Der vor sechs Wochen von Präsident Wolodymyr Selenskyj aus dem Amt gedrängte ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat einen neuen Job – nicht in der eigenen Regierung, sondern als Berater des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto.
picture alliance / Anadolu | Danylo Antoniuk
Der erst 35 Jahre alte Technikexperte, der als Architekt der ukrainischen Drohnenoffensive gilt, soll Italien beim Aufbau moderner Kriegstechnologien unterstützen. Gleichzeitig betont er, dass sein Schwerpunkt in der Ukraine bleibe. Fedorow selbst machte die Vereinbarung am Freitag nach einem Treffen in Rom öffentlich: „Ich habe Guido für seine persönliche Unterstützung und das Angebot gedankt, sein Berater für Verteidigungsinnovationen zu werden.“
In dieser Funktion wolle er Italien helfen, „Technologien der modernen Kriegsführung zu entwickeln, den Verteidigungssektor zu stärken und sich an neue globale Sicherheitsherausforderungen anzupassen“. Die Ukraine und sein Team verfügten über einzigartige Erfahrungen im technologiegetriebenen Krieg, die sie mit Partnern teilen wollten. Sein Hauptfokus bleibe aber unverändert: Er arbeite weiter in der Ukraine an Projekten zur Stärkung der Verteidigung und zur Gewinnung internationaler Ressourcen.
Das italienische Verteidigungsministerium wertete die Vereinbarung als „wichtige Chance“: Fedorow verfüge über umfangreiche Erfahrung mit autonomen Systemen und Luftverteidigung. Crosetto hatte dem Ukrainer diese Tätigkeit bereits am Tag nach dessen Entlassung im Juli telefonisch angeboten. Damals sagte der Italiener der Zeitung „La Repubblica“, Fedorow sei einer jener Menschen, die „die Regeln auf dem Schlachtfeld neu geschrieben“ hätten. Die Beratung erfolgt nach Angaben von Fedorows Büro angeblich unentgeltlich. Der Ex-Minister bleibt in Kiew und kombiniert die Tätigkeit mit seiner Arbeit an einem Verteidigungs-Investmentfonds.
Fedorows Sturz Mitte Juli hatte in der Ukraine bekanntlich heftige Reaktionen ausgelöst: Der junge Minister war erst im Januar 2026 ins Verteidigungsministerium berufen worden. In nur sechs Monaten trieb er Reformen bei Beschaffung, Mobilisierung und vor allem der massenhaften Produktion und dem Einsatz von Drohnen voran. Damit geriet er in Konflikt mit der traditionellen Militärführung um den damaligen Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj. Selenskyj erklärte später, er könne es sich nicht leisten, dass Ministerium und Generalstab gegeneinander arbeiteten. Fedorow selbst nannte später in Interviews vor allem seine Eingriffe in das Beschaffungswesen als eigentlichen Grund: Er habe Interessen mächtiger Akteure verletzt.
Zehntausende Ukrainer gingen in Kiew und anderen Städten auf die Straße und forderten die Wiedereinsetzung Fedorows – er lehnte dann alternative Posten ab, die ihm Selenskyj anbot, darunter eine Vizepremier-Position für militärische Innovationen. Nur drei Ämter seien im Krieg entscheidend, sagte er: Verteidigungsminister, Oberbefehlshaber oder Präsident. Anfang August verschärften sich die Spannungen, als Fedorow Wahlen noch während des Krieges forderte: Demokratie sei kein „Luxus der Friedenszeiten“, Russland dürfe die Demokratie nicht verhindern. Selenskyj lehnte dies prompt ab: Wahlen würden das Land spalten.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Na so was !
Selenskyj pilgert durch die Lande, seit Kriegsbeginn, und sammelt alten Militärschrott zusammen.
Wohin all die Milliarden fließen, die eine EU gezielt in dieses Land transferiert, weiß nicht einmal der Regierungschef selbst.
Frau Meloni rief nach ihrem Wahlsieg direkt Selenskyj an….upps…warum ?
Plötzlich sind die Ukrainer Spezialisten für Krieg und Verteidigung. 😂 AHA und
WARUM ?
Ein Mann aus dem intimen Zirkel Flottomirs wechselt, weil er angeblich demokratische Triebe entwickelt, plötzlich nach Italien ?
Darf man fragen gegen wen sich Italien aufrüstet ?
Liegt Italien im Einflußbereich rußischer Expansionsgelüste ?
Merkwürdig. Reine EU-Politik.
„Die Ukraine und sein Team verfügten über einzigartige Erfahrungen im technologiegetriebenen Krieg …“
Müssten sie dann nicht gewinnen?
Sollte man nicht von einer siegreichen Seite lernen?
