Merz, Schmerz und das dröhnende Nichts aus dem Parteienstadel Berlin-Nix

Erst schwiegen sie wie erstarrt, die Entrückten in Berlin, dann stellten sie alles als gar nicht so schllimm hin, und ändern wollen sie wie immer nix, denn bei ihnen ist doch alles fix. Fast eine Glosse.

IMAGO / dts

Nach der Niederlage der CDU in Baden-Württemberg erhebt Kanzler Merz schwere Vorwürfe gegen die Grünen wegen „persönlicher Verletzungen“ im Wahlkampf: „Es hat hier eine Kampagne aus dem Kreis der Grünen, insbesondere einer ganzen Reihe von Grünen-Bundestagsabgeordneten, gegen Manuel Hagel gegeben, die bis weit in seine Familie hinein gereicht hat.“ Das seien dieselben, „die anschließend gegen Hass und Hetze im Netz demonstrieren“. Dennoch sei man zu Gesprächen mit den Grünen in Baden-Württemberg bereit. Die deutlichen Zugewinne der CDU und die Gleichzahl der Mandate müssten sich aber auch in der Regierungspolitik und vorher in einem möglichen Koalitionsvertrag abbilden.

Zur Wahl in Rheinland-Pfalz am 22. März: „Wer will, dass die CDU in Rheinland-Pfalz gewinnt, der muss mit beiden Stimmen CDU wählen.“ – Wow. – Jeder, der FDP, Freie Wähler oder auch AfD wähle, sei am Ende dafür mitverantwortlich, wenn in Rheinland-Pfalz Rot-Rot-Grün regiere. – Wow. – Zur FDP, diese sei „seit gestern endgültig, sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden … Sie wird keine Rolle mehr spielen.“

Vier Prozent FDP seien wenigstens ein Prozent zu wenig für die FDP, aber vier Prozent zu wenig für die CDU. Deswegen fordere er die Wähler der FDP auf, jetzt die CDU in Rheinland-Pfalz zu wählen, damit es einen entsprechenden Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten geben könne. – Wow. Was für ein Stratege, dieser Merz. – Auswirkungen auf die Bundesregierung? Nein, Merz habe bereits mit den SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil telefoniert: „Wir sind uns einig, dass dieses Ergebnis keine Auswirkungen auf die Koalition hier in Berlin haben wird“, sagte er. „Wir werden unsere Arbeit fortsetzen.“ – Wow. Dieser Merz kein Scherz. –  

SPD-Sekretär Klüssendorf sieht nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei auch keine Konsequenzen für die Bundesregierung. „Wir haben da einen festen Fahrplan“, sagte er Phoenix. „Wir haben große Reformen dieses Jahr vor uns, die müssen wir jetzt auch durchziehen, ungesehen der Landtagswahlen. Da hilft uns niemand auch dabei mit positiven oder negativen Ergebnissen, sondern das ist unsere Pflicht.“ – Leerer geht nicht. – Das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg müsse man jetzt erst einmal analysieren. – Das sagen die Funktionäre seit Jahrzehnten, wenn sie nichts zu sagen haben. –

Küssendorf: 60 Prozent der SPD-Wähler sagten, man kümmere sich mehr um die Arbeitslosen als um die arbeitende Mitte. Dabei habe man erst vergangene Woche das Bürgergeld korrigiert. – Mimimimi Klüssendorf. – Die Unionswähler sagten zu 80 Prozent, die Regierung mache keine gute Arbeit und die CDU gewänne trotzdem fünf Prozentpunkte dazu auf am Ende 30 Prozent, so der SPD-Sekretär: „Also, das ist nicht so einfach, dass man diese Rückschlüsse eins zu eins so gelten lassen kann.“ – Was gilt eigenlich wann? –

