Franziska Brantners Satz „Frei sind wir nur im Wir“ ist die Formel eines autoritären Kollektivismus. Wo Grüne Freiheit sagen, meinen sie Anpassung, Gleichschritt und die Entmündigung des Einzelnen.
Wer wissen will, weshalb die demokratische Gesellschaft nicht ohne Liberalismus auskommt, muss nur die Grundsatzrede der Grünen-Vorsitzenden Franziska Brantner hören, die in dem skandalösen Satz gipfelt: „Frei sind wir nur im Wir.“ Die Partei, die sich ja ebenfalls für bürgerlich liberal hält, propagiert ein kollektivistisches Menschenbild. Liberal ist das schiere Gegenteil: Frei sein kann nur das Ich, niemals ein Wir.
I.
Nach Lage der Dinge müsste deshalb selbst in der auf Gleichmacherei gebürsteten staatsgläubigen Gesellschaft eine dezidiert liberale Partei ein Potential von mindestens zwanzig Prozent haben. Tatsächlich aber steht die FDP am Abgrund. Ein Grund dafür ist der bisherige Mangel an Liberalität in der FDP selbst. Sie wurde ersetzt durch Konformismus. Der neue Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat mit einem Dilemma zu kämpfen. Er muss den gefledderten Laden zusammenhalten und ihm gleichzeitig einen neuen Kurs verschreiben, der mit der alten, angepassten Ampelpartei namens FDP nicht mehr viel zu tun hat. Er war ja selbst nicht frei von Opportunismus. Wäre Kubicki unabhängig und klarsichtig genug, das Ruder herumzureißen, bestünde immer noch die Gefahr, dass er damit die FDP zerreißt.
II.
Die FDP hat das in besseren Zeiten schon einmal durchgemacht. Als Hans-Dietrich Genscher 1982 mitten im Fluss die Pferde wechselte und aus der Koalition mit Helmut Schmidt (SPD) zum Bündnis mit Helmut Kohl (CDU) wechselte, traten viele „Sozialliberale“ aus und in die SPD ein. Aber es schuf Klarheit und schärfte die liberale Handschrift der Partei. Sie wurde den linken Flügel weitgehend los. Der neue Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat dieses Glück nicht. Die Intrigantin, die in letzter Minute aus dem Gebüsch kam, um gegen ihn zu kandidieren, kann ihre Niederlage nicht akzeptieren. Sie will den Kurs wesentlich mitbestimmen: „Es steht 60:40“, proklamiert Strack-Zimmermann. Die Bellizistin mit den Bindestrichen, die im Europa-Parlament sitzt, ist keine Erz-Liberale. Sie kämpft ja auch vor den Gerichten nicht für, sondern gegen Meinungsfreiheit.
III.
Kubicki hat es also doppelt schwer. Anders als Genscher damals kann er nicht aus einer amtierenden Koalition heraus agieren. Zurück in die Parlamente finden ist die eine, vordringliche, einen eindeutig liberalen Kurs einzuschlagen die andere Herausforderung. Die Kettensäge passt nicht zur Konsensdemokratie Deutschlands. Die Kettensäge aber wäre das richtige Symbol für den Überlebenskampf einer klaren Marktwirtschaft. Das ist das liberale Dilemma. Einem so übergriffigen wie dysfunktionalem Staat in die Speichen zu greifen, wäre Aufgabe einer liberalen Partei, die diesen Namen verdient.
IV.
Die Eigenschaft liberal wird oft verwechselt mit nachgiebig, gleichgültig, kompromissbereit und angepasst an den jeweiligen Mainstream bis zur Unkenntlichkeit. Der wahre Liberale ist aber nicht tolerant bis zum Exzess, sondern radikal der Freiheit verpflichtet. Er leistet kollektivistischem Denken, gleich welcher Seite, Widerstand. Die FDP muss eine Partei von Individualisten sein, oder sie muss gar nicht sein. Individualisten aber sind per se keine geborenen Parteigänger: Da ist es wieder, das liberale Dilemma in einem Land, in dem die Bereitschaft zum Gleichschritt als demokratische Tugend gilt und Individualismus gern als Egoismus diskriminiert wird. Wenn die FDP dazu nicht in der Lage ist, wird es notwendig sein, eine neue Partei der Freiheit zu gründen. Es wäre freilich hundert mal mühsamer, als auf die Strukturen der FDP zurückzugreifen. Der neue liberale Anführer Kubicki sollte es mit der innerparteilichen Liberalität nicht übertreiben. Das ist schwer in einer Situation, in der Angst vor dem Verschwinden umgeht.
V.
Auch (mit Ausnahme der Linken) andere Parteien behaupten, liberal zu sein, predigen „Freiheit“ und meinen das Gegenteil. Echte Freiheit ist im Krisendeutschland kein Bestseller. Die meisten Leute wollen nicht frei sein von staatlichen Zumutungen, sondern der Staat soll sie von allen Zumutungen des Lebens befreien. Sie halten es mit der grünen Vorsitzenden, die tatsächlich gesagt hat: „Freiheit gibt es nicht ohne Gleichheit.“ Brantner beweist, dass sie keine blasse Ahnung von Freiheit hat. Aber nicht nur die Grünen sind eine Bedrohung für die Freiheit. Dieses Land bräuchte nicht bloß eine liberale Partei, die den Namen verdient, sondern eine liberale Bewegung.

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Ich hatte mal ne gute Meinung von Kubicki , nachdem ich seine Vorstellungen als Bundestagsvice am TV verfolgt habe, kann der nur noch der Totenglöckner der FDP sein!
