Wie das ZDF Belfast „einordnet“: Angeblich befeuerte Elon Musk die Ausschreitungen

Nach dem Mordversuch von Belfast, bei dem ein Sudanese einen Mann köpfen wollte und schwer verletzte, macht das ZDF nicht Asylversagen, Grenzlücken oder das Opfer zum Kern, sondern Elon Musk: Der Tech-Milliardär habe zur Jagd auf Migranten aufgerufen. Ein weiteres Lehrstück für das Komplettversagen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Screenprint: ZDF Mediathek / ZDF heute LIVE

Sieht man mit dem Zweiten besser, wie die Mainzelmännchen vom Lerchenberg seit Jahren stocksteif behaupten? Nein, man sieht damit nicht besser, sondern man sieht bestens hinein in das Manipulations- und Indoktrinationsarsenal des größten deutschen öffentlich-rechtlichen Senders mit seinem Jahresetat von 2,5 Milliarden Euro – genährt zum allerallergrößten Teil aus Zwangsgebühren.

Hier der neueste Beweis: Am späten Montagabend des 8. Juni 2026 griff der sudanesische Asylbewerber Hadi Alodid (30) gegen 22:30 Uhr auf der Kinnaird Avenue im Norden von Belfast (Nordirland) den 44-jährigen, körperbehinderten Stephen Ogilvie mit einem Messer an. Der Täter warf das Opfer zu Boden, setzte sich auf das Opfer und versuchte, ihm den Kopf abzuschneiden. Das Opfer wurde durch Messerstiche schwerst verletzt und verlor das linke Auge. Passanten überwältigten den Angreifer, noch bevor die Polizei eintraf; sie retteten Ogilvie das Leben. Der Täter sitzt seither wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Ein Handyvideo der Tat verbreitete sich umgehend in den sozialen Netzwerken. In den nachfolgenden Tagen kam es zu schweren Ausschreitungen und Krawallen, initiiert durch rechtsextreme Gruppen.

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Was macht das ZDF am 12. Juni daraus? Eine 32-Minuten Sendung mit dem impertinent eingeblendeten Titeln „Wie Musk die Proteste befeuert“ und „Warum Musk die Proteste will.“

Nein, es ging dem ZDF nicht darum zu analysieren, was im europäischen Asylsystem falsch läuft. Es ging auch nur die ersten wenigen Minuten um das Opfer und den Täter. Es ging also auch nicht um das, was mittlerweile bekannt sein müsste: Dass der Täter im Februar 2023 per Linienflug wohl über Paris nach Dublin eingeflogen war. Dass er dann mit dem Bus weiter nach Nordirland fuhr. Dass laut „The Telegraph“ genau diese Route in den sozialen Medien von albanischen Menschenschmugglern aktiv beworben wird. Dass der Täter in Nordirland Asyl beantragte und im September 2023 eine Aufenthaltserlaubnis für das Vereinigte Königreich bis zum Jahr 2028 erhielt. Dass der Täter das Fehlen von Passkontrollen an der Grenze zwischen Irland und Nordirland nutzen konnte.

Nein, für das ZDF waren Musk und der britische Rechtsextremist Tommy Robinson die Hauptfiguren in der von Christina von Ungern-Sternberg moderierten ZDF-Sendung. Quasi um zwei Brandstifter ging es, wurde suggeriert. Um zwei Männer, die den Belfaster Mordversuch offenbar instrumentalisieren wollen. „Framing“, „Einordnen“ nennt man solche Manipulationen fachchinesisch.

Eingespielt wurde dazu ein aktueller Post von Musk auf X, der einen Post von Robinson mit den Worten weitergeleitet hatte: „only by protesting REPEATEDLY and LOUDLY will there be any change!!“ Dazu fand das ZDF noch einen Post von Musk vom 29. Oktober 2025: „Civil war in Britain is inevitable“. Jaja, die bösen Überbringer einer schlechten Botschaft!

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Unterlegt wurden die 32 ZDF-Minuten mit den immer gleichen Bildern von vermummten Randalierern und mit Bildern von Musk beim Besuch einer seiner Firmen. Dazu ein ziemlich leerlaufendes Interview mit einer ZDF-Korrespondentin vor Ort. Ferner ein Bild von Musks Vater mit Robinson in Moskau. Aha, wie sich die Kreise schließen.

Ja, und dann setzte die Moderatorin zweimal an zu einem sich im Kreis drehenden Interview mit dem „Extremismusforscher“ Ciarán O’Connor vom Institute for Strategic Dialogue (ISD) mit Adressen in London, Washington, Berlin, Toronto. Was wusste der junge Forscher beizutragen? Wenig bis nichts. Außer dass es Absicht der „rechtsextremen“ Proteste sei, Hass auf Migranten anzustiften. Und dass solch bösartiges Doxing/Doxxing eigentlich verboten gehöre, etwa nach Art des Digital Services Act (DSA) der EU.

Der Rechtsanwalt für Presserecht Carsten Brennecke erklärt in einem ausführlichen Statement bei X, warum dem ZDF nun Unterlassung und Geldentschädigung drohen: Die Aussage, Musk habe „zur Jagd auf Migranten aufgerufen“, sei eine falsche Tatsachenbehauptung, so Brennecke – „eine, die Musk gegenüber dem ZDF gute Aussichten eröffnet, Unterlassung durchzusetzen“. Die Aussage „behauptet, dass Musk einen Aufruf formuliert hat – eine Aufforderung zum Handeln an Dritte – und dass dieser Aufruf auf die Jagd auf Migranten gerichtet war“. Und weiter: „Das ZDF schreibt Musk eine Aussage zu, die er nicht gemacht hat. Er hat zu Protest aufgerufen, nicht zur physischen Verfolgung von Menschen. Er hat Beiträge verbreitet, die Abschiebungen fordern, nicht den Angriff auf Einzelne.“

Jaja, mit dem Zweiten sieht man bestens hinein in das Indoktrinationsarsenal der Lerchenberger. TE hat dieses regelmäßig unter die Lupe genommen (siehe etwa hier).

Noch ausführlicher wird dieses Arsenal dargestellt in einem eigenen Kapitel des am 22. Juni 2026 in den Buchhandel kommenden Buches: „Schwarzbuch Staatsfunk – Desinformation statt Information“. Es kann im TE-Buchshop vorbestellt werden >>>

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Kommentare ( 2 )

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2 Comments
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Wilhelm Roepke
1 Stunde her

Sudel-Edes Erben in Aktion.

Deutscher
1 Stunde her

Liebes ZDF: Es ist mir völlig wurscht, wer die Proteste will. Sie sind berechtigt und notwendig. Ende der Durchsage!