Mühlenregal: Der Landesherr beanspruchte das ausschließliche Recht, Mühlen zu errichten und Mühlengerechtigkeiten zu verleihen. Staurechte konnten also nicht einfach nach Belieben genommen werden, sondern wurden verliehen, verpachtet, vererbt, verkauft und besteuert.

Damit war die Mühle nicht nur ein Gewerbebetrieb, sondern ein rechtlich geschützter Energieplatz. In vielen deutschen Gebieten konnte die private Mühlengerechtigkeit nur durch staatliche Verleihung erworben werden, häufig gegen einen Mühlzins.

Der Kern jedes Streits war die Stauhöhe. Ein paar Zentimeter mehr Wasser konnten darüber entscheiden, ob ein Rad kräftig lief oder stehenblieb. Zu hohes Stauen konnte aber Wiesen vernässen, Nachbarmühlen beeinträchtigen oder oberhalb gelegene Grundstücke überfluten. Zu niedriges Stauen konnte dem Müller die Kraft des Wassers nehmen. Deshalb wurde die zulässige Höhe oft durch einen Eichpfahl, auch Merkpfahl, Sicherheitspfahl oder Mühlpfahl genannt, festgelegt. Wer höher staute, riskierte Strafe und Schadenersatz.

Schon im 18. Jahrhundert waren solche Regeln genau ausgearbeitet. Zedlers Universal-Lexikon von 1739 beschreibt die Mühlenordnung als rechtliche Ordnung für Mühlherren und Müller, sowohl beim Mühlen- und Wasserbau als auch im übrigen Mühlenwesen. Sie sollte bei Streitigkeiten entscheiden. Kein Müller durfte den Mahl- oder Wehrpfahl herausziehen, verrücken oder manipulieren; auch ein neuer Fachbaum am Wehr durfte nicht ohne die geschworenen Müller und die Nachbarn ober- und unterhalb der Mühle gelegt werden. Die Strafen waren empfindlich.

Die Konfliktlagen waren immer ähnlich. Der Oberlieger konnte durch Stauen oder Ableiten den Unterlieger trockenlegen. Der Unterlieger konnte durch Rückstau den Oberlieger beeinträchtigen. Bauern wollten Wasser zur Wiesenbewässerung. Fischer beklagten Eingriffe in den Lauf des Baches. Säge-, Hammer- und Papiermühlen konkurrierten mit Getreidemühlen. Dazu kamen Städte, Klöster, Adlige, Landesherren und später Behörden.

Ein schönes Beispiel liefert ein Rechtsstreit von 1859 um die Hüttelsmühle am Bornerhof bei Furschweiler. Die Mühle nutzte neben dem Bach auch Brunnenwasser, das über eine Dohle und einen Kanal zum Auffangbecken oberhalb der Mühle geführt wurde. Ein Bauer leitete dieses Wasser auf seine Wiesen um. Der Müller klagte, weil er nach Zeugenaussagen gerade im Sommer auf dieses zusätzliche Wasser angewiesen war. Ein Zeuge sagte sinngemäß, ohne das Brunnenwasser könne die Mühle in trockenen Jahren die meiste Zeit nicht mahlen. Das Gericht wies die Klage jedoch ab, weil der Müller kein ausschließliches Recht an diesem Wasser nachweisen konnte.

Noch berühmter ist ein Fall aus der Zeit Friedrichs des Großen. Der Müller Christian Arnold betrieb die Krebsmühle in Pommerzig. Er behauptete, ein oberhalb angelegter Karpfenteich entziehe seiner Wassermühle das notwendige Wasser; deshalb könne er den Erbzins nicht mehr zahlen. Der Fall wanderte durch die Instanzen, die Mühle wurde versteigert, Arnold wandte sich an Friedrich II. Der König griff massiv ein, ließ Richter bestrafen und gab Arnold recht. Juristisch ist der Fall bis heute berühmt, weniger als sauber geklärter Wasserrechtsfall, sondern als Beispiel für einen königlichen Eingriff in die Rechtsprechung im Zuge der Debatte über richterliche Unabhängigkeit.