Ihre Vorstellung von Freiheit und Gleichheit ist nicht zutreffend, weil Sie das linke Verständnis von der Beziehung zwischen Gleichheit und Freiheit zugrunde legen. Das sollte doch ein Bürgerlicher nicht tun. Für Linke – und Brantner meinte das auch (da bin ich ganz bei Ihnen) – schränkt die Gleichheit die Freiheit ein. In einem Rangverhältnis dominiert mithin die Gleichheit die Freiheit. Freiheit hat dort ihren Platz, wo sie die Gleichheit nicht stört, wo sie nicht berührt wird. Das gehört natürlich in den Bereich des geistigen Dünnpfiffs. Schon das Grundgesetz sortiert anders: Artikel 2 mit der allgemeinen Handlungsfreiheit rangiert vor dem Artikel… Mehr
Meister Herles ist jetzt, nachdem er gemerkt hat, daß das mit „seiner“ CDU irgendwie nix mehr werden will, auf die „Liberalen“ umgeschwenkt. Da deren aktueller Vorturner Kuh-Biggi ein ähnlich gespanntes Verhältnis zu Wahrheit, Aufrichtigkeit und Wählerwillen hat, wird es wohl nicht ausbleiben, daß er ein weiteres Mal enttäuscht zu werden. Daß er aber mal ein Bekenntnis zur AfD von sich gibt, wird in diesem Leben vermutlich nicht mehr passieren. Ich mutmaße ja, daß er die Blauen in der Abgeschiedenheit und Anonymität der Wahlkabine trotzdem wählt, er aber nicht in den Verdacht bei den ehemaligen Kollegen des Öffentlich-Schlechtlichen Schundfunks kommen möchte,… Mehr
Solange wie in der FDP noch die links-bellizistiche Lobbyistin Strack-Zimmermann ihr Unwesen treibt, ist die FDP weiterhin nicht wählbar. 40% ist kein Pappenstiel. Kubicki muß kompromisslos aufräumen. So wie diese Dame mit ihrer Kandidatur in letzter Minute provoziert hat, das kann Kubicki nicht tolerieren, wenn er nicht letzte Spuren an Glaubwürdigkeit endgültig verloren haben will Die Dame und ihr Anhang müssen die FDP verlassen. Je schneller desto besser. Das ist die Nagelprobe und das muß Kubicki wissen.
Die FDP ist nicht liberal, sondern opportunistisch.
Kubicki hat nie etwas anderes gemacht, als konservativen Wählern in betrügerischer Weise Konservatismus vorzuspielen, um sich deren Stimmen zu erschleichen.
Diese Partei ist genauso entkernt und inhaltsleer wie CDU und SPD.
Ich würde das „liberale Dilemma“ nicht in der Tagespolitik, nicht in Kubicki vs. Strack-Zimmermann sehen. Der Deutsche selbst – egal ob rechts oder links – will nicht FREI sein. Er will frei VON ETWAS sein. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Dsd wird fast immer verwechselt, und mag es nur eine List der deutschen Sprache sein, die für einen Antagonismus das gleiche Wort verwendet. Freiheit im Sinne des Wortes bedeutet Eigenverantwortung, spürbare Konsequenzen für eigenes Handeln oder Unterlassen, den Zwang zum ständigen Entscheiden. NICHT meint es das lässige Freischweben eines wirtschaftlich unabhängigen Libertären, der auf alles und jeden sch… kann. Das… Mehr
Warum muss es immer gleich die allumfassende Parteiprogrammatik sein? Könnte eine runderneuerte FDP nicht versuchen, glaubhaft zu vermitteln, dass sie im ersten Schritt für eine andere, (alternative) Sachpolitik steht und die Liberalität mitbringt, dafür wechselnde Mehrheiten zu suchen, bzw. zu unterstützen?
Profiteur des staatlichen Zwangsgebühren-Rundfunks hält Lektionen in Liberalismus – genau mein Humor.
Helmchen „Rheinmetall“ Zimmerflak hat sich zum Zwecke der Erhöhung ihres steuerfreien Einkommens durch schamlosen Mißbrauch der Justiz ja angeblich auch noch als eine Art „Agent provocateur“ betätigt, indem sie beonders abartige Posts formuliert hat, die bei normalen Menschen notwendigerweise Protest und Empörung und in der Folge dann natürlich entsprechend geharnischte Kommentare hervorrufen mußten – und die hat sie dann angezeigt. Ein solch abartiger Charakter firmiert in meinem persönlichen Wertesystem irgendwo zwischen Pädophilem Pfaffen, Kameradenschwein und FDP-Politikerin.
Die Grünen repräsentieren perfekt die dystopische Gesellschaft in Orwells 1984. Denn für sie ist offenbar FREIHEIT tatsächlich SKLAVEREI, und UNWISSENHEIT gleich STÄRKE. Und mit dieser totalitären Partei ist die FDP eine Koalition eingegangen. Glaubt Herr Herles wirklich, dass der „neue liberale Anführer Kubicki“ einem “übergriffigen wie dysfunktionalem Staat in die Speichen greift“?
Unwissenheit ist der Grünen allergrößte Stärke!
Aber noch dramatischer: Verblödung mit summa cum laude!
Der Glaube an die Wahrheit der Wissenschaften. Nix Kritischer Rationalimus…..Die Grünen habens halt mehr mit Platons Staat. Mit Hegel vermischt ergibt das eben dieses totalitäre Gebräu.