Gaspreise: Anstieg von bis zu 20 Prozent erwartet

Die nächste Kostenwelle rollt auf die Verbraucher zu: Das Vergleichsportal Verivox erwartet zum Jahreswechsel bis zu 20 Prozent höhere Gaspreise. Deutschlands niedrige Speicherstände und seine nahezu vollständige Importabhängigkeit rächen sich.

picture alliance / Zoonar | Dmitrii Marchenko

Das Vergleichsportal Verivox rechnet zum Jahreswechsel mit steigenden Gaspreisen. Auf Verbraucher könnten Aufschläge zwischen zehn und 20 Prozent zukommen. Als Gründe nennt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck die stark gestiegenen Großhandelspreise, die niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher und den bevorstehenden Winter. Gegenüber der „Rheinischen Post“ warnte Storck davor, dass sich die höheren Beschaffungskosten früher oder später auch in den Tarifen der Bestandskunden niederschlagen dürften.

Bei den Neukundentarifen ist die Entwicklung bereits deutlich sichtbar. Sie bilden Veränderungen am Großhandelsmarkt besonders schnell ab und sind nach Angaben von Verivox seit Februar um mehr als ein Drittel gestiegen. Bestandskundentarife reagieren aufgrund längerfristiger Einkaufsstrategien der Versorger zwar mit Verzögerung – verschont bleiben dürften jedoch auch diese Kunden nicht.

Sehenden Auges ins Verderben
Die Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zur Heizsaison wird schwierig
Sollte sich das gegenwärtige Preisniveau halten, seien zum Jahreswechsel Erhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent möglich, erklärte Storck. Damit droht privaten Haushalten ausgerechnet zu Beginn der Heizperiode die nächste Kostenwelle.

Auslöser ist die Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Nach den gegenseitigen Angriffen in dieser Woche stieg der europäische Großhandelspreis für Gas auf den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren. Die geopolitische Krise trifft damit auf einen ohnehin angespannten europäischen Energiemarkt.

Deutschland ist dabei besonders verwundbar. Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), verwies darauf, dass die deutsche Wirtschaft stärker von Erdgas abhänge als diejenige vieler anderer Länder. Gleichzeitig seien Deutschland und die Europäische Union nahezu vollständig auf Importe angewiesen.

Die energiepolitische Abhängigkeit Deutschlands hat damit erneut ihren Preis: Verschärft sich der Konflikt oder bleiben die Großhandelspreise dauerhaft hoch, müssen nicht nur Privathaushalte mit höheren Rechnungen rechnen. Auch für die bereits unter Druck stehende deutsche Industrie verteuert sich eine ihrer wichtigsten Energiequellen.

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Kommentare ( 76 )

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olympos
23 Tage her

Nun friert weiter gegen Putin und wählt die Kartellparteien. Dicke Pullover kaufen. Die Ukrainer, Illegale haben es immer schön Warm. Sowas passiert wenn das Gehirn einfriert. Haltung gegen Russland zeigen, das haelt Warm.

Haedenkamp
24 Tage her

Heute an der Bushaltestelle: großes Plakat mit einem Spendenaufruf: #Du und ich retten das Klima in Südafrika# Für zwei Euro. Der Schwachsinn ist hier in diesem Land mit den Händen zu greifen.

olympos
23 Tage her
Antworten an  Haedenkamp

Leider wahr. Die Irren Anstalten sind reine Oasen der Vernunft wenn man sieht was die von Draußen veranstalten. Und viele werden sie den und das Geld verteilen unter sich diese Betrüger.

bfwied
24 Tage her

Spätestens seit Merkel vor 15 Jahren weiß man doch, wohin der Polit-Clown-Zug fährt. Das einzige, das man tun konnte, außer anders wählen, war und ist, sich durch einen Ofen, möglichst gemauert, etwas unabhängier von den verrückt gewordenen Energie-Despoten zu machen. Natürlich bleibt man dann im Falle des Ausfalls von Gas und/oder Strom nicht ungeschoren. Wenn die Nachbarn kommen, ist das o. k., aber es dürfte nicht bei denen bleiben!! Die prognostizierten Mangellagen, s. Netzbehörde, wird kommen, sie ist nicht zu umgehen, dann werden Köpfe rollen, politisch auf jeden Fall, und das ist gut so, dann kann man wieder die Vernunft… Mehr

Sonny
24 Tage her

Glücklich, wer noch einen echten Kamin oder Ofen besitzt.
Wir würden als erstes sämtliche Heckenbäume unserer Einfahrt verheizen. Und fangen im Herbst schon mal an, die Bäume in „die Waagerechte zu verlegen“.
So war das bestimmt ganz besonders von den grünen gewollt…oder?

