Nun läuft alles auf eine Wahlschlacht zwischen Burnham und Farage zu. Doch auch im UK haben die Parteien des Status quo keine überzeugende Antwort auf die Multikulti-Krise, die Grooming-Gang-Skandale und die Entfremdung vieler Briten von den regierenden Eliten. Andy Burnham ist nur eine neue Bemäntelung dieser Tatsache.
picture alliance / Photoshot / / Sipa USA | Frederic Duval – KI-Collage
In Großbritannien beginnt in diesen Tagen ein Rennen, das von Nigel Farage gegen Andy Burnham. Burnham, der ehemalige Bürgermeister der „Vorzeigekommune“ Manchester, soll für Labour – und vielleicht noch andere – die Wende in der Konkurrenz um die Wählerstimmen bringen und so ein Weiterregieren der Gestern- und Status-quo-Parteien erlauben. Ihnen steht mit Reform UK ein derzeit in Umfragen (und Nachwahlergebnissen) beachtlicher Vertreter der Anti-Establishment-Kräfte gegenüber.
Wie weit das Argument trägt, dass Reform selbst durch das Aufsaugen zahlreicher Ex-Tories zum Establishment geworden ist, muss man noch sehen. Etwas Zeit bleibt auch den Briten noch für ihre Entscheidung. Aber die rhetorische Qualität des Anti-Politikers hat Farage noch nicht eingebüßt, auch nicht die des Mannes, der auf eine Wiederherstellung des Großbritannien, wie es einmal war, pocht. Auf die Frage, welche Vergangenheit hier gemeint sein könnte, fiel einigen die naheliegende Antwort ein: die Zeit, als Farage ein junger Mann war, vielleicht also die 1980er-Jahre. Er vertritt insofern wie schon beim Brexit eine Position, die sagt: Gehen wir einen oder zwei Schritte zurück, um die falschen Entscheidungen der Vergangenheit rückgängig zu machen und wieder eine staatliche Ordnung herzustellen, die den Namen verdient.
Auf der anderen Seite stehen Argumentationshilfen zur Wahl, die nun schon seit zehn Jahren gegen den sogenannten, anscheinend ungreifbaren „Populismus“ helfen sollen. Ähnlich wie Hillary Clinton im Wahlkampf mit Donald Trump hatte auch Theresa May – am Ende eben doch eine Art britische Merkel – gemeint, die Entscheidung für den Brexit sei nur auf die Sorgen und Nöte einiger Benachteiligter zurückzuführen, die bei der „Globalisierung“ der Post-Thatcher-Jahre zu kurz gekommen waren.
Mays, Clintons und Merkels falsches Herabbeugen
Eine erste Pointe ist hier, dass geschworene Linke zwar stets Thatcher für das Globalisierungsmonster verantwortlich machen, die negativen Auswirkungen der Sache aber anscheinend erst zwanzig oder dreißig Jahre nach Thatchers Rücktritt eintraten. Das wird gelegentlich als geschichtlicher Zusammenhang präsentiert. Viel spricht aber dafür, dass Tony Blair, Gordon Brown und David Cameron mehr Verantwortung für die Zustände des Jahres 2016 tragen als die „neoliberale Erzhexe“ Maggie Thatcher.
Mit Sunak und Starmer versank Britannien fast in der Unregierbarkeit, egal ob man an den von Richtern sabotierten Ruanda-Plan denkt oder an die wahrhaften Unruhen der Starmer-Legislatur, die eigentlich Volksaufständen – in seinen verschiedenen Hautabtönungen, Schichten und Klassen – gegen die Regierung gleichkamen. Da bewiesen Roma und Sinti, dass sie Maßnahmen des Jugendamtes nicht interessierten; weiße Briten zeigten ihren Unmut über Messerterror und Kriminalität; Muslime belegten, dass sie die Herren bestimmter Viertel und wohl Städte sind.
Zuletzt zeigt die britische Polizei jeden Tag von neuem, wie weit das Dogma vom „multikulturellen Britannien“ von der Realität eines funktionierenden Rechtsstaats entfernt ist. Um diese Doktrin durchzusetzen, müssen weiße und andere Opfer des „Multikulturalismus“ (der eigentlich keiner ist) in ihren Rechten übersehen, benachteiligt, ja von allen guten Geistern verlassen und dann noch niedergeknüppelt werden. Am Ende erwies sich die Regierung damit als maximal delegitimiert, was letztlich zu Starmers Rücktritt führte, der freilich nur eine Station auf dem Weg zur Aufklärung und Behebung der beschriebenen Zustände sein kann. Die Umfragen waren schlicht zu schlecht für eine Labour-Partei, die parlamentarisch überleben wollte.
