Frankreich räumt mit einem Prestigeprojekt aus der Macron-Ära auf: Nationalversammlung und Senat haben die Abschaffung der Umweltzonen beschlossen. Ein System der Gängelung, das vor allem Pendler und kleine Leute traf.
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Frankreich zieht bei den Umweltzonen die Reißleine. Was jahrelang als Fortschritt, Klimapolitik und urbane Vernunft verkauft wurde, endet nun dort, wo solche Projekte regelmäßig enden: im politischen Rückwärtsgang. Nationalversammlung und Senat haben das Gesetz zur „Vereinfachung des Wirtschaftslebens“ angenommen, in dem auch die Abschaffung der ZFE steckt. Der Regierungsversuch, das Konstrukt mit einem weichgespülten Kompromiss zu retten, ist gescheitert.
Damit fällt eines der sichtbarsten Symbole der Macron-Jahre. Die ZFE waren nie bloß ein technisches Instrument für bessere Luft. Sie waren ein Lehrstück jener politischen Arroganz, die das Leben der Bürger vom Schreibtisch aus neu sortieren will. Wer das falsche Auto fuhr, wer zu alt, zu arm oder zu weit draußen wohnte, sollte zahlen, verzichten oder verschwinden. Genau so sieht strafende Ökologie aus, wenn sie nicht als Debatte, sondern als Verordnung auftritt. Die treibenden Gegner im Parlament nannten das entsprechend eine „strafende Ökologie“ und eine Form der „sozialen Segregation“.
Das System arbeitete mit Crit’Air-Plaketten und sperrte schrittweise die älteren, stärker emittierenden Fahrzeugklassen aus den Innenstädten aus. Betroffen waren große Ballungsräume wie Paris, Lyon oder Marseille, insgesamt rund 25 Metropolräume. Für die Besitzer älterer Diesel- und Benziner bedeutete das einen schlichten Befehl: neues Auto kaufen oder schlicht draußen bleiben.
Genau daran ist das Projekt politisch zerbrochen. Denn die ZFE trafen eben nicht den wohltemperierten Großstadtmoralisten mit Dienstfahrrad und Tiefgaragenanschluss. Sie trafen den Handwerker, die Pflegerin, den Pendler, die Familie mit knappem Budget, also jene Menschen, die auf ein Auto angewiesen sind und sich keinen teuren Ersatz aus dem Subventionskatalog bestellen können. Aus einer angeblich grünen Maßnahme wurde ein sozialer Filter. Wer Geld hatte, fuhr weiter. Wer keins hatte, bekam ein Verbotsschild.
Hinzu kam, dass dieses System nicht einmal in seiner eigenen Logik sauber funktionierte. Die Umsetzung war von Stadt zu Stadt uneinheitlich, vielerorts fehlte eine wirksame Kontrolle, automatische Überwachung wurde nicht flächendeckend ausgerollt, und Ausnahmen, Übergangsfristen sowie Tagespässe fraßen die behauptete Stringenz gleich wieder auf. Im Grand Paris wurden die Ausnahmen zuletzt sogar bis Ende 2026 verlängert, dazu kamen zahlreiche nutzbare Freitage pro Jahr und eine pädagogische Phase ohne Sanktionen. Ein Verbot, das groß verkündet und klein vollzogen wird, ist am Ende vor allem eins: ein Schauspiel.
Dass die Regierung zuletzt noch einen Kompromiss anbot, der den Kommunen die Wahl zwischen Beibehalten oder Abschaffen gelassen hätte, macht die Sache nur noch entlarvender. Paris wusste sehr genau, dass das Projekt politisch verbrannt war. Also versuchte man, Verantwortung nach unten zu schieben. Die Abgeordneten lehnten auch das ab und strichen die ZFE gleich ganz. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil hier nicht irgendeine Nebenregel fällt, sondern ein Kernstück jener Bevormundungspolitik, die Mobilität nur noch als genehmigten Ausnahmezustand kennt.
Nach Berechnungen von Le Monde könnten mit der Abschaffung mehr als 2,7 Millionen der besonders belasteten Fahrzeuge wieder in die betroffenen Agglomerationen zurückkehren. Umweltverbände laufen deshalb Sturm, linke Parteien warnen vor schlechterer Luft, und eine Anrufung des Verfassungsrats steht bereits im Raum. All das mag noch für juristischen Lärm sorgen. Politisch aber ist das Urteil schon gesprochen: Ein System, das millionenfach als ungerecht, unpraktikabel und abgehoben empfunden wird, hält nicht durch, nur weil es sich moralisch auflädt.
