USA: Was ist und was macht ICE?

Anders als in US-Bundesstaaten wie Florida, wo Gouverneur Ron DeSantis offen mit den Bundesbehörden kooperiert, verweigern Stadt Minneapolis mit Bürgermeister Jakob Frey und Bundesstaat Minnesota mit Gouverneur Tim Walz jede Zusammenarbeit mit ICE und boykottieren.

picture alliance / NurPhoto | Steven Garcia
U.S. Vice President JD Vance, Minnesota, Minneapolis, 22.01.26

Zwei Tote nach Einsätzen von Mitarbeitern der ICE-Behörde, Tumulte auf den Straßen von Minneapolis und eine mediale Berichterstattung, die sich in ihrer Einseitigkeit geradezu überschlägt – das sind die nach außen hin sichtbaren Auswirkungen aus Minnesota. Die eigentliche Aufgabe der ICE-Behörde gerät dabei aus dem Blick: Die Behörde verfolgt Kriminelle – darunter Sexualstraftäter, Gewalttäter, Wiederholungstäter ohne Aufenthaltsrecht.

Die US-Behörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist die größte Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (DHS) der USA mit Sitz in Washington, D.C. Sie soll Kriminelle festnehmen. Doch sogenannte „Aktivisten“ blockieren Einsätze und feiern sich dafür. Dass sie ausgerechnet die Festnahme eines mutmaßlichen Kinderschänders blockierten, ist kein Betriebsunfall, sondern das logische Ergebnis einer Ideologie, in der Herkunft wichtiger ist als Taten.

Die Dems und ihr Aufstand gegen die Gesetze
Nicht nur in Minnesota: Gewaltsame Proteste gegen die Abschiebebehörde ICE
Was sich derzeit in Minneapolis rund um die Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE abspiele, so US-Korrespondentin Susanne Heger im ausführlichen Gespräch im TE Wecker, habe mit zivilem Protest nur noch am Rande zu tun. Beamte werden systematisch verfolgt, beim Zugang zu Hotels behindert, am Schlafen gehindert, mit Megafonen, Pfeifen und Kameras terrorisiert. Nicht anonym, nicht spontan – sondern organisiert, koordiniert, politisch gedeckt.

Anders als in Bundesstaaten wie Florida, wo Gouverneur Ron DeSantis offen mit den Bundesbehörden kooperiert, verweigern Stadt Minneapolis und Bundesstaat Minnesota jede Zusammenarbeit. Ganz im Gegenteil: Dem-Bürgermeister Jacob Frey wie Dem-Gouverneur Tim Walz unterstützten aktiv Proteste gegen ICE-Einsätze, die von einer zahlenmäßig kleinen, aber hochorganisierten und extrem lauten Szene des Antifa-Milieus getragen wird.

Auffällig ist die Professionalität der Proteste: einheitlich gestaltete Plakate, schnelle Mobilisierung, koordinierte Anfahrten. Neueste Berichte deuten darauf hin, dass sogar die stellvertretende Gouverneurin Peggy Flanagan eine Signal-Chatgruppe administriert haben soll, in der ICE-Einsätze beobachtet und Gegenmaßnahmen organisiert wurden. Das würde erklären, warum Demonstranten häufig innerhalb kürzester Zeit am Einsatzort erscheinen konnten.

Barbara Boyd geht auf Promethean weiter und behauptet, Veteranen des CIA und des National Endowment for Democracy (NED) und USAID aus Obama-Zeiten wären hier tätig und wendeten ihre damaligen Taktiken zum Sturz von Regimen im Ausland an.

Für die ICE-Beamten hat das drastische Folgen. Sie würden systematisch an ihrem Alltag gehindert: beim Betreten von Hotels, beim Schlafen, durch systematischen nächtlichen Lärm mit Trillerpfeifen und Megafonen. Teilweise sei versucht worden, Hotels dazu zu bewegen, ICE-Agenten nicht aufzunehmen. Der Hotelkonzern Hilton reagierte umgehend und trennte sich von Häusern, die Bundesbeamte nicht beherbergen wollten.

Die aggressive Atmosphäre bildet nach Hegers Einschätzung den Hintergrund zweier tödlicher Vorfälle. Zum einen wurde Renee Nicole Good in ihrem Auto erschossen. Laut amerikanischem Heimatschutzministerium soll Good einer Gruppe von Anti-ICE-Aktivisten angehört haben. Zum anderen kam der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem ICE-Einsatz ums Leben. In sozialen Medien kursieren dazu extreme Gegenerzählungen: Pretti werde wahlweise als Krimineller oder als Heiliger dargestellt.

