Blackbox KW 18 – Von „Birne“ Kohl zu „Gurke“ Merz?

Trotz Beleidigungsparagraf muss Friedrich Merz gefühlt mehr Kritik ertragen als jeder Kanzler vor ihm. Gemein! Zur Strafe presst seine Regierung jetzt den letzten Penny aus den Lümmeln raus...

Das Publikum war außergewöhnlich höflich. „Fähnchen schwenkend“ hätten Schüler den Kanzler empfangen, so der Staatsfunk, also beinahe so, wie es auch in anderen sozialistischen Ländern üblich ist. Leider erwähnte der Reporter nicht, um welche Fähnchen es sich gehandelt haben könnte: CDU-Fähnchen, EU-Lappen? Gibt’s schon Friedrich-Merz-Wimpel im Sauerland? 
Die jungen Leute vom Marsberg-Gymnasium im Hochsauerlandkreis breiteten vor Fritz jedenfalls ihre EU-Projekte aus, aber trauten sich auch, ihm die Frage „Was haben Sie in Ihrer Amtszeit bis jetzt erreicht, Herr Merz?“ zu stellen.

♦ Kaum brachte einer der handverlesenen 300 Gäste im Kulturhaus Salzwedel, Sachsen-Anhalt, dem Kanzler genau dieselbe Frage vor, verzeichnete das Protokoll spöttisches Gelächter. Merz, der sich auf die Heiterkeit keinen Reim machen konnte, führte zunächst bescheiden aus, für eine Bilanz sei es zu früh, dann gewann wieder der Hochmut die Oberhand: Er, Fritz, habe „die NATO gerettet“ und „Europa zusammengehalten“.  
Eine schwerkranke Frau, der die Weltlage eher nebensächlich war, klagte, die Regierung spare im Gesundheitsbereich, während üppige Gehaltszulagen für Minister geplant seien. Da verlor der Fritz die Fassung und wiederholte mehrmals: „Zu keinem Zeitpunkt ist erwogen worden, die Bezüge der Bundesregierung anzuheben.“ 

Hm. Er liest anscheinend überhaupt keine Zeitungen mehr.

♦ Die AfD fünf Punkte vor CDU/CSU, gerade mal 15 Prozent sind mit dem zufrieden, was Merz „Arbeit“ nennt (Forsa). Beim Insa-Beliebtheitsranking steht Merz inzwischen auf dem letzten Platz, weit hinter Alice Weidel (Platz 8) und Tino Chrupalla (15). Und ein „mächtiger CDU-Politiker“ (Bild), von dem die meisten allerdings noch nie gehört haben, sieht das vorzeitige Ende des schwarzroten Kasperltheaters voraus.

♦ Miese Umfragewerte, Widerworte bei Wahlveranstaltungen, Spott und Gelächter im Netz, da jammerte der Fritz ausgerechnet im „Spiegel“: „Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Einspruch, Eure Gnaden. Ein Vorgänger aus Eurer eigenen Partei wurde als Birne veräppelt, was an diesem allerdings abprallte: „Wenn Sie für ein solches Amt kandidieren, müssen Sie etwas aushalten.“ Da steht Merz wohl noch die Gurke ins Haus.

♦ Obwohl Merz weiß, „wir können nicht einfach so weitermachen wie in den letzten 20 Jahren“, macht er beharrlich weiter wie seine Vorgänger in den letzten 20 Jahren. Dabei ist es doch so einfach: Grenzen dicht, abgelehnte Asylbewerber raus (Abschiebungen von Januar bis März: 3 Syrer und 27 Afghanen)

, Außenpolitik nach deutschen Interessen ausrichten. Finanzierung der grünroten NGOs stoppen. Aber selbst die schwerfällige FAZ weiß, dass daraus nichts wird: „Diese Koalition ist nicht mehr zu retten.“