Frankreich hat damit etwas getan, wozu Deutschland bisher nicht den Mut aufbringt. Es hat eingeräumt, dass man ein Land nicht dadurch modernisiert, dass man den Besitzern älterer Autos den Zugang zur Stadt erschwert. Die ZFE waren kein sauberer Fortschritt, sondern ein sauber etikettierter Klassenangriff. Jetzt fällt die Fassade. Und unter ihr kommt das zum Vorschein, was diese Politik von Anfang an war: teuer, ungerecht und verachtet von denen, die sie ausbaden mussten.
In Deutschland hält die Politik an genau diesem ruinösen Modell fest, die Kehrtwende in Frankreich wird vermutlich nicht einmal zur Kenntnis genommen. Umweltzonen, Fahrverbote, immer neue Auflagen und Verteuerungen laufen weiter, während die sozialen Folgen systematisch ausgeblendet werden. Auch hier trifft es zuerst jene, die auf ihr Auto angewiesen sind und keinen Zugriff auf staatlich geförderte Alternativen haben. Statt die offenkundigen Fehlanreize zu korrigieren, wird das Konzept weiter verschärft und moralisch aufgeladen. Frankreich zieht die Notbremse. Deutschland drückt weiter aufs Gas in die gleiche Sackgasse.

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Das ist eher die Anpassung der Rechtslage an die Wirklichkeit. Es gibt den „Jem’enfoutisme“, der sich meist als der Stärkere erweist. Gut so.
Habe gerade einen lustige Tagtraum:
Görlitzer Park, 23 Uhr. Unheimlich. Ich gehe leicht verängstigt durch das aufgebrochene Gatter hinein.
Schon nach 10m ein erster schemenhafte Umriss, der mich fragt: „Du wollen Dope?“ – Und ich antworte: „Nein, aber ich brauche eine grüne Plakette …“
Was wohl der Preis wäre?
Oder ist das gar kein Tagtraum, sondern eine schnell wachsende Branche?
Könnte ich mir gut vorstellen, nachdem ich gerade an diesen irren Staat eine Menge Euronen abzudrücken hatte, weil mir dieses aus jedem handelsüblichen Billigdrucker in Topqualität erhältliche Mistklebeding gefehlt hatte …
Es ist naiv zu glauben, daß die Plaketten jemals irgendwen interessiert hätten. Das Durchschnittsalter der PKWs in Deutschland beträgt 10,6 Jahre. Historisch sind es nur 8,8 Jahre.
Na, dann dürfen jetzt wieder die alten Diesel-Stinker, bei denen beim Anlassen die fette Rußwolke hinten raus kommt und die nach dem Anfahren ständig rußen, wieder in die Innenstädte. An alle, die sich aufregen: In Frankreich sind 80% aller PKW Diesel. Viele davon über 15 Jahre alt, keine Rußfilter, kein Kat und sehr oft manipuliert. Ein großer Teil davon käme bei uns nicht durch den TÜV! Aber mir ist es egal. Ich hatte in F ohnehin die „1“. Da, wo ich Urlaub mache (Sète) und da, wo ich einkaufe (Hagenau + Beaune + viele kleine Orte), sind eh keine Umweltzonen.… Mehr
Das extreme Rußen oder Stinken von Benzinern basiert auf kaputten Ventildichtringen. Fahrzeuge mit diesem Mangel sind weder in Frankreich noch bei uns zugelassen, schlicht nicht fahrtüchtig.
