Die Realität lässt sich eine Zeit lang verdrängen. Die Folgen der Realitätsleugnung allerdings irgendwann nicht mehr. Journalisten in den USA decken milliardenschweren Sozialbetrug auf. Und was macht die Politik? Sie reagiert mit Gesetzen, die das Aufdecken verhindern sollen.
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Charles McClintock Wilson
„Du kannst die Realität ignorieren, aber nicht die Folgen der Realitätsignoranz.“ Dieses berühmte Zitat wird der Schriftstellerin und Philosophin Ayn Rand zugeschrieben. Es korrespondiert mit der in Hayeks Buch „Der Weg in die Knechtschaft“ vorgetragenen These, dass sich die Propaganda einer kollektivistischen Gesellschaft nicht nur „auf Fragen der Auffassung und der moralischen Überzeugung beschränken (kann), sondern sie muss auch auf faktische Fragen ausgedehnt werden“.
Angesichts dessen, was linke Aktivisten in der westlichen Welt immer wieder fordern bzw. zur letzten Konsequenz umsetzen, stellt sich allerdings die Frage, ob es vielleicht doch viele Menschen gibt, die genau das können, also die Konsequenzen der Realitätsignoranz ignorieren – zumindest bis zu einem gewissen Grad und über einen längeren Zeitraum hinweg. In der Bundesrepublik werden die Botschafter, die über die Konsequenzen linken Regierungshandelns berichten, mit vielfältigen Methoden unter Druck gesetzt. Der Soziologe Christian Zeller hat ein sehr lesenswertes Buch mit dem Titel „Zerstörung der Meinungsfreiheit“ darüber geschrieben. Im Grunde hätte er es auch „Verdrängung der Realität“ nennen können. Dieses knapp 450 Seiten umfassende Werk belegt eindrucksvoll, wie weit die Bundesrepublik Deutschland in dieser Hinsicht bereits gekommen ist. Das Spektrum der Unterdrückung der Meinungsfreiheit (abseits des von einer linken Moralelite „genehmigten“ Meinungskorridors) reicht von der „Cancel Culture“ bis zur Instrumentalisierung des Strafrechts. Letzteres reicht von der Anwendung von § 188 StGB (Majestätsbeleidigung) und der zwielichtigen Rolle des Verfassungsschutzes bis hin zu den dubiosen Machenschaften von Frau Faeser (Beweislastumkehr, Compact-Verbot).
Dies erfolgte vor allem über Scheineinrichtungen, die innerhalb der somalischen Einwanderergemeinschaft in Minneapolis unter Ausnutzung der während der Corona-Pandemie gelockerten Aufsicht betrieben wurden. Im Dezember 2025 erklärte der US-Staatsanwalt, dass umfassendere Ermittlungen allein zu den von Minnesota verwalteten Medicaid-Programmen seit 2018 auf einen möglichen Betrug in Höhe von über 9 Milliarden Dollar hindeuten. Es geht also nicht um Kleingeld. Als Symbol für Betrug muss wohl das berüchtigte „Quality Learing Center“ (sic!) in Minneapolis gelten – eine von vielen Tagestätten, die nur zum Schein errichtet wurden. Die offensichtlichen Probleme der Betreiber mit der Rechtschreibung sorgten für große Belustigung.
Wie in Minnesota haben nun die Untersuchungen der bundesstaatlichen Behörden begonnen, die bereits zu einer Reihe von Festnahmen geführt haben. Schätzungen zufolge könnte sich die Betrugssumme in den letzten fünf Jahren auf mehrere hundert Milliarden Dollar belaufen und damit die Zahlen aus Minnesota sogar übertreffen. Es bleibt abzuwarten, ob dies jemals aufgeklärt bzw. genauer verifiziert wird. Diese Schätzungen würden allerdings gut zur Inflationierung des kalifornischen Budgets durch die Demokraten in den letzten 15 Jahren passen. Betrug der Haushalt Kaliforniens im Haushaltsjahr 2010/11 noch ca. 120 Mrd. US-Dollar, so wuchs er im Jahr 2020/21 auf 162 Mrd. US-Dollar und schließlich im Jahr 2026/27 auf knapp 350 Mrd. US-Dollar an.
Die Betrugsbereiche betreffen so ziemlich alle Felder, in denen Sozialleistungen erbracht werden. Bei alledem drängt sich der Eindruck auf, dass Kalifornien die Untersuchungen erst sehr spät und aufgrund des investigativen Journalismus intensiviert hat. Im Fall der Hospize versuchen die Verantwortlichen zu beschwichtigen bzw. Washington den schwarzen Peter zuzuschieben, indem sie behaupten, dass sie zwar die Hospize lizenziert, die Bundesregierung der USA jedoch für die Verwaltung von Medicare zuständig ist.
