Landunter für die Volksfront in Sachsen-Anhalt, wo ausgerechnet die Spezialdemokraten der Deich gegen die AfD sein wollen. Am Ende muss der Geheimdienst helfen. Der sucht übrigens Spione. Realschule reicht.
Seit nunmehr fünfzig Jahren steht die These schwergewichtig im Raum: „Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken“ (TV-Figur Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Gegenargumente ließen sich in den vergangenen Jahrzehnten wenige anführen, selbst heute, 14 Tage vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, spricht alles für die treffende Beschreibung. Nachdem das Spitzenduo Lars & Bas die einstige Volkspartei auf 12% heruntergerockt haben, meinten die Landesgenossen dennoch, es sei eine gute Idee, ausgerechnet Parteichef Lars Klingbeil in den Ostwahlkampf einzubeziehen, wo die SPD viel Glück und noch mehr Briefwähler (😉) braucht, um überhaupt ins Parlament zu kommen. Vielleicht hatten sie aber auch nur Mitleid, und so erschien der sensible Lars tatsächlich im Bitterfelder Restaurant „Treibgut“, nachdem die anwesenden Genossen im Vorfeld ermahnt worden waren, „bitte nicht zu hart“ mit ihrem Chef zu sein, denn der Lars sei „auch nur ein Mensch“.
♦ In Bitterfeld hielten sich die knapp 24 Gäste eisern an die vorgegebene Marschrichtung, Auch in Halle (230.000 Einwohner) ließ man Klingbeil gar nicht erst auf potentielle Wähler los, sondern fand sich unter dem Slogan „Wir sind der Deich“ zum geselligen Stuhlkreis mit 50 Genossen in der kleinen Parteigeschäftsstelle ein.
♦ Das war noch so ein Geistesblitz der Genossen. Denn „Wir sind der Deich“ ist eine prägnante Zeile eines Liedes des Reichsarbeitsdienstes mit dem Titel „Wir tragen das Vaterland in unsern Herzen“. Aber das will sich der Spitzenkandidat der SPD, Willingmann, nun nicht vorwerfen lassen. Man wird doch noch „Wir sind der Deich“ sagen dürfen! Schließlich hätten selbst die „Omas gegen Rechts“ die Formulierung verwendet. Bitteschön, wir mischen uns da nicht ein. Wir sind ja überhaupt erst durch die geschichtsfeste Staatsanwaltschaft Bamberg (Verfolgt Sätze wie „Alles für…“ Sie wissen schon) so sensibilisiert.
♦ So dumm, ihren Parteichef als Wahlhelfer einzuladen, sind die Unionisten in Sachsen-Anhalt nicht. Die erklärten Kanzler Fritz kurzerhand zur unerwünschten Person und luden stattdessen seinen ärgsten Widersacher Wüst vom Homeland NRW ein, quasi als Parteichef der Herzen.
♦ Ob der Wüst nun kommt oder nicht, ist dem Kommunalpolitiker Bernd Prange, seit 35 Jahre in der CDU, herzlich egal. Prange, Bürgermeister einer kleinen Gemeinde bei Stendal, hat der AfD 10.000 Euro überwiesen und fest versprochen, die Alternative zu wählen. Außerdem findet er, Merz müsse abgesetzt werden.
♦ Auch in Berlin wird gewählt, aber da muss sich die Volksfront keine Sorgen machen. Die AfD kommt gerade mal auf 18%, damit bleibt alles, wie es ist. Trotzdem ist es ärgerlich, dass ausgerechnet, nachdem es CDU-Bürgermeister Kamerad Kai so gründlich vergeigt hat, nun auch noch CDU-Bundesvorständin Fedor Badenberg in die Schusslinie gerät. Dabei bringt sie eigentlich alle Pluspunkte mit, die man heute in der Politik überhaupt nur haben kann. Sie ist Frau, promovierte Akademikerin, hat Migrationshintergrund und sie ist eine Frau, aber das hatten wir ja schon. Nun kommt Plagiatsjäger Stefan Weber zu dem Schluss, Fedor habe in ihrer Doktorarbeit „unsauber gearbeitet“. 83 Textstellen seien abgeschrieben, fremde Textteile zusammenmontiert worden, selbst die Danksagung am Textende sei schlicht geklaut. Frechheit. Badenberg will ihre Arbeit von der Universität Köln überprüfen lassen. Gut, dass sie da einen Lehrauftrag hat.
♦ Hatten wir erwähnt, dass Fedor Badenberg Berliner Justizsenatorin und Vizepräsidentin des Verfassungsschutzes ist und maßgeblich an der Einschätzung beteiligt war, die AfD sei ein „rechtsextremer Verdachtsfall“? Nein? Jedenfalls sind die Unionisten gleich auf den Trichter gekommen, die AfD stecke hinter den Vorwürfen. Klare Sache und damit hopp.
♦ Weil die AfD überall immer stärker und der Russe immer frecher wird, wurde ordentlich Geld beiseitegelegt, um unsere Geheimdienste aufzurüsten. Für den Fall, dass Sie sich beruflich verändern wollen, aber vorher genau wissen wollen, was so ein Geheimagent eigentlich macht, erklärt der BND: „Wir suchen Terroristen (m/w/d).“ Aber zunächst suchen die Geheimdienste erst einmal Sie (für „bis zu 4.849 Euro“). Übrigens: „Realschule reicht“. Mit Akademikern hat man wohl zuletzt zu viele schlechte Erfahrungen gemacht.
♦ Die Gasspeicher sind so leer wie zuletzt 2011, mahnen Experten, denn nach der Hitzewelle droht im Winter die Kälte (jahreszeitlicher Klimawandel). Zuständig für die Füllstände und Versorgungssicherheit ist die Bundesnetzagentur. Deren Chef: Klaus Müller. Doch, doch, den kennen Sie, genau, Müller ist ein Grünschnabel aus dem Hause Habeck. Der hat alles im Griff. Wie einst der Robert.
♦ Wenn Sie einen Blick in Ihre Zukunft und die Ihrer Kinder werfen wollen, empfehlen wir einen Besuch der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen. Migrantenanteil 90 Prozent, tägliche Polizeieinsätze, die beim Aushandeln des Zusammenlebens zur Hand gehen. Sie müssten sich allerdings beeilen, denn zwei Wochen nach Schulbeginn meldete sich bereits ein Drittel der Lehrerschaft krank. Wie? Nein, es spielt definitiv keine Rolle, ob die SPD oder die CDU dem „Bildungsministerium“ vorsteht. Beide Parteien setzen auf „moderierte Veranstaltungen zur Konfliktbewältigung, Mediationsangebote, Dienstgespräche mit einzelnen Lehrkräften sowie in Gruppen, verbindliche Vereinbarungen und umfangreiche Absprachen mit der Schulaufsicht“. Neueste Idee: Den Laden dichtmachen und die Schüler auf andere Schulen verteilen. Damit die es dann auch so schön haben.
♦ Wanderer, kommst du nach Wattenscheid, wundere dich nicht, dass du kein Kino und keinen deutschen Metzger mehr findest, wie das Gesetz es befahl. Selbst wenn jeder illegale Migrant aus Deutschland abgeschoben würde, wird sich an vielen Stellen im Stadtbild nichts verändern. Es wird nie wieder ein Kino in Wattenscheid geben, und der Metzger ist jetzt halal. Gewöhnt euch dran, so sinngemäß Dennis Radke, CDU. Ludwigshafen, Duisburg oder Wattenscheid? Egal, Hauptsache Absurdistan.
Schönen Sonntag!
Nicht genug? Lesen Sie Stephan Paetow täglich auf
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