US-Bombenangriffe auf IRGC in Bandar Abbas

Jede weitere militärische Eskalation gefährdet die Erfolgschancen der Diplomatie, sagen die Konventionellen; ohne den militärischen Druck gibt es keinen Verhandlungserfolg, sagen die anderen.

Screenshot X / Eric Daugherty

Bandar Abbas wurde von US-Streitkräften angegriffen, nachdem die Revolutionsgarden beim Verlegen von Minen in der Hormus-Straße waren. Raketenabschussrampen wurden ebenfalls zerstört. Fox News berichtet, dass dies zu diesem Zeitpunkt nicht das Ende der Waffenruhe bedeutet. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte US-Angriffe auf iranische Raketenstellungen im Süden des Landes sowie auf iranische Boote in der Straße von Hormus.

Seit drei Monaten führen die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran: Die Kampfhandlungen brachen bekanntlich Ende Februar 2026 aus, als amerikanisch-israelische Streitkräfte mit gezielten Luftangriffen iranische Nuklearanlagen und militärische Einrichtungen ausschalten wollten. Die Straße von Hormus ist somit seit 87 Tagen praktisch komplett gesperrt. Nur vereinzelte, hoch riskante Durchfahrten unter militärischem Geleitschutz sind noch möglich.

Noch länger keine sichere Energieversorgung

Iranische Staatsmedien berichteten von mehreren Toten nach einem US-Angriff in der Nähe der Insel Larak in der Straße von Hormus. Das US-Kriegsministerium äußerte sich zunächst nicht zu Opfern oder weiteren Details der Operation. Dennoch wird klar: Die Waffenruhe, die nach intensiven diplomatischen Bemühungen in den vergangenen Wochen weitgehend gehalten hatte, führt aktuell noch nicht zu einem stabilen Frieden.

Bereits Anfang Mai hatte der Iran US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Die USA antworteten mit Gegenschlägen auf dem iranischen Festland. Derartige Aktionen rund um die Meerenge sind seither beinahe wöchentlich zu verzeichnen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Blockade sind mittlerweile verheerend: Die Straße von Hormus ist die Lebensader für den Export von Öl, Flüssiggas (LNG) und Düngemitteln aus den Golfstaaten. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels passierte hier vor Ausbruch des Krieges. Durch die iranischen Angriffe, Drohungen und auch durch Minenfelder kam der Schiffsverkehr weitgehend zum Erliegen. Die Weltmarktpreise für Energie und Düngemittel schossen in die Höhe, was bereits jetzt zu spürbaren Belastungen für Verbraucher in Europa, Asien und den USA führt.

Die US-Regierung reagierte mit einer eigenen Blockade iranischer Häfen, um Teheran vom Öl-Export abzuschneiden. In den laufenden Verhandlungen fordert Washington eine bedingungslose Öffnung der Meerenge für die internationale Schifffahrt. Der Iran hingegen beharrt auf seiner Souveränität über die Passage und plant, künftig Durchfahrtsgebühren zu erheben.

Eine iranische Delegation unter der Leitung von Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi traf am Wochenende in der katarischen Hauptstadt Doha ein, um die katarische Führung über den Stand der Gespräche zu informieren. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende zunächst optimistisch von einem „weitgehend“ ausgehandelten Rahmenabkommen gesprochen, aber relativierte dann wieder seine Aussagen zu den Chancen auf Frieden. Auf seiner Social-Media-Plattform forderte er den Iran ultimativ auf, das bisher angereicherte Uran entweder „sofort“ zur Vernichtung an die USA zu übergeben oder einer kontrollierten Zerstörung vor Ort zuzustimmen. Der Prozess solle von Experten der „Atomenergie-Kommission“ überwacht werden.

Das erklärte Kriegsziel der USA und Israels bleibt weiterhin unverändert: den Iran dauerhaft daran zu hindern, Atomwaffen zu entwickeln. Besonders kritisch wird in Washington die fortgesetzte Urananreicherung auf hohem Niveau gesehen, die als direkter Vorläufer für waffenfähiges Material gilt. Jede weitere militärische Eskalation gefährdet die Erfolgschancen der Diplomatie, sagen die Konventionellen, ohne den militärischen Druck gibt es keine Verhandlungserfolg, sagen die anderen.

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Kommentare ( 3 )

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murphy
7 Minuten her

alles kann zum Guten und zum Bösen eingesetzt werden:Messer, Feuer, Räder, Chemie … alles, -. Nukleartechnologie auch. Der Iran hat ein AKW und 4 weitere sind mit russischer Hilfe im Bau. Israel hat kein kommerzielles AKW, dafür bis zu (geschätzten) 400 Atom und Wasserstoffbomben. Wie verhält sich Israel selber und was fordert es von anderen? Der Iran hat, Israel weigert sich: den Atomwaffen.Sperrvertrag zu unterzeichnen und sein Nuklearpotential inspizieren zu lassen! Daneben: Israel fing eine )kleine) Sendung von Hilfsgütern für die Palestnänser in Gaza-Streilen 70 nm vor der Küste ab. Es behauptete eine illegale Einreise nach Israel und schleppte alle… Mehr

Kassandra
34 Minuten her

Die beiden Meldungen, die zu prüfen sind, fand ich gestern zusätzlich:
Iran’s president orders reopening of international internet access, state media reports   https://x.com/VictoriaCoates/status/2058984807988707742
Iran says it will not impose tolls on ships using the Strait of Hormuz, instead charging for maritime services and “environmental protection” measures in the Persian Gulf and Gulf of Oman.  https://x.com/WallStreetMav/status/2058976390859587676

Kraichgau
34 Minuten her

interessante Umschreibung des Faktes,das es sich hier um einen klaren Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran handelt.
Dieser Angriffskrieg ist illegal und die behaupteten „Atomwaffen“ gibt es nicht.
Erstaunlich,das Iran überhaupt verhandelt,haben doch die USA gleich zweimal mitten in Verhandlungen das Land unprovoziert angegriffen.