Auch ganze Mühlenlandschaften waren auf Wasserdisziplin angewiesen. Im Horlofftal in der Wetterau war das Gefälle gering: Auf 19,5 Kilometer betrug die Höhendifferenz nur rund zehn Meter. Dort musste die Wasserbewirtschaftung besonders genau geregelt werden und bot reichlich Stoff für Streitigkeiten. Im Weistum der Fuldischen Mark von 1434 wurde festgelegt, dass Müller ab der samstäglichen Vesper bis nach dem sonntäglichen Gottesdienst nicht stauen durften. Später wurden an den Wehren Eichpfähle gesetzt, um das Wassergefälle auf die Mühlräder festzulegen; überwacht wurde dies vom kaiserlichen Wassergericht in der Wetterau.

Windmühlen: Romantische Historie, illusorische Gegenwart

Die Windmühle stand nicht versteckt in einem Tal, sondern auf der Höhe, an der Küste, in der Ebene, am Rand des Dorfes. Ihre Flügel waren weithin sichtbar. Wenn der Wind kam, begannen sie sich zu drehen; wenn er nachließ, standen sie still. Der Wind pfeift durch schwere Flügel, der Mühlenkopf rüttelt, das Fachwerk ächzt, das ganze Gebäude wird zur arbeitenden Maschine.

In Europa verbreiteten sich verschiedene Windmühlentypen: Erdholländer, Turmholländer, Galerieholländer, Paltrockmühlen und andere Bauformen. Sie unterschieden sich darin, welcher Teil der Mühle in den Wind gedreht wird und wie das Gebäude an die Umgebung mit ihren Windhindernissen wie Bäumen oder Häusern angepasst wurde.

Dennoch blieb das entscheidende Moment: Der Wind war nicht bestellbar. Der Müller konnte zwar seine Segel auf den Windmühlenflügeln setzen, sie in den Wind drehen, die Bremse lösen. Aber ob die Mühle lief, entschied am Ende die Natur. Bei Flaute stand sie; bei Sturm musste sie gebremst oder gesichert werden, ansonsten flog sie auseinander.

Hier war der Müller Techniker und Wetterbeobachter zugleich. Er wusste, was Grüne heute nicht mehr wissen, dass nämlich Leistung nicht dasselbe ist wie die Installation. Eine Windmühle auf dem Hügel ist noch keine Arbeit. Arbeit entsteht erst, wenn der Wind mit ausreichender Geschwindigkeit weht – nicht zu schwach, nicht zu stark, nicht aus der falschen Richtung.

Physikalisch gilt das bis heute. Die Leistung im Wind hängt von Luftdichte, Rotorfläche und vor allem entscheidend von der Windgeschwindigkeit ab. Die Leistung im Wind wächst nicht linear mit zunehmendem Wind, sondern mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Steigt die Windgeschwindigkeit, steigt die verfügbare Leistung überproportional; sinkt sie, bricht sie ebenso stark ein. Aus doppelter Windgeschwindigkeit wird theoretisch die achtfache Windleistung. Umgekehrt bedeutet halber Wind nur noch ein Achtel der Leistung.

An dieser Stelle schlägt unsere romantische Technikgeschichte unvermittelt in grüne Gegenwart um. „Energiewender“ wollen ein ganzes Land mit der Kraft des Windes versorgen. Sie träumen von 100.000 Windrädern überall im Land, die die Energie des Windes in Strom umwandeln sollen. Denn Wind kostet ja angeblich nichts.

Die modernen Windräder sind technisch natürlich nicht mit der alten Windmühle gleichzusetzen. Ein heutiges Windrad ist eine Hochleistungsmaschine mit Rotorblättern aus Verbundwerkstoffen, Sensorik, Leistungselektronik, Generator, Netzanschluss und Fernüberwachung. Doch die Physik gilt auch heute noch: Der Wind ist keine regelbare Größe.

Neben der schwankenden Leistung hält die Physik beim Wind noch eine weitere, heute gern ignorierte Lektion bereit: die Energiedichte. Im Vergleich zu klassischen Energieträgern wie Kohle, Öl, Gas oder gar Uran ist die Energiedichte der bewegten Luft verschwindend gering.