Beim knappen Wahlausgang fordert Stuttgarts CDU-OB Nopper, die Spitzenkandidaten Özdemir und Hagel sollten sich den Ministerpräsidentenposten teilen. Es gebe gar „keinen klaren Wahlsieger (Bild)“. – Kein Amt, ein „Posten“. Was soll er kosten? – Bei der Pattsituation plädiere er für den rotierenden Wechsel von Grünen und CDU: „Die CDU Baden-Württemberg sollte jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen – insbesondere nach dem äußerst unfairen Wahlkampf der letzten Wochen … Eine Koalition kann es nur geben, wenn die Grünen in dieser Situation starke Zugeständnisse machen, die weit über eine bessere Ausstattung mit Ministerien hinausgehen.“ – Wow. Deutschland, Land der Doppelspitzen. – 

„Also ich hatte ja bis gestern geglaubt, die CDU sei gegen Lifestyle-Teilzeit“, sagte Grünen-Brantner: „Also wir sind für Vollzeitministerpräsidenten.“ Generell gehe sie aber davon aus, dass die Koalitionsverhandlungen nicht einfach werden. – „Lifestyle-Teilzeit“? Frau Brantner von der Partei der Mehrverdienenden. – Das beantwortet Lifestyle-Teilzeit“-Genosse CDU-Wadephul: Das AA gehe davon aus, der Kurs des Mullah-Regimes von Modschtaba Chamenei werde sich nicht signifikant verändern. – Wie jener der Regierung Klingbeil-Merz, sozusagen. –

Zur Stabilität des Regimes könne er keine Prognose abgeben, sagte ein AA-Sprecher dts: „Klar ist aber, dass mit der Wahl von Modschtaba Chamenei, dem Sohn des verstorbenen Revolutionsführers, mit Blick auf den weiteren Kurs des Regimes aus unserer Sicht wohl eher Kontinuität zu erwarten oder davon auszugehen ist, dass es diese gibt … Wir haben wiederholt betont, dass das iranische Volk die Entscheidung zur eigenen Zukunft und vor allem die Entscheidung darüber haben sollte, wer die politische Führung des Landes ist, wer über die politischen Geschicke des Landes bestimmt.“ Das sei in der Vergangenheit nicht passiert und das passiere auch in diesem Fall nicht. – Über die politische Führung des Landes entscheide nicht das Volk. Solche „Kontinuität“ klingt wie hierzulande. –

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 63 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

63 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Privat
1 Monat her

Hier die neuste Aussage von Merz –
„Solange der Iran die USA und Israel angreift, solange müssen die beiden Staaten ihre eigene „Verteidigung“ fortsetzen“ !!
Wir haben wohl nur noch peinliche Figuren an der Macht

Lizzard04
1 Monat her

Das Gejammere der CDU über einen „unfairen“ Wahlkampf durch die Grünen ist ja an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Erstens, weil es armselig ist und zeigt, wie wenig „Eier“ die CDU Protagonisten selber haben und zweitens, weil sie selber mit noch ganz anderen Bandagen gegen einen ungeliebten politischen Mitbewerber vorgehen! Da sind Lügen, Denunziation und Ausgrenzung quasi Hauptprogrammpunkte!

MartinKienzle
1 Monat her

Höchste Zeit, dass das Besatzerkonstrukt BRD (https://www.youtube.com/watch?v=hIu80oSC728 ab Minute 3:25) aufgelöst wird, da die BRD-Elite um Merz mit deren stupiden Äußerungen den Intellekt eines jedweden Deutschen diffamiert!

Sonny
1 Monat her

Ach ne, unfairer Wahlkampf?
Wer da von Fairness spricht und hinter einer Brandmauer sitzt, hat wirklich keinerlei Wirklichkeitsbezug mehr.

jopa
1 Monat her
Antworten an  Sonny

Es geht denen nur um Fairness innerhalb der Nationalen Front. Nach außen wird weiter geholzt wie bisher. Ein Szenario: Fritze schmeißt den Lars raus und geht mit Alice,und Hagel geht mit Frohnmeier. Die Folge: alle schwarzgrünen Koallitionen platzen und werden wo möglich durch rotgrün(rot)e ersetzt. Die CDU würde platzen wie ein angestochener Luftballon, Abgeordnete aus der CDU austreten um weiter mit den Grünen zu kuscheln. Die Medien würden über die CDU herfallen wie ein Rudel Wölfe. Das wäre die Version Ende mit Schrecken. Das Weiterwurschteln bringt Schrecken ohne Ende. Die CDU steckt in einer Zwickmühle und kann nur noch verlieren.

