Das Kirchensteueraufkommen der Evangelischen Kirche im Rheinland hat 2025 um 7,7 Prozent gegenüber 2024 zugenommen. Wie kommt es zu dieser erstaunlichen Zunahme, obwohl in diesem Zeitraum die Anzahl der Kirchenmitglieder um 3 Prozent abgenommen hat?
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Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) umfasst das Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz von Emmerich bis zum Saarland. Mit 2,05 Millionen Mitgliedern ist diese evangelische Landeskirche die zweitgrößte in Deutschland nach der Hannoverschen Landeskirche und vor der drittgrößten in Bayern.
Das Kirchensteueraufkommen der EKiR betrug 2019 vor der Covid-Krise 742 Millionen Euro. 2023 ging es zurück auf 707 Millionen Euro. 2024 erreichte es mit 745 Millionen Euro das Vor-Corona-Niveau. 2025 erreichte es die Rekordsumme von 802 Millionen Euro (ca. 400 Euro pro evangelischem Kirchenmitglied).
Dieses Plus von 7,7 Prozent lässt aufmerken, da Deutschland 2025 wirtschaftlich stagnierte, die Inflation lediglich 2,2 Prozent betrug und die EKiR-Mitgliederzahl 2025 um 70.000, also 3 Prozent gegenüber 2024 abnahm. Die Kirchensteuereinnahmen aus der Lohn- und Einkommensteuer stagnierten folgerichtig 2025.
Des Rätsels Lösung sind die Kirchensteuereinnahmen aus Kapitalerträgen. Betrugen diese 2020 in Zeiten der Nullzinsen lediglich 29 Millionen Euro, kletterten die Kirchensteuern aus Kapitalerträgen 2025 in der EKiR um 150 Prozent auf 73 Millionen Euro.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die außerordentliche Erhöhung der Kirchensteuern aus Kapitalerträgen zwei Besonderheiten aufweist:
- Lediglich in den Monaten Februar bis April 2025 schnellten diese Steuerzahlungen hoch, da infolge der Zolldiskussionen von Donald Trump die Anleger ab Februar ihre Portfolios erheblich umschichteten und dadurch massiv Kapitalertragssteuern fällig wurden. Ihre Rekordeinnahmen 2025 hat die Kirche dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu verdanken, also genau dem Mann, vor dem der Präses der EKiR, Thorsten Latzel, immer wieder warnt.
- Die enormen Zuwächse der Kapitalertrags-Kirchensteuern gab es vor allem in drei Kirchenkreisen: Düsseldorf, Koblenz und Leverkusen. In diesen drei Kreisen gibt es überdurchschnittlich viele betuchte Menschen, die einen großen Einfluss auf das Wohlergehen der Kirche haben. Von allen evangelischen Kirchenmitgliedern zahlen nur noch 45 Prozent Lohn- und Einkommensteuern. 55 Prozent der Kirchenmitglieder zahlen keinerlei Kirchensteuern. Und von den 45 Prozent Steuerzahlern sind es die oberen 10 Prozent, die den Löwenanteil aller Kirchensteuern bezahlen. Es sind die finanziell Reichen, auf die in vielen antikapitalistischen evangelischen Predigten geschimpft wird, die die Kirchen in der jetzigen Form durch ihre Kirchensteuern am Leben erhalten.
Ob die Kirchensteuern, die 1919 mit der Weimarer Reichsverfassung (WRV Art. 137.6 vgl. GG Art 140) deutschlandweit etabliert wurden, eine gute Idee sind, dazu gehen die Meinungen weit auseinander:
Die Befürworter betonen, dass das Einziehen der Kirchensteuer durch den Staat, der sich das mit über 300 Millionen Euro pro Jahr von den Kirchen sehr gut bezahlen lässt, die unbürokratischste und gerechteste Form der Kirchenfinanzierung ist. Gerecht, weil die Steuerhöhe dem jeweiligen finanziellen Vermögen angepasst ist. Unbürokratisch, da der Staat sich seine Dienstleistung lediglich mit 3 Prozent der Steuern bezahlen lässt, was bei einem allein durch die Kirche eingezogenen Kirchgeld – wie in Österreich – schnell die 10 Prozent Verwaltungskostenmarke überschreiten würde.
Die Kritiker der Kirchensteuern verweisen auf das Neue Testament, wo eine Mitgliedschaft in der christlichen Gemeinde keineswegs an verpflichtende festgelegte Geldzahlungen gebunden ist, sondern der gemeinschaftsfreundliche Ausdruck der Christusfreundschaft ist. Spenden und Kollekten erfolgen im Neuen Testament freiwillig. Die Kirche ist geistlich immer gut damit gefahren, von ihren Christen nicht Dinge zu fordern, von denen in der Heiligen Schrift nichts steht. Nicht einen mit Staatsgewalt gezwungenen Geber, sondern „einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (Paulus im 2. Korintherbrief 9,7).
