Fünf Tage vor der auch für ganz Europa bedeutenden Parlamentswahl in Ungarn erhält Viktor Orbán Hilfe aus Washington: US-Vizepräsident JD Vance wird am Abend gemeinsam mit ihm bei einer Wahlkampfveranstaltung in Budapest auftreten.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci
Nach Angaben aus dem Weißen Haus steht die „reichhaltige bilaterale Partnerschaft“ im Mittelpunkt der Gespräche mit dem US-Vizepräsidenten. Vor dem gemeinsamen Auftritt sind zudem bilaterale Verhandlungen geplant, bei denen es neben wirtschaftlichen Fragen auch um Sicherheits- und geopolitische Themen gehen dürfte. Dies sei auch ein Signal für eine künftig noch engere Abstimmung zwischen Washington und Budapest – angesichts der oft ablehnenden Haltung der EU-Kommission und anderer EU-Staaten gegenüber Orbáns Politik.
Orbán, dessen Partei laut widersprüchlichen Umfragen unter Druck steht, erhofft sich durch den Besuch Rückenwind: Seit Monaten werden Erhebungen so gedeutet, dass seine Wiederwahl keineswegs sicher ist. Allerdings ist eine internationale Unterstützung allein selten wahlentscheidend – insbesondere in einem zunehmend polarisierten innenpolitischen Umfeld.
Trump hofft auf Wahlsieg Orbáns
Die enge Verbindung zwischen Orbán und US-Präsident Donald Trump besteht bereits seit Jahren: Trump hatte dem ungarischen Regierungschef erst im Frühjahr demonstrativ den Rücken gestärkt und erklärt: „Er hat meine völlige und totale Zustimmung.“ Zugleich äußerte er den Wunsch: „Ich hoffe, dass er gewinnt, und zwar haushoch.“ Orbán sei ein „starker Führer“, so Trump weiter.
Diese politische Nähe zeigt sich auch in wiederholten persönlichen Treffen. Orbán besuchte Trump mehrfach in dessen Anwesen Mar-a-Lago und bezeichnete ihn dabei als „Präsident des Friedens“. Er verband damit die Hoffnung, dass Trump eine rasche Beendigung des Krieges in der Ukraine erreichen könne. Gleichzeitig sorgten Aussagen Orbáns über mögliche finanzielle Unterstützung aus den USA für Irritationen. Nachdem er Summen von bis zu 20 Milliarden Dollar ins Spiel gebracht hatte, stellte Trump klar: „Nein, ich habe ihm das nicht versprochen, aber er hat sicherlich danach gefragt.“
Die aktuelle Reise von Vance ist jedoch nicht nur im Kontext der ungarischen Innenpolitik zu sehen, sie steht auch im Zusammenhang mit einer breiteren außenpolitischen Neuausrichtung der USA unter Trump.
Bereits bei der vielbeachteten Rede von Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2025 hatte der Vizepräsident europäische Regierungen scharf kritisiert und erklärte: „Die größte Bedrohung für Europa kommt nicht von außen, sondern von innen.“ Zudem warnte er vor Einschränkungen der Meinungsfreiheit und betonte: „Demokratie bedeutet, dass man auch unbequeme Stimmen aushalten muss.“ Und: „Wenn ihr in Angst vor euren eigenen Wählern lebt, kann Amerika nichts für euch tun. Und im Übrigen könnt ihr auch nichts für das amerikanische Volk tun, das mich und Präsident Trump gewählt hat.“
Diese Aussagen wurden von vielen europäischen Politikern als direkte Kritik an etablierten Institutionen und Regierungen verstanden – mit einer politischen Nähe zu Positionen, die auch Orbán seit Jahren vertritt, insbesondere in Fragen von Migration, nationaler Souveränität und Medienpolitik.
Der Auftritt von JD Vance in Budapest könnte so als Ausdruck einer politischen Allianz interpretiert werden, die über klassische transatlantische Beziehungen hinausgeht und stärker auf politische Gemeinsamkeiten setzt. Orbán wiederum positioniert sich seit Jahren als einer der wichtigsten europäischen Verbündeten Trumps – zuletzt auch durch seine Teilnahme am sogenannten „Friedensrat“, einer Initiative der US-Regierung als Alternative zur untätigen UNO.



