Der vermeintliche Klimakampf-Erfolg

Nach der vom IPCC offiziell abgesagten Klimakatastrophe gibt es in der Bundesregierung kein Eingestehen von Irrtümern oder Fehlentscheidungen. Im Gegenteil: Die Abwendung des Extremszenarios wird dreist als Erfolg der deutschen Klimapolitik verkauft.

IMAGO

Das Klimaszenario RCP 8.5 wurde durch das IPCC zurückgenommen, es sei unplausibel. Das sollte die (im treffenden Sinne des Wortes) aufgeheizte Klimapolitik und -propaganda eigentlich beruhigen – ganz so schlimm kann es also nicht kommen. Keineswegs denkt man in den Regierungsparteien nun über gelassene und sachliche Entscheidungen im Energieversorgungssystem nach. Es gilt das „weiter so“, koste es, was es wolle.

Mit dem Entfall des Szenarios RCP 8.5, durch 44 IPCC-Autoren bestätigt, entfällt das Horrorszenario, auf dessen Basis deutsche Politik und Medien sofortiges Handeln anmahnten. Insbesondere der schnelle und noch schnellere Ausbau der sogenannten „Erneuerbaren“, unabhängig vom nachhängenden Netzausbau, steigenden Strompreisen und fortschreitender nachhaltiger Deindustrialisierung, wurde gebetsmühlenartig gefordert. Nun wird es bis zum Jahr 2100 nicht 4,4 bis 5,7 Grad wärmer werden und man könnte vom Alarmismus ablassen. Selbst der Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom März 2021, der die Grundrechte künftig von der Erfüllung der Minderungsziele abhängig macht, wäre zu korrigieren.

Einsicht wäre der erste Weg zur Besserung
Das IPCC geht von einer Erwärmung von etwa 2,5 Grad aus – gemessen ab 1870 oder einem anderen frei wählbaren Termin der sogenannten vorindustriellen Zeit, egal in welcher Genauigkeit gemessen oder errechnet. Etwa 1,5 Grad sind bisher schon „geschafft“, die restliche Erwärmung sollten wir durch nur noch moderat nötige Anpassungsmaßnahmen überleben. Wer erklärt das jetzt den zukunftsängstlichen, teils traumatisierten Kindern und Jugendlichen von Fridays for Future?

Da eine Zieländerung oder gar das Eingestehen eines Irrtums oder von Fehlentscheidungen unserer Regierung nicht zuzumuten ist, gilt es, eine Erfolgsgeschichte aus dem nun gestorbenen Szenario zu machen. Die Abkehr von einem Extremszenario sei ein Erfolg unserer Klimapolitik, heißt es nun. Das ist zweifelhaft angesichts des deutschen Anteils an den globalen anthropogenen CO2-Emissionen von nur noch 1,5 Prozent.

In einer aktuellen Stunde im Bundestag am 20. Mai 2026 wurde nach dem Monitoring der deutschen Klimapolitik bezüglich des Milliardenaufwandes gefragt. Finanzminister Klingbeil (SPD) antwortete: „Ich brauche keine Zahlen, um zu wissen, dass es richtig ist …“ (ab Minute 40). Da wundert man sich als Wahlvolk, weil man annimmt, dass insbesondere der Umgang mit Zahlen eine für einen Finanzminister vordringliche Aufgabe sein könnte. Nun ist Minister Klingbeil Politikwissenschaftler und Parteisoldat ohne jegliches Vorleben in Wirtschaft oder Finanzen, das kann man ihm nicht vorwerfen. Aber ist er im richtigen Job? Dafür müsste er permanent mit Zahlen arbeiten und vor allem jede Ausgabenposition penibel hinterfragen. Das Geld anderer ausgeben macht unter den Sozialisten jeder gern, aber allein der Versuch klugen Wirtschaftens ist bei der SPD nach Eichel und Steinbrück offenbar out.

Vom Sieg zur Weltrettung

Nun gilt es bei den Regierungsparteien sowie Links und Grün, die Rücknahme des Szenarios 8.5 in einen Sieg umzudeuten. Mark Helfrich (CDU) sieht den Regierungskurs bestätigt, man dürfe in den Klimaschutzbemühungen „nicht nachlassen“. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Klimaaunion. Wer diese in der eigenen Partei hat, braucht keine Grünen mehr als Gegner.

