Juwelenraub in Wiener Museum: Täter schlugen 41-mal auf Vitrine ein

Das im weltbekannten Wiener Museum für Angewandte Kunst erbeutete Diamanten-Collier soll 3,7 Millionen Euro wert sein – jetzt tauchen immer mehr Details zu dem Juwelenraub auf, die etwas irritieren: So konnten die beiden Täter vier Minuten lang ungestört auf die Glasvitrine einhämmern.

picture alliance/dpa | Albert Otti
Ein Polizist verlässt das Museum für angewandte Kunst (MAK), Wien, 27.08.2026

Auf 2.700 Quadratmeter zeigt das Museum aktuell seit Juni die international als besonders wertvoll beworbene Schau „Glanzstücke“: Neben 200 Objekten aus dem Bestand des Museums werden dort auch mehr als 300 Kreationen aus der Sammlung des vor 120 Jahren gegründeten und auf Haut Joaillerie spezialisierten Traditionsunternehmens Van Cleef & Arpels ausgestellt.

673 Diamanten der Königin Nazli von Ägypten erbeutet

Unter diesen Schmuckstücken war auch in einer Panzerglasvitrine das Diamanten-Collier, das einst von Königin Nazli von Ägypten, zusammen mit einer passenden Tiara, 1939 bei Van Cleef & Arpels im Art-Deco-Stil in Auftrag gegeben wurde. Anlass war die Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinz und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi. Nazli lebte ab 1948 in den USA und war in den 1970er-Jahren aus Geldnot gezwungen, einen Großteil ihrer Schmucksammlung zu versteigern. Für 3,7 Millionen Euro erwarb dann im Jahr 2015 Van Cleef & Arpels das Collier für seine hauseigene Sammlung.

Das Schmuckstück mit 673 Diamanten (200 Karat) dürfte von der Museums-Security nicht wirklich besonders beachtet worden sein: Jedenfalls hatten die beiden Täter am Donnerstag um 14 Uhr viel Zeit, mit einem durch die Sicherheitsschleusen gebrachten Hammer auf die Panzerglas-Vitrine einzuschlagen – insgesamt sollen 41 Schläge nötig gewesen sein, um dann über ein Loch das Collier erreichen zu können.

41 Hammerschläge in mehr als vier Minuten am Tag, während des normalen Museumsbetriebs – und niemand griff ein, selbst diese rohe Gewalt löste keinen Alarm aus. Zumindest hilft nun die Videotechnik des Museums bei der Fahndung nach den Tätern: Die beiden südländisch aussehenden Juwelendiebe sind auf den Bildern gut erkennbar.

Konkrete Fragen zu den Sicherheitsmaßnahmen werden vom Museum an der Wiener Ringstraße nicht beantwortet – Generaldirektorin Lilli Hollein befindet sich auf einer Auslandsreise und sei nicht erreichbar.

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