Gesichert ist nach aktuellem Stand: Pretti war bereits eine Woche zuvor in eine gewaltsame Auseinandersetzung mit einem ICE-Agenten verwickelt, bei der eine Rippe brach. Beim späteren Einsatz erschien er bewaffnet – mit einer Sig-Sauer-Pistole und zusätzlicher Munition. Warum jemand, der angeblich friedlich protestieren will, bewaffnet und mit erweiterten Munitionsvorräten ausgerüstet erscheint, ist eine der zentralen offenen Fragen. Die Ermittlungen liegen auf Bundesebene, nicht beim Bundesstaat Minnesota; Bodycam-Aufnahmen wurden bisher nicht veröffentlicht.

 

Der frühere Grenzschutzkoordinator und jetzige Border Czar Tom Homan versucht inzwischen, mit Gouverneur Walz einen tragfähigen Modus für weitere Einsätze zu finden. Auch Präsident Trump drängt auf Deeskalation – nicht aus politischer Rücksicht, sondern weil weitere Tote vermieden werden sollen.

Da muss an die Praxis unter Präsident Barack Obama erinnert werden, der ebenfalls ICE-Einsätze gegen illegale Kriminelle anordnete. Unter seiner Präsidentschaft starben Dutzende Zivilisten bei ICE-Einsätzen. Es gab keine Massenproteste, keine medialen Dauerempörungen. Heute ist nicht die Maßnahme neu – sondern der Präsident. Und das reicht offenbar, um staatliche Gewaltmonopole infrage zu stellen.

Minneapolis zeigt, wohin das führt: Wenn Beamte zu Feindbildern erklärt werden; wenn Recht nur noch gilt, solange es ideologisch passt, dann ist das der Abschied vom Recht.

Susanne Heger weist in dem Gespräch mit dem TE Wecker auf ein viral gegangenes Video hin, auf dem ein ICE-Agent zu einem Protestler oder einem Journalisten aus dem Auto heraus spricht und fragt, sagt mal, seid ihr alle bescheuert? Und weiter: „Wir sind hier auf dem Weg, einen Kinderschänder zu verhaften und ihr blockiert die Straße, ihr terrorisiert uns mit Trillerpfeifen und wollt uns daran hindern, einen Kinderschänder, der zufällig aus einem anderen Land stammt und zufällig illegal hier ist, zu verhaften. Das kann es doch nicht sein. Das muss doch in unser aller Interesse sein. dass ein Kinderschänder verhaftet wird und in einem Fall, wenn er illegal hier ist, wieder in sein Land deportiert wird.“

Aber in Minneapolis wolle man das nicht sehen, so Heger weiter. „Man will auch nicht sehen, dass vielleicht das Öl, das sowohl Tim Walz als auch Jacob Frey, also der Gouverneur von Minnesota und der Bürgermeister von Minneapolis ins Feuer gießen, mit dem Somali Betrugsskandal zu tun hat. Somalis sind ja auch ein angeblich geschätzter Teil der ausländischen Community; sie beziehen zu 80 Prozent Sozialhilfe. Ich weiß nicht, was daran jetzt so geschätzt ist. Also es ist auf beiden Seite ein hoch konfliktgeladener Bereich in Minneapolis.“

In Minnesota lebt nämlich eine der größten somalisch-amerikanischen Communities der USA, mit schätzungsweise rund 80.000 Personen. Somali-amerikanische Betreiber von Tagesstätten und sogenannten Non-Profit-Organisationen werden im „Feeding Our Future“-Skandal untersucht, die staatliche Gelder in Milliardenhöhe für Kindertagesstätten mit Betreuung und Essensversorgung erhalten haben, ohne jedoch je existiert zu haben oder Kinder versorgt zu haben. Bei dem allen schauten die Demokraten Minnesotas zu, sofern sie nicht aktiv mit organisierten beim direkten Zuzug aus Somalia – in der Hoffnung auf Wählerstimmen, was sonst?

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Kommentare ( 51 )

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Alexis de Tocqueville
16 Tage her

Donald Trump ist die letzte und beste Hoffnung des Westens.
Wenn die USA überleben, dann wird er als einer ihrer größten Präsidenten in die Geschichte eingehen. Auf Augenhöhe mit George Washington und Abraham Lincoln.

Haba Orwell
16 Tage her

Hoffnung worauf – unter Trump ganz offen unterjocht zu werden? Sogar die Woken merken inzwischen was, der belgische MP fühlt sich als „unglücklicher Sklave“ (bisher: „zufriedener Vasall“) – einzig noch der liberal-konservative Michel jubelt.

spindoctor
16 Tage her

ICE wäre ein Gewinn für das Sicherheitsgefühl in deutschen Städten – echte Fachkräfte

OJ
17 Tage her

Wie sollte unsere ICE-Behörde benannt werden ❓

spindoctor
16 Tage her
Antworten an  OJ

„Fachkräfte – denen Sie vertrauen können“?
Oder knapper:
„Wisch & Wech°.

