Wall of Shame: Dennis Radtke, der SPDler in der CDU

Kaum ein CDU-Funktionär verkörpert das Merkel-Erbe und den Niedergang der Union so sehr wie Dennis Radtke, der zu Ehren der großen Deutschland-Zerstörerin noch eine eigene Migrationsstiftung errichten wollte. Seine Eltern beklagen die Veränderung ihres alten Viertels? Tja. Damit müsse man sich halt abfinden. Warum ein tieferer Blick auf die Personalie lohnt.

Screenprint: ZDF/Markus Lanz

Dennis Radtke wurde 1979 in Bochum-Wattenscheid geboren. Das kommt jetzt sicher für viele überraschend. Denn seit Jahren hält man den Mann für weit über 60. Ein Schicksal, das er mit seinem früh vergreisten Parteikollegen in NRW, Nathanael Liminski, teilt (war erst die Tage bei Sandra Maischberger zu besichtigen). Man möchte fragen: was hat euch bloß so ruiniert?

Radtkes Familie stammt aus der alten Arbeiterwelt des Ruhrgebiets. Beide Großväter waren Bergleute und fuhren unter Tage. Sein Vater hatte zunächst einen Volksschulabschluss und qualifizierte sich später auf dem zweiten Bildungsweg weiter. Eine Geschichte aus dem Herz des Ruhrgebiets. Radtke erzählt diese Familiengeschichte gern, weil sie zu seinem politischen Selbstbild gehört. Seine Großeltern hätten nach dem Krieg praktisch bei null begonnen und sich durch Arbeit einen bescheidenen Wohlstand aufgebaut. Am Ende besaßen sie ein Reihenhaus. Sein Vater arbeitete sich beruflich hoch. Radtke bezeichnet diese Entwicklung als das frühere Aufstiegsversprechen der Bundesrepublik.

Radtke begann sein Berufsleben im Betrieb. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Bochum und arbeitete anschließend als kaufmännischer Angestellter. Später wechselte er hauptamtlich zur IG BCE. Dort stieg er zum Gewerkschaftssekretär auf und wurde Bezirksleiter in Moers. 2017 rückte er dann für Herbert Reul ins Europäische Parlament nach. Heute führt Radtke die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft, den Arbeitnehmerflügel der CDU. Oder wie manche sagen: die SPD in der CDU, die den Laden auch inhaltlich übernommen hat. In Brüssel ist er seit Jahren einer der prägenden Sozialpolitiker der EVP.

Immer wieder: Europäische Lösung

Seine erste Partei war, weniger überraschend, die SPD. 2002 wechselte er dann in die CDU. Später erklärte er, die „SPD meiner Großväter“ sei „völlig tot“ und eine „reine Apparatschik-Partei“. Da kann man natürlich in eine andere Partei einwandern und die dann kapern und vershitholen. Gemäß dem Motto (abgewandelt): „man bekommt den Mann aus der SPD, aber nicht die SPD aus dem Mann“, ging es weiter. Einen eigenen programmatischen Beitrag versah er mit der Überschrift „Die CDU war nie eine konservative Partei!“. Die Union verortet er in einer politischen Mitte, die unter Angela Merkel über Jahre immer weiter nach links verschoben wurde. Radtke gehörte zu denjenigen, die diesen Kurs gegen jede Kritik verteidigten und ihm ideologische Rechtfertigung lieferten.

Besonders deutlich wurde das bei der Massenmigration. Am 3. November 2015, wenige Wochen nach Merkels Grenzentscheidung, unterstützte Dennis Radtke als IG-BCE-Bezirksleiter einen Flashmob auf der A40. Das Motto lautete „Halt mich fest – Flüchtlingen Heimat geben!“ Radtke erklärte dort, Menschen, die vor politischer Verfolgung und „der nackten Angst ums Überleben“ nach Deutschland kämen, müssten von der Gesellschaft unterstützt werden. Gewerkschafter hätten aufgrund ihrer eigenen Verfolgung im Nationalsozialismus eine „historische Verpflichtung“. Eben ein SPDler innerhalb der CDU beim Terraforming. Radtke stand 2015 auf der Seite jener Willkommenspolitik, die den moralischen Ausnahmezustand zur politischen Leitlinie erhob.