Nach ChatGPT: Diesel-Pkw machen in Frankreich etwa 48,3 % des gesamten Pkw-Bestands aus
Bitte nicht jeden 💩mitmachen, nur weil alle anderen das auch so tun…
das schlichte Leben ist nämlich schon Dschungel genug 🤠
Ihre Erfahrungen scheinen mir schon ein paar Jahre alt zu sein, auch ihre Ansichten über die Contrôle technique kann ich nicht bestätigen, sie ist penibel. Es stimmt insofern, als die Leute mit dem Mittel zur Arbeit fahren, das sie haben, weil sie keine Wahl haben. Umweltzone hin oder her, sie tun es einfach. Die Alternative wäre, nicht mehr zur Arbeit zu fahren, das hat auch die Politik verstanden. Im übrigen qualmen und stinken 15 Jahre alte Diesel nicht, auch nicht in Frankreich, wenn sie korrekt gewartet sind. Im Gegenteil, sie sparen seit 15 Jahren gegenüber Benzinern Treibstoff und stoßen viel… Mehr
Auf hier bezogen kann ich nur sagen, wer das Pech hat, als Pendler in der Stadt zur Arbeit zu müssen, hat die berühmte A-Karte. Entweder neues Auto, evt. vom Arbeitgeber, ein Auto mit H-Kennzeichen oder anderer Job. Ansonsten gibt es kaum mehr einen Grund, in die Stadt zu fahren. Das Stadtbild als Allererstes genannt, dann aber auch die Auswahl an Läden. Kaum mehr Fachgeschäfte außer den üblichen Shisha-Lounges, Wettbüros, Billigläden etc. etc. Der Supermarkt ist oft in Kaufzentren auf der grünen Wiese außerhalb und andere Sachen werden geliefert. Der Einzelhandelsverband hat das Seinige dazu getan. Stadt: Ade!
In Deutschland sucht man sich seine Beispiele heraus, natürlich entsprechend der Ideologie. Die Kurve der Lernfähigkeit des derzeitigen Machtapparates kommt gar nicht über 0 hinaus! Und die Deutschen sind mehrheitlich nicht viel anders, denn man glaubt, denkt nicht selbst, prüft nicht, sondern babbelt nach, und das betrifft seltsamerweise auch Leute, die eine höhere Bildung erhalten haben. Die einen sehen nur ihr Fachgebiet, die anderen jaulen mit der tonangebenden Horde mit, so macht man schließlich „Karriere“ hierzulande. Wenn man bedenkt – wer tut das schon -, dass NOx, direkt am Straßenrand gemessen, was nicht EU-konform ist, 40 ppm nicht überschreiten darf… Mehr
Küche, Gasherd. Es genügt, ein Ei 8 min hart zu kochen und man ist bei über 5000 ppm!
Damals, als das im Fernsehen kam, war der ÖRR noch investigativ.
man lese dazu die berichterstattung der motor presse stuttgart: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/zfe-ende-frankreich-schafft-umweltzonen-ab/
da wird die deutsche sklavenmentalität am deutlichsten zum ausdruck gebracht. den mut, sich in kein-auto-motor-und-sport umzubenennen, hat man allerdings nicht.
Selbst wenn man ein entsprechendes Auto fährt, verheddert man sich im Gesetzes Dickicht. In Brüssel (ja ist Belgien, nicht F) muss man sich als Ausländer mit einem Euro 6 Fahrzeug mindestens 3 Tage vorher registrieren. Ich habe das getan, nicht gecheckt das ich keine Bestätigung bekommen habe und durfte dann 440€ Strafe bezahlen, die natürlich zzgl. Gebühren in Deutschland vollstreckt werden, Widerspruch zwecklos.
An den Crit Air Plaketten verdient der ADAC prächtig, der sie für 20€ rausgeben darf, obwohl sie nur 2,30€ kosten. Ein riesen Geschäftsmodell.
Die Plaketten kosten 4,80 Euro inkl. Versand nach D, ich habe eine. Wer die beim ADAC kauft ist selber Schuld (es wurde sogar von der zuständigen französischen Behörde gewarnt, dass es viele unseriöse Plakettenhändler gibt). Es gibt eine behördliche französische Webseite in deutscher Sprache, wo man die Plakette bestellen kann. Kommt dann per Post.
> Umweltverbände laufen deshalb Sturm, linke Parteien warnen vor schlechterer Luft, und eine Anrufung des Verfassungsrats steht bereits im Raum. Mitten im Krieg gehen gute Nachrichten unter: >>>Die Malediven sinken nicht<<< > „… Vor mehr als 20 Jahren erklärten Wissenschaft und Mainstream-Propaganda die Malediven für „bald unbewohnbar“. Die tropischen Inseln würden bald versinken. Die Realität sieht nun aber ganz anders aus. Die Inseln haben sogar an Landfläche gewonnen. … Wie sieht die Realität nun, mehr als 20 Jahre später, aus? … Die Malediven sind nicht untergegangen – im Gegenteil: Sie erleben in den letzten Jahren einen Tourismusboom wie nie zuvor.… Mehr
Von Frankreich lernen wäre hier wirklich sinnvoll.