Lesterkwelle
1 Monat her

Vorschlag: Hagel stellt sich als Gegenkandidat einer Kampfabstimmung. Waere spannend. Aber dazu ist die Union wohl viel zu feige. Also: Unterwerfung.

Vallis Blog
1 Monat her

Teilzeitministerpräsidenten? Super Idee, als nächstes spart man sich auch gleich die Wahlen, Demokratie wird eh überbewertet, wie man am aktuellen Beispiel sehen kann. Also würfeln. Gibt es auch schon: Laut Brandenburger Landesverfassung werden z.B. die Landräte ausgelost, wenn nach drei Wahlgängen ( Wahl, Stichwahl, Wahl im Kreistag) noch immer kein Ergebnis vorliegt oder das Quorum verfehlt wurde. Glaubt keiner? Ist aber so.

Werner Geiselhart
1 Monat her

Mein Vorschlag, in Anlehnung an das Kölner Dreigestirn, ein Zweigestirn bilden mit Prinz und Jungfrau.
Also Prinz Cem und Jungfrau Hagel.
Ist auf jeden Fall origineller als MP1 und MP2, und vor allem diverser.
Die Villa Reitzenstein dürfte genügend Schlafzimmer zur Verfügung haben für die Doppelbelegung.
Ein Problem könnte es beim Speiseplan geben, Prinz Cem verspeist ja nur Dinge, die auch ein Hase essen würde, während Jungfrau Hagel eher der Eckzahnfraktion zuzuordnen ist.
Man macht sich halt so seine Gedanken 🍻

Siggi
1 Monat her

Ein wichtiger Aspekt, ist natürlich auch die Parteienfinanzierung. Die AfD nimmt den Altparteien viel Geld weg. Nach jeder Wahl mehr.

Wie lange halten die das gegen den Strom schwimmen noch aus?

Die kommende Wahl in RP wird der nächste Schlag in die Allianz der „unser“ Gesellschaft. Dann wird es auch sehr eng für die Koalition aus einem Möchtegern und einem Mühlstein, und das mit der AfD im.Nacken.

Lizzard04
1 Monat her
Antworten an  Siggi

Deshalb prüfen „die wahren Demokraten“ ja bereits ernsthaft, wie man der AfD rein rechtlich die Parteienfinanzierung verunmöglichen kann.
Beim Theaterstück im Thalia Theater Hamburg war das ja der Konsens, da ein Verbot selbst den Ultra-Linken als nicht realisierbar erschien!

H.H.
1 Monat her

Die Brandmauer hat auch etwas Gutes: Solange sie existiert, muss sich jeder AfD-Wähler als Aussätziger fühlen. Wer diese Ächtung auf sich genommen hat, wird NIEMALS WIEDER zur CDU/SPD jemals zurückkehren !

Alf
1 Monat her

Nach der Niederlage der CDU in Baden-Württemberg erhebt Kanzler Merz schwere Vorwürfe gegen die Grünen wegen „persönlicher Verletzungen“ im Wahlkampf. Es wäre besser, wenn die Grünen in BW eine Koalition mit der AfD eingehen. Es zählt der Wählerwille und nicht der Wunsch des Außenkanzlers. Die Mehrheit in BW hat keine Koalition aus grün und CDU gewählt. Die Mehrheit hat grün und blau gewählt. Die AfD hat mehr Pluspunkte als die CDU. Und Sprüche wie „Wer will, dass die CDU in Rheinland-Pfalz gewinnt, der muss mit beiden Stimmen CDU wählen.“??? werden nicht dazu führen, daß die Wähler auch nur eine Stimme… Mehr

Manni2801
1 Monat her
Antworten an  Alf

Ginge nicht auch eine Koalition aus CDU und SPD??😏