Kraichgau
24 Tage her
Antworten an  Sonny

dran denken,das die Heckenbäume ein bis zwei Jahre trocknen müssen,bevor Sie verbrannt werden können….alles nicht soooo einfach

olympos
23 Tage her
Antworten an  Sonny

In Griechenland wo es milder ist im Winter, gehen die Menschen illegal im Wald holzen. Warum frieren, tun die Abzocker auch nicht. Trotz Strafen haelt das die Menschen nicht auf. Klima „retten“ da lachen hier 90%. Gut 10% verstrahlte gibt es immer

Sonny
24 Tage her

Das alles wird den ganz normalen, deutschen Haushalten ohne großartiges Vermögen im Hintergrund den Hals brechen.
Wir werden sehen, wie sich die Krankheitsquoten drastisch erhöhen werden, weil die Menschen sich eine warme Wohnung schlicht nicht mehr leisten können.
Fegt endlich dieses Polit-Kartell von der Landkarte – die wollen uns kaputt machen!

giesemann
24 Tage her
Antworten an  Sonny

 – die wollen uns kaputt machen!
Ich denke, die sind sogar dafür noch zu blöd.
Wer ein Mol Methan (CH4) verbrennt, der erhält ein Mol CO2 und zwei Mol Wasser, plus die ersehnte Wärme. Das ist fast so gut wie Wasserstoff – nur gibt es den nicht einfach so, weil der ist schon im Wasser … . Gut, als Flusskraftwerk isser dabei.

Haedenkamp
24 Tage her
Antworten an  Sonny

Ich warte auf den Tag, an dem sie uns das Gas ganz abstellen; natürlich mit einer absurden Schutzbehauptung.

Heptamer
24 Tage her

Auslöser USA-Iran, kann man so sehen. Aber die URSACHE ist nach wie vor die Dämlichkeit, sich von russischer Gasversorgung abzukoppeln und großkotzig lieber (wirkungslose) Sanktionen über nationales Eigeninteresse zu stellen. Auch russisches Öl erreicht nach wie vor Deutschland, via Indien und andere Länder um ein vielfaches teurer. Ganz schön blöd.

bfwied
24 Tage her
Antworten an  Heptamer

Deutschland, das Land der Dichter und Denker! Ja, noch gibt es Denker und Tüftler, Erfinder, und wer so etwas kann, der geht nicht in die Politik seit 35 Jahren, er geht in die Wirtschaft. Das rächt sich nun, denn in der Politik sind auf der linken Seite v. a. eben nicht die, dort sind die, die sonst am Verhungern wären bzw. am Bürgergeld-Tropf hingen oder zumindest in sehr untergeordneten Positionen säßen. Erst muss wieder die Intelligenz mit Charakter die Politik bestimmen. Das kommt, wenn nichts mehr funktioniert.

olympos
23 Tage her
Antworten an  Heptamer

Die waren sich 100% Russland zu ruinieren..Russland war vorbereitet den sie wussten über die Falschheit der Westler. Russland mit minus 40° hat es immer mollig Warm. Sie haben Energie ohne Ende. Gas, Holz, Öl. Und günstig. Weiter frieren gegen Putin während die Russen es Warm haben. Dumm und Dämlich

crazymurdock
24 Tage her

Die mediale Panikmache vor 20 Prozent höheren Gaspreisen wegen angeblich „niedriger Speicherstände“ ignoriert die fundamentale makroökonomische Realität. Die Ironie ist, dass diese Realität direkt auf derselben Seite durch die Meldung über die Werksschließungen von Evonik bestätigt wird. Die Gleichung dieser Preisprognose ist ein statistischer Trugschluss. Erstens: Der mit Abstand größte Gasabnehmer des Landes – die Industrie – bricht strukturell weg oder wandert ab. Wenn der größte Verbraucher die Produktion drosselt oder Standorte schließt, steht diese gigantische, nicht abgerufene Gasmenge automatisch als Reserve zur Verfügung. Zweitens: Die physische Abkoppelung der Privathaushalte. Durch den massiven Wärmepumpen-Ausbau der vergangenen drei Jahre sind in… Mehr

Kraichgau
24 Tage her
Antworten an  crazymurdock

nutzt nur alles nichts,wenn die nun arbeitslosen den Gaspreis dann nicht mehr bezahlen können

Haedenkamp
24 Tage her
Antworten an  crazymurdock

Im Staatskapitalismus mit dem Kopf durch die Wand. Sie werden nicht mehr damit aufhören, dysfunktionale und überteuerte Produkte zu pushen.

