Spargelessen statt Proteste: Die Prioritäten des ÖRR

Am Montag versucht ein sudanesischer Migrant, einem Mann die Kehle durchzuschneiden. Das ist Tagesschau und Tagesthemen auch am Dienstagabend noch keine Nachricht wert. Erst in der Nacht zum Mittwoch setzt Berichterstattung ein.

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Im Vereinigten Königreich versammeln sich am Dienstagabend vielerorts Menschen zu Demonstrationen. Einen Tag zuvor, am 8. Juni, hatte ein sudanesischer Migrant versucht, einem Mann auf offener Straße die Kehle durchzuschneiden, nachdem er ihn mit einem Messer wiederholt traktiert hatte. Das ist Tagesschau und Tagesthemen auch einen Tag später noch keine Minute Sendezeit wert.

In Nordirland eskalieren daraufhin die Proteste: In mehreren Orten kommt es zu Unruhen und Krawallen, in Belfast gehen mehrere Fahrzeuge und Häuser in Flammen auf. Hier zieht eine Gruppe maskierter Männer durch die Straßen und bedroht Menschen mit Migrationshintergrund. Auch in anderen Orten werden Fenster von Häusern eingetreten, in denen Ausländer vermutet werden, die BBC berichtet von einem Angriff auf eine afrikanische Familie, die seit über zwanzig Jahren ansässig ist.

Währenddessen eröffnen die Tagesthemen des 9. Juni fulminant mit der Top-Nachricht des Tages: das Spargelessen des Seeheimer Kreises auf dem Tegeler See.

Hauptsache Trump-Kritik

Außenpolitisch dreht sich dann alles um die bald beginnende Fußballweltmeisterschaft. Schließlich kann man angesichts der „aufgepumpten“ WM, die angeblich „polarisiert“, die USA kritisieren. Besorgte deutsche Fans fürchten die strengen Kontrollen bei der Einreise, äußern ethische und sonstige Bedenken – strenge Einreisevorschriften, ICE-Agenten.

Er könne nicht mit einem guten Gefühl dorthin fahren und habe beschlossen, keine Länder zu mögen, in denen am Flughafen Menschen mit einer Kalaschnikow herumlaufen, sagt Lars D. Vielleicht hätte das Produktionsteam an dieser Stelle die journalistische Distanz aufgeben können, um ihn darüber aufzuklären, dass die WM in den Vereinigten Staaten von Amerika stattfindet, nicht in Mogadischu. Aber gut.

Die mangelnde Willkommenskultur ist den Tagesthemen gleich einen zweiten Beitrag wert: abgewiesene Schiedsrichter und Fans, geringes Interesse am Fußball an sich.

Länder, die ihre Grenzen schützen, sind in den Augen der Tagesthemen-Redaktion problematisch. In diese Dramaturgie passt natürlich nicht wirklich, über eine versuchte Enthauptung in einem europäischen Wohnviertel zu berichten, oder generell über die Ausbreitung exotischer Tötungsformen, deren Import maßgeblich durch mangelnden Grenzschutz ermöglicht wird.

Rechtsradikalismus – kontextfrei

Der deutsche Bürger, der nicht in den sozialen Medien unterwegs ist, muss sich also noch etwas gedulden, bevor man ihn über die Geschehnisse in Nordirland in Kenntnis setzen wird – das geschieht auf der Homepage der Tagesschau dann endlich ab der Nacht auf Mittwoch.

Denn mit den Ausschreitungen kann die erzählerisch gewünschte Perspektive eingenommen werden: Nicht das Verbrechen steht im Fokus, oder das verantwortungslose Handeln von Politikern, die es ermöglicht haben, sondern die „Rechtsradikalen“, die zu den Protesten aufgerufen haben.

Der Weg der öffentlich-rechtlichen Medien in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit vollzieht sich parallel zum Abstieg und zur Selbstdelegitimierung der Politik in Deutschland.

Medien und Politik Hand in Hand

Politiker und Behörden, die für die Migrationskrise verantwortlich sind, verschweigen, bagatellisieren und leugnen, um dann das Wiedererstarken des rechten Randes zu beklagen. Sie müssen schließlich weder unter mordenden Migranten noch unter vermummten Randalierern leiden und beobachten aus sicherer Entfernung, wie das Gewaltmonopol zerbröselt. Der Staat verliert seine Legitimation nicht, sie wird ihm nicht entrissen, er legt sie bewusst ab, indem er sich kategorisch seiner Verantwortung verweigert. Schuld sind dann aber „die Rechten“.

Derselbe Prozess ist in den öffentlich-rechtlichen Medien zu beobachten: Den Anspruch, ausgewogen zu informieren, haben sie zu einem Gutteil aufgegeben, Meinungslenkung und der Aufbau von Narrativen wird priorisiert. Dies zwingt die Menschen dazu, sich in den sozialen Medien zu informieren, wo der Nachrichtenkonsument allerdings zugleich sein eigener Reporter und Redakteur sein muss, um aus der Informationsflut relevante und zutreffende Inhalte herauszufiltern. Dafür verantwortlich gemacht wird wiederum nicht die eigene mangelhafte Arbeit, sondern der Populist, der Extremist, der russische Bot – und natürlich wird darüber geklagt, dass unabhängige Medien in die Bresche springen, um das Vakuum zu füllen, das entsteht, indem der ÖRR seinen Auftrag nicht erfüllt.