Für uns Menschen ist das im Alltag ein Segen: Wäre die Energie des Windes hochkonzentriert, würden wir schlichtweg weggeweht werden, sobald wir bei einer steifen Brise vor die Tür treten. Die Kehrseite dieser „verdünnten“ Naturkraft zeigt sich jedoch in der Stromproduktion. Ein einziges konventionelles Kraftwerk bündelt gigantische Energiemengen auf wenigen Hektar Fläche. Weil die Energie des Windes aber so wenig „dicht“ ist, erfordert ihre Ernte gigantische Flächen. Wer den enormen Energiehunger eines Industrielandes damit stillen will, muss zwangsläufig das halbe Land mit gigantischen Windrädern zupflastern, um die geringe Dichte durch schiere Masse auszugleichen.

Erstaunlich also, wie viele sich heute in vorindustrielle Zeiten zurückwünschen, zurück ins Mittelalter, als noch Wind und Wetter darüber bestimmten, ob Korn gemahlen werden konnte oder nicht. Der alte Müller wusste aus Erfahrung, was der grüne Energiewender heute ausblendet: Die Natur liefert Energie, aber auf sie ist kein Verlass.

Wer also am Pfingstmontag fasziniert vor den alten Rädern und Flügeln steht, besichtigt nicht nur die Vergangenheit der Technik. Die abgenutzten Mühlsteine, alten Getriebe und restaurierten Windflügel zeigen ein Grundgesetz jeder Zivilisation: Fortschritt bestand immer darin, Naturkräfte nutzbar zu machen, ohne sich ihnen vollständig auszuliefern.

Die Wassermühle war ein Fortschritt, weil sie den Bach in Arbeit verwandelte. Die Windmühle war ein Fortschritt, weil sie aus bewegter Luft Mehl, Öl, Pumpkraft oder Sägearbeit machte. Die Dampfmaschine war ein Fortschritt, weil sie die Mühle von Wind und Wasser unabhängiger machte.

So wird aus dem Mühlentag mehr als ein schöner Ausflug. Er ist ein Besuch bei den Anfängen der Technik. Man hört das Klappern, sieht die Flügel, riecht Holz, Mehl und Schmieröl, spürt das Vibrieren alter Balken. Und zugleich versteht man, warum die Moderne einst aus dieser Welt herauswollte: nicht aus Verachtung für Wind und Wasser, sondern weil Zivilisation Verlässlichkeit braucht.

Windräder gehören heute ins Museum und nicht auf abgeholzte Flächen, um mit ihnen elektrische Energie zu produzieren. So ist es beim Anblick alter Mühlen erstaunlich, wie viele sich heute genau jene vorindustrielle Wetterabhängigkeit zurückwünschen, die unsere Vorfahren mit aller technischer Kraft zu überwinden suchten. Wenn am Deutschen Mühlentag die alten Flügel knarren und die Mühlräder klappern, ist das eine romantische Erinnerung an das Mittelalter. Als Blaupause für die Energieversorgung eines modernen Industrielandes ist es ein historischer Treppenwitz.

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Kommentare ( 66 )

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Bernd Bueter
12 Tage her

Es fehlt die Kombination aus Wasser- und Windmühle für den Dauerbetrieb
(Hüvener Mühle).

BKF
12 Tage her

“ „Energiewender“ wollen ein ganzes Land mit der Kraft des Windes versorgen. Sie träumen von 100.000 Windrädern überall im Land, die die Energie des Windes in Strom umwandeln sollen.“ Das ist ein alter (nationalsozialistischer) Gedanke, der nur neu aufgehübscht wurde (das gilt übrigens auch für die Wasserstoffwirtschaft) – ich empfehle TE dringend eine Blick in die Nationalsozialistische Bibliothek Heft 38 zu werfen (Die Nationalsozialistische Bibliothek Heft 38 trägt den Titel „Technik und Wirtschaft im Dritten Reich: ein Arbeitsbeschaffungsprogramm“, verfasst von dem Ingenieur und nationalsozialistischen Wirtschaftsideologen Franz Lawaczeck. Das Werk erschien 1932 im Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachfolger in München.)… Mehr

Last edited 12 Tage her by BKF
Edwin
12 Tage her

Dem letzten Absatz, lieber Herr Douglas, ist nichts hinzuzufügen. Es leben die Reaktionären, die ewiggestrigen Ökosozialisten (= Altparteien zur Klarstellung).