Angela Merkel, Angela Merkel über alles

Bei Abgeordnetenwatch schrieb er zur Seenotrettung im Mittelmeer: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass ein einziger Mensch im Mittelmeer ertrinkt.“ Der Satz formuliert einen moralischen Absolutheitsanspruch, der dann aber jede nüchterne Debatte über Pull-Faktoren und die politische Steuerung von Migration zwangsläufig ertrinken lassen soll. Diese Linie setzte sich 2020 fort. Während der Krise an der griechisch-türkischen Grenze verlangte Radtke eine bessere Sicherung der EU-Außengrenzen und unterstützte zugleich weitere Aufnahmebereitschaft. In der Moria-Debatte befürwortete er ein Modell, bei dem jedes EU-Land ein eigenes jährliches Flüchtlingskontingent festlegt. Staaten mit niedrigen Aufnahmezahlen sollten sich stärker am Grenzschutz beteiligen. Wie das ausgegangen ist, wissen alle.

Dann kam der Januar 2022. Angela Merkel war wenige Wochen zuvor aus dem Kanzleramt ausgeschieden. Deutschland hatte da bereits sieben schwere Jahre Invasionskrise hinter sich. Kommunen kämpften immer härter mit den Folgen der Aufnahme. Die Union war an Merkels Kurs innerlich zerrissen worden und hatte bei der Bundestagswahl 2021 ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis eingefahren. Millionen Menschen diskutierten längst über die politischen Folgekosten von 2015. Dennis Radtke hingegen beschäftigte eine andere Frage: Wie könnte man Merkel für genau diese Politik angemessen ehren? Sein Vorschlag lautete: „Bundeskanzlerin-Merkel-Stiftung für Migration und Integration“.

Radtke erklärte wörtlich: „Die Bewältigung der Flüchtlingskrise ist ein bleibender Verdienst von Angela Merkel.“ Die CDU solle eine Stiftung für Migrations- und Integrationsforschung initiieren, das wäre doch eine angemessene „Würdigung ihres Wirkens“. Radtke hoffte sogar auf Geldgeber aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Er würde eine solche Stiftung „von Herzen unterstützen“. Sechs Jahre nach 2015 wollte er der ehemaligen Kanzlerin ausgerechnet für ihre desaströse initiierte Masseninvasion ein institutionelles Denkmal setzen. Zu dem Zeitpunkt sieht seine Heimat schon aus wie ein halbes Dritte-Welt-Land. Vor diesem Hintergrund vorzuschlagen, dass die Zerstörerin Deutschlands und Europas noch mit einer Stiftung geehrt wird, sagt wirklich alles über den verkommenen Zustand der CDU.

Die Invasisonspolitik des Jahres 2015 sollte damit vom Gegenstand einer notwendigen Aufarbeitung zum erinnerungspolitischen Verdienststück der CDU erhoben werden. Aber auch die immer verheerende Entwicklung der folgenden Jahre brachte Radtke von dieser Bewertung keinesfalls ab.

Im September 2023 verlangte Markus Söder angesichts wieder stark steigender Asylzahlen eine „Integrationsgrenze“ von höchstens 200.000 Menschen pro Jahr. Radtke sprang sofort dagegen: die Forderung nach einer Obergrenze habe CDU und CSU schon einmal „an den Abgrund geführt“. Er nannte solche Vorschläge „alte, untaugliche Forderungen“ und setzte – erneut – auf den europäischen Migrationsdeal. Ergo: alle nach Deutschland. Die Kommunen meldeten zu diesem Zeitpunkt längst massivste Überlastung. Unterkünfte fehlten. Bürgermeister und Landräte warnten seit Monaten vor den Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit.

Auch Friedrich Merz geriet regelmäßig ins Visier des CDA-Chefs. Als Merz über abgelehnte Asylbewerber und deren Zahnbehandlungen auf Kosten der Allgemeinheit sprach, distanzierte sich Radtke postwendend von dessen Wortwahl. Später kritisierte er erneut Merz‘ Aussagen über das veränderte Stadtbild. Bemerkenswert ist, wohin der kleine feiste EU-Lord die Debatte dabei zu führen versuchte: “Es gebe zwar an vielen Stellen ein „verstörendes Stadtbild“, sagte Radtke. Doch zu suggerieren, dies würde sich durch Abschiebungen ändern, sei zu kurz gesprungen, erwecke unerfüllbare Erwartungen und werde der Komplexität des Problems nicht gerecht. „Probleme wie Drogensucht, Obdachlosigkeit oder Mackertum bei Jugendlichen lassen sich nicht abschieben, sondern müssen angepackt werden.““

Obwohl jeder Mensch, der Augen im Kopf hat, die gesellschaftlichen Verwerfungen jeden Tag zu sehen bekommt. Die politische Debatte über Abschiebungen wecke seiner Auffassung nach jedoch Erwartungen, die sich nicht erfüllen ließen. Gut, wissen wir nun auch das.

