Das ABC von Energiewende und Grünsprech 117 – Klimaterrorist

Anschläge auf die Stromversorgung markieren eine neue Eskalationsstufe. Jahrzehntelange Klima-Agitation hat ein ideologisches Hinterland geschaffen, aus dem sich nun gewaltbereite Täter rekrutieren.

IMAGO / Bernhard Herrmann

Täglich werden wir mit Begriffen konfrontiert, die im Ergebnis einer als alternativlos gepriesenen Energiewende verwendet werden oder durch sie erst entstanden sind. Wir greifen auch Bezeichnungen auf, die in der allgemeinen Vergrünung in den Alltagsgebrauch überzugehen drohen – in nichtalphabetischer Reihenfolge.

K wie
Klimaterrorist, der

Diese Bezeichnung wurde nun staatsoffiziell von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verwendet. Zugegeben, neu ist er nicht. Autofahrer gebrauchten ihn, wenn sie warten mussten, weil Leute auf der Straße klebten und sie an der Weiterfahrt hinderten. Kraftwerker bezeichneten so die Blockierer der Gleise, auf denen die Kohle angeliefert wurde oder den grünradikalen Mob, der 2016 den Tagebau Welzow besetzte und das Kraftwerk Schwarze Pumpe Kraftwerk stürmte

Für „Qualitätsmedien“ waren solche Menschen bisher keine Terroristen, nicht einmal Straftäter, man klebte ihnen die positiv konnotierte Bezeichnung „Aktivisten“ an. Das war früher vielleicht sogar treffend, als die selbsternannten Weltretter nur Aufmerksamkeit wollten und das Gespräch suchten. Da ihre Argumente aber nicht verfingen, setzte ein Kurs der Radikalisierung ein, an dem sich Trittbrettfahrer der linken, antikapitalistischen und gewaltaffinen Szene beteiligten. Der Klimakampf könne nicht mit dem kapitalistischen „Schweinesystem“ gewonnen werden, ein Systemwechsel sei nötig. Personen wie Luisa Neubauer aus dem großkapitalistischen Hause Reemtsma nutzen den Klimakampf zur eigenen Profilierung und Karriere.

Anfang September 2026 wurde in Brandenburg, NRW, Sachsen und Niedersachsen der Geist zur Tat und sehr konkret. Ein irregeleiteter mutmaßlicher Einzeltäter aus NRW, der ökologisch korrekt mit dem Fahrrad auf der Flucht sein soll, bastelte Flugkörper, mit denen er in einigen Fällen Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen in der Nähe von Umspannwerken auslösen konnte. Die Anschläge in kurzer Zeit an relativ weit voneinander entfernten Orten lassen allerdings Zweifel an der These vom Einzeltäter aufkommen.

Der Verdacht fällt auf einen erwachsenen, intelligenten Menschen und es steht die Frage, wie er sich dahin entwickeln konnte, die Infrastruktur lebenswichtiger Versorgung anzugreifen, größere Stromausfälle zu provozieren, die in der Folge auch Menschenleben kosten können. Was setzte seinen gesunden Menschenverstand außer Kraft?

Wirft jemand einen Brandsatz auf ein Flüchtlingsheim, gilt medial der Grundsatz, dass die AfD geistiger Brandstifter war, die den Attentätern gleichsam die Hände führten. Wer aber sind die Hinterleute der Klimaterroristen, die Büchsenspanner und Einpeitscher? Wie gelingt es, vorwiegend junge Menschen zu radikalisieren und ihr Denken einzuengen?

Agitation und Propaganda

Die ideologisch-propagandistische Beeinflussung der grünen Terroristen hat eine längere Geschichte. Parallel zum Ausbau der so genannten „Erneuerbaren“ gelang es, das Narrativ umweltzerstörender und vorgeblich Erneuerbaren-feindlicher konventioneller Kraftwerke einzupflanzen. Begann der „Widerstandskampf“ zunächst mit dem Agieren gegen die Umweltfolgen der Braunkohle-Tagebaue, trat das Thema CO2 dann mehr in den Vordergrund. Es wurde ein idealisiertes Bild einer künftigen emissions- und kernkraftfreien Zukunft gestrickt, die Notwendigkeit eines Energiemixes bestritten und ein Grundkonflikt von Wind- und Solarzufallsstrom zum konventionellen Strom hergestellt, obwohl letzterer die Einspeisung volatilen Stroms durch seine Regelfähigkeit erst möglich macht. Auf letzteren könne man verzichten, einige meinten sogar, sofort und ersatzlos. Demos, Klimacamps und später „Fridays for Future“ mit Unterrichtsausfall, aber gepusht von „Teachers for Futures“ und „Scientists for Future“, die ihre interessengeleiteten Erkenntnisse mit Hilfe des Drucks der Straße vermitteln wollten, da sie in der Welt der unideologisierten Wissenschaftler wenig Anklang fanden.