Doktor Nina Scheer, ausgebildete Violinistin und promovierte Politikwissenschaftlerin, energiepolitische Sprecherin ihrer Fraktion, aber tieferer Kenntnis eines Energieversorgungssystems unverdächtig, verweist auf eine angebliche Emissionssenkung Chinas trotz Wirtschaftswachstum. Das trifft für das erste Halbjahr 2025 wohl zu. Über längere Sicht steigerte das Land die Emissionen von 2000 bis 2024 von 3,648 auf 13,125 Gigatonnen (Gt). Im gleichen Zeitraum senkte Deutschland heldenhaft von 1,044 auf 0,656 Gt. Man könnte diese Trends hinsichtlich ihrer „Klimawirkung“ berechnen, auf Grundlage der CO2-Budgets, die für den Pariser Klimavertrag zugrunde gelegt wurden. Das macht in Deutschland aus gutem Grund niemand und den Finanzminister interessieren Zahlen ohnehin nicht. Aber genau hier liegen die Einsparoptionen hinsichtlich Aufwand und Nutzen.

Richtig ist, dass in China Wind- und PV-Anlagen stark zugebaut werden. Diese Halbwahrheit ruft nach Ergänzung. Im Jahr 2024 gingen 30 Gigawatt (GW) neue Kohlekraftwerksleistung ans Netz und es begann der Bau von 63 neuen Kohlekraftwerken. Im Jahr 2025 kam es zu einer Rekordsteigerung der Kapazität von 78 GW. Auch wenn in China diese Kraftwerke oft nicht mehr in der Grund-, sondern in der Regellast eingesetzt werden, wird es zu einer Steigerung der Emissionen kommen.

Gegenwärtig steigt Chinas Kohleverbrauch weiter. China verbrennt mehr Kohle auch als Folge des Irankrieges, um LNG zu sparen. Gleichzeitig schwächelt die Windstromproduktion, ein Zeichen des auch in Europa zu beobachtenden „terrestrial stilling“? Zudem baut kein anderes Land der Welt so viele Kernkraftwerke in Serie, termingerecht und preiswert. Derzeit sind 125 Gigawatt (GW) Kernkraftwerksleistung in Betrieb oder genehmigt, noch vor 2030 wird China weltweit Spitzenreiter bei der Stromerzeugung aus Kernkraft sein.

Wie alle wachsenden Länder nutzt auch China alle Energiequellen. Man kann es sich nicht leisten, aus klima- oder atomideologischen Gründen auf einige zu verzichten und den Energiemix staatlich befohlen zu verengen. Das macht nur Deutschland mit seinem unausgesprochenen Ziel des Degrowth.

Michael Kellner von den Grünen, ehemaliger Staatssekretär unter Messias Habeck, auch er vom Stamm der realitätsfernen Politikwissenschaftler, führt den „Erfolg“ des Rückzugs von RCP 8.5 auf den Ausbau der „Erneuerbaren“ zurück. Zumindest für den deutschen Anteil daran gibt es keinerlei Anlass.

Hier der Rückgang der deutschen Emissionen (in blau), der nicht nur einem steigenden Anteil „erneuerbarer“ Energie zuzuschreiben ist, sondern auch der Stilllegung von Teilen der DDR-Industrie, dem Brennstoffwechsel von Kohle auf Gas und der Deindustrialisierung ab 2020. In roter Linie der Anstieg der globalen Temperatur, von den sinkenden deutschen Emissionen offensichtlich unbeeinflusst.

Daraus einen „Erfolg“ deutscher Klimapolitik abzuleiten, bleibt realitätsfernen Politikern der Berliner Blase vorbehalten.

Herr Kellner spricht übrigens nicht mehr über die Chance, die Raffinerie PCK in Schwedt nach Entfall des russischen Öls nun zügig in eine grüne Raffinerie umzubauen. Auch hier ist, wie beim grünen Wasserstoff, eine Erfolgsgeschichte nicht zu erwarten.

Die drei hier genannten Redner von CDU, SPD und Grünen ließen in ihren Ausführungen keine Zwischenfragen zu. Es hätte die Zuschauer verunsichern können.