Es wird einfach zu viel über Migration geredet

Nach der Bundestagswahl 2025 ging er noch weiter. In der taz warf er der CDU vor, im Wahlkampf falsche Prioritäten gesetzt zu haben: „Das haben wir im Wahlkampf viel zu wenig adressiert und zu viel über Migration geredet.“ Auch die Bundestagsabstimmung über einen migrationspolitischen Unionsantrag, der mit Stimmen der AfD eine Mehrheit erhielt, kritisierte Radtke. Die Union habe dadurch Wechselwähler aus der Mitte verschreckt. Immer wieder wanderte der Schwerpunkt seiner Argumentation damit vom Migrationsproblem selbst zu der Frage, welche politischen Kräfte von seiner öffentlichen Thematisierung profitieren könnten.

Im Herbst 2025 formulierte Radtke seine eigene Position zur Abschiebung schließlich ausgesprochen scharf. In einer Debatte mit Peter Tauber sagte er: „Ich bin auch sehr dafür, dass wir alle illegalen Migranten aus Deutschland abschieben. Am besten morgen.“ Aber im selben Gespräch warnte er wiederum vor einer starken Konzentration der CDU auf Migration. Das helfe am Ende der AfD. Also besser nichts sagen. Und wie alle wissen: auch deutlich weniger als zugesagt tun.

Im Januar 2026 wurde dieses Muster noch deutlicher. Die CSU verlangte eine große „Abschiebeoffensive“ und umfangreiche Rückführungen nach Syrien. Radtke erklärte ausdrücklich, er teile die migrationspolitischen Forderungen der CSU „zu 90 Prozent“. Seine Kritik richtete sich gegen die öffentliche Schwerpunktsetzung des Themas. Radtke fragte: „Warum muss dieses Thema wieder so nach vorne?“ und beklagte: immer nur „Migration, Migration, Migration.“ Innenminister Alexander Dobrindt habe auf diesem Gebiet bereits „geliefert“. Radtke wollte den Kurs fortsetzen und die Debatte darüber: möglichst klein halten.

Radtkes Abstimmungsverhalten in Brüssel

Als Europaabgeordneter erhält man monatlich gut 11.000 Euro brutto, hinzu kommen knapp 5.000 Euro allgemeine Kostenpauschale. An Sitzungstagen zahlt das Parlament weitere 359 Euro Tagegeld. Reisen nach Brüssel und Straßburg werden zusätzlich erstattet; bei Flügen reicht die Erstattung bis zur Business-Class-Grenze, bei Bahnreisen bis zur ersten Klasse. Für weitere dienstliche Reisen außerhalb Deutschlands stehen bis zu 5.638 Euro im Jahr zur Verfügung. Auch personell ist Dennis Radtke bestens ausgestattet: Für Mitarbeiter kann sein Abgeordnetenbüro monatlich mehr als 32.000 Euro einsetzen. Das Europäische Parlament führt fünf unmittelbar zugeordnete Mitarbeiter sowie sechs weitere gemeinschaftlich beschäftigte Assistenten auf. Büros unterhält Radtke in Brüssel und im Ruhrgebiet, während der Plenarwochen kommt Straßburg hinzu.

Am 5. Juli 2022 stimmte Radtke für den Digital Services Act. Mit diesem Gesetz hat sich die EU-Kommission tief in die digitale Öffentlichkeit hineingeschoben. Im Februar 2024 stimmte er auch für die European Digital Identity Wallet. Hinter dem freundlichen Begriff der digitalen Brieftasche entsteht die technische Grundlage für eine europaweit standardisierte digitale Identität. Staatliche Nachweise können darin gebündelt und gegenüber Behörden sowie Unternehmen eingesetzt werden. Je mehr Anwendungen an diese Infrastruktur angeschlossen werden, desto größer wird ihre Bedeutung für den Zugang zum digitalen Alltag. Brüssel schafft damit Stück für Stück eine zentrale Identitätsarchitektur für hunderte Millionen Bürger.

Im April 2024 folgte die völlig irre EU-Verpackungsverordnung. Brüssel schreibt Unternehmen damit noch genauer vor, wie Produkte verpackt werden dürfen und welche Wiederverwendungsquoten zu erfüllen sind. Zusätzliche Vorgaben treffen Hersteller und Handel und produzieren neue Bürokratiekosten, die am Ende in Preisen und Verwaltungsaufwand landen. Die EU greift damit selbst bei Verpackungen immer tiefer in unternehmerische Entscheidungen ein. Eine Verordnung direkt aus der Irrenanstalt Brüssel, die den EU-Abgeordneten schwer auf die Füße fällt wie kaum etwas anderes. Auch diese weitere Runde des europäischen Mikromanagements bekam Radtkes Stimme.

