Sprung aus dem Fenster: 12-jähriges Mädchen flüchtet vor Betreuer mit Teufelshörnern

Dieser erschütternde Fall in einer Wiener Betreuungseinrichtung hat auch politische Folgen: Ein schwer traumatisiertes Mädchen wird von einem männlichen Betreuer abgeholt, der Teufelshörner auf seiner Stirn verschraubt hat – das Mädchen wird bei dem Fluchtversuch schwer verletzt.

picture alliance / ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com | ROLAND SCHLAGER

Das zwölfjährige Mädchen erlitt bei einer chaotischen Betreuungsübergabe in Wien lebensgefährliche Verletzungen, nachdem es aus Angst vor einem männlichen Betreuer aus dem ersten Stock sprang. Nach Bekanntwerden dieses Vorfalls und möglicher gravierender Mängel in der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (Magistratsabteilung 11) fordern nun die Oppositionsparteien eine vollständige Aufklärung der Vorgänge und eine künftig bessere Kontrolle der ohnehin schon durch andere Fälle belasteten Führungsspitze der Magistratsabteilung.

Das Mädchen war zuvor mehrfach sexuell missbraucht worden und litt unter einer panischen Angst vor Männern. Es lebte in einer Einrichtung des Vereins Pro Child, der seinen Betrieb einstellte. Deshalb musste die Zwölfjährige zu einem neuen Träger, dem Verein Homebase, verlegt werden. Homebase ist auf die intensive Einzelbetreuung sogenannter „Systemsprenger“ spezialisiert, das sind Kinder und Jugendliche mit besonders hohem Betreuungsbedarf.

Missbrauchtes Mädchen wird von Mann im Satans-Look abgeholt

Eine Betreuerin von Pro Child empfahl ausdrücklich eine „Übergabe gut strukturiert, ohne Zeitdruck“ und den Einsatz ausschließlich weiblicher Betreuer, wie in einem Protokoll dokumentiert ist, das der Kronen Zeitung vorliegt. Auch Homebase wurde darüber informiert, dass keine männlichen Personen zum Termin geschickt werden sollten. Dennoch erschien zur Abholung der Geschäftsführer des Vereins persönlich: ein bärtiger Mann mit satanistischen Tätowierungen im Gesicht, sowie Fleischtunneln in den Ohren – und aufschraubbaren Teufelshörnern an der Stirn.

Laut einem Gedächtnisprotokoll eines Whistleblowers stellte der Mann dem Mädchen dann ein Ultimatum: Wenn sie die Türe nicht freiwillig öffne, werde er das Zimmer betreten, ob sie wolle oder nicht. Die Zwölfjährige verschanzte sich, tobte und kletterte schließlich aus dem Fenster. Sie sprang und landete auf dem Betonboden. Schwer verletzt soll sie gerufen haben: „Ich sterbe lieber, als mit denen mitzugehen.“ Die Berufsrettung Wien bestätigte den Einsatz: Das Mädchen erlitt ein Polytrauma sowie Brüche an Armen und Beinen und wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Der Hilfsverein Homebase erhält Förderungen der städtischen Magistratsabteilung 11: Allein im Monat des Vorfalls flossen laut Kronen Zeitung 386.093 Euro Steuergeld an den Verein. Der Wiener ÖVP-Chef Markus Figl kritisierte das Vorgehen: „Wenn Kinder und Jugendliche, die besonderen Schutz brauchen, im Stich gelassen werden, ist das ein Versagen im Ressort der Neos.“ Zuständig ist Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling von der kleinen links-liberalen Partei Neos. Ihr Sprecher nimmt den Verein in Schutz: Die Aufsicht der Magistratsabteilung 11 habe den Vorfall geprüft und „kein fachliches Fehlverhalten“ von Homebase festgestellt. Der Verein selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Opposition und Kinderschutzorganisationen fordern trotzdem eine lückenlose Aufklärung und auch Konsequenzen – es bleibt der Eindruck eines Systemversagens, das ein bereits schwer traumatisiertes Kind zusätzlich in Todesangst versetzt hat.

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Kommentare ( 45 )

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Deutscher
16 Tage her

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Auf der Homepage des Vereins kann man den Herrn bewundern. Fraglos ein Egomane, der sich natürlich auch keinesfalls von einer anderen Pädagogin was vorschreiben lässt, was seine Kompetenz ankratzen könnte.

Casa Done
15 Tage her

Es ist wie bei Dürrenmatts Physikern: Die wahren Irren sind die Ärzte!