Joachim
12 Tage her

Windmühlen hat man schon im Mittelalter eigentlich nur dort genutzt, wo die zuverlässigere Wasserkraft nicht verfügbar war.

Bspw. in Holland mangels Gefälle. Oder auf Mallorca mangels Flüsse. Dort waren es häufig Pumpmühlen, um mit hochgepumpten Grundwasser die Felder zu wässern.

Joachim
12 Tage her

Dazu gibt es ein schönes Gedicht von Wilhelm Busch

Ärgerlich

Aus der Mühle schaut der Müller,
Der so gerne mahlen will.
Stiller wird der Wind und stiller,
Und die Mühle stehet still.

So gehts immer, wie ich finde,
Rief der Müller voller Zorn.
Hat man Korn, so fehlts am Winde,
Hat man Wind, so fehlt das Korn.

Soder
12 Tage her

Herzlichen Dank, sehr geehrter Herr Douglas, für die Freude beim Lesen, fü den Wissensgewinn, und nenbei für die Bestätigung der eigenen Sicht.

Anglesachse
12 Tage her

Eine Grundlage vergessen anzumerken:
Die Menschen „damals“ lebten MIT dem sporadischen Wind-/Wasserangebot.
War Beides nicht vorhanden, musste gewartet werden. Ein Takt der Zeit.
Auch die Segelschiffe waren von der Strömung UND dem Wind/-Richtung jahreszeitlich abhängig.
Heute wird jedoch Energie nach Termindruck benötigt.
Aber mal in der Rechnung zurückgerechnet: 1 Mühle erzeugte 10KW Leistung bei gutem Wind/-Wasser…das entspricht heute einem Verbrennungsmotor von 125cm³ u. 10PS Leistung mit einem Spritverbrauch von 2,5L/h.
Anmerkung: Verbrennungsmotoren sind NICHT von fossilen Energieträgern abhängig, denn sie laufen auch mit Gärgasen u. Alkohol also regenerierbaren Energieträgern.

Sabine Schoenfelder
12 Tage her
Antworten an  Anglesachse

Volatil bleibt volatil…auch haben wir nicht Termindruck, sondern sind, genau so wie uns die Natur anhand der Energieversorgung durch Photosynthese vorgibt, auf regelmäßige und ständige Energie sowie Speicherkapazitäten angewiesen.  Auf einen Energiefluß. Wir verwandeln warmes Sonnenlicht, qua Wärmefluß, dank CO2 ‼️und Wasser in speicherbare, chemische Energie.  Das ist Physik und unsere Lebensgrundlage.  Deshalb laufen immer zuverlässige Energieträger wie Gas, Öl, Atomstrom, im Hintergrund, ZU DEN aus Schwachsinn und Unkenntnis bevorzugten Volatilen. Nennt die grüne Khmer „BACK- UP“. Ist im Grunde aber eine d o p p e l t e Energieversorgung.  Dumm, teuer, unwirtschaftlich und in keinster WEISE ÖKOLOGISCH. Im… Mehr

Bernd Bueter
12 Tage her
Antworten an  Anglesachse

Erdöl und Erdgas sind nicht fossilen Ursprungs.

joly
1 Tag her
Antworten an  Bernd Bueter

Oh doch. Sogar die Kohle ist nichts als umgewandeltes fossiles Holz

Der Person
12 Tage her

Ist beim eAuto auch nicht anders, das gab es schon vor über 100 Jahren. Es konnte sich allerdings nicht gegen den Verbrenner durchsetzen, weil die Autos damals zu teuer waren, eine geringe Reichweite hatten und schwer aufzuladen waren. Also genau wie heute.

Wobei ein eAuto durchaus sinnvoll als Nischenprodukt ist, aber in Deutschland eben nicht für die Allgemeinheit. Und Subventionen sind einfach nur schädlich und asozial.

Der Ingenieur
12 Tage her
Antworten an  Der Person

Gegen die Physik kam man bereits vor 100 Jahren nicht gegen an. Heute meint man jedoch, es mit Unsummen doch zu können.

Damit priviligierte 5% der Bürger ein E-Auto fahren können, mussten die Steuerzahler bisher mind. 75 Mrd. € bzw. 25.000 € pro Fahrzeug blechen, – und zwar für Kaufprämien, Erlass der KFZ-Steuer, Ladeinfrastruktur, Stromnetz sowie Reduzierung der Energiesteuer und der ESt.