Auch Burnham hat kein Rezept gegen den „Populismus“
Auch der neu installierte Premier Andy Burnham hat aber kein Rezept gegen die Vorgänge, ist vielmehr mit seiner Verwurzelung in Manchester direkt in die Basis des Problems verwickelt. Die Stadt und ihre Umgegend sind der Brutgrund jener epochalen Geißel der Grooming- und Vergewaltigungsgangs, die das halbe Land heimgesucht haben.
Doch Burnham hat kein neues Rezept. Er hat nur Devolution, dieses falsche Herabbeugen zu den Regierten, als ob ihnen eine Gesternpartei-Filiale in Holyrood (Schottland) oder Cardiff, und bald vielleicht noch in Leeds oder Manchester, lieber wäre als die in London. Der Vorschlag einer zunehmenden Devolution und damit auch Balkanisierung des Landes täuscht selbst darüber hinweg, dass die Bürger nicht am demokratischen Prozess und den Institutionen des Landes Anstoß genommen haben, sondern an der Art der Entscheidungen, die damit durchgedrückt wurden.
Um es kurz zu sagen: Bisher hat niemand dem Volk zugehört, in der praktischen Politik des Post-Brexit-Britannien. Wird es Nigel Farage tun? Das ist die Preisfrage des Morgen. Schon hat sich direkt neben ihm eine Opposition in der Opposition aufgebaut: der auch von Elon Musk unterstützte Rupert Lowe, der sich als Farages prinzipienfester Zwilling gibt. Und beide haben tatsächlich viel gemeinsam: Beide waren erfolgreiche Händler in der City, Lowe später Präsident eines Fußballclubs, Farage ging früher politische Wege.
Eins ist aber sicher: Sie waren keine Verlierer. Und viel spricht dafür, dass auch ihre Wähler es nicht sind. Die hergebrachte Inszenierung eines „mitfühlenden“ Establishments im Kampf gegen die „populistischen“ Windmühlen wird nicht gegen die Umkrempelung der britischen Politik helfen, die dem Land so oder so bevorsteht. Denn die gewählten Unterhäuser von morgen werden nicht mehr die der Vergangenheit sein, vielleicht neue Linksausleger kennen und sicher einige „populistische“ Rechtsparteien. Die Rezeptlosigkeit der Altparteien verdankt sich dabei schlicht der Tatsache, dass sie die populistische Essenz der Demokratie übersehen haben. Und dieser blinde Fleck wird im Zweifel immer neue Faktionen und Parteien hervorbringen, die die altgedienten Status-quo-Wächter das Fürchten lehren werden.




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Die Frage ist, ob die normalen Briten, die ich geliebt habe überhaupt noch die Chance haben sich in der Wahl durchzusetzen.
Die Tories und Labour liegen in den Umfragen dicht beieinander, so um die zwanzig Prozent und derzeit ist alles noch offen und im Gegensatz zu uns ist es dort üblich keinen Abgeordneten vom Wahlprozeß auszuschließen, was bei uns im Vergleich sehr düster aussieht, was man nicht für möglich halten sollte, wenn man laufend von „unserer Demokratie“ spricht, die doch sehr einseitig ausgelegt ist, mit finstersten Gedanken verbunden um den Gegner aus dem Rennen zu kicken.
> und im Gegensatz zu uns ist es dort üblich keinen Abgeordneten vom Wahlprozeß auszuschließen
Farage wurde bereits mit dem „Debanking“ traktiert – und nicht nur er. GB wurde ähnlich totalitär wie der Rest Westeuropas.
Passend zum Thema habe ich gerade „Odyssey“ gesehen – einen genialen Film über den Fall der „größten Zivilisation, die es je gegeben hat“. Die mindestens zweimal wiederholte Formulierung nutzte etwa Wilders für den Westen. Nach Jahren bekommt Odysseus die Erkenntnis, dass die Westler selbst durch das Zertrampeln etlicher zivilisatorischen Regeln zu den Seevölkern wurden, die die gesamte Zivilisation bedrohen. Eine der erschütterstenden Textzeilen hat Matt Damon fast am Ende: „Künftige Generationen werden uns besingen – die wir noch die Schrift kannten“. Ich erinnere – in Schland 40% nix PISA, in Berlin gar 54% – und nein, nicht unter den Muslimen,… Mehr
Ich hoffe das der ehemalige SAS Elitesoldat Ant Middleton den unfähigen Sadiq Kahn als Bürgermeister von London absetzen kann.
Dann wäre es für Nigel Farage oder Rupert Lowe doch etwas einfacher die Wahlen zu gewinnen.
„Populismus“ heißt, dass einige Bürger meinen, Wahlen sollten Einfluss auf die Politik haben.