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Zu Zeiten des eisernen Vorhangs war Ungarn die hellste Hütte im Osten.
Möge Viktor Orban die Wahl gewinnen.
Zwar spricht aus „deutscher“ Perspektive Orbans innen- und außenpolitischen Bilanz für seinen Sieg, doch spiegelbildlich ist Ausmaß und Intensität der EU unbekannt, ein Wahlergebnis in ihrem Sinne zu erzeugen. Daß die EU Wahlfälschung betreibt, attestiert ihr kürzlich keine geringere Institution als der amerikanische Kongreß.
Die großartige, Budapester Rede von J.D.Vance ist im Internet verfügbar, z.B, auf der Seite des Weißen Hauses.
JD Vance ist einer der Großen – bzw. DER Große – in der US-Administration. Und dass er jetzt auch die führende Rolle bei den Verhandlungen mit dem Iran einnehmen könnte, ist ABSOLUT ZU BEGRÜSSEN!!! Vance stand von Anfang an dem Angriff kritisch gegenüber, und für Trump bietet sich jetzt die Möglichkeit, aus diesem vermasselten Krieg ohne massive Blessuren auszusteigen. JD Vance ist DER Hoffnungsträger bei den Republikanern, und ER könnte es auch sein, der vielleicht doch noch die „konservative Wende“ rettet. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und mit einem Frieden in diesem unsäglichen Konflikt könnte dafür der Boden bereitet werden!!
Thomas Röper (anti-spiegel.ru) hat es in seiner letzten Tacheles – Sendung #199 beschrieben, was nach seiner Vermutung die Reaktionen der EU sein werden: Gewinnt Magyar (der von der EU installierte und unterstützte Konkurent Orbans, dessen eigentlich nicht bekannte Partei von den EU-konformen Medien hochgeschrieben wurde), ist alles gut. Ungarn wird den braven Vasallen abgeben, zu Lasen der Ungarn. Gewinnt Orban, wird die EU „Wahlfälschungen“ anprangern. Die Umfragen der neuen, EU-nahen Institute zeigen Magyar vorne (die alteingesessenen Institute zeigen Orban vorne), wenn der also nicht gewinnt, ist das ein perfekter Hebel für das Narativ „Wahlfälschung“. Wenn auch das nicht hilft, wird… Mehr
Schicksalswahl, nicht nur für die Ungarn! Denn fällt Orban, dann fehlt danach in der EU ein wesentlicher Bestandteil der volksdemokratischen Kräfte! Dementsprechend aktiv ist der „Brüsseler Apparat“, was auch die höchst auffälligen Wahlbefragungen vergegenwärtigen. Sehr zu hoffen wäre, dass Orban noch ein „Ass im Ärmel“ hat.Eine ausdrucksstarke Plakataktion würde ihn wahrscheinlich retten. Aber bei den Beratern, die Orban ganz offensichtlich hat, ist weder grundsätzlich von einer solchen Aktion auszugehen, noch zu hoffen, dass das richtige Fotomaterial verwendet würde. So werden wir uns nicht nur von Orban zu verabschieden haben, sondern auch innerhalb der EU auf eine „demokratische Eiszeit“ einzustellen haben,… Mehr
Es wird wohl so laufen wie in Rumänien.
Die EU als Krake
Es wird Zeit, daß Amerika sich wieder in Europa einmischt. Hat bereits 1945 für Wunder gesorgt.
Welcher einzige Staatschef aus dem Wertewesten war bei Gorbatschows Beerdigung? Richtig…….Die anderen Demokraten und Demokratinnen haben sich einen schlanken Fuß gemacht. …(Urban)
Man kann nur hoffen, dass die Ungarn erneut erkennen, wie wichtig Orban für ihr eigenes Land, aber auch für die leider kleine Gruppe der Aufrechten in der EU ist, die einzigen, die den Technokraten der EU-Kommission und ihrem Macht – und Kontrollwahn, ihren Intrigen, Paroli bieten und vielleicht doch ein Vorbild für andere Länder sein könnten.