MartinKienzle
16 Tage her

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass in den sogenannten „Sozialen Einrichtungen“ häufig Mitarbeiter anzutreffen sind, die selbst psychisch auffällig sind und die deswegen jenen Berufszweig gewählt haben, um die eigene Unzulänglichkeit dadurch zu kompensieren, unterlegene Menschen sadistisch auf subtiler Art und Weise zu quälen, sodass deswegen der vorliegende Artikel keinesfalls wundernimmt!

fluffy_bird
16 Tage her

Ach so, den Fall hat man also untersucht und es konnte kein Fehlverhalten festgestellt werden. Wenn einem mehrfach traumatisierten jungen Mädchen, nicht nur entgegen allen Empfehlungen ein Mann begegnet sondern dieser auch noch sich selbst bewusst dermaßen verunstaltet hat und sich satanisches Aussehen verpasst hat, dass das Mädchen quasi einen Selbstmordversuch unternimmt, dann ist es also kein Fehlverhalten. Wenn das also laut Aussage der links-versifften Bürgermeisterin kein Fehlverhalten ist, was bitteschön ist dann ein Fehlverhalten? Wenn ein Mitarbeiter einer solchen Einrichtung öffentlich darüber spricht, dass er vielleicht die FPÖ wählt? Weder diese Verein beziehungsweise sein Geschäftsführer noch diese Bürgermeisterin dürften… Mehr

Jan Frisch
16 Tage her

Ein solcher Irrer darf nicht nur Umgang mit betreuungsbedürftigen Kindern haben, nein er LEITET noch einen solchen Verein? Dieser ekeleregende Selbstdarsteller gehört zu seinesgleiches, nämlich zum Teufel gejagt!

Deutscher
16 Tage her

Herr Walter ist pädagogischer Geschäftsführer des Vereins „Homebase“. Unter dem linken Auge trägt er ein winziges FCK NZS – Tattoo, was heute als Qualifikation in der Pädagogik ausreicht.

Last edited 16 Tage her by Deutscher
Manfred_Hbg
16 Tage her

Zitat(e): „Dennoch erschien zur Abholung (……..) ein bärtiger Mann mit satanistischen Tätowierungen im Gesicht, sowie Fleischtunneln in den Ohren – und aufschraubbaren Teufelshörnern an der Stirn. (……………………….). Zuständig ist Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (………). Ihr Sprecher nimmt den Verein in Schutz: Die Aufsicht der Magistratsabteilung 11 habe den Vorfall geprüft und „kein fachliches Fehlverhalten“ von Homebase festgestellt.“ > Dass mehr den je in einen Fall wie bei einer erst 12-Jährigen und sexuell mißbrauchten kein Kerl und erst recht kein männlicher Teufels-Fanatiker erscheinen und tätig werden sollte, sondern immer eine weibliche Betreuerin, das sagt einem eigentlich der gesunde Menschenverstand und… Mehr

Toby
16 Tage her

Wie kann man einen vermutlich schwerstgestörten Typen, die Selbstverstümmlungen lassen für mich keinen anderen Schluss zu, auf ein dermaßen traumatisierten Kind loslassen?
Sollte es irgendwann mal soweit sein, wird mit einem ganz harten Besen ausgekehrt werden.

Mausi
16 Tage her

Die Aufsicht der Magistratsabteilung 11 habe den Vorfall geprüft und „kein fachliches Fehlverhalten“ von Homebase festgestellt: Wenn kein fachliches Fehlverhalten vorliegt, dann ist dieser Teufel dennoch völlig ungeeignet für den Job. Beweis: Das Mädchen, das er behüten sollte, sprang aus dem Fenster. Kein fachliches Fehlverhalten: Geschäftsführer als Vertreter von Homebase und Fachperson vor Ort sind streng zu trennen. Der Geschäftsführer hatte Urlaub oder keine Kenntnis von der Anweisung – oh, Anweisung konnte nicht geben werden, mangels Weisungsbefugnis? – Bitte, weibliches Personal zu schicken. Das gehörte auch nicht zu seinem Aufgabengebiet. Und fachlich hat die Zweitpersönlichkeit völlig richtig gehandelt. Sie hat… Mehr

E.Frei
16 Tage her

Armes Mädchen. Wiener sind doch eigentlich für Charme und Leichtigkeit des Seins bekannt, wo der Hofrat in seinem Kaffeehaus bei Melange und Zeitung den Tag verbringt.
Wien hat eine deutlich linkslastige Schlagseite bekommen, ebenso drastisch wie im großen Nachbarland. Das erkennt man schon anhand der vielen Doppelnamen bei Politikerinnen, die alle einem bestimmten Milieu zuzurechnen sind. Schade, hat sich also erledigt mit „Wien, Wien nur du allein…“

Der Person
16 Tage her

„Allein im Monat des Vorfalls flossen laut Kronen Zeitung 386.093 Euro Steuergeld an den Verein.“

So eine Finanzierung ist wie ein Listenplatz: solche NGOs sind einzig und allein ihrer Ideologie und der Partei verpflichtet, die ihnen diese Steuergelder zuschustert, nie dem Auftrag oder dem Kunden. All diese Transferleistungen müssen komplett eingestellt werden, die Milliarden, die man dabei spart, sind dem Steuerzahler zu belassen, der selber damit entscheiden soll, wen oder was er unterstützt.