Beifahrer nach Berliner CSD-Anschlag festgenommen

Eine Tote, mindestens 25 Verletzte: Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD wurde ein mutmaßlicher Beifahrer festgenommen. Der gesuchte Abdul B. galt als islamistischer Gefährder – und war trotz Verurteilung wegen der Vorbereitung einer Terrortat frei.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD soll es einem Medienbericht zufolge bereits in der Nacht zum Sonntag eine Festnahme gegeben haben. Wie der RBB unter Berufung auf dem Sender vorliegende Informationen berichtet, soll es sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft handeln. Die Polizei geht demnach offenbar davon aus, dass er als Beifahrer mit im Auto saß.

Nach dem 21-jährigen Tatverdächtigen Abdul B. wird derweil weiter mit Hochdruck gefahndet. Den Sicherheitsbehörden war Abdul B. nicht unbekannt: Er galt als islamistischer Gefährder und wollte sich dem IS anschließen. Trotzdem verurteilte ihn ein Gericht lediglich zu einer Bewährungsstrafe.

Zahl der Verletzten nach CSD-Todesfahrt steigt

Am Samstag gegen 22 Uhr soll Abdul B. mit einem weißen Citroën-Transporter in eine Gruppe feiernder CSD-Teilnehmer im Berliner Tiergarten gerast sein. Eine Frau wurde getötet, nach jüngsten Medienberichten mindestens 25 Menschen verletzt. Der Wagen prallte schließlich gegen einen Baum, der oder die Insassen flüchteten. Die Behörden sprechen inzwischen davon, dass sich „eine oder mehrere Personen“ aus dem Fahrzeug entfernt hätten.

Mehrere Opfer sollen außerdem mit Stichwerkzeugen verletzt worden sein. Öffentlich bestätigte Berichte nannten zunächst 16 Verletzte, darunter drei in Lebensgefahr. Acht Verletzte wurden in der Nacht in der Berliner Charité behandelt. Vier von ihnen konnten das Krankenhaus inzwischen verlassen, vier weitere liegen noch auf Intensivstationen. Nach Angaben der Klinik besteht bei diesen Patienten derzeit keine Lebensgefahr.

Nach Informationen des „Spiegel“ soll Abdul B. den mutmaßlichen Tatwagen selbst angemietet haben. Ob er das Fahrzeug tatsächlich steuerte und ob weitere Personen an der Attacke beteiligt waren, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Polizisten durchkämmten am Sonntag den Tiergarten rund um das zurückgelassene Fahrzeug. Spezialkräfte sollen zudem den Anhalter Bahnhof durchsucht haben.

Fahndung läuft europaweit auf Hochtouren

Abdul B. soll bereits 2025 versucht haben, über Syrien zum „Islamischen Staat“ zu gelangen. Ende vergangenen Jahres wurde er nach seiner Rückkehr aus dem Libanon am Flughafen BER festgenommen. Die Ermittler warfen ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat beziehungsweise einer terroristischen Straftat vor. Bis Mai 2026 soll er in Untersuchungshaft gesessen haben.

Die Staatsanwaltschaft beantragte laut „Spiegel“ eine Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren. Das Gericht beließ es jedoch bei einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Wenige Wochen vor dem Anschlag erhielten die Ermittler erneut einen Hinweis: Abdul B. soll im Internet das Foto einer Waffe veröffentlicht haben. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden Polizisten allerdings nur eine Spielzeugwaffe.

Die Fahndung läuft inzwischen über die deutschen Grenzen hinaus. Das Bundeskriminalamt soll die Behörden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich um Unterstützung gebeten haben. Der Generalbundesanwalt steht nach Angaben von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig mit den Berliner Ermittlern in Verbindung und könnte das Verfahren übernehmen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.

Rufe nach schärferen Sicherheitsgesetzen

Wie regelmäßig nach islamistischen Gewalttaten folgen auch diesmal Forderungen nach neuen Gesetzen. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, verlangt, sämtliche geplanten Sicherheitsgesetze unmittelbar nach der parlamentarischen Sommerpause zu verabschieden. Union und SPD planen unter anderem zusätzliche digitale Ermittlungsbefugnisse und die Speicherung von IP-Adressen.

Der CDU-Innenpolitiker Günter Krings fordert außerdem höhere Strafen für Gewalttäter unter 21 Jahren, eine stärkere Anwendung der Sicherungsverwahrung, mehr Ausreisegewahrsam und Abschiebehaft sowie strengere Regeln bei Einbürgerungen. Der mutmaßliche Anschlag zeige, wie sehr Islamisten den freiheitlichen westlichen Lebensstil hassten.

Der Fall Abdul B. wirft allerdings schon jetzt eine andere Frage auf: Nicht fehlende Erkenntnisse waren offenbar das Problem. Die Behörden kannten den Mann, stuften ihn als radikalisiert und gewaltbereit ein, nahmen ihn nach einem mutmaßlichen Anschlussversuch an den IS fest und durchsuchten erst vor wenigen Wochen seine Wohnung. Dennoch war der verurteilte Gefährder auf freiem Fuß.

