Ist eine Trennung von Staat und Religion möglich?

Angesichts politisierender Kirchen und des politischen Islams werden Stimmen lauter, die für Deutschland eine radikale Trennung von Staat und Religion fordern (Laizismus). Doch die Trennung von Staat und Religion kann immer nur eine unvollständige sein.

Es gibt Politiker, die einer klassischen Religion angehören. Und wenn sie echt religiös sind, dann können sie gar nicht anders, als manche ihrer religiös-ethischen Einstellungen in die Politik einzubringen:

  • Die klassisch-katholische Politikerin wird etwa in der Abtreibungsfrage nicht die Einstellung „mein Bauch gehört mir“ vertreten können.
  • Der EKD-evangelische Politiker wird für den Klimaschutz und für ein Tempolimit eintreten, wie es auf der EKD-Synode 2022 beschlossen wurde.
  • Der evangelikale Politiker, der in Israel den „Augapfel Gottes“ sieht (Sacharja 2,12), wird eine entsprechende israelfreundliche Außenpolitik unterstützen.
  • Jeder strenggläubige muslimische Politiker wird selbstverständlich seine göttliche Scharia im Streitfall über das menschliche Grundgesetz stellen.

Religion, die als Herzensbindung Einfluss auf den ganzen Menschen haben kann, kann niemals nur Privatsache sein. Eine radikale Trennung von Staat und Religion ist in einer Demokratie, in der für Politiker die Religionsfreiheit gilt, nicht möglich.

Hinzu kommt, dass es unzählige Politiker gibt, die säkular-religiöse Weltanschauungen vertreten. Nehmen wir nur etwa die „John-Lennon-Imagine-Religion“, die unter schwarz-rot-grünen Politikern weit verbreitet ist.

Diese „Imagine-Religion“ tut zwar auf der einen Seite so, als würde sie „Religion“ ablehnen: „Imagine there’s no heaven (…) and no religion too“ = „Stell dir vor, es gibt keinen Himmel (…) und auch keine Religion“.

Auf der anderen Seite inszeniert sich die „Imagine-Relgion“ selber durch und durch als missionarische Erlösungsreligion: „Stell dir vor, es gäbe keine Länder mehr (…) und alle Menschen würden in Frieden leben (…) Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz und damit (…) nur noch eine geschwisterliche Menschengemeinschaft (…) Ich hoffe, dass du dich uns anschließt und die ganze Welt wird eins werden“.

Das dazugehörige Video zeigt John Lennon und seine Frau Yoko Ono, die zusammen aus einem dunklen Pfad herausgehen in ein hell erleuchtetes weißes Haus, in einen weissen Raum, in dem John Lennon an einem weißen Flügel „Imagine“ singt und Yoko Ono im langen weißen Kleid die Fensterläden öffnet, damit das Licht hereinkommt. Das ist säkular-religiöse Ikonographie in Reinkultur. In der Christusfarbe weiß wird die mystische Vereinigung der ganzen Welt in eine messianische Harmonie hinein veranschaulicht und über 100 Millionen Mal an die Gläubigen verkauft.

Die „John-Lennon-Religion“ und ihre Pastöre und Missionare laizistisch vom Staat zu trennen, würde für Deutschland heißen, dass es im Bundestag links der AfD recht leer werden würde.

„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“ und deine Religion (Martin Luther).
In diesem Sinne sind nahezu alle Menschen entweder traditionell oder säkular religiös.

Religiosität als sinnstiftende Herzensbindung ist menschlich-allzumenschlich. Eine Politik, die eine absolute Trennung von Staat und Religion fordert, kann darum nur unmenschlich sein. Jede Politik, die eine strikte Trennung von Staat und Religion fordert, sieht den religiösen Splitter im Auge des Nachbarn und übersieht sträflich den religiösen Balken im eigenen Auge. „Laizismus“ heißt dann oft nicht anderes, als dass Politiker mit (säkular)religiösem Balken im eigenen Auge mit mehr oder weniger Staatsgewalt an den religiösen Splittern ihrer Mitmenschen herumdoktern.

