Spanien: Ein Regime am Abgrund erhofft sich Rettung durch Zensur

Zunächst hatten Linke und Extrem-Linke das Wahlrecht schon für 16-jährige gefordert und zum Teil durchgesetzt. Doch die wählten nicht wie gewünscht. Jetzt wird ein Internetverbot für Jugendliche gefordert, um Informationsmöglichkeiten einzuschränken. Dahinter lauern repressivste Maßnahmen für alle.

picture alliance / Sipa USA | Oscar Gonzalez

Ob Zerstörung der Energieversorgung, Vernachlässigung der Transportinfrastruktur oder Förderung illegaler Einwanderung, die die Sozialsysteme und den Wohnungsmarkt implodieren lassen: Spanien hat – wie viele andere europäische Staaten auch – durchdekliniert, wie man sich durch politische Misswirtschaft ruiniert.

Hinzu kommt in Spanien eine beispiellose Korruption. Drei der engsten Vertrauten des jetzigen Ministerpräsidenten sind oder waren deshalb in Untersuchungshaft. Dem obersten Staatsanwalt, vergleichbar dem Generalbundesanwalt in Deutschland, wurde die Ausübung seines Amtes für eine gewisse Zeit untersagt. Die Frau des Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und sein Bruder sind ebenfalls angeklagt.

Ist eine Regierung erst einmal in einer Situation, in der die eigene Inkompetenz und die fatalen Folgen dieser Politik nicht mehr wegpropagandiert werden können, müssen Schuldige her. Denn an ihnen selbst, so die Logik der politischen Versager, kann es ja nicht liegen. Also müssen Ursachen und Schuldige präsentiert werden. Trump und Putin taugen zu viel, aber eben nicht mehr zu allem, also müssen andere Gründe erfunden werden. Da bietet sich Elon Musks X an. X ist eine der wenigen Plattformen, die noch eine freie Meinungsäußerung erlaubt.

Das ist den sozialistischen und kommunistischen Führern der spanischen Regierung, die über keine Mehrheit mehr im Parlament verfügt, seit die nationalistische katalanische Junts die Tolerierung aufgekündigt hat, natürlich ein Dorn im Auge.

Partisanentaktik gegen Meinungsfreiheit
X-Razzia in Paris: Wer nicht nach EU-Regeln spielt, wird bekämpft
Das Problem dieser Regierung – wie auch der französischen und der deutschen – besteht darin, dass sie die sozialen Netzwerke, die zu einem wichtigen Informationskanal geworden sind, nicht kontrollieren kann. Das erklärt zum Teil die von Sánchez diese Woche angekündigte digitale Zensur. Seit langem ist dieser Weg der freien Verbreitung von Informationen und Meinungen für den sozialistischen Politiker zu einer regelrechten Obsession geworden.

Sánchez verglich die Nutzung sozialer Netzwerke sogar mit dem Kauf einer Waffe, eine Ungeheuerlichkeit, die stark an die fadenscheinigen Ausreden des Diktators Nicolás Maduro erinnert, um Twitter in Venezuela zu sperren. Allerdings verfügt Sánchez derzeit nicht über die parlamentarische Mehrheit, um diese Maßnahmen zu verabschieden. Denn Zensur betrifft auch in Spanien die Grundrechte. Sánchez regiert derzeit “demokratisch” durch Dekrete am Kongress vorbei. So hatte er vor kurzem zusammen mit seinen kommunistischen Koalitionspartner die Legalisierung von 500.000 illegal in Spanien lebenden Ausländern verfügt.

Pedro Sánchez wählte eine passende Gelegenheit, um über den Schutz der Bürger, ganz besonders der jungen Bürger, und der Demokratie zu sprechen. Er tat das auf einem Treffen mit autokratischen und undemokratischen Staatschefs aus Georgien und Burundi beim World Governments Summit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das ist ebenso faszinierend wie aufschlussreich. Der Präsident sprach davon, Minderjährige vor den Gefahren sozialer Netzwerke zu schützen, und wetterte gegen angebliche Tech-Oligarchen. Hinter den vermeintlich „edlen“ Zielen des Schutzes Minderjähriger steckt allerdings eine andere Agenda. Sie sieht die Einführung digitaler Identitäten, biometrische Kontrollen für alle und Vorabzensur in Verbindung mit staatlicher Überwachung vor.

Sánchez, Macron, aber auch CDU, SPD, Grüne und Linke, sehen seit neuestem mit Argwohn auf die junge Generation. Linke Parteien, zu denen in Deutschland mittlerweile auch CDU/ CSU gehören, hielten es bisher immer für ausgemacht, dass die ganz Jungen ihre Wähler seien. Da die Jungen aber, zum mindestens teilweise, erkannt haben, dass sie es sein werden, die die Folgen der katastrophalen Politik der letzten Jahrzehnten werden ausbaden müssen, haben sich deren Präferenzen verändert.