♦ Neue Steuern auf Zucker, Alkohol, Plastik, Tabak, dazu Murks im Gesundheitsbereich, geplante Neuverschuldung auf das 500 Milliarden „Sondervermögen“ draufgesattelt, da ist der große Knall nicht mehr weit. Der Staatsfunk setzt auf orchestrierte Talkshows, um den Deckel drauf zu halten und schiebt extra einen „TV-Knaller mit Helene Fischer und Florian Silbereisen“ (Bild) ins Programm, um das Volk zu beruhigen. Währenddessen erreichte der Podcast „Ben unscripted“ ein Millionenpublikum, in dem der Moderator auf die Staatsfunk-Methode der „kritischen Einordnung“ verzichtet. Gast: Björn Höcke, Dauer: viereinhalb Stunden;

 Zuschauer: 2,5 Millionen (bald doppelter Lanz).

♦ Nachdem die SPD den Schwarzmarkt für Cannabis erfolgreich auf hohem Niveau stabilisiert hat (Lauterbach-Gesetz), will sie nun den Schwarzmarkt für Zigaretten anheizen. Klingbeil plant, die Raucher so weit auszupressen, dass sich der Umstieg auf dunkle Quellen richtig lohnt, und ihm letztendlich weniger Geld bringt als zuvor.

♦ Es ist nur ein schwacher Trost, dass die Genossen auch im häuslichen Bereich nicht rechnen können. So glaubt Klingbeil, er habe so etwa 10.000 Euro netto im Monat – dabei dürfte es gut das Doppelte sein. Aber seine Frau wird ihn wohl nicht in die Nähe der Haushaltskasse lassen. Leider ist Fritz nicht so klug.

♦ Für viele der als Fachkräfte und Goldstücke beschriebenen Gäste der Bundesregierung(en) im Bürgergeld zahlt der Krankenkassenbeitragszahler die Gesundheits-Zeche. Kosten rund 12 Milliarden, der CDU/SPD-Staat schießt nun 250 Millionen zu. 66 Prozent der Bürger fänden es richtig, dass Migranten künftig nur noch dann Sozialleistungen in Deutschland bekommen, wenn sie hier längere Zeit gearbeitet haben. Aber wen interessiert in „unserer Demokratie“ schon, was die absolute Mehrheit will?

♦ Anscheinend nicht wissend, dass sein Pressetross jeden seiner Sätze selbst aus dem hinterletzten Ort im Sauerland in die Welt hinausposaunt, belehrte Friedrich Merz US-Präsident Trump: „Wenn er mich gefragt hätte, dann hätte ich ihm dringend abgeraten, den Iran anzugreifen.“ Aber leider hat ihn keiner gefragt, Trump nicht und Netanjahu schon mal gar nicht. So richtig Merzens Standpunkt sein mag, so ist er diplomatisch unklug. Sofort empfahl Donald „dem deutschen Bundeskanzler, mehr Zeit darauf zu verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden und sein angeschlagenes Land wieder in Ordnung zu bringen, insbesondere in den Bereichen Einwanderung und Energie“.
 Und er kündigte den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an.

♦ Damit schlägt die Stunde der Bundeswehr. Generalleutnant a. D. Jürgen-Joachim von Sandrart zeigt, wie gut unsere Generäle inzwischen zu unserem SPD-Verteidigungsminister passen: Russland „steht kurz davor, jenseits der Ukraine weiterzumachen und sei jederzeit in der Lage, parallel einen weiteren, begrenzten Waffengang zu suchen“. 
Klingt wie: Ein Duschvorhang kann schimmeln, muss aber nicht. Ein Manstein (junge Leser: bitte gugeln) ist er nicht.

♦ Der Besuch politischer Veranstaltungen gehörte bislang zu den Selbstverständlichkeiten einer demokratischen Gesellschaft. Nicht mehr in „unserer Demokratie“. Denn wer zweimal eine AfD-Veranstaltung besucht, soll in Sachsen keinen Jagdschein mehr erhalten.
 

Apropos. Damit ist nicht der Jagdschein gemeint, den Mitglieder der „demokratischen Parteien“ anscheinend automatisch bei Parteieintritt erhalten.