Oberflächlich geht es um den Personenschutz von Mitarbeitern bestimmter Unternehmen, die Einwanderern helfen, darunter Anwaltskanzleien, NGOs, Beratungsstellen und die besonders von Betrug betroffenen Kliniken. Die Mitarbeiter sollen ihre Arbeits- und Privatadressen geheim halten können, um sie angeblich vor „Harassment“ (Belästigung) zu schützen. Verstöße können mit empfindlichen Strafen von 10.000 bis 50.000 US-Dollar oder Gefängnis belegt werden. Kritiker bemängeln, dass dieses Gesetz nur vordergründig dem Personenschutz dient, tatsächlich aber investigative Journalisten wie Nick Shirley davon abhalten soll, in Kalifornien weiter zu recherchieren.
Denn es sei nicht klar, wo genau die Grenze zwischen einer berechtigten Frage und Belästigung zu ziehen ist. Paradoxerweise könnte das Gesetz also dazu führen, dass betrügerische Betreiber eines „Quality Learing Centers“ in Kalifornien Nick Shirley demnächst sogar wegen Belästigung verklagen könnten. In Washington State – einer weiteren Hochburg der Demokraten – hat ein Abgeordneter übrigens einen Gesetzesentwurf eingebracht, der vorsieht, dass Informationen über „Daycare“-Einrichtungen nicht mehr in den offiziellen Verlautbarungen („Public Record Laws“) auszuweisen sind. Auch dies würde die Arbeit von Investigativjournalisten massiv einschränken. Bei der Schaffung von Mitteln zur Realitätsverdrängung unter dem Deckmantel höherer Werte sind die Demokraten in den USA – ähnlich wie ihre Verbündeten, die Sozialdemokraten und Grünen in der BRD – also stets sehr fantasievoll. Wir erleben es derzeit wieder mit der EU-App zur Altersüberprüfung (EU-App zur Altersüberprüfung ein „Überwachungswerkzeug“ – „kein Kinderschutz“), die unter dem Vorwand des Kinderschutzes als Kontrollwerkzeug für die Bürger eingeführt werden soll.
Es bleibt abzuwarten, ob die Gesetzesentwürfe letztendlich von den Kammern der genannten Bundesstaaten verabschiedet werden und ob sie vom Obersten Gerichtshof als verfassungskonform anerkannt werden. Der Gesetzesentwurf AB 2624 für Kalifornien wurde übrigens von der Abgeordneten Mia Bonta erstellt. Sie ist die Ehefrau des bereits erwähnten kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta, der letztlich für die Verfolgung der Betrugsfälle zuständig ist. Realitätsignoranz im linken Spektrum führt immer wieder zu Konstellationen, die selbst in einer Wiener Operette unglaubwürdig wären.



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> Ein bewährtes Mittel der woken Linken in den USA – wie auch in Deutschland – ist die Diffamierung von Kritikern
Aha. Wer in Westeuropa oder in den USA Smotrich & Co kritisiert, wird gleich als „Antisemit“ beschimpft – gleiche Methoden.
Wer ist das auf dem Titelbild?
Harry Potter?
Liebes Tichy-Team, da man nicht jeden US-Bürger, Politiker oder Journalisten kennen kann, wäre es schön, wenn ihr auch eine Bildunterschrift machen könntet, wer da zu welchem Zweck abgebildet ist.
Zwar steht im unteren Bildrand etwas zur Quelle, aber leider nicht, ob der Name Charles McClintock Wilson der Abgebildete oder der Fotograf ist.
Danke!
Die Suchmaschine hat inzwischen herausgefunden, daß es sich um den im Artikel besprochenen Nick Shirley handelt.
Wäre doch ein Leichtes gewesen, das unters Bild zu schreiben, oder?
Besorgte Seelen sagen doch, daß jede Google Suche zu Energieverbrauch und Erderwärmung beiträgt, aufgrund der Abwärme der Serverfarmen.
Interessiert aber kein Schwein, insbesonders nicht die, die am lautesten schreien und fleißig ihre Smartphones nutzen.
Und wir wollen doch nicht, daß wir alle den schrecklichen Klimatod sterben müssen, der uns immer verkündet wird?
Ayn Rand hat sich viel expliziter geäußert, was den staatlich organisierten Parasitismus angeht, und die jetzigen Vorgänge schon lange vorhergesehen:
Ca. 90 Jahre ist es her, dass die Deutschen freiwillig verbissen ideologieabhängig wurden. Viele Jahre, es ist also wieder an der Zeit, idiotischen Ideen nachzurennen und durchaus mit Gewalt, mit Macht und List durchzusetzen, der gemeine Deutsche ist des Selber-Denkens nicht mächtig, er glaubt und marschiert im Gleichschritt, und scheint es zu lieben. Es gibt freilich überall grundsätzlich Untertanten und Claquere der Regierungen, aber in Deutschland sind sie am weitesten verbreitet und brutal mit ihren Überzeugungen. Ein solcher Staat, d. h. die eine Art des Absolutismus anstrebenden Machthaber, versuchen immer des Selbsterhalts wegen, ihre Gegner niederzudrücken, mit Gesetzesänderungen, mit der… Mehr
Mit Kalifornien und New York werden emblematische Filetstücke der USA gerade mit absurder Politik ruiniert.