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Kommentare ( 97 )

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Moses
19 Tage her

«Rufe nach schärferen Sicherheitsgesetzen» oder „Trotzdem verurteilte ihn ein unfächiger Gericht lediglich zu einer Bewährungsstrafe.“ Alles ist nur ein Kampf mit Symptomen und nicht mit verdaut heiligen Ursachen. Solange an den Straßen ruhig ist, wird es weiter so jeden Tag passieren und Regierung weiter zufrieden mit dem Leben in Deutschland.

Karl Schmidt
19 Tage her

Der Bundesinnenminister warnt vor Anschlägen. Nun stellt sich heraus, dass der Beifahrer ein Iraner ist: also aus dem Land kommt, das im Libanon einer Terrorarmee unterhält (wo sich der Attentäter zuvor ja aufhielt) und den Westen seit Jahrzehnten mit staatlich organisierten Terror herausfordert. Vermutlich hat sich der Kreis hier geschlossen. Da werden wir vom Mann, der derzeit das Amt des Bundespräsidenten beschädigt, ja wieder einmal nichts hören, was tatsächlich irgendwie mit der Tat zu tun hat – wenn überhaupt.

hansgunther
19 Tage her

Das müssen die Lebenden machen, das war schon immer so!

Contra Merkl
19 Tage her

Gestern feiern sie ihre Offenheit und Vielfalt, heute stehen sie auf der Trauerfeier für ihre eigene Kultur. Die merken alle nichts mehr, denen ist jeglicher Verstand schon lange verloren gegangen, sofern überhaupt mal welcher vorhanden war. Das sind alles potenzielle Opfer ihrer eigenen Dummheit, dass ist sicher. Den Täter hat man jetzt wohl in einer Kleingartenanlage aufgespürt und erschossen.

Nibelung
19 Tage her
Antworten an  Contra Merkl

Da taucht noch die Frage auf, hat der „Deutsche“ zuerst geschossen, daß man ihn ins Jenseits befördern mußte oder wollte man sich einen Prozeß ersparen, wo dann ein sogenannten Beifang lästig werden könnte und somit das leidige Thema erledigt wäre und soweit sind wir schon gekommen, daß man nicht einmal mehr den Verantwortlichen traut und Tür und Tor für weitere Vermutungen geöffnet wird, weil sie eben nur die halbe Wahrheit sagen und würden sie handeln wie es sich gehört, wären diese Mordbuben weg und damit auch das Problem, was uns allen dienlich wäre und Mißtrauen entsteht erst dann, wenn man… Mehr

ceterum censeo
19 Tage her
Antworten an  Contra Merkl

So verblödet wie die alle sind werden die jetzt auch noch eine Mahnwache für den durch Polizeigewalt Erschossenen abhalten…

PaulKehl
18 Tage her
Antworten an  Contra Merkl

Es gibt yt-videos von der Trauerkundgebung. Richtig bekloppt.

Holger Tuerm
19 Tage her

Den Regierungsversagern ist es wichtiger, gegen die „Sächsischen Separatisten“ oder die „Cordhosengang“ alle Kräfte einzusetzen. Dazu noch volle Kraft gegen Leute wie Ballweg, dem man doch noch 50 Euro Steuerschuld nachweisen konnte. Und natürlich Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen bei Leuten, die Schwachkopf oder Pinocchio sagen. Da kichern die bayerischen Staatsanwälte. Wenn es gegen Abdul oder Ali geht vergeht der Eifer. Letztendlich gehören alle, die jetzt zum x-ten mal ihre Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen haben und die wieder auch diesen Fall nur zur weiteren Drangsalierung der Deutschen (IP-Adressen speichern, Chatkontrolle…) verwenden wollen, genau durchleuchtet. Gegen diesen Mann lagen ja… Mehr

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
19 Tage her
Antworten an  Holger Tuerm

Wer solche Verbrechen begeht, wie deutsche Politiker, der sollte auch gerichtet werden.

Bitte nicht Staatsanwälte, Polizeipräsidenten, Richter und Behördenmitarbeiter vergessen, die genauso daran mitarbeiten und deshalb auch eines Tages genauso gerichtet werden sollten. Ohne diese Helfer wäre das von den Politikern verordnete Desaster gar nicht realisierbar.

Nibelung
19 Tage her

Das sieht man gerade exemplarisch an der Tatsache, wie Wahlkandidaten systematisch mit Hilfe der Gerichte ausgeschlossen werden und ist die Bestätigung für ihre Feststellungen, wo man nichts mehr hinzufügen muß und obwohl es sich um einen verfassungswidrigen Akt handelt ist hier eine Lücke in der Gesetzgebung und das paßt natürlich bestens ins Konzept, bei unseren roten, schwarzen und grünen Brüdern und Schwestern im sozialistischen Geist, den es zu überwinden gilt, bevor sie ihre Diktatur errichten können.

