Weniger US-Soldaten, dafür mehr Atomwaffen

Die US-Regierung denkt an die Stationierung zusätzlicher Atombomber und weiterer Atomwaffen in NATO-Staaten. Ziel: Mehr Sicherheit für die europäischen Verbündeten mit einem erweiterten US-Nuklearschirm trotz geplanter US-Truppenreduzierungen.

picture alliance / Photoshot | -

Bereits jetzt lagern mehr als 100 US-Atomwaffen (B61-12-Gravitationsbomben) an sechs Stützpunkten in vier europäischen Ländern – Belgien (Kleine Brogel), Deutschland (Büchel), Italien (Aviano und Ghedi), Niederlande (Volkel) – und der Türkei (Incirlik). Diese Waffen sind unter US-Kontrolle, können aber im Ernstfall von Luftstreitkräften verbündeter Staaten eingesetzt werden. Die aktuellen Gespräche in Washington könnten laut Financial Times nun dazu führen, dass die Zahl der Länder mit Atomwaffen-Basen erhöht und die nukleare Präsenz der USA in Europa ausgeweitet wird.

Polen hat seit Jahren öffentlich Interesse an einer Beteiligung am Nuclear-Sharing-Programm signalisiert. Ex-Präsident Andrzej Duda will eine Erweiterung. Auch einige baltische Staaten drängen auf mehr Schutz vor einer russischen Bedrohung. Der russische Angriff auf die Ukraine und Wladimir Putins Andeutungen auf die russischen Atomwaffen sind die Argumente für die Befürworter des Ausbaus des Atomwaffen-Arsenals in Europa. Gleichzeitig plant die Trump-Administration, konventionelle Truppen und Waffensysteme aus Europa abzuziehen – ein Schritt, der bei vielen NATO-Partnern Besorgnis auslöst.

Aufstockung der US-Atomwaffen könnte Reaktion in Moskau provozieren

NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte erst kürzlich nach einem Treffen der Außenminister, dass die Abschreckung in Europa trotz einer Reduzierung der US-Truppen unverändert stark bleiben müsse. Die nun laufenden Gespräche zum Ausbau des Nuklearwaffen-Arsenals seien hochvertraulich und noch nicht entscheidungsreif, berichtet die Financial Times. Eine Ausweitung würde jedoch ein starkes Signal an Moskau senden: Washington ist bereit, seine nukleare Präsenz in Europa auch unter veränderten Bedingungen zu festigen. Allerdings: Eine Erweiterung des Atomwaffen-Programms könnte neue Spannungen mit Russland provozieren.

Bereits jetzt verfügt auch Großbritannien über 225 einsatzbereite Nuklearwaffen, hauptsächlich U-Boot-gestützte Trