IEA warnt: Europa hat das Ausmaß der Ölkrise noch nicht verstanden

Das Ultimatum Trumps mit der Ankündigung weiterer Luftangriffe im Iran, zerstörte LNG-Terminals, die blockierte Straße von Hormus: Die Internationale Energie-Agentur (IEA) schlägt nun Alarm – der Krieg in Nahost führe zu einer beispiellosen Störung der Öl- und Gasversorgung.

picture alliance / Bonn.digital | Marc John

IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol warnt aktuell laut Agence France-Presse vor der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten: „Wir stehen vor der größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“, sagte Birol in einem Interview. Der Konflikt rund um den Iran hat zu einer faktischen Blockade der Straße von Hormus geführt und löst die größte Versorgungsunterbrechung auf dem globalen Ölmarkt aus, die jemals verzeichnet wurde.

Durch diese Engstelle, durch die normalerweise 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs transportiert werden – etwa 20 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Produkten – kommen kaum noch Tanker. Zudem wurden Raffinerien beschädigt und große Produktionsbetriebe lahmgelegt. Die IEA schätzt, dass die Krise schlimmer ist als die beiden Ölkrisen der 1970er Jahre zusammen. Der Gasmarkt sei fast doppelt so stark betroffen wie nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022. Die Wiederherstellung normaler Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion könnte nach einem Waffenstillstand noch Monate, in manchen Szenarien sogar noch weit länger dauern.

Die Rohölpreise haben die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten, Diesel, Kerosin und Flüssiggas (LPG) verteuern sich noch stärker. Besonders betroffen sind Entwicklungs- und Schwellenländer in Asien, aber auch Europa und die USA spüren die Folgen durch steigende Inflationsrisiken, deutlich höhere Lebenshaltungskosten und potenzielle Stagflation. „Der Krieg im Nahen Osten schafft eine große Energiekrise, einschließlich der größten Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“, erklärte Birol. Und: „In Abwesenheit einer schnellen Lösung werden die Auswirkungen auf Energiemärkte und Volkswirtschaften immer gravierender.“ Die IEA betont, dass die Politik die Dimension dieser Krise bislang unterschätzt.

„Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt“, warnt Fatih Birol. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. „Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.“ In Europa würde das ganze Ausmaß „noch nicht verstanden werden“.

IEA: Nachfrage muss sinken

Als unmittelbare Reaktion haben die 32 IEA-Mitgliedsländer bereits die größte Freigabe strategischer Ölreserven in der Geschichte der Organisation beschlossen: 400 Millionen Barrel sollen den Markt stabilisieren. Doch reine Angebotsmaßnahmen reichen nicht aus, meint die Agentur. In dem neuen Bericht „Sheltering from Oil Shock“ – veröffentlicht am 20. März 2026 – legt die IEA einen konkreten Zehn-Punkte-Plan vor, der Regierungen, Unternehmen und Haushalte zu sofortigen Maßnahmen zur Senkung der Nachfrage aufruft. Der Fokus liegt auf dem Verkehrssektor, der etwa 45 Prozent des globalen Ölverbrauchs ausmacht. Zu diesen Empfehlungen gehören:

  • Wo möglich Homeoffice fördern, um Pendelverkehr zu reduzieren.
  • Tempolimits auf Autobahnen um mindestens 10 km/h senken.
  • Öffentlichen Nahverkehr stärken und dessen Nutzung fördern.
  • In Großstädten Wechselkennzeichenregelungen (ungerade/gerade Tage) einführen.
  • Carsharing und effizientes Fahren vorantreiben.
  • Für Liefer- und Nutzfahrzeuge optimierte Routen und Wartung.
  • Flüssiggas aus dem Verkehr in die Haushalte umleiten.
  • Nicht notwendige Flugreisen vermeiden.
  • Auf elektrische oder moderne Kochmethoden umsteigen.
  • In der Industrie Flexibilität bei Rohstoffen und kurzfristige Effizienzsteigerungen nutzen.

„Diese Maßnahmen können Verbrauchern helfen, Kosten zu senken, Märkte zu entlasten und Kraftstoff für wesentliche Zwecke zu erhalten“, so Birol. Die Agentur hebt hervor, dass gezielte Unterstützung für vulnerable Haushalte effektiver sei als breitflächige Subventionen. Viele Länder – darunter in Asien und Europa – haben bereits erste Schritte wie Tempolimits oder Homeoffice-Appelle umgesetzt. In Slowenien wurden bereits Sprit-Rationierungen verordnet.

In Deutschland und der EU werden die Auswirkungen vor allem bei Kraftstoffpreisen, Heizkosten und Transport stark zu spüren sein, eine neue Inflationswelle ist zu befürchten. Dies gefährdet wiederum eine erhoffte wirtschaftliche Erholung nach der Ukraine-Krise. Die deutsche Bundesregierung prüft zusätzliche Entlastungspakete, doch Birol mahnt: „Ich habe nicht den Eindruck, dass die politischen Entscheider die Tragweite des Problems vollständig verstanden haben.“ Eine globale Kraftanstrengung sei nötig, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen und langfristig die Abhängigkeit von kritischen Routen zu reduzieren.

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Kommentare ( 13 )

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13 Comments
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Memphrite
1 Stunde her

Es gibt keine „Energiekrise“ sondern zwei Nuklearmächte haben das schlimmste Menschheitsverbrechen begangen: Einen provozierten Angriffskrieg! Wie ich schon am 28.02 geschrieben habe: Alles, was kommen wird, all die Toten, die Menschen die Ihre Arbeit und Lebensgrundlage verlieren werden sollen in die USA (Trump) und Israel gehen und dort Schadensersatz fordern, nein die Verhaftung, Nürnberg 2.0  und Hinrichtung von Trump und BiBi. Die Führung von Israel und den USA, sowie all deren Unterstützer bei den Wählern und Medien sind Kriegsverbrecher und sollte zur Verantwortung gezogen werden. Und so wie ich geschrieben habe, wird der Krieg langsam weiter eskalieren, da man mit… Mehr

Bernd Bueter
2 Stunden her

Den zuverlässigen Lieferanten Russland ausgesperrt, die eigenen Kernkraftwerke zerstört und nun jammern über die selbst geschaffene, miese Abhängigkeitlage. Idioten „regieren“ das Land, von Schwachmaten gewählt.
80% schnallen weiterhin nichts.

Klaus Uhltzscht
2 Stunden her

Bundespräsidentin Merkel könnte wieder den Oster-Lockdown verhängen, um die Menschen zu beschützen.

humerd
2 Stunden her

„… der Krieg in Nahost führe zu einer beispiellosen Störung der Öl- und Gasversorgung.“
Herr Selenskyi erlaubt Importe aus Russland nicht, die Klimaretter NGOs in Deutschland plus die DUH verbieten Kohle und Fracking in Deustchland

twsan
2 Stunden her

Kleine Ergänzung zur IEA:

In ihrem Länderbericht 2013 urteilt die IEA über die deutsche Energiepolitik:

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz(EEG) habe sich als sehr wirksames Instrument zur Verbreitung der erneuerbaren Energien und insbesondere der Stromerzeugung durch Biomasse, Windenergie und Photovoltaik erwiesen.
Zudem hat es sich als erfolgreich bei der Drosselung der Kosten erwiesen, wie sich in besonderem Maße an der Senkung der Einspeisetarife für Solarstrom zeigt, zu der es in Antwort auf die rasche Expansion dieser Technologie in den letzten vier Jahren gekommen ist“.

Aus Wikipedia…

Der Michel
2 Stunden her

Die Bundesregierung „prüft“. Wie gut, dass wir eine so verantwortungsbewusste Polit-Elite haben!!!

Last edited 2 Stunden her by Der Michel
Logiker
2 Stunden her

„Gute“ Ratschläge, allenfalls tauglich als Kurzzeit-Placebo. Die wahren Ursachen nicht einmal benennen – weiterhin mit Sanktionen die eigenen Beine weghau’n. >>> Gleichzeitig warnte Costa davor, im Umgang mit Russland im Alleingang zu handeln. Aktuell sollten die US-Bemühungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden nicht gestört werden…….. ……..Vorerst besteht unser Hauptbeitrag dazu darin, den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen und die Ukraine weiterhin mit allen Mitteln zu unterstützen“, sagte der Portugiese. Auch steigende Preise für Öl, Gas und Kraftstoffe ändern laut Costa nichts an diesem Kurs. Ziel bleibe es, unabhängig von russischer Energie zu werden – Verhandlungen mit Russland über… Mehr

Kuno.2
2 Stunden her

Was denn für eine Ölkrise? Das war doch kein Betriebsunfall. Sondern wir hatten den Überfall der Trump Regierung die noch mitten in den laufenden Verhandlungen mit dem Iran stand auf den Iran. Der Iran tat dann das was er für diesen Fall vorher angedroht hatte. Und jetzt will Trump das kilometerbreite Ölleitungsnetzwerk im Iran bombardieren mit wahnsinnigen Umweltschäden. Die Grünen finden das wahrscheinlich nicht schlimm, weil das Klima vom verseuchten Erdboden nicht betroffen ist.

Haba Orwell
2 Stunden her

> IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol warnt aktuell laut Agence France-Presse vor der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten: „Wir stehen vor der größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“ Wollen wir erst mal festhalten, wer es überhaupt verursachte: https://anti-spiegel.ru/2026/bloomberg-das-weisse-haus-konnte-beim-iran-konflikt-dem-auslaendischen-druck-auf-trump-nicht-widerstehen/ > „… Laut der Agentur gehörten der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Medienmogul Rupert Murdoch und Medienvertreter mit konservativen Ansichten zu denjenigen, die Trump hinter den Kulissen zum Angriff auf die Islamische Republik gedrängt haben. Murdoch habe Trump mehrmals kontaktiert und ihn zum Angriff auf den Iran gedrängt, so eine Quelle der Agentur. Gleichzeitig haben Trumps engste Berater, darunter Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister… Mehr

ratio substituo habitus
2 Stunden her

Und wieder einmal nur Vorschläge aus dem ökosozialistischen Erziehungsbuch. Förderung eigener Reserven, Aufhebung von Sanktionen, Maßnahmen zur Minderung der Abhängigkeit (auch wenn diese natürlich nicht kurzfristig wirken) u.s.w. werden nicht einmal erwähnt. Die Indoktrination wird ungebremst fortgesetzt.

Memphrite
1 Stunde her

Nein das ist alles CDU-Politik. Die Grünen/ Linken mögen das gedacht haben aber in die Realität gebracht wurde alles durch die CDU:
Atomausstieg, Kohleausstieg, CO2-Steuer, Sanktionen, Grenzöffnung usw. usw.
Alles CDU. Diese Partei sollte als Terrororganisation verboten und aufgelöst, deren Mitgleider verhaftet und vors Tribunal gestellt werden.
Für deren Führung sollten einen Nürnberg 2.0 Prozess wegen Hochverrat bekommen.