Die Trennung von Religion und Staat kann immer nur unvollständig sein. Die deutsche Rechtsprechung benutzt dafür den juristischen Terminus technicus „hinkende Trennung“. Dieser Begriff wurde 1926 von dem bedeutenden Kirchenrechtshistoriker Ulrich Stutz für die Kirchenbestimmungen der Weimarer Reichsverfassung Art 136-141 geprägt, die durch Artikel 140 Grundgesetz weiterhin gültig sind.

Bei dieser „hinkenden Trennung“ möchte ich folgende Überlegungen in die Diskussion einbringen:

Erstens: In der Verfassung dürfen keine spezifischen (säkular)religiösen Inhalte für alle Bürger verpflichtend festgelegt werden. Eine demokratische Verfassung kann nur eine Verfahrensordnung für den kontrovers-friedlichen Umgang aller (säkular)religiösen Bürger sein. Wenn etwa die Klimaziele einer säkularreligiösen Klimabewegung in die Verfassung eingeschrieben werden, dann findet eine Verschmelzung von Staat und Säkularreligion statt, oft genug gerade von denen gefördert, die eigentlich für einen „Laizismus“ eintreten.

Zweitens: Bei entsprechenden Mehrheiten im Bundestag können bestimmte (säkular)religiöse Inhalte solange politisch für alle verbindlich werden, wie entsprechende Mehrheiten gegeben und Minderheitenrechte berücksichtigt sind.
Wenn etwa die säkularreligiöse Klimabewegung eine Bundestagswahl gewinnt, dann dürfen deren Ziele für eine Legislaturperiode für unser Land als wegweisend erklärt werden. Wenn aber die säkularreligiöse Klimabewegung in ihrer Legislaturperiode funktionsfähige Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke in die Luft sprengt, dann ist dies ein undemokratischer Akt, weil Demokratie eigentlich immer nur Herrschaft auf Zeit ist.

Drittens: Die Bürger müssen das Recht haben, sich vor übergriffigen (säkular)religiösen Belästigungen und Missionsbemühungen zu schützen.
Dazu kann auch der Widerstand gegen die Regenbogenflaggen der säkularreligiösen Genderbewegung auf staatlichen Gebäuden gehören, was eine unzulässige Verschmelzung von Staat und Säkularreligion darstellt.

Viertens: Staatsorgane müssen gegenüber religiösen Gemeinschaften und (säkular)religiösen NGOs eine neutrale Einstellung haben, sofern nicht juristisch eindeutig bewiesen wurde, dass diese den Boden des Grundgesetzes verlassen haben. Wenn zum Beispiel unsere Staatsorgane der „Desiderius-Erasmus-Stiftung“ nicht die ihr zustehenen Stiftungsgelder auszahlen, weil die säkularreligiöse Bewegung „Kampf gegen rechts“ dies verbietet, dann braucht es an dieser Stelle unbedingt der Trennung von Staat und Säkularreligion. Diese Trennung kann nur hinkend sein, weil die säkularreligiösen Kämpfer gegen rechts weiter in den Ämtern sitzen. Aber eine Auszahlung der Gelder an die Desiderius-Erasmus-Stiftung ist bei einer Trennung von Staat und Religion unbedingt notwendig, egal wie die auszahlenden Amtsinhaber selber (säkular)religiös aufgestellt sind.

Eine hinkende Trennung von Staat und Religion hält das Verhältnis von den (säkular)religiösen Grundüberzeugungen der Politiker und der hinter ihnen stehenden Bewegungen und der notwendigen staatlichen Neutralität in einem lebendigen dialogischen Verhältnis. Die staatliche Neutralität ist notwendig und unverzichtbar, um die bürgerlichen Freiheiten nicht durch staatliche Konfessionszwänge zu zerstören. Wenn sich gegenwärtig in unserem Land Säkularreligionen mit dem Staat verschmelzen, dann fällt Deutschland in ein konfessionelles Zeitalter zurück wie wir es beispielsweise vor dem Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 hatten.

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Kommentare ( 40 )

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Fralarovi
1 Monat her

Nicht alle religiös-weltanschaulichen Denkvoraussetzungen und Gedankengebäude haben originär Demokratie hervorgebracht.

Zum Beispiel sucht man in kommunistischen, transhumanistischen, islamischen und sonstigen Religionen und Weltanschauungen vergeblich nach dem Fundament für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.
Prophet eines antichristlichen Imperiums. Die Botschaft des Yuval Noah Harari | Bibelbund
Die christliche Goldene Regel im Zusammenhang mit den Zehn Geboten sind ja gerade der Maßstab, um das Verhalten der Einflussreichen und Mächtigen zu messen und zu beurteilen.
Das wird aber viel zu wenig getan. Dazu wäre eine wirklich freie Presse gemäß dem Pressekodex (Wahrheit und Menschenwürde) aber verpflichtet.

Fralarovi
1 Monat her

Vielen Dank für diesen umsichtigen Kommentar.
Welche ethische Grundlage hätten wir ohne die christlichen Maßstäbe wie die Goldene Regel im Zusammenhang mit den Zehn Geboten, um unser Streben nach Freiheit, Rechtstaatlichkeit, Objektivität und Demokratie zu verteidigen?

Was wirklich hinter unserem System steckt (Markus Krall) – YouTube

Marcel Seiler
1 Monat her

Mit hochphilosophischen, abstrakten Diskussionen, ob prinzipiell Religion und Staat zu trennen sind, kommen wir dem wirklichen Problem nicht bei: dieses Problem heißt Islam. Ohne Islam gab es ein einigermaßen funktionierendes Friedensverhältnis zwischen den christlichen Konfessionen und dem Staat. Mit dem Islam gibt es Krieg.

Dieser Krieg kann nur gewonnen werden, wenn dem gesellschaftsideologischen Teil des Islams der Religionsschutz des Art. 4 Grundgesetz entzogen wird und es den Islam-Vertretern verboten ist, grundgesetzwidrige Inhalte als Religion zu lehren. So wie es jetzt aussieht, braucht es dazu strikte staatliche Kontrolle. Auch viele Muslime würden das begrüßen.

Last edited 1 Monat her by Marcel Seiler
Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Marcel Seiler

Wir hätten nie anfangen dürfen, mit dem Islam Krieg zu führen. Dann wäre es nicht so weit gekommen. Die eigene bemächtigende, kriegerische Haltung trieft aus allen Poren.

Es bringt kein Heil, wenn man mit Kräften weiter in die falsche Richtung rennt.

Marcel Seiler
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Sie haben mich missverstanden: Es ging mir nicht um den Irankrieg oder den Gaza-Krieg. Es ging mir um den innenpolitischen Krieg in Deutschland gegen die Kräfte des Islams. Diesem Krieg können wir nicht ausweichen; er wird uns aufgedrängt.

Last edited 1 Monat her by Marcel Seiler
Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Marcel Seiler

Das ist nicht voneinander trennbar. Der aufgestaute Ärger hat hier wie dort dieselben Gründe.

Übertreibung: War das Stürmen des Capitols in den USA auch schon Krieg?

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Wer ist denn „wir“? Und sind diese Leute nach Deutschland verschleppt worden?

Marcel Seiler
1 Monat her
Antworten an  verblichene Rose

Warum stellen Sie rhetorische Fragen, anstatt Ihre Meinung offen zu äußern? Das kann doch nicht so schwer sein.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Marcel Seiler

« Warum stellen Sie rhetorische Fragen »

Weil darin die Antwort liegt.

Marcel Seiler
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Ich habe verstanden, dass Ihnen irgendetwas nicht passt. Wahrscheinlich sogar sehr viel. Unklar ist, was. Nur wenn man so etwas klar benennt, kann es eine Diskussion werden. Sonst wird es eine Schlammschlacht.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Marcel Seiler

« Diskussion »

Ich will mit Ihren gar keine Diskussion. Ich will auf (andere) Gedanken bringen. Ob Sie das machen oder nicht, liegt an Ihnen. Ich weiß auch nicht, wie mundgerecht es für Sie ein muss.

Reinhard Peda
1 Monat her

Mir würde es schon reichen wenn das Wissen regiert, und nicht irgendwelcher Glaube. In einem islamischen Staat wird das Wissen vom Glauben unterdrückt.
Wobei der Glaube nur zur Unterdrückung von Menschen genutzt wird. Eine perfekte Situation für Machthaber, in diesem Umfeld die Menschen auszubeuten (?) ! Woanders reicht das politische System, Kommunismus, Diktatur und so weiter, um den selben Effekt zu erreichen.
Die einzig funktionale Abwehr um sich von solchen Machenschaften zu befreien liegt in der Einführung der direkten Demokratie. Mehr Schweiz wagen ist angesagt. Eine direkte Demokratie ist zu wenig für die Welt!

Mausi
1 Monat her

Unser GrundG trennt die Institution Staat von der Institution Kirche. Das ist etwas anderes als die Trennung von der Religion. Natürlich sind wir, ist unsere Kultur und ist unser Staat christlich unterlegt. Die Abschaffung dieser Basis, das Ersetzen durch goldene Kälber, auch das Nichtwissen darum, was alles in unserem Alltag auf christlicher Grundlage beruht, macht erst den Staat und dann unsere Gemeinschaft zum Spielball. Zum Spielball für diejenigen, die nach einem anderen Kit suchen, vgl. Noah Yuval Harari. Für die christlich unterlegte Bevölkerung – und selbst Atheisten sind christlich unterlegt – hat das mit Klima gut funktioniert. In meinen Augen… Mehr

Last edited 1 Monat her by Mausi
Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Mausi

Die Frage ist doch, ob im Zweifel die Prinzipen der Religion oder des Grundgesetzes gelten sollen.

Wobei Imanuel Kants Theorem zu gelten hat, dass ein ein Gesetz (oder allgemeiner eine Entscheidung) als Prinzip so beschaffen sein muss, dass man sich ihm unterwirft, sollte es sich gegen einen selber richten. Kurzum: Was für den Islam gelten soll (oder nicht gelten soll), muss auch fürs Christentum gelten.

Deutscher
1 Monat her

Man ist ja von Ihnen einiges gewohnt, Herr Zorn. Aber heute schreiben Sie einen derartigen Käse, dass man nicht mal mehr weiß, wie man darauf reagieren soll.

AlNamrood
1 Monat her

Das Christentum wurde historisch zur Genüge zurückgedrängt um sich aus der politischen Sphäre raus zu halten. Jedenfalls größtenteils.

Der Islam hat diese Erfahrung nie gemacht, hat im Gegenteil jeden Versuch erfolgreich niedergeschlagen oder überwunden. Siehe Türkei. Somit besteht sein inhärenter universeller Machtanspruch weiter.

achijah
1 Monat her
Antworten an  AlNamrood

Das Christentum passt sich oft genug dem Mainstream an, um doch weiterhin in der staatlichen Sphäre als Player mitzuspielen (vgl. EKD), womit aber der christliche Glaube in seinem Kern pervertiert wird.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  achijah

Man kann auch verweltlichen ohne zum Mainstream zu gehören und so tun, als käme es aus der Religion.

Fralarovi
1 Monat her
Antworten an  achijah

Vielen Dank für den ideengeschichtlich sehr guten Artikel, Herr Zorn! Seit über vierzig Jahren beschäftige ich mit der christlichen Grundlage für das Streben nach Menschenwürde, Menschenrechten, Gleichheit vor dem Gesetz, nach Objektivität, Wissenschaftlichkeit und Demokratie, nach Wohlstand für alle sowie Freiheit und Frieden. Ich nehme an, dass Ihnen Autoren wie Francis Schaeffer, Larry Siedentop, Rodney Stark und Vishal Mangalwadi bekannt sind. Sie haben unsere Denkvoraussetzungen wie „Aufklärung“, „Darwinismus“, Kommunismus, Relativismus, Reduktionismus usw. hinterfragt und kommen somit zu ideengeschichtlich relevanten, realistischen, hilfreichen Ergebnissen. Francis Schaeffer – Wie sollen wir denn Leben? – YouTube Mangalwadi Vortrag: Was ist nur los mit dem… Mehr

Wise Otherwise
1 Monat her
Antworten an  AlNamrood

Das Christentum wurde vor allen in den Anfängen bekämpft, ist dann aber später einer viel grösseren Gefahr erlegen, der Korrumpierung durch die weltliche Macht, die sie erlangt haben.

Sie haben die wichtige Mahnung vergessen: „MEIN Reich ist nicht von dieser Welt (Joh 18:36)

Dass King Charles (der formal auch das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche sein soll, und daher den Titel “ Verteidiger des Glaubens“ trägt) dieses Jahr auf eine Osterbotschaft aus dem Palast verzichtet, spricht für sich.

Dafür hat er erst kürzlich über Social Media einen „gesegneten und friedlichen Ramadan“ gewünscht.

Weisste Bescheid.

Last edited 1 Monat her by Wise Otherwise
LiKoDe
1 Monat her

Die rhetorische Frage »Ist eine Trennung von Staat und Religion möglich?«führt in die Irre. Der Laizismus fordert eine Trennung von Staat und Kirche. Beides sind rechtlich eigenständige und voneinander unabhängige Institutionen. Vertreter und Mitarbeiter staatlicher Institutionen [Gesetzgebung, ausführende Gewalt (Regierung, Behörden), Rechtsprechung] handeln aufgrund von Gesetzen. Ihre Weltanschauung (Religion als Teil davon) ist ihre Privatangelegenheit. Vertreter und Mitarbeiter der Kirche handeln innerhalb der Angelegenheiten der Kirche aufgrund eigener Regeln; dabei sind sie stets an Recht und Gesetzt des Staates gebunden. Bischöfe erklären zu Amtsantritt ihre Unterwerfung unter dem Staat. Wo Weltanschauung mit dem Gesetz zusammenstösst, entscheidet die Rechtsprechung, was gültig… Mehr

achijah
1 Monat her
Antworten an  LiKoDe

Nein. Diese totale Unterordnung unter den Staat und seine Gesetze, die Sie vorschlagen, können Gläubige nicht mitmachen, wenn die staatlichen Gsetze ihren Glaubensvorstellungen diametral entgegenlaufen.

LiKoDe
1 Monat her
Antworten an  achijah

Der Treueeid der Bischöfe gegenüber dem Staat [der Verfassung] bezieht sich rein auf die weltlich-rechtliche [staatskirchenrechtliche] Beziehung. Die Religion und der Glaube sind davon nicht betroffen. Einzelfragen sind gegebenenfalls vor Gericht zu klären.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  achijah

Na, da sind wir doch dem Islam schon mal näher.
Notabene: Auch das Grundgesetz kommt vom Staat.

achijah
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

An diesem formalen Punkt tun sich Christen und Muslime und Säkularreligionen nichts. Das zeigen meine vier einleitenden Beispiele. Es ist nur die Frage, an welchem Punkt sie jeweils sehen, dass staatlichen Gesetze ihrem Glauben diametral entgegengesetzt sind.
Das Grundgesetz ist fast ausschließlich von Christen entworfen und verfasst worden, so dass sich deshalb Christen gut darin aufgehoben fühlen können, sofern es gegenwärtig nicht von Säkularreligionen verschlimmbessert wird.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  achijah

Wozu müssen Christen ein neues Grundgesetz entwerfen, wenn sie schon eines haben, Herr Zorn? Der Islam tut’s doch auch nicht. Wer ist jetzt konsequenter, sprich ernsthafter mit seiner Überzeugung?

Die „Säkularrreligionen“ habe ich an anderer Stelle kommentiert.

Fralarovi
1 Monat her
Antworten an  achijah

Es gibt die Bewegung „Imagine there is no hate“, die von Magdalena Adamowicz, der gläubigen Witwe eines von einem Hasser ermordeten friedliebenden polnischen Oppositionspolitikers, ins Leben gerufen wurde, um Hassreden und –texte zu überwinden. Diese Bewegung hat nur sehr oberflächliche Ähnlichkeit mit dem Lied von John Lennon „Image there’s no heaven … And no religion,too”. Ansonsten ist die Stoßrichtung diametral entgegengesetzt: Hier aktiver Glaube, der sich bemüht, die Liebe des sich aufopfernden Gottes in der Welt umzusetzen, dort im Lied von Lennon die Illusion. die Verallgemeinerung, die Vorurteile, verbunden mit Wunschträumen. Die überwältigende Interpretation des Lennon-Liedes durch den irakischstämmigen Sänger Emmanuel… Mehr

Retlapsneklow
1 Monat her

„Ehe du anfängst, den Staat neu zu ordnen, grabe deinen Garten dreimal um.“ (Konfuzius) ♦ Was, wenn gute Gesetze am Ende der Legislatur hinfällig würden, z.B. für eine solide Energieversorgung, die Rentenvorsorge und auch sonst allgemein? Gesetze müssen vor allem verlässlich sein, weil man sich nicht alle 4 Jahre neu einrichten kann. ♦ Was soll es, Religion als Mitbringsel ins Parlament zu erwähnen, wenn es ohnehin für sämtliche Weltanschauungen selbstverständlich ist – und Religion auch noch ein Feigenblatt vor falschem Religionsverständnis sein kann? (Tatsächlich heißt die Formel: „Trennung von Kirche und Staat.“) ♦ Was soll es, den Kunstbegriff der Klimareligion… Mehr

Last edited 1 Monat her by Retlapsneklow
Wise Otherwise
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

„Wer Gottes Wille auf Erden geschehen lassen möchte (→ Vaterunser), muss sich fragen, ob er sich selber von Gott lenken lassen will, was nur geht, wenn er sich ihm unterwirft.“

Diesen Satz unterschreibe ich!

Aber! Jetzt kommt der Haken. Jeder, der das wirklich ernsthaft versucht, wird feststellen: Ich schaffe es nicht, sondern brauche Vergebung und Heilung. Für solche Menschen ist Jesus Christus Mensch geworden, gestorben und auferstanden.

Die Hauptbotschaft die Christen in die Welt tragen sollen heisst daher nicht „Halte die Gebote“ sondern die Einladung „Lasst Euch versöhnen mit Gott“ (2. Korintherbrief 5:20).
🤗

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Wise Otherwise

« Jeder, der das wirklich ernsthaft versucht, wird feststellen: Ich schaffe es nicht, sondern brauche Vergebung und Heilung »

Richtig! Dafür muss er aber auch selber etwas tun. Er muss die richtige Einstellung dafür mitbringen. Er muss auch seine Gedanken, seine Gewohnheiten, seine Selbstverständlichkeiten, seine Reflexe, seine Automatiken infrage stellen. Er muss wissen, dass er Fehler gemacht hat. Er muss an sich selber arbeiten. Auch die Bibel gibt Auskunft, was methodisch noch dazugehört.

Hat jemand den Ostergottesdienst des Papstes in Rom gesehen einschließlich Publikum? Es war viel Demut zu sehen.

Last edited 1 Monat her by Retlapsneklow
verblichene Rose
1 Monat her

Ich habe mich längst mental von diesem Staat getrennt. Für mich als Christ gibt es nur eine wahre Institution! Natürlich halte ich mich an die weltlichen Regeln, aber der mich beurteilt ist nicht von dieser Welt. Gott und ich kennen keine Religion. Und nichts und niemand kann uns trennen!

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  verblichene Rose

Ich trenne Jesus nicht von Gott. Aber wenn Jesus Gott in Menschengestalt war, warum sollte Gott nach dem Tod Jesu seine eigene Gestalt dauerhaft verdoppeln?

Wise Otherwise
1 Monat her
Antworten an  verblichene Rose

Nikodemus ist auch zuerst bei Nacht zu Jesus gekommen.