bfwied
24 Tage her
Antworten an  crazymurdock

Das ist eine sehr stark geschönte REchnung, denn der Verbrauch 2025 lag bei 864 TWh/J., 60 % Wirtschaft, 40 % Haus, Gasspeicher liefern ab 50 % abwärts rasch einen immer schwächeren Gasfluss (100 % Füllstand: 2.25 TWh/d, 40 %: 1,2-1,7 TWh/d, 20 %: 0,7-1 TWh/d); benötigt im Winter: 3,9-5 TWh/d, alle Importe: 2,51 TWh/d!! Das ist das, was kaum steigerbar ist, im Gegenteil, LNG: 0,37 TWh/d, wenn wir alles Georderte erhalten, aber die Asiaten bezahlen mehr, also schippern die dorthin!! Max. technisch mögliche Anlandung: 0,4 TWh/d!! Da kann man schönrechnen, wie man will, es wird sehr prekär, ein kalter Winter,… Mehr

crazymurdock
16 Tage her
Antworten an  bfwied

Ihre statische Zahlenspielerei ist der klassische Fehler von Leuten, die Excel-Tabellen mit physischer und makroökonomischer Realität verwechseln. Sie werfen panisch mit TWh/d-Werten um sich und zittern vor dem abfallenden Speicherdruck bei 10 bis 15 Prozent Füllstand, ignorieren dabei aber völlig die Dynamik des industriellen Kollapses. Ihre eigene Rechnung ist Ihr argumentatives Grab: Sie geben den Jahresverbrauch für 2025 mit 864 TWh an, wovon 60 Prozent auf die Wirtschaft entfallen. Was Sie in Ihrer statischen Gleichung nicht begreifen: Genau dieser gigantische 60-Prozent-Block bricht uns gerade in Rekordgeschwindigkeit weg! Tägliche Insolvenzen, Standortschließungen wie bei Evonik, Werksschließungen bei VW und der Ausverkauf des… Mehr

bfwied
24 Tage her
Antworten an  crazymurdock

Vergaß noch: Ab 15-10 % Gasfüllstand kommt praktisch gar nichts mehr aus dem Speicher heraus!!

Chlorhahn
24 Tage her

Alte Abschlagsrechung 130€, neue Abschlagsrechnung 195€.

R.S.
24 Tage her

Bestimme Leute bekommen das ja bezahlt, denen kann das egal sein.Wer arbeiten geht ist betroffen davon.Wenn die Preise nun steigen, werden die Arbeitnehmer die gestiegenen Kosten bald zahlen müssen durch irgendeine Steuererhöhung.Arbeitnehmer erkennt man bald daran- Zahnlücken ,Frostbeulen , sehr schlank ( Benzinpreise-Lebeensmittelpreise)

giesemann
24 Tage her
Antworten an  R.S.

https://eike-klima-energie.eu/2026/09/11/gegenwind08-teil-01-wer-verdient-wieviel-warum/#comment-527304:
Der Leistungswille erlahmt, keiner hat mehr Bock auf Maloche, weil sich nicht/s lohnt. Ich brauche keine Zahlen, um zu verstehen, dass das so ist.

Hausmeister2025
25 Tage her

An die Stromfetischisten: Dann seht mal zu, wie ihr Euer Auto von November bis April mit Solarstrom voll bekommt. Könnte knapp werden. Und die tolle Wärmepumpe möchte auch ihren Stromhunger gesättigt bekommen.

bfwied
24 Tage her
Antworten an  Hausmeister2025

Man sieht auf allen Ebenen in allen Richtungen nur Stümper, Traumtänzer, Ideologen, Mathematikferne, Physikferne, einfach Bildungsferne. Und so etwas maßt sich an, zu regieren! Verrückt, wie immer mal wieder. Jetzt ist’s wieder so weit!

Peterson82
23 Tage her
Antworten an  Hausmeister2025

Durchschnittlicher Energiebedarf pro Arbeitstag 70km mit E-Auto = 10kwh Durchschnittlicher Energiebedarf des Haushalts pro Tag = 6-7kwh Durchschnittlicher Energieertrag im Feb = 15kwh pro Tag Durchschnittlicher Energieertrag im März = 30kwh pro Tag Durchschnittlicher Energieertrag im April = 60-80kwh pro Tag Wo genau soll jetzt das Problem liegen? Ich habe trotz E-Auto einen Strombedarf von 8000kwh im Jahr bei lächerlichen 15% Netzbezug über das gesamte Jahr. Bis auf Ende Oktober, November, Dezember bis Mitte Febr. steht der Stromzähler still. Ich denke mal dass Sie, Herr Hausmeister, wesentlich Mehr Energie-Importe in ihrer Hütte haben, als ich. Es könnte also, wie sie… Mehr