Ob das Einziehen der Kirchensteuern durch den Staat eine besondere Regierungsnähe mit sich bringt, wage ich zu bezweifeln. Viele Freikirchen, die die Kirchensteuer ablehnen und auf freiwillige Spenden setzen, waren in der Coronazeit genauso regierungsergeben und haben ähnlich wie die Kirchensteuerkirchen ihre Gottesdienste im Gefolge der polit-medialen Panik ausfallen lassen und die unausgegoreneImpfung als angebliche Nächstenliebe spirituell überhöht. Hier scheinen unabhängig von Finanzierungsfragen ähnliche theologische Missstände wie in den Kirchensteuerkirchen die Weichen falsch gestellt zu haben.
Einen von Gott gesegneten Sonntag allerseits.


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Statt der EKD kann man sein sauer erarbeitetes oder erspartes Geld gleich den Grünen spenden. Ich frage mich sowieso, warum diese Pharisäer noch die Kirchensteuer von Wählern der AfD akzeptieren. Weil pecunia non olet? In der BRD ist das immerhin bereits jeder vierte, in den neuen Bundesländern beinahe jeder zweite Steuerzahler.
Es ist eine gute Entscheidung, Christ zu sein. Und dafür benötigt es keiner Konfession. Speziell in diesem Bereich des Lebens versaut das „rein gewaschene“ Geld unwiederbringlich den Charakter. Spiritualität ist nunmal nicht käuflich!
Sehr gut auf den Punkt gebracht
« Spiritualität ist nunmal nicht käuflich! »
… und hat trotzdem einen Preis.
Wieso ist es eine gute Entscheidung, Christ zu sein? In 2k Jahren haben Ihresgleichen 0 performt, von Ihrem Wüstenräubergott ganz zu schweigen.
Nennen Sie es, wie Sie wollen. Aber wenn Sie einen Auto fahren, sind Sie dann eine Automarke, oder der Fahrer? Gott wollte durch Jesus eine (neue) Verbindung zu uns aufbauen. Und in Anlehnung daran kann/darf man sich Christ nennen.
Wollte. Aber er ist gnadenlos gescheitert. Würden Sie aktuell Mitglied der Union sein & Pinocchio, den permanent lügenden Versager verantworten wollen? Sie wollen 2k Jahre Friedrich Merz verantworten, ohne es zu können. Wie peinlich ist das denn?
Nicht Gott hat es versemmelt!
Peinlich und zum Fremdschämen sind daher wohl eher die Menschen, oder?
Nein, denn Gott hat die Menschen ja nach seinem Ebenbild erschaffen. Deswegen kann Ihr Gott & Ihr Glaube ja auch keinen übermenschlichen Einfluß ausüben, sprich Ihr Gott ist nutz- & Ihr Glaube sinnlos. Der Mensch ist genauso wenig perfekt, wie das gesamte Universum selbst. Wir bestehen ja quasi aus Sternenstaub. Nochmal, es ist Ihre Erwartungshaltung, die nicht gesund ist. Lassen Sie doch mal die Menschen Mensch sein. Und wenn Sie nicht verstehen, daß Ihre ungesunde Erwartungshaltung aus ihrer christlichen Sozialisierung stammt, die jeden sofort sinnlos als Sünder in den Senkel stellt, dann kann Ihnen nicht einmal Herr Zorn helfen.
Im Islam steht irgendwo, daß jeder ein Zehntel seines Geldes an Arme spenden soll.
Macht dort aber auch niemand.