Das kann dann vermutlich von interessierten Kreisen günstig aufgekauft werden.
Es liegt am ähnlichen Suizid westlicher „Zivilisation“ wie in Westeuropa. Wenn einer von einer Brücke springt – muss man dunkle Mächte im Hintergrund vermuten?
Das beste Geschäftsmodell ist immer noch das Plündern der Massen.
Auch unsere Politiker und ihre Kumpane in Asyl-, Sozial- und Rüstungsindustrie leben aussergewöhnlich hervorragend davon.
Einspruch, mit Verlaub. Richtig ist, daß der US-Präsident notorisch drastische, politisch ungewöhnliche Adjektive für solche Personen wählt, die der Allgemeinheit Schaden zufügen. Allerdings sind sie in der Sache mehrheitlich völlig berechtigt.
> Allerdings sind sie in der Sache mehrheitlich völlig berechtigt.
Nur wenn man jedem einzelnen Wort glaubt, welches Trump von sich gibt. Und es sind nicht nur Worte: https://tkp.at/2026/04/25/werfen-die-usa-spanien-aus-der-nato/
Der Typ kann nicht ertragen, dass jemand seine Kriege nicht unterstützen möchte. Das ist nicht demokratischer als Nordkorea-Kim.
Also benötigt Spanien kein Öl und kein Gas aus dem mittleren Osten?
Oh, Moment, in Spanien regieren ja die Sozialisten. Die finden es natürlich immer schlimm, wenn ein ebenfalls antisemitisches muslimisches Regime entmachtet wird. Genau wie bei den Linken in Deutschland und den USA
> Also benötigt Spanien kein Öl und kein Gas aus dem mittleren Osten?
Umso mehr wäre hirnrissig, jenen Krieg zu unterstützen, der Öl und Gas aus Nahost blockiert. Ob in Spanien Sozialisten oder Bürgerliche regieren, die Interessen aller Länder Westeuropas sind gleich – Trumps Feldzüge für Energie-Weltherrschaft auf keinen Fall unterstützen. Umgekehrt – Druck machen, dass die Amis die Agenda aufgeben.
Ein solch‘ lächerliches Verdikt schlägt – mit Verlaub – auf den Autor zurück.
Internes politisches Problem der USA und nicht Deutschlands. Höchstens TE betrachtet Deutschland als Bundesstaat der USA, was bisweilen schon der Eindruck ist. Dabei verpaßt TE viele interessante Entwicklungen in Deutschland und ganz sehr östlich von Deutschland, wobei Osten großzügig ist und sich bis Ostasien erstreckt, so groß ist der blinde Bereich bei TE, durch die Dauerfokussierung auf die USA und Westeuropa.
Noch nicht einmal ansatzweise das Problem erkannt, aber Hauptsache hier etwas völlig deplatziertes vom Stapel gelassen oder wie?! Etwas (Selber/Nach)Denken würde vielleicht helfen…
In Westeuropa werden etliche Betrugsschemen aus den USA importiert, mit dem Klimagedöns angefangen. Umfassende Asylindustrie oder den Militärisch-Industriellen Komplex gibt es ebenso.
Warum lösen wir und dann nicht endlich von den USA, wenn diese Analyse klar ist. Die USA sind ein Nationalstaat und Deutschland ist ein Nationalstaat, man muß nicht alles immer nachmachen oder importieren, was andere Nationalstaaten machen, man darf auch einfach mal Politk im eigenen nationalen Interesse machen. Das können wir von den USA kopieren, aus America First wird dann Deutschland zuerst.
Gut, dass in der BRD der ganze Betrug in den „Corona Testzentren“ nie richtig untersucht wurde. Da wollte man die Bürger wohl nicht unnötig beunruhigen. Die paar Milliarden kann man ja z.B. aus der Abschaffung der Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung wieder reinholen.
Dito überhaupt der Ursprung der Corona Pandemie, der niemanden zu interessieren scheint (der Staat mit seinen durch Inflation verringerten Schulden und der Übersterblichkeit der Alten hat ja profitiert) oder auch die Strafverfolgung der Nordstreamsabotage.
Fazit: der Staat, unserer, oder in Kalifornien oder Washington State nehmen nicht einmal mehr ihre rudimentärsten Pflichten wahr. Der Gesellschaftsvertrag ist gekündigt.
Realitätsverleugnung ist etwas anderes als aktive Beihilfe zu Betrug und anderen Verbrechen.
Kalifornien ist ein lateinamerikanischer Einparteienstaat, der sich rapide in Richtung einer Kleptokratie wie Venezuela entwickelt.
Wenn diese Newsom tatsächlich nächster US Präsident werden sollte, dann hat der Westen endgültig fertig, denn die EU gleicht sich ja auch immer mehr einer Autokratie nach chinesischem Vorbild an.
> denn die EU gleicht sich ja auch immer mehr einer Autokratie nach chinesischem Vorbild an.
Schön wär‘s – in China wird Untertanen-Wohlstand ernst genommen, während westliche Satrapien bloß Oligarchen und Finanzkonzerne füttern.