Es ist aber kein Geld mehr da, den Ersatz der restlichen 46 Mio. Verbrenner-PKW der „Normalbevölkerung“ mit weiteren 1.150 Mrd. € zu subventionieren, weshalb E-Autos nach Wegfall der Subventionen aufgrund der immensen Kosten zwangsläufig zu Ladenhütern werden.

Last edited 12 Tage her by Der Ingenieur
Egge940
12 Tage her
Antworten an  Der Ingenieur

Ah deswegen sind weltweit inzwischen ein Drittel aller verkauften Fahrzeuge elektrisch?
Man müssen diese ganzen Staaten Subventionen reinbuttern. Dass Ihr Argument völliger Unsinn ist, sieht man ja auch an den Verkaufszahlen vor Ankündigung der Subventionen, wir lagen davor nämlich schon bei 20-25 % (Deutschland) mit Tendenz nach oben. E-Autos sind schon seit Jahren günstiger bei den TCOs und bei den Anschaffungskosten nur noch minimal teurer oder vergleichbar mit Verbrennern.
Ich bin übrigens froh, dass ich die Folgekosten von Verbrennern an Mensch und Umwelt zukünftig nicht mehr subventioniere.

Michael Palusch
12 Tage her
Antworten an  Egge940

Ach Egge…?! Es geht doch nicht nur um das E-Auto allein, es geht auch und vor allem um das ganze Drumherum. „…wir lagen davor nämlich schon bei 20-25 % (Deutschland) mit Tendenz nach oben.“ Hui!!! Hier gingen Ihnen die Gäule aber nun vollends durch! Also fangen wir die wilden Pferde mal besser wieder ein und schauen auf die Realität „davor“: Der Anteil der BEV am PKW-Fahrzeugbestand lag 2015, also vor Beginn der Subventionsorgie ab 2016, bei ca. 0,04% (!!!). In dem Jahr wurden auch die bis dahin „höchsten“ Neuzulassungen an BEV erreicht, exakt 12.363, was ~0,4% der Gesamtzulassungen (3,2 Millionen)… Mehr

Der Ingenieur
12 Tage her
Antworten an  Egge940

Das stimmt absolut nicht. Sie wollen uns hier wieder einen Bären aufbinden. Selbst im gut mit Ladestationen versorgten Europa liegt der Anteil von E-Autos im Markt gerade mal bei 1,1%. Darüber hinaus beträgt die Lebensdauer von Autos in der Realität der deutschen Zulassungsstatistik bei PKW mit Verbrennungsmotoren bei 24 Jahren, während E-Autos bereits nach durchschnittlich 6 Jahren aus der Statistik verschmwinden. Das ist also wie bei den Windkraftanlagen, die nach durchschnittlich 17 Jahre kaputt sind, während konventionelle Kraftwerke 60 Jahre halten. Dadurch ist der Ersatzbedarf für E-Autos permanent etwa 4 Mal so hoch wie bei Verbrennern. Darum ist es völlig… Mehr

Last edited 12 Tage her by Der Ingenieur
Sabine Schoenfelder
11 Tage her
Antworten an  Egge940

Indem Sie Unwahrheiten wiederholen, können Sie die Realitäten nicht verdrängen.
Hamburg und England teilen jetzt den Strom ZU ! Sie wollen elektrisch „fahren“ und der Strom reicht nicht einmal für den Hausgebrauch….von der ökologisch- verheerenden Bilanz eines E- Autos mal ganz abgesehen.
Ihr Problem ist, lieber Grünling, Sie argumentieren hier nicht gegen einen politischen Andersdenker : innen (für Sie), sondern gegen physikalische Basics, gegen die Realität…. als gehorsamer Ideologe.
Sie verteidigen Potemkinsche Dörfer. Selbst Ihre Ideologieverwandten vermochten das nur z e i t w e i s e.
Beste Grüße