Wer war beteiligt am Bau des ideologischen Hinterlandes? Natürlich die Grünen als politischer Arm der EE-Lobby, die nach linksgrün gedriftete SPD und einige Gewerkschaften, aber auch ein so genanntes „breites Bündnis“ verschiedenster Organisationen. So „Ende Gelände“, die ob ihrer Affinität zu Gewalt zeitweise auch vom Verfassungsschutz beobachtet wurden, der BUND, Greenpeace, die Deutsche Umwelthilfe und weitere. Die vermeintlich wissenschaftliche Basis liefert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Frau Professorin Kemfert (auch „Energiewende in blond“ genannt).

Erinnert sei auch an die „Klimaallianz“ mit mehr als 150 Mitgliedsgruppen, beispielhaft seien hier nur der ADFC, die Arbeiterwohlfahrt, der Bundesverband Erneuerbare Energien, Campact, der Deutsche Alpenverein, die deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, die Diakonie Deutschland und die Evangelische Kirche Mitteldeutschland genannt. Auffällig sind viele evangelische Landeskirchen und katholische Organisationen. Besonders aktiv gab sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg / schlesische Oberlausitz (EKBO), die die Energiewende zur „Reformation unserer Zeit“ erklärte. Der damalige Bischof Dr. Markus Dröge sagte schon 2010:

„Wir glauben, dass es einen dritten Weg zwischen der Alternative „Atomstrom oder Braunkohle“ geben muss und gibt“ (Landessynode der EKBO 27.-30.10.2010, „Wort des Bischofs“)

Nun ist Glauben der Job der Kirche, aber wenn man den Ausstieg fordert, sollte man schon Alternativen liefern können. Gebete für mehr Wind in Analogie zum Regentanz werden nicht helfen. Später machte Dr. Dröge Lausitzer Braunkohlekraftwerke für Missernten in Südamerika verantwortlich. Vom Wasserentzug durch den Lithiumabbau sprach er nicht.
Natürlich positionierte sich die Kirche damals schon im rotgrünen Sinn gegen Kernkraft und CO2-Abscheidung (CCS), was nicht verwundert, denn einer der federführend Beteiligten am Umweltkonzept der EKBO im Jahr 2014 war Professor Christian von Hirschhausen vom DIW.

Hitze und Gehirnwäsche

Hass und Hetze gegen Kohle und Kernkraft begleiten schon mindestens seit zwei Generationen das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. In Dauerschleife benebelt Klimahysterie das klare Denken. Auch in diesem Sommer schossen einige Politiker und Medien aus vollen Rohren angesichts einiger sehr heißer Tage und beklagten Todesfälle, die durch die Hitze begünstigt wurden. Verschwiegen wurde, dass dabei auch fehlende Klimaanlagen eine Rolle spielen dürften. Der nötige Stromverbrauch soll um jeden Preis, auch um den von Menschenleben, vermieden werden. Dass der Strom für den Betrieb dieser Anlagen oft aus einem Überangebot an PV-Strom stammt, der kostenpflichtig im Ausland entsorgt werden muss, soweit reicht einfältiges grünes Denken nicht.

Jedenfalls führt die dauerhafte Indoktrination von Kindern und Jugendlichen dazu, dass sie irgendwann aktiv werden wollen. Fähnchen und Transparente schwenken und Hüpfen mit Gleichgesinnten und Gleichweißen bringt offensichtlich wenig Erfolg.

Nun ist „Klimaterrorist“ ein staatsoffizieller Begriff und man sollte ihn verwenden, ohne zu bagatellisieren. Die strafrechtliche Behandlung von Klimaterroristen sollte sich an der von islamistischen sowie Rechts- und Linksterroristen orientieren, denn ihre Aktivitäten sind ähnlich gefährlich. Ob in einer Justiz, die in großen Teilen von Alt-68igern besetzt ist, dieser Maßstab angewendet wird, ist fraglich. Fakt ist, wir werden diese neue Dimension von Terror nicht so schnell wieder los.

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Kommentare ( 2 )

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2 Comments
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OJ
53 Minuten her

Das Bild spiegelt doch die Unzulänglichkeit, die Unfähigkeit, den völligen Dilettantismus der Legislativen, Judikativen und Exekutiven wieder.
Neun Polizisten und ein „Klimaterrorist“❗

Rasio Brelugi
1 Stunde her

Auch das Top-Foto zeigt, warum es „Klima“-Terroristen gibt. Neun Polizisten lassen diese zwei sitzenden Nötiger der Allgemeinheit unbehelligt und glotzen nur. Das setzt sich fort. Gegen Linke gibt es keine Ermittlungserfolge. Falls doch, werden sie von der Justiz mit Samthandschuhen angefasst. Wenn auch das nicht mehr geht (angesichts der Schwere der Verbrechen), wird Haftverschonung ausgesprochen.