Durch die Säkularisation, also Trennung zwischen Staat und Kirche, wurde die Kirchensteuer als Ersatzleistung 1803 eingeführt, die bis heute besteht. Der Hintergrund war, daß die Kirche viel an Substanz dabei verloren hat und das wollte der Staat aus Gefälligkeit heraus ausgleichen und hat dann diese Leistung auf die Bürger übertragen und keines der Systeme hat es jemals geändert, denn man wollte es sich mit den Kirchen nicht verderben, die von der Kanzel herunter großen Einfluß hatte, was heute zwar nicht mehr der Fall ist, aber die alte Modalität beibehalten wird. Obwohl man mit der Säkularisation Staat und Kirche trennen wollte,… Mehr
„Wenn der €uro in der Schatulle klingt, die Seele in den Himmel springt“ Gerade versucht auch der JESU Kreuz verleugnende & in Menschenhandel-Schlepperschifferei investierte Erzbischof Marx, sich neue Schäfchen zum Melken & Scheeren zu rekrutieren, indem er homosexuelle PAARE OFFIZIELL Segnungen, später dann Trauungen(sic!) zukommen lassen will. Gerade homosexuelle -noch!- OHNE Kinder, haben prinzipiell sicher mehr Geld zur Verfügung, als normal lebende Paare mit Kindern. Das ist Schisma & Predigen & Feiern des „Regenbogen-Satanismus“, also 180° diametral was der Vatican HEUTE sagt. Ob Papst Leo XIV, im Gegensatz zu Bergoglio dessen öffentlichen og. Apostasie, sich DAS bieten läßt? Oder schickt… Mehr
der Einzug der Kirchensteuern durch die deutschen Finanzämter ist nur ein Teil der Wahrheit. Die „Staatsleistungen“, d. h. Zahlungen der Bundesländer (außer Hamburg und Bremen) an die beiden Kirchen, sind für das Jahr 2025 auf 657 Mio. Euro gestiegen. Die Gesamtsumme dieser Alimentierungen beläuft sich damit seit 1949 auf 22 Mrd. Euro. Plus die vielen Subventionen z.B. für bauliche Maßnahmen an kirchlichen Gebäuden. Schon daraus ergibt sich eine ganz besondere Regierungsnähe. Es wird immer propagiert, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Dazu gehört halt auch die Einwanderung Anhänger anderer Religionen, nicht nur Anhänger des Islam, auch Buddhisten etc. Die Grünen versprachen… Mehr
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichskonkordat
« Einen von Gott gesegneten Sonntag allerseits. » Von wem denn sonst? Donald Trump? Nach dem Hin-und-Her mit den Kirchensteuern, alternativen Spenden, Kapitalerträgen, die keine Kirchensteuern sind… Haben Sie als ev.Pfarrer nicht selber mal von den Kirchensteuern profitiert? Heute nicht mehr? Rache ist süß… Auf diesen Zug könnten ein paar Fans aufspringen. Apropos, weil in unserer christlichen Kultur jeder nur an sich denkt, aber sich nicht von allein in die Lage anderer versetzt: Brauchen Sie Spenden? Was bekommt man dafür zurückgespendet? Trost, Ablass (ohne Handel) oder Islambashing, was sich noch am besten verkauft, als ob man die gelebte Gegenwart von… Mehr
Ich bin schon vor Jahren aus de Kirche ausgetreten, nicht etwa, weil ich nicht gläubig wäre, sondern weil ich die woke, politisierte, sich dem Islam unterordnende Institution „Kirche“ als solch, ihre oberen Vertreter, die sich exakt wie opportunistische Politiker verhalten und gebärden, nicht mehr unterstützen wollte und will. Es war eine gute Entscheidung.
Das haben wir auch getan.
Um die Kirche als Verein weiter zu führen, müßten die meisten Kirchen geschlossen werden, die Einkommen aller Mitarbeiter außerhalb sozialer Einrichtungen auf 1/3 reduziert werden. Denn als Verein gäbe es gar keine Besteuerung von Kapitalerträgen mehr. Die Vereinsbeiträge müßten mit christlicher Nächstenliebe teils per Inkasso mit teurer Buchhaltung von den Schafen eingetrieben werden. Und als Verein müßten die Kollegen der Kurie ihre sozialistische Satzung anpassen.
Nee. In der BRD kriegt man auch als sozialistischer Verein den Gemeinnützigen-Status.
Und die Kirche ist sogar ein systemrelevanter sozialistischer Verein.
Allerdings könnten die unter einer nicht-sozialistischen Regierung dann Hausdurchsuchungen nach dem Vereinsrecht kriegen, wie das Mgazin Compact.
Nein, die Kirche ist ein Verein mit Gewinnabsicht.
Leider ist die Kirche eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Und selbst als Verein beginge sie noch Gotteslästerung! Aber sie wäre als Verein wenigstens dem Glauben ein Stück näher. Insbesondere die „Vereinsmitglieder“ 🤧
Warum soll ich überhaupt Steuern an die Kirche zahlen? Das ist die alles entscheidende Frage!
Wer nach dem Ableben bei Gott sitzen & Hosianna singen will, muß diesem exklusiven Verein beitreten & zahlen. Alternativ kann man sich auch ans Kreuz schlagen lassen.
« Um die Kirche als Verein weiter zu führen, müßten die meisten Kirchen geschlossen werden »
Das könnte der Vater des Gedankens gewesen sein, warum der Artikel geschrieben wurde.
Wenn die Vereinsbeiträge feststehen, niemand gezwungen ist, im Verein aka Kirche zu sein, und das Finanzamt eine von den Kirchen bezahlte(!) Dienstleistung zum Einzug der Kirchensteuern erbringt, effizienter als die Kirchen es könnten, ist das ein formale Frage, keine moralische.