doktorcharlyspechtgesicht
12 Tage her

Schöner Artikel – man entwickelt mehr Achtung für die Dinge, die uns heute selbstverständlich sind! Die ersten, die Wasserrechte klären, verschriftlichen und organisieren mussten, waren übrigens die antiken Ägypter. Nach dem Ende der Eiszeit wurde die Sahara trocken und unfruchtbar; die steinzeitlichen Protoägypter drängten sich in der tausende Kilometer langen Niloase zusammen und machten sich die Nilüberschwemmung und den Nilschlamm nutzbar. Dafür war ein hoher Organisationsgrad notwendig, den die Priester leisteten. Es wurden Schrift, Bürokratie, Rechtssprechung und Mathematik entwickelt. Aus Jägern und Sammlern wurden Ackerbauern. Etwas später vollzog sich die gleiche Transformation im Zweistromland – auch hier mussten Wasserrechte organisiert,… Mehr

Egge940
12 Tage her

Sehr spannende Ausführungen. Der Seitenhieb auf die heutigen WEA ist trotzdem unpassend sowie faktisch falsch. Es muss nicht „das halbe Land damit zugepflaster werden“, sondern es werden in Zukunft eher weniger Anlagen als heute, da alte gegen neue Anlagen ersetzt werden, die um ein vielfaches Leistungsfähiger sind. Es will auch keiner „ein ganzes Industrieland mit Wind betreiben“, sondern mit einer Mischung aus Sonne, Wind, Lang- und Kurzfristspeichern, Backupkraftwerken und Nachfrageflexibilität.
Aber dennoch ein interessanter historischer Abriss. Schön dass Windräder wieder an Bedeutung zunehmen, lieber Energie vom lokalen „Windmüller“ als über Umwege von einem islamischen oder sonstigem Terrorregime.

Der Ingenieur
12 Tage her
Antworten an  Egge940

es werden in Zukunft eher weniger Anlagen als heute, da alte gegen neue Anlagen ersetzt werden“

Nein, das stimmt nicht. Sie wollen uns hier wieder mal einen Bären aufbinden:

Durch die neue Gesetzgebung werden die Bundesländer gezwungen, hohe Standortquoten zu erfüllen und zwangsläufig viele neue Standorte zu erschließen, auch wenn es von der Physik, der Logik und der Wirtschaftlichkeit keinen Sinn macht, wie z.B. den windschwachen Odenwald mit Windenergieanlagen zuzupflastern oder den Berliner Grunewald für Windenergieanlagen zu schleifen.

Bernd Bueter
12 Tage her
Antworten an  Egge940

Flatterstromanlagen sind und bleiben Unsinn.

Michael Palusch
12 Tage her
Antworten an  Egge940

Nachfrageflexibilität

Da bin ich geübt, denn das kenne ich noch aus der DDR.
Da waren wir, was z.B. Fernseher, Autos und Bananen betraf, auch äußerst „nachhfrageflexibel“. Die „Nachfrageflexibilität“ bei Strom sah damals so aus, das in Betrieben jede zweite Leuchtstoffröhre herausgedreht wurde.

Backupkraftwerke

Der größte ökonomische Blödsinn überhaupt. Ein zweites System was immense Fixkosten hat, diese aber mit einem Bruchteil der theoretisch möglichen Produktion decken muss.

Lang- und Kurzfristspeichern,

Speicher sind KEINE Energieerzeuger.

Last edited 12 Tage her by Michael Palusch
Michael M.
12 Tage her
Antworten an  Egge940

Die Leistung bei Flaute und Schwachwind ist 0,0 (und zwar unabhängig davon wie hoch die Anlage und wie groß der Durchmesser der Rotorblätter ist), aber das werden Ideologen ihres Schlages niemals verstehen.
Damit beweisen Sie ein weiteres Mal, dass ihre Einlassung nahezu immer in der Kategorie „Geschichten aus dem Paulanergarten“ einzuordnen sind 😉.

Last edited 12 Tage her by Michael M.
Sabine Schoenfelder
12 Tage her
Antworten an  Egge940

Schönes Märchen, abseits der Physik. Wir hatten „Backupkraftwerke“. Genügend …..und günstiges Gas aus Rußland.
„Lang- und Kurzfristspeicher…hahaha. Ihr Problem sind die mathematisch-physikalischen Größen.
Wir benötigen Strom im TERA-BEREICH. Welchen Speicher schlagen Sie vor ?
Jetzt ist bei Ihnen NACHFRAGEFLEXIBILITÄT erwünscht…😉