Besonders heikel ist sein Abstimmungsverhalten beim Zugriff auf private Kommunikation. Bei der ePrivacy-Ausnahme, die in der politischen Debatte zum Komplex der Chatkontrolle gehört, unterstützte Radtke den europäischen Kurs. Private Kommunikation wird zum Gegenstand automatisierter Durchleuchtung. Auch hier steht Radtke zuverlässig auf der Seite eines immer totalitärer auftretenden Brüssels, das seine Zugriffsmöglichkeiten auf die Bürger immer weiter ausbaut.

Auch sonst lebt es sich da auch sonst ganz feist auf dem Ticket europäischer Steuerzahler: Ende Mai 2026 leitete Radtke (klingt hochtrabender, als es ist) eine Delegation des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten des Europäischen Parlaments zu einem dreitägigen „Informationsbesuch“ (26. bis 28. Mai 2026) auf die französische Insel La Réunion. La Réunion liegt im Indischen Ozean. Geografisch gehört die Insel zu Afrika und liegt etwa 700 bis 800 Kilometer östlich von Madagaskar sowie rund 200 Kilometer südwestlich der Nachbarinsel Mauritius.

Das Kapitulationsgesicht der Merkel-CDU

Wenn Sie jetzt noch da sind: Glückwunsch. Der Vorlauf ist leider notwendig, um zu verstehen, mit wem man es bei einer Figur wie Dennis Radtke genau zu tun hat und warum die CDU vor den Trümmern ihrer Existenz steht.

Bei Markus Lanz lieferte Radtke die politische Bankrotterklärung. „Ich glaube, selbst wenn wir den letzten illegalen Migranten abschieben, wird sich am Stadtbild an vielen Stellen überhaupt nichts ändern.“ Dann kramt er seine Eltern als Zeugen aus der Schatulle. Mit ihnen diskutiere er häufig darüber, dass Wattenscheid heute anders aussehe. Das Wattenscheid der siebziger und achtziger Jahre werde niemals wiederkehren. Ist jetzt halt so. Jetzt sind sie halt da. Der letzte deutsche Metzger habe geschlossen, geblieben sei ein Halal-Metzger. Daran ändere sich auch dann nichts, wenn man mal den letzten illegalen Migranten abgeschoben hätte. Häh? Sinn für Logik bei Temu bestellt.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Radtke beschreibt aus eigener Familienerfahrung die tiefe und grundlegende gesellschaftliche Verschiebung seiner Heimat, das Störgefühl der eigenen Eltern im Zeugenprogramm und zieht abermals absichtlich die falschen Schlüsse.

Markus Lanz reagierte entgegen seiner sonstigen Art sich mit linken CDU-Politikern zu fraternisieren, hier mal mit offenem Entsetzen: so eine Aussage sei „die totale Selbstaufgabe“. Politik trete schließlich an, um zu gestalten. Radtke verschlimmerte seine Lage mit jeder weiteren Antwort. Sein Gestaltungsanspruch speise sich nicht daraus, dass nach der Abschiebung des letzten illegalen Migranten „alles wieder so schön wie früher“ werde. Auch beim auffälligen Antanzen an den „herausragenden“ NRW-CDU-Chef Hendrik Wüst und dessen Ambitionen auf eine Kanzlerschaft, hält Radtke mit seiner Begeisterung nicht einen Mü hinterm Berg.

Kein Mensch hatte von Radtke verlangt, Wattenscheid auf den Stand von 1980 zurückzubauen. Es geht konkret um Abschiebungen und um illegale Migranten, deren Aufenthalt in Deutschland beendet werden soll und die Hunderttausendfach trotzdem bleiben, auf Bürgergeld-Ticket nebst allen Annehmlichkeiten aus den Taschen von Steuern- und Beitragszahlern. Denen dann selbst die Leistungen gestrichen werden bzw. immer mehr für diesen CDU-angerichteten Bums bezahlen sollen. Jetzt erwarten Sie hier doch keine Lösungen von jemandem, der offensichtlich will, dass es immer so weitergeht. Exhibitionismus par excellence.

Lanz musste dem CDU-Europaabgeordneten schließlich erklären, was der Staat seinen Bürgern schuldet. Gescheiterte Abschiebungen erzeugten das Gefühl des Kontrollverlusts. Nur das Gefühl? Nein, die Gewissheit. Die Forderung nach einer Änderung sei die Forderung nach einem „rechtsstaatlichen Zustand“. Damit stand Radtke blank bis auf die Knochen im ZDF-Studio.

Die Jakob Kaiser Stiftung e.V.