Jan Frisch
19 Tage her

Kann man nicht das Offensichtliche feststellen? Islamisten sind unzurechnungsfähig und gehören daher entmündigt, enteignet und abgeschoben, und ich bin mir sogar recht sicher, dass die derzeitige Rechtslage genau das vorsieht. Aber was kümmert das ein Willkürregime mit Todeswunsch?

Ich will Frieden
18 Tage her
Antworten an  Jan Frisch

nach meinen Informationen wurde der Täter (ich spreche bewußt nicht von „Tatverdächtigem“ weil ich diese verharmlosende Sprache der deutschen Justiz hasse! „*“) 2005 in Deutschland geboren und besaß die deutsche Staatsangehörigkeit! Da ist das mit dem „Abschieben“ wohl etwas schwierig! Anmerkung * : Ich kenne schon die Begründung! Aber diese übergenaue Korrektheit unserer Institutionen schon allein bei solchen Begriffen betrachte ich als Mitursache, warum in unserem Staat seit Jahren nicht rechtzeitig durchgegriffen wird und damit viele Fehlentwicklungen vermieden werden könnten! Bitte mehr „Butter bei die Fische!!“ Wir haben im Prinzip genügend Gesetze, setzen wir sie endlich durch! – Nach solchen… Mehr

Neumann
19 Tage her

KGE (Grüne):“ Unser Land wird sich ändern und zwar drastisch und ich freue mich drauf!“ Merkel: „Wir schaffen das“. Was haben wir (ich wurde nicht gefragt) geschafft: Menschen werden vor Züge gestossen, abgestochen , von Autos zerqetscht. Wollten „wir“ das schaffen? Sollten wir uns darüber freuen? Diese „Gutmenschen“ ala Merkel und KGE haben unser Land versaut!!!

Ich will Frieden
18 Tage her
Antworten an  Neumann

Ich vermisse die Stellungnahmen von Merkel, Wulf, Gauck, usw. zu diesen Gewalttaten. Meine Meinung: “ Der ISLAM gehört NICHT zu Deutschland und paßt nicht zur gewachsenen zivilisierten europäischen Kultur“ ! Unsere Vorfahren waren im Mittelalter schlauer und haben sich mehrfach gegen die „Türken“ zu wehren gewußt! – Vielfalt in unserer Gesellschaft kann wunderbar sein, aber nur auf der Basis eines gemeinsamen grundlegenden Wertesystems!!! (z.B. pers. Freiheit, Toleranz, gleiches Rechtsverständnis, Gleichberechtigung aller vor dem Gesetz, Stellung der Frau in der Gesellschaft,, pers. Privatsphäre, Eigentum uvm. )

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
19 Tage her

„Feiern Sie wieder!“, appelliert der Kanzler an die queere Community.

Heißt: Schwamm drüber. Weiter geht’s.

Ich will Frieden
18 Tage her

(antrainierter?) ernster Gesichtsausdruck, Gestik und Sprache haben mich an die Rede eines Trauerredners erinnert! Und „Feiern Sie wieder“ oder andere aufmunternde Worte gehören auch zum Abschluß einer jeden Grabrede! – „Gedenken wir der Endlichkeit des Lebens: Wer aus unserem Kreis wird der Nächste sein“ (so oder ähnlich) pflegt wohl ein katholischer Geistlicher (nicht nur im Sauerland!) zum Abschluß seiner Rede zu sagen. Amen!

Haba Orwell
19 Tage her

> Abdul B. soll bereits 2025 versucht haben, über Syrien zum „Islamischen Staat“ zu gelangen.

Soweit ich mich entsinne, IS-AlJolani wurde zum allerbestesten Freund des Wertewestens und zur Stütze Westlicher Werte? All die Politiker, die nach Syrien pilgern, kriegen keine Jugendstrafe?

Contra Merkl
19 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Ne die bringen noch Millionen mit vom Steuerzahler.

bfwied
19 Tage her

Schärfere Gesetze nützen gar nichts. Es ist ihre geistige Verfassung, ihre Mentalität, ihr Intellekt, s. Studien – im Schnitt in der Masse -, ihr Menschen- und Weltbild. Die iranischen Machthaber und die Kleriker schwadronieren vom bald kommenden Mahdi, der die ganze Welt zu der einen wahren Religion führen würden. Dieser exklusive Glaube zeitigt nun mal Folgen, wie die Morde, die allgemeine u. allgegenwärtige Verachtung, ihm ist nicht mit irgendwelchen Gesetzen und Strafen beizukommen, ganz gewiss lassen sich keine Überzeugten durch als Schwäche empfundene lächerliche Strafen von Verbrechen abhalten, die ihre Superreligion ja als „gottgewollt“ veredelt. Im Grunde handeln die dt.… Mehr