♦ Übrigens, Bild, es ist lobenswert, dass ihr auch die kleinen Sauereien unserer politischen Elite gelegentlich ansprecht. Etwa, dass sich die alte Merkel, obwohl lange nicht mehr im Dienst, für um die 30.000 Euro im Jahr (für Friseur und Visagisten)
 auf Staatskosten hübsch machen lässt. Aber bitte nicht vergessen, dass ihr das nur wisst, weil AfD-Brandner eine entsprechende Anfrage gestellt hat.

♦ Laut Polizei hatte ein Angreifer auf Trumps Presse-Dinner eine Schrotflinte, eine Handfeuerwaffe und mehrere Messer bei sich. Offenbar haben sie da noch keine Verbotszonen, mit denen wir so viel Erfolg haben …

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 78 )

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78 Comments
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Protestwaehler
17 Tage her

„Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“
Leider wurden bei youtube alle Videos gelöscht, als Merkel damals deutschlandweit mit „Hau ab!“ und „Merkel muss weg!“ Sprechchören empfangen wurde… weil hier doch so viel Meinungsfreiheit regiert.

Montesquieu
17 Tage her

Wie immer köstlich, mein Favorit“ hübsch machen“ in besagtem Zusammenhang.

Ulrich
16 Tage her
Antworten an  Montesquieu

Am Ergebnis ist abzulesen, dass 30.000€ zu wenig waren.

Else Schrammen
17 Tage her

Die Gelder, die für Friseur und vor allem Visagistin für unsere verehrte ALT-Kanzlerin draufgehen, sind beileibe nicht zu viel. Ich bin selbst keine 20 mehr und weiß, wieviel Spachtelmasse bei jedem Schminkvorgang draufgeht. Da kommen schnell mal 30.000 Flocken zusammen!

Dr. Rehmstack
17 Tage her
Antworten an  Else Schrammen

Interessant, kann man damit auch die inverse Verteilung der buccalen Weichteilverteilungen aufheben?

Edwin Rosenstiel
16 Tage her
Antworten an  Dr. Rehmstack

Bewundernswert schön ausgedrückt!
Ich als dummer Simpel sage dazu immer:
Augsburger Puppenkiste-Hängebacken
ich kann nichts dafür, ich neige zu solch einfacher Sprache.
Wer zu jung ist, das zu verstehen: Googeln!
Die Marionetten der Augsburger Puppenkiste haben ein charakteristisches Merkmal: wie der Unterkiefer über einen eigenen Faden bewegt wird, das macht sie unverwechselbar.
Ob Mikesch, der Kater, Maunzerle, oder Mama Wutz bei Urmel.

Habakuk06
17 Tage her
Antworten an  Else Schrammen

Es bringt nur nichts bei Frau Merkel.

HansKarl70
16 Tage her
Antworten an  Else Schrammen

Nicht mehr Kanzler bedeutet auch das Ende jeglicher optischen Reparaturarbeit zu Lasten des Wahlvolk, so nötig diese auch wären.

Last edited 16 Tage her by HansKarl70
Dieter Rose
10 Tage her
Antworten an  Else Schrammen

Schreibt man nicht Visaschistin? Immer dieses französeln!

Else Schrammen
17 Tage her

12 Milliarden Fehlbetrag der Krankenkassen jährlich durch sparsames Haushalten der „Regierenden“ bzgl. der Ausgaben auf dem breiten „sozialen“ Feld für unserer Zuzügler. Jetzt aber haben sie ein Herz für die Normalsterblichen, die von ihrem sauer verdienten Moneten jede Mange an Steuern und Abgaben abknapsen müssen und zusätzlich zu ihren Beiträgen für die Krankassen auch noch für das gesundheitliche Wohlergehen der Neubürger aufkommen müssen. Räuber … ähm VATER Staat schießt jetzt freiwillig 250 Millionen zu. Wie oft, hat er leider nicht gesagt; järlich, alle 5 oder 10 Jahre? Oder meint er gar wöchentlich? Dann würde es sogar ausreichen, um das Milliardenloch… Mehr