Also versucht man, junge Menschen von Inhalten, die nicht staatlicher Propaganda entsprechen, abzuschirmen – unter dem Vorwand, sie vor Pornografie und anderen gefährlichen Inhalten schützen zu wollen. Das geschieht mit einer Unverfrorenheit, die sprachlos macht. Die kommunistische Vizepräsidentin der spanischen Regierung etwa, Yolanda Díaz, behauptet, auf X würden Hass und Hetze verbreitet. Deswegen müsse die Plattform bestraft und reguliert werden, um so zum Gehorsam erzogen zu werden.

Stalin hätte das nicht besser sagen können.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 25 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

25 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
cogitoergosum
1 Monat her

Wurde überhaupt schon erwähnt, dass P. Sanchez Kandidatur mit Mitteln finanziert wurde, die aus den Schwulenbordelle des Schwiegervatters stammten? Pedro Sanchez’s Frau machte Abends die Runde und kassierte. Dort wurde fleissig gefilmt, und mit diesem Filmmaterial wurden wichtige Persönlichkeiten, die am Anfang ihm feindlich gegenüberstanden, plötzlich auf Linie getrimmt.

Franz Schroeder
1 Monat her

Warum schreibt eigentlich niemand darüber, was es bedeutet und der wahre Grund für eine Altersbeschränkung im Internet ist. Wie, ja wie wird das denn gehandhabt mit der Altersbeschränkung? Genau, mit vorlegen der Legitimation durch den Ausweis. Alle, alle müssen sich dann registrieren lassen ohne Ausnahme. Denn Oma und Opa müssen ja auch Nachweisen, dass sie 16 sind. SOMIT HABEN SIE DIE KOMPLETTE KONTROLLE DARÜBER, WER WAS WIE WO IM INTERNET GESEHEN, ABER VOR ALLEM GESCHRIEBEN HAT. Also wann lese ich endlich einen Beitrag darüber….? UND WIEDER WERDEN ALLE VERAR….,.OHNE ES ZU MERKEN, WIE MAN SIE ALLE ENTMÜNDIGT. …….und Viele fordern… Mehr

joseph
1 Monat her

Wird unter anderem in Tschechien auch von Rechten gefordert.

Anne W
1 Monat her

Und wieder so ein europäischer „Sozi“, der nichts zustande bringen wird.

Die Mächtigen, nicht mehr „geliebten“ schreien immer dann nach Zensur mit der Hoffnung, Kritiker zum Schweigen zu bringen.

So wie über Madame Macron Gerüchte im Internet kursieren, so gibt es auch inzwischen welche zu Sanchez „Liebster“.

Last edited 1 Monat her by Anne W
hho
1 Monat her

Und auch in Spanien sind sie vom Bürger gewählt worden und würden nicht abgewählt, wenn morgen Neuwahlen anstünden. Wie kann das sein?

Phil
1 Monat her

Der Sozialismus, immer wieder die selbe Scheisse. Wer immer wieder das selbe wählt aber etwas anderes als Hunger, Not, Kontrolle, Unterdrückung, Zwang und Massenmord erwartet, sollte vielleicht mal seinen Kopf untersuchen lassen. Sozialismus ist wie Krebs und sein Endstadium lautet immer, Hitler, Stalin, Mao und Pol Pot.
Das ganze links-rechts-gelaber ist nur eine Nebelkerze, Sozialismus ist der Tod auf Raten, der Tod der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Familie, der Freiheit und des Individuums.

andreas
1 Monat her

Die zweite Sowjetunion folgt der ersten nach. Der Wahnsinn ist hier noch breiter aufgestellt. Viva 😄 Espana.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  andreas

Spain’s far-left Más Madrid spokesperson Tesh Sidi reacted to statistics indicating that the likelihood of being robbed by a migrant is higher than by a native Spaniard by saying there is no need for concern, as her party is working to ensure migrants soon become Spaniards.
“We’ll make sure only Spaniards rob you,” she said.  https://x.com/visegrad24/status/2021593461929947422
Was stimmt mit denen nicht?

Kuno.2
1 Monat her

Die Spanier machen dasselbe wie vor dem Jahr 1936. Damals führte der Linksradikalismus der Regierung in Madrid zur Stärkung der Rechtsbewegung des General Franco und zum lange Jähre währenden Bürgerkrieg.

Deutscher
1 Monat her

Naja, jetzt macht man halt genau das, worüber man vor Jahren noch empört war, als Russland, Weißrussland, China, Nordkorea und andere ähnlich vorgingen.

OJ
1 Monat her

Wenn die erhofften Marionetten nicht tanzen, verbietet man einfach die Musik. So demokratisch kann nur sein, wer die Demokratie hasst❗
Machen sie das Kreuz an der richtigen Stelle, es gibt nur eine richtige Stelle.

Last edited 1 Monat her by OJ