Die Diskussion der selbsternannten Tugendwächter um die Essener Tafel ist unanständig.
© Sean Gallup/Getty Images
Nichts und niemand ist sicher vor unseren unbestellten Tugendwächtern. Am wenigsten sie selber. Wenn sie die Moralkeule schwingen wie der Athlet seinen Hammer, ist der Verstand, so vorhanden, bereits in der Umkleide abgegeben. Es muss einfach raus, das so Gute, das so Moralische, das so Richtige! Die Schar der ewig Besserwissenden kümmert nicht Fakten, nicht mal sich verändernde Stimmungen, schon gleich nicht die Menschen, für die dazu sein sie unermüdlich vorgeben.
Die Diskussion um die Zustände bei der Essener „Tafel“ und deren Beschluss, vorläufig nur noch Deutsche und keine Ausländer mehr aufzunehmen, ist widerwärtig, ja, sie ist wirklich unanständig. Hier engagieren sich Bürger, nehmen Lasten und Pflichten auf sich, von denen die Moralkeulen-Schwinger noch nie etwas gehört haben, geschweige je selbst verrichtet hätten. Nicht nur diese Ehrenamtlichen in Essen, alle in der Tafel oder sonst wo ehrenamtlich Tätige tragen mit ihrem Engagement, mit ihrer großen Empathie, mit ihrer Leidenschaft und emotionalen Intelligenz zum Gelingen dieser Gesellschaft bei, zeigen, dass eine „Bürgergesellschaft“ keine leere Worthülse ist.
Die jeder persönlichen Empathie unverdächtige Angela Merkel ließ sich so ein: „Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut“. Frau Kanzlerin, ich werde Ihnen sagen, was „nicht gut“ ist: die Menschen, die Ihr „wir schaffen das“ wirklich geschafft haben, auf solche Weise von oben herab in den Senkel zu stellen und wie kleine Schulbuben zu belehren! Es waren die Ehrenamtlichen, die den ungebremsten und durch die Bundesregierung hundserbärmlich organisierten Ansturm von Geflüchteten professionell und menschlich gemanagt haben. Ohne diese engagierten Bürger, die nicht diskutiert, sondern angepackt haben, wäre Ihnen, Frau Merkel, das Ding noch viel mehr um die Ohren geflogen als ohnehin schon.
Die Bedürftigkeit ist längst das Maß, denn der Schutz vor verbalen oder gar körperlichen Angriffen von Bedürftigen (übrigens egal welcher Nationalität) liegt genauso in der Verantwortung der Ehrenamtlichen wie die eigentliche Essensausgabe. Solche Zustände bei vielen Einrichtungen der Tafel hätte ein ministerieller Besuch durchaus aufzeigen können. Aber Aufklärung und Fakten vertragen sich halt nicht mit Moralin, gell, Frau Barley, Abstoßungsreaktion nennt das der Fachmann!
Die Diskussion ist abstoßend in ihrem schlechten Stil und deswegen unanständig! Aber sie ist das wahrscheinlich letzte Gefecht der moralinsauren Truppen. Denn jetzt regt sich Widerstand bei denen, die das Land und seine Würde aufrechterhalten, weil sie gute Arbeit tun und nicht dummes Zeug schwätzen!





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