Else Schrammen
17 Tage her

Alte Volksweisheit: Arbeit macht krank! Welcher Maurer hat nicht „Rücken“, welche Verkäuferin keine „dicken Beine“ nach einem langen Arbeitstag. Am meisten schadet jedoch Regierungs-„Arbeit“ der Gesundheit, jedenfalls der mentalen. Schaut nur auf den Klingelbeutel Lars den Sensiblen! Schlimmer hat’s aber unseren Fritze erwischt, der gramgebeugt, Tag und Nacht in sein Taschentuch – ach, was sag ich Taschentuch, in sein Betttuch weint! Nie wurde ein Kanzler vor ihm so vom Volk abgebürstet; dabei liebt er uns doch alle! Gottlob hat das Bärbelchen breitere Schultern und gibt den beiden Mimosen neuen Halt und die Weisung mit auf den Weg: <Jetzt Ars*hbacken zusammenkneifen… Mehr

mme
17 Tage her

Sofort empfahl Donald „dem deutschen Bundeskanzler, mehr Zeit darauf zu verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden und sein angeschlagenes Land wieder in Ordnung zu bringen, insbesondere in den Bereichen Einwanderung und Energie“
Das klingt wie mein Wunschprogramm 🤡

Raul Gutmann
17 Tage her

Es klingt für deutsche Laien- und Waidohren so harmlos, „der Trump-Angreifer auf dem WHCA-Dinner habe eine Schrotflinte bei sich gehabt“.
Wahrscheinlich handelte es sich um ein mehrschüssige Repetierflinte, die auch massive Flintenlaufgeschosse verschießen kann.
In vielfacher Hinsicht bemerkenswert war übrigens die unmittelbar nach dem Anschlag angesetzte Pressekonferenz. Nicht nur die Bekleidung beiderseits des Podiums dürfte singulär sein, auch die Pressefragen waren ungewöhnlich zurückhaltend. Ob dies mit dem Umstand zusammenhängt, gerade selbst Teil der Bedrohten gewesen zu sein?

Kassandra
17 Tage her
Antworten an  Raul Gutmann

Er hatte nicht nur die Flinte: „Allen is accused of carrying a semi-automatic handgun, a pump-action shotgun and three knives as he charged past a security checkpoint at the White House Correspondents‘ Association dinner on Saturday.“ https://www.bbc.com/news/articles/cm2p99n35z4o

ceterum censeo
17 Tage her

Ad 1: bei Merzel wird natürlich ein SPD/SED-Wimpel geschwenkt. Falls Fritze mal an die Ostsee kommt, eine Freundin hat noch welche aus FDJ-Zeiten.
Ad 2: „Damit ist nicht der Jagdschein gemeint, den Mitglieder der „demokratischen Parteien“ anscheinend automatisch bei Parteieintritt erhalten.“ Den Jagdschein (also nicht den Waffenrechtlichen…) braucht man unbedingt, um „UnsereDemokratie“ auszuhalten…

Dieter Rose
17 Tage her

Der Brandner ist ein Neidhammel oder hat eine Glatze. Dass der seinem politischen Gegner keine vom Steuerzahler finanzierierten Friseurbesuche gönnt, na so was!!!

Stuttgarterin
17 Tage her

So eine lange, dürre und gebeugte Gurke könnte ein Karikaturist ganz sicher wunderbar zeichnen, mit zerknittertem Spitzkopf.

teanopos
17 Tage her
Antworten an  Stuttgarterin

er wäre gezwungen ein ganzes Feld von Gurken zu zeichnen, schließlich sind die bei der CDU seit Merkel alle so.

Kassandra
17 Tage her
Antworten an  teanopos

Jetzt weiß ich, wo sein richtiger Platz wäre: längsgestreckt auf einem Gurkenflieger. Bäuchlings.

Ulrich
16 Tage her
Antworten an  Kassandra

Da gibt’s bei Pinoccio Probleme mit der Nase.