Eine mögliche Erklärung dafür, warum Radtke sich mit dem Thema rigorose Begrenzung von Migration, Obergrenzen und entschiedener Abschiebung so dermaßen schwer tut, könnte auch mit der Jakob Kaiser Stiftung e.V. zusammenhängen.

Seit November 2021 ist Radtke Vorsitzender der Jakob-Kaiser-Stiftung e.V., einer öffentlich geförderten politischen Bildungseinrichtung mit einem breiteren Bildungsprogramm. Zu diesem Gesamtangebot gehören auch Veranstaltungen wie „Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik (mit Planspiel „Destination Europe“, „Auf der Flucht – Letzte Hoffnung Europa“, „„Brücken schlagen zu Nigeria – Die Situation der Frauen vor dem Hintergrund geschichtlicher, politischer und gesellschaftlicher Konfliktfelder“ sowie Seminare zu „Flucht, Vertreibung und Migration“. Gefördert werden Angebote der Stiftung unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Radtke steht damit an der Spitze eines Vereins, der neben anderen Themen mit Steuergeld auch genau jene migrationspolitischen Fragen pädagogisch aufbereitet, bei denen er selbst seit Jahren auf der Merkel-Linie unterwegs ist. Besonders hübsch fügt sich das in seine Biografie ein: Wenige Monate nach seinem Amtsantritt als Stiftungsvorsitzender verlangte er die  „Bundeskanzlerin-Merkel-Stiftung für Migration und Integration“ und erklärte Merkels Umgang mit der Flüchtlingskrise zum „bleibenden Verdienst“.

Die von Radtke geführte Jakob-Kaiser-Stiftung hängt finanziell kräftig am Staat. Allein die Bundeszentrale für politische Bildung überwies dem Verein von 2020 bis 2025 insgesamt 980.525,43 Euro. Jahr für Jahr flossen sechsstellige Beträge: 163.037 Euro im Jahr 2020, zuletzt noch 168.626 Euro im Jahr 2025. Der Verwendungszweck wird in der Antwort der Bundesregierung nüchtern als Durchführung verschiedener Einzelveranstaltungen im Rahmen der Richtlinienförderung angegeben. Hinzu kommen öffentliche Gelder aus Nordrhein-Westfalen. Für die Jakob-Kaiser-Akademie sind von 2017 bis 2021 jährlich 78.000 Euro für die politische Bildungsarbeit dokumentiert, zusammen weitere 390.000 Euro. Damit lassen sich für diese beiden Förderstränge bereits mehr als 1,37 Millionen Euro Steuergeld konkret nachweisen. Die tatsächliche Summe dürfte wohl höher liegen, weil für die jüngeren Jahre nicht sämtliche Landeszuschüsse einzeln veröffentlicht vorliegen. Auf ihrer Website führt die Jakob-Kaiser-Stiftung auch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ als Förderer auf. Welche Förderung der Verein daraus erhalten hat, weist er dort jedoch nicht aus.

Radtke führt einen Verein, der erheblich vom Steuerzahler finanziert wird. Während der CDU-Funktionär den Bürgern erklärt, welche gesellschaftlichen Veränderungen sie als dauerhaft und unumkehrbar hinnehmen sollen, verfügt seine Stiftung über einen staatlich alimentierten Bildungsbetrieb, der mitunter genau diese Fragen pädagogisch aufbereitet. Und Remigration in großem Umfang kommt in so einer Welt nicht vor.

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Kommentare ( 3 )

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Siggi
22 Minuten her

Man muss sich die verschlagenen Typen von der CDU ja nur ansehen um zu verstehen. Die CDU, wie die SPD und die Grünen müssen sich einer schonungslosen Aufarbeitung der Zeit ab 2010 stellen. Dann wird klar, warum die sich mit Händen und Füßen und übelsten Tricksereien in Kumpanei mit der politischen Justiz das zu verhindern versuchen. Die Verbrechen am deutschen Volk sind einfach zu groß.

Und genau deshalb brauche wir die AfD, sonst erfahren wir nie, wie die uns belogen, betrogen und vorgeführt haben.

Haba Orwell
25 Minuten her

> Der Satz formuliert einen moralischen Absolutheitsanspruch, der dann aber jede nüchterne Debatte über Pull-Faktoren und die politische Steuerung von Migration zwangsläufig ertrinken lassen soll.

Bisher hat derartige Masche weitgehend gezogen und die Missstände wurden kaum hinterfragt. Genauso agieren übrigens auch hiesige Epsteinokratie-Fans – die Tricks scheinen universell einsetzbar.

Boris G
28 Minuten her

Toller Typ, will mit fliegenden Fahnen für seine Migrantophilie untergehen.