Anglesachse
17 Tage her

Auch hier geht uns die USA wieder voran.
Eine Massengesellschaft, die nur ihre eigenen Interessen verfolgt und den Staat als „Gastgeber u. Gesetzeshüter“ ablehnt.
Die klassische USA der (damals „nun freien“) Zuwanderer, die sich mit diesem/ihrem Staat identifiziert (Wir sind gute Amerikaner) ist seit 80Jahren wohl Geschichte…

Will Hunting
17 Tage her

ICE räumt den Dreck weg den Biden verursacht hat.
Hin und wieder gerät neuer Müll dazwischen.
So what?

Michaelis
17 Tage her

Zitat: „Auffällig ist die Professionalität der Proteste: einheitlich gestaltete Plakate, schnelle Mobilisierung, koordinierte Anfahrten. (…)
Barbara Boyd geht auf Promethean weiter und behauptet, Veteranen des CIA und des National Endowment for Democracy (NED) und USAID aus Obama-Zeiten wären hier tätig und wendeten ihre damaligen Taktiken zum Sturz von Regimen im Ausland an.“

IN DER TAT, all das erinnert einen an die inszenierten „Aufstände“ (angeblicher „Demokratiefreunde“) in Belgrad gegen Slobodan Milosevic, Ende der 1990er Jahre. „Otpor!“ wurde damals massiv von Soros finanziert, und die studentischen „Initiatoren“ gingen nach dem erfolgten Regimechange wohin – in die USA! Welch ein Zufall.

Last edited 17 Tage her by Michaelis
albert deutsch
17 Tage her

Na da fließt doch bei einem Fußballspiel hier (Magdeburg-Dresden) mehr Blut ,als bei fünf Anti-ICE Demos bei den Amis .
„Illegale“ a la couleur erhalten in den USA keine Geld und müssen also Arbeiten !! Natürlich will diese billigen Arbeitskräfte ,der halbwegs gut situierte Ami ,seine Dienstboten nicht missen .So wird Egoismus schnell zum Humanismus umfunktioniert .

Ronce
17 Tage her
Antworten an  albert deutsch

Was für ein Schwachsinn. Die USA haben keine solchen Sozialsysteme wie es sie in Europa gibt, aber es gibt sie eben schon. Auch die Staaten haben große Strukturen, die es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht haben und nebenbei halt kriminell sind oder schwarz arbeiten.
Über die Hälfte des Landes will illegale ausweisen. Nur die dems lieben sie, denn in ihren Staaten dürfen die auch wählen.
Und ja: Illegale machen in jedem Land das Leben teuerer nicht billiger!

Alexis de Tocqueville
16 Tage her
Antworten an  albert deutsch

Die 80% Somalis, die Sozialhilfe beziehen, kriegen also kein Geld?
Bei den restlichen 20% heißt Arbeit organisierter Betrug, und den will der gutsituierte Ami nicht missen?

Heinrichg
17 Tage her

ICE fehlt uns in Deutschland.

Kassandra
17 Tage her

Die Welt ist nicht nur in Minnesota auf den Kopf gestellt – und auch woanders handeln Offizielle mehr als unklug: New Orleans’ DEI police department almost hired an illegal alien, but ICE arrested him before they could. The police chief admits the application process had no way for them to determine his legal status. What kind of background checks are they running? Democrats don’t just want illegal alien votes to permanently cement their power, they want the people who broke our laws to get in the country to enforce the laws on you.     https://x.com/WallStreetMav/status/2017055665101922526 HOLY CRAP! New Orleans Police Department… Mehr

rainer erich
17 Tage her

Unabhängig von der naturgemäss schwierigen bis unmöglichen Beurteilung der konkreten Fälle von weit Entfernten ist eines sicher und alles andere als überrarschend. Und natürlich gilt es auch für andere Staaten des Wertewestens. Jede konkrete Remigrationsmassnahme, entsprechend eskaliend bei zunehmender Zahl, führt unweigerlich zu einem aggressiv/ militanten Widerstand, der bis zum Äussersten reicht. Nach wie vor “ leiden“ die Beiträge mehr oder weniger als der Verweigerung der Feinderkennung, eines Feindes, nicht Gegners, der seine beksnnte Agenda mit allen Mitteln durchsetzen will. Die Migranten dienen selbstredend und von Beginn an als Instrument dieses Feindes. Offensichtlich kann und will man sich hier nicht… Mehr