Haltet den Dieb

Am Ende ihrer Ausführungen rief Frau Doktor Scheer in Richtung der AfD-Fraktion: „Sie leben von der Katastrophe!“ Das ist nun eine Tatsachenumkehr nach dem Motto „haltet den Dieb“, denn die Katastrophe mit alsbaldigem Sterben durch Hitze haben seit langem SPD und Grüne angekündigt. Das wird sich nun nicht erfüllen, die Enttäuschung ist offensichtlich. Übrigens sind „Klimakatastrophe“ wie auch „Klimakrise“ Begriffe, die nur in Deutschland von entsprechend interessierten Kreisen verwendet werden. Das IPCC und andere Länder sprechen von ‚Klimawandel“, was völlig korrekt ist.

Die „Klimaziele“ werden wohl erhalten bleiben, also global Netto-null bis 2100, in der EU bis 2050, Deutschland 2045, Hamburg und Baden-Württemberg bis 2040. Dabei haben sich die Deutschen ein verschärftes Ziel gesetzt: Absolut-null statt Netto-null. Das Vorreiten zweier Bundesländer ist zu begrüßen, können doch die anderen Bundesländer von den Erfahrungen profitieren und dem Weg folgen – oder auch nicht.

Leise Wahrheiten

Die harten Realitäten, ablesbar an Zahlen, Daten, Fakten, wirken störend auf die Tätigkeit unserer Regierung, in der zumindest der Finanzminister offensichtlich ein Problem mit Zahlen hat. Zum Trost kann man anführen, dass hin und wieder ein Licht von Weisheit in der SPD aufblitzt: „Globale Herausforderungen lassen sich nicht mit nationalen Alleingängen lösen“, so der ehemalige Außenminister Heiko Maas auf der Internationalen Energiewendekonferenz 2019 in Berlin. Seine Partei hörte nicht auf ihn, heute dürfte er vergessen sein.

Selbst die Grünen sind nicht vor Erkenntnissen gefeit. Die ehemalige Umweltministerin Steffi Lemke gesteht in einem Webinar (ab Stunde 1:05:30) ein, dass es ein Fehler gewesen sei, dass das überragende öffentliche Interesse des Ausbaus der „Erneuerbaren“ höher gestellt wurde als der Schutz der Gewässer. Auch seien Windkraftanlagen im Wald sowie Freiflächen-PV-Anlagen nicht präferierte Ziele. Das Investoreninteresse sei abzuwägen. Solche Art von Kritik blieb bisher Windkraftgegnern vorbehalten, die man daraufhin in die rechtsextreme Ecke schob.

Die Profitsicherung der „Erneuerbaren“-Branchen wird weiter das höchste Ziel rot-schwarz-grüner Politik bleiben, egal welche weiteren Szenarien fallen oder geändert werden. Die Energiewende als Methode der Umverteilung und Bereicherung liegt im Interesse der wirtschaftlichen, politischen und medialen Eliten, die daran verdienen.

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Kommentare ( 53 )

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53 Comments
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Thomas Blobel
15 Tage her

Eigentlich ziemlicher Mist, daß Dipl.-Ing. Frank Hennig weder Nationalsozialist noch AfD-Politiker ist.

Schmidtrotluff
15 Tage her

Man muss nur das dumme Gesicht des Carsten Schneider ansehen, um zu wissen, dass der nicht ohne Grund da ist, wo er ist. Die Klimalüge ist tot. Von einem toten Pferd sollte man absteigen. Das ist der finale Schuss auf das woke Regime des Bösen. Wenn die Klimalüge fällt, fällt alles.

Privat
15 Tage her

Es gibt eine ganz freche amtliche Lüge über den Füllstand der deutschen Gasspeicher –
Amtliche Meldungen über den Gasspeicher Füllstand
Anfang März 2026 20,1 %
Anfang Juni 2026 31,4 %
Die Füllstände haben sich seit Anfang März 2026 ununterbrochen erhöht, und das, obwohl der dürre Merz unser knappes Gas ununterbrochen in die elendige Ukraine pumpen lässt – natürlich als Geschenk der dummen Deutschen !
Erst die AFD wird diese äußerst schädliche Politik zum Nachteil unseres Landes beenden.

