Nach Fußball-Sieg machten Chaoten Paris zum Schlachtfeld

Bürgerkriegsähnliche Szenen auf den Champs-Élysées, dichte Rauchschwaden verdeckten den Eiffelturm – nach dem Champions-League-Finale kam es in Paris zu schweren Ausschreitungen, Polizisten wurden angegriffen, sogar Polizeipferde attackiert.

picture alliance / SIPA | Jeanne Accorsini
Place du Trocadéro, Paris, Frankreich, 30. Mai 2026

Während Paris Saint-Germain in der Budapester Puskás-Aréna gegen den FC Arsenal dramatisch im Elfmeterschießen den Titel in der Champions League erfolgreich verteidigte, explodierte in der französischen Hauptstadt die Gewalt: Hunderte vermummte Chaoten nutzten die Euphorie von Zehntausenden Fans, um zu plündern, zu brandschatzen und auch direkt die Polizei anzugreifen. Dichte Rauchschwaden verdunkelten den Eiffelturm, überall brannten Autos – ein schockierendes Bild der kompletten Entgleisung und des Kontrollverlusts der Exekutive.

Junge Männer, oft vermummt und mit Pyrotechnik bewaffnet, zogen randalierend durch die Straßen. Reihenweise gingen Autos in Flammen auf, Schaufenster von Luxusgeschäften wurden eingeschlagen, Bäckereien und Restaurants verwüstet. Eine Gruppe versuchte sogar, eine Polizeiwache zu stürmen. Videos in sozialen Netzwerken zeigen das ganze Ausmaß der Barbarei: Feuerwerkskörper flogen wie Granaten, Barrikaden aus Fahrrädern und Mülltonnen blockierten Straßen, Polizisten und sogar Polizeipferde wurden attackiert.

— ANAND RAJAN (@anandrajan706) May 31, 2026

 

8000 Polizisten in Paris im Einsatz

Die Bilanz: Das Innenministerium meldete bis Mitternacht über 230 Festnahmen allein in Paris, landesweit wurden Hunderte weitere abgeführt. 8.000 Polizisten waren in der Hauptstadt im Einsatz, bundesweit 22.000 – trotzdem reichte das nicht aus, um die Eskalation zu verhindern. Ein Polizeibeamter wurde verletzt, Tränengas und Wasserwerfer kamen zum Einsatz, um die Menge auf den Champs-Élysées und nahe dem Parc des Princes unter Kontrolle zu bringen. Die Ringautobahn wurde kurzzeitig blockiert, bevor die Einsatzkräfte sie dann räumen konnten.

Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Gewalt scharf als „inakzeptabel“. Oppositionspolitiker fordern härtere Maßnahmen: Mehr Videoüberwachung, schnellere Strafverfolgung und ein konsequentes Vorgehen gegen Wiederholungstäter. Kritiker werfen den Behörden vor, die Lage trotz massiver Präsenz unterschätzt zu haben. Und Marine Le Pen kommentiert auf X: „Das gibt es nur in Frankreich, wo der Sieg eines Fußballvereins Unruhen auslöst. Das gibt es nur in Frankreich, wo jeder sich verpflichtet fühlt, sich an einem Abend des Sieges zu Hause einzuschließen, um nicht mit Gewalt konfrontiert zu werden.“

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