Zitat: „Anfang August verschärften sich die Spannungen, als Fedorow Wahlen noch während des Krieges forderte (…………). Selenskyj lehnte dies prompt ab: Wahlen würden das Land spalten.“ > Nun ja, Fedorow hatte als ukrain. Verteidigungsmister gerade auch im Bereich „Drohnen“ gute und sehr wirksame Ideen eingebracht und Forschritte erziehlt. Die hierdurch dann stark gestiegenen Erfolge und Verlustzahlen beim russ. Militär zeigen es. Doch was dann seine Vorschläge und Forderungen nach Wahlen während den Kriegszeiten und so betrifft. hier hat sich der sehr beliebte 35-jährige Fedorow dann wohl doch ein wenig zu wichtig genommen und zu weit ausm Fenster gelehnt. Denn wie… Mehr
Seine Drohnenoffensive hat heftige russische Gegenschläge verursacht, welche die Ukraine weitgehend vom Schwarzen Meer abschneiden und für gewaltige Zerstörungen im Landesinneren sorgen. Es mag sein, dass er Technikverständnis und Organisationstalent besitzt. Von vernünftiger Politik versteht er absolut nichts.
Sorry, aber mit Blick auf Ihre Worte den kleinen Hinweis, dass bevor die ukrain. Drohnenoffensive begonnen hatte, dass Putin-Russland schon längst davor über mindensten zwei Jahre, zwei Winter und zwei Weihnachten in der gesamten Ukraine die ukrainische Zivilstruktur (inkl Kliniken, Scuhulen, Strom-/Wasser-Versorgung uäm) und die Zuvilbevölkerung (inkl Babys, Kinder und kaum gehen könnende Rentner) mit allen möglichen Arten an Kalibern, Marschflugkörpern und Raketen beschossen und zertrümmert hat. Nicht zu vergessen auch die anderen netten Kleinigkeiten die Putin-Russland schon nur ein/zwei Wochen nach seinen Überfall und Kriegsbeginn z.Bsp. in Butcha und Irpin an Kriegsverbrechen und Meuchelleien begangen, vergewaktigte Babys und Kindern… Mehr
Der Mann heißt Fjodorow, E-Umlaut wird wie jo gesprochen, Betonung auf dem ersten O.
Warum hat er sich nicht den Deutschen angeboten, die haben doch am meisten in seinem Vaterland „investiert“?
Die Aussage und die Haltung vom Selensky könnte auch von „unserer Demokratie“ stammen: “ Anfang August verschärften sich die Spannungen, als Fedorow Wahlen noch während des Krieges forderte: Demokratie sei kein „Luxus der Friedenszeiten“, Russland dürfe die Demokratie nicht verhindern. Selenskyj lehnte dies prompt ab: Wahlen würden das Land spalten.“
Mit der derzeitigen Regierung laufen wir genau in ein Szenario a la Ukraine, was auf eine Abschaffung von störenden Wahlen hinausläuft.
Die Diskussionen um Polizei und „Verfassungsschutz“ laufen bei uns in die gleiche Richtung, den vom Volk in Sachsen Anhalt gewünschten Regierungswechsel zu vermeiden oder wenn das nicht klappt: Ausgrenzung!
Unterdessen lassen sich hierzulande ältere Herren wie Pistorius und Merz in Kampfpanzern aus dem Kalten Krieg ablichten – in die sich inzwischen nur noch Lebensmüde setzen würden, wenn es wirklich darauf ankommt. Aber die Bumswehr ist ja ohnehin von jeher nur eine Drehscheibe für Industrieaufträge im In- und Ausland, wirklich einsatzfähig war sie zu keiner Zeit wie jeder weiß, der einmal bei dem Laden war…
„Hilfe“ für einen „Soros-Kollegen“, die Regierung Meloni gibt sich transparent….
Mychajlo Fedorow: Ex-Verteidigungsminister Fedorow dringt auf Wahlen in der UkraineTrotz des Kriegs spricht sich Mychajlo Fedorow für Wahlen in der Ukraine aus. https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-08/mychajlo-fedorow-wahlen-ukraine-kriegsrecht-wolodymyr-selenskyj
Selenskyi schmettert diese Forderung ab
Selenskyj erwartet von EU 30 Milliarden Euro – und warnt vor „spaltender“ Wahlhttps://www.diepresse.com/41195771/selenskyj-erwartet-von-eu-30-milliarden-euro-und-warnt-vor-spaltender
Ex-Ukraine-Minister warnt
Fedorow: „Sieht so aus, als würden wir allmählich verlieren” https://www.focus.de/politik/ausland/fedorow-sieht-so-aus-als-wuerden-wir-allmaehlich-verlieren_b034d419-dd82-46a2-a26f-24685338f9c0.html