Trotz falsch eingeordneter Videos und Fakenews, die seit Montagabend durchs Netz schwirren, ist ein halbwegs mitdenkender X-Nutzer wieder einmal signifikant besser informiert als Menschen, die sich auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlassen.

Nur ein Fall unter vielen, der fraglich erscheinen lässt, wie der ÖRR Gebühren in Milliardenhöhe rechtfertigt, die Bürger an ihn entrichten müssen, ohne dafür mit der ihnen zustehenden Berichterstattung versorgt zu werden.

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Kommentare ( 50 )

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RA.Dobke
1 Monat her

Wer steuert eigentlich das RPM (RepublikPropagandaMinisterium? Kommt das direkt aus dem Bundesknzleramt? Ich blick schon nicht mehr durch. Die BRD-haushalte finanzieren das auch noch zwangsweise selbst neben den Seuern und sonstigen „Sozial“abgaben? APO, friedlich von der Straße, wäre vielleicht noch eine echte Option.

Karina Gleiss
1 Monat her

Ereignisse von „regionaler Bedeutung“ werden vom Staatsfernsehen grundsätzlich unter „ferner liefen“ abgearbeitet.

LadyGrilka55
1 Monat her

Die „Berichterstattung“ des ÖRR ist – volkstümlich und salopp formuliert – unter aller Socke.

Deswegen tue ich mir diese journalistischen Tiefflüge schon lange nicht mehr an.

DDRforever
1 Monat her
Antworten an  LadyGrilka55

Gegen diesen Propagandafunk der BRD war das DDR Fernsehen ein Hort der Freiheit!

fluffy_bird
1 Monat her

Natürlich muss er öffentlich-rechtliche Rundfunk und damit auch der Zwangsbeitrag weg. Und natürlich ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk längst ein Staatsfunk und berichtet im Sinne der Regierung. Alles richtig. Alles bekannt. Alles schrecklich. Und alles nicht neu. Aber es gibt genügend Alternativen. Ob das nun Tichys Einblick, NIUS, X oder andere Quellen sind, ist ja dem persönlichen Geschmack überlassen. Aber es gibt sie. Sie berichten. Also auch in Deutschland hat man problemlos die Möglichkeit sich ausreichend, umfassend und neutral zu informieren, selbst wenn man keiner Fremdsprache mächtig ist, um ins Ausland zu schauen. Niemand braucht also zu sagen, dass das in… Mehr

Micky Maus
1 Monat her

Das hatten wir schon mal, als die Verfassungsrichter mit dem Bundestag gemeinsam „diniert“ haben. Gehorsamkeit muß halt erworben werden, oder kann man erkauft sagen?

Raul Gutmann
1 Monat her

Per NIUS Live erfahren Sie bereits um sechs Uhr morgens, was Ihnen um 20 Uhr verschwiegen wird.
Apropos verschweigen: Den Protesten im Vereinigten Königreich / Irland sei ein Diktum Helmut Schmidts zur Seite gestellt:
»In den Sozialismus kommt man mit Wahlen hinein aber nur mit Gewehren heraus.«

Dr. Rehmstack
1 Monat her

Ja, das ist wieder ein unzweideutiges Beispiel wie die Tagesschau Redaktion bewusst und vorsätzlich manipuliert, indem sie zwar öffentlich rechtlich relevante, aber politisch unerwünschte Themen systematisch unterrepräsentiert oder sogar gar nicht sendet. Dieses ist bei Leibe kein Zufall, sondern dieses ist erkennbar Konsequenz einer Arbeit einer Redaktion, die jeden Anspruch auf Objektivität nicht nur aufgegeben hat, sondern im Gegenteil, wie er auch von einigen Journalisten bereits öffentlich gemacht, ihre Aufgabe darin sieht, nicht die Informationen ihren Finanzierern zu liefern, die sie wünschen, sondern die, die sie nach Meinung dieser Journalisten wissen sollten. Betreutes Nachrichtenwesen sozusagen. Dass dieses ein System ist,… Mehr

yeager
1 Monat her

Es ist ziemlich bescheuert, wenn Demonstranten Autos in ihren eigenen Stadtvierteln abfackeln. Mit hoher Wahrscheinlichkeit teilt der Autobesitzer die Meinung der Demonstranten.

Wuehlmaus
1 Monat her
Antworten an  yeager

Evtl. sind die Brände auch zielgerichteter.

Privat
1 Monat her

Manche haben den ÖRR auch Lügenpresse genannt

giesemann
1 Monat her

 „Schuld sind dann aber „die Rechten““. Früher, bis vor kurzem, waren das die Juden – zum Glück in der Minderheit, so musste man keine Gegenwehr fürchten. Mit den Rechten heute aber … . Porca miseria. Wenn wir noch mehr Islam importieren, dann haben wir endlich das Bärbelland, schön braun, ich freue mich drauf mit KGE. Auch die Nazis waren hellauf begeistert von der einschlägigen Klientel, NS-Geschichte – Wie die Nazis den Islam vereinnahmen wollten.
Merken die überhaupt noch was? Oder schlägt die Selbstbetäubung vollends durch? Von der Ignorie über die Apathie zur Anästhesie. Synergistisch als Idiosynkrasie bekannt, „gefährliche Säftemischung“, einlieferungspflichtig.