Das ist natürlich rechtsextrem
Die kürzlich ermordete britische Politikerin kritisierte zuletzt stark dort herrschende Finanzoligarchie als wahre Quelle jeglicher Macht: https://tkp.at/2026/07/22/ex-uk-minister-ann-widdecombe-vor-ihrer-ermordung-ueber-den-langen-arm-der-zentralbank-oligarchie/ > „… Einige Beobachter sehen in ihrem gewaltsamen Tod kein Zufallsverbrechen eines Einzeltäters, sondern eine gezielte Eliminierung. Ann Widdecombe hatte begonnen, genau jene Narrative zu hinterfragen, die das System am Laufen halten. Sie sprach nicht von abstrakter „Linken“ oder „Rechten“, sondern von einer Machtelite, die über die gewählten Politiker hinausreicht – und deren Kern in den Zentralbanken und den dahinterstehenden Finanzkreisen liegt. … Die wirklich relevanten Weichenstellungen – Geldpolitik, Verschuldung, Inflation, Regulierung der Banken – laufen über die Bank of England und die… Mehr
es wird rauslaufen auf „City of London plus Ausländer“ gegen die Ureinwohner.
Und das wird sehr spannend und heiss werden
Die Ureinwohner täten strategisch vernünftig, die ehrlich arbeitenden Ausländer auf die eigene Seite zu ziehen statt wild um sich zu schlagen. Die Finanzoligarchie knechtet alle.
TE berichtete öfter, dass in Schland ehrlich arbeitende Migranten oft die AfD wählen.
Nur ReformUK kann GB noch retten, alle anderen sind Volksverräter. Und selbst dann wirds schwierig genug.
Auf jeden Fall muss Labour weg und die weichgespülten Tories ebenso. Ob nun Reform UK oder Restore Britain ist für mich noch eine offene Frage. Ich neige eher zu Restore, getreu meinem Credo: Je rechter, desto besser.
> Mit Sunak und Starmer versank Britannien fast in der Unregierbarkeit, egal ob man an den von Richtern sabotierten Ruanda-Plan denkt oder an die wahrhaften Unruhen der Starmer-Legislatur, die eigentlich Volksaufständen – in seinen verschiedenen Hautabtönungen, Schichten und Klassen – gegen die Regierung gleichkamen. Eine Konstante gibt es – möglichst gegen Slawen hetzen und sowieso gegen jeden, der sich der Globalen Finanzoligarchie in den Weg stellt („Net Zero“, Wasser-Tokenisierung, Militarisierung usw.) Wenn die Briten den „Eliten“ mit dem suizidalen Kurs keinen kräftigen Tritt verpassen, können sie von mir aus gerne untergehen – so oder so hat die übrige Welt darauf… Mehr
Ich bezweifle, dass die Briten Farage noch unterstützen. Seine Partei hat zwar gute Chancen, bei der nächsten Wahl als stärkste Kraft abzuschneiden, doch Farage als Person polarisiert zu stark. Es gibt zu viele Themen, bei denen ihm die Wähler misstrauen. Zudem wirkt er mittlerweile genauso abgehoben wie die politische Elite, die er eigentlich bekämpft – ganz zu schweigen von seiner Brüsseler Abgeordnetenrente, auf die er trotz seines beträchtlichen Wohlstands nicht verzichten möchte.
> Es gibt zu viele Themen, bei denen ihm die Wähler misstrauen. Dazu müsste man die wichtigsten Punkte auflisten und analysieren, wie sie bei den Wählern ankommen. Zum Beispiel der Krieg, dessen Ende im Frühjahr 2022 Johnson verhindert haben sollte – GB bleibt bis heute in der Spitze der Kriegshetze. In den unabhängigen Medien wird oft gerätselt, wofür eigentlich britische „Eliten“ die Russen so sehr hassen? Bei Gelegenheit – die UncutNews brachten diese Woche Enthüllungen von einem HUR-Oberst, laut dem sein oberster Chef in Kiew möglichst viele zivile Opfer der Geheimdienst-Aktionen wünscht. So etwas fördert der Wertewesten inklusive GB? Nicht… Mehr
Das Misstrauen gegenüber Nigel Farage rührt wohl eher von seinen derzeitigen und früheren Finanzskandalen her – sprich: von fragwürdigen Finanztransaktionen. Hinzu kommt sein aristokratisches Auftreten: Er verkörpert damit genau jene britische Elite, die gerne ‚von oben herab‘ agiert. Gleichzeitig durchschauen viele Briten, dass das Thema Migration bei Weitem nicht das einzige Problem des Vereinigten Königreichs ist. Farage reitet zwar unentwegt darauf herum, doch er nutzt damit lediglich die Gunst der Stunde. Das Thema ist ein reiner Stimmenfänger. Antworten oder tragfähige Strategien für die zig anderen Baustellen des Landes hat er jedenfalls nicht. Dieser innenpolitische Fokus greift jedoch zu kurz, wenn… Mehr