Privat
15 Tage her

Dazu ist jeder Kommentar überflüssig.

ErwinLoewe
16 Tage her

Die Mimik des Herrn Umweltministers kennzeichnet seine Politik.

BellaCiao
16 Tage her

So wie unser Umweltminister Carsten Schneider immer wieder eisern „die Richtigkeit der großen Transformation“ verteidigt, ist der Mann in meinen Augen ein Beton-Sozialist.
Im Vergleich dazu war Robert Habeck schlicht ein extremer Dilettant, während Carsten Schneider ein übler, echt verbohrter, ideologischer Überzeugungstäter ist, der von der Energiewirtschaft so überhaupt gar keine Ahnung hat.

Last edited 16 Tage her by BellaCiao
Privat
15 Tage her
Antworten an  BellaCiao

Irgendetwas stimmt in den Köpfen nicht.

Schmidtrotluff
16 Tage her

Der Niedergang der BRD ist sicher kein Beispiel für den Rest der Welt. Um es ganz greifbar zu machen, hier werden mittlerweile die hässlichsten und schlechtesten Autos der Welt gebaut. Dank des Öko- Kommunismus. Die Fasch-Sozial-Islam-Kommun- isten bringen nichts auf die Reihe. Sie können nur stehlen, lügen und betrügen.

Nibelung
16 Tage her
Antworten an  Schmidtrotluff

Und derweil lassen sie sich für ihre Unterlassungen bejubeln und tun so, als wäre keine Gefahr in Verzug, obwohl Memento mori (Bedenke, daß du sterben mußt), wie bei den alten Cäsaren angesagter wäre denn je, weil man später nur in angenehmer Erinnerung weiter lebt und wer das übersieht, wird in die ewige Verdammnis eingehen und damit fehlt ihnen alles, was nötig wäre um sich als erfolgreiche Politiker oder Unternehmenslenker darzustellen. Für zu leicht empfunden, war schon für die alten Ägypter eine Horrorvorstellung, was sich heutzutage nur auf die weltliche Spähre beschränkt und nicht einmal da sind sie in der Lage,… Mehr

Chrisamar
16 Tage her

Angela Merkel, Greta Thunberg, Luisa Neubauer und China retten „das Klima“…
Man muss schon geistig vertrocknet sein, um diesen „Experten“ auf den Leim gegangen zu sein.
Absurd auch die Klimakoffer, mit denen Lehrer Schülern Unsinn vermitteln. Inhalt:
Luftballon, Teelicht, Tabelle…
OK, für George Soros, Al Gore und weitere Spekulanten und Diktatoren des WEF, allen voran China, hat es sich gelohnt.
Was soll man noch dazu schreiben?
Lieber nicht zu viel. Sonst kommt noch die Polizei morgens um Uhr 6:00, auf Hausbesuch!

Musteridiot
16 Tage her

An Pfingsten wurde in 3 Tagen etwa 220 Millionen Euro an EEG Vergütung bezahlt. Vom Steuerzahler. Für Strom aus Erneuerbaren, der oft und in großen Mengen ins Ausland verschenkt werden musste.

Wem es ein Trost ist : das Geld ist nicht weg, es hat nur den Besitzer gewechselt. Es landet oft steuerfrei auf den Konten gutsituierter Solardachbesitzer. Auch das Ausland, welches Strom als Feiertagsgeschenk mit angehängtem Scheck zugestellt bekommt, wird die deutsche Energiewende begrüßen. Frankreich importiert dann Strom aus D und verkauft ihn teuer nach Italien…

Last edited 16 Tage her by Musteridiot
Privat
15 Tage her
Antworten an  Musteridiot

Die dummen Deutschen sollen die ganze Welt mit ihrem Geld finanzieren.

Unglaeubiger
16 Tage her

Man kann von Wahnsinnigen nicht erwarten, dass sie den Wahn in dem sie leben auch erkennen, diese Erkenntnis muss immer von außen kommen. Nur das Außen, die Menschlein, haben sich dem Wahn leider bereits ebenso unterworfen, somit kann und wird der Wahn bis zum bitteren Ende den Rest der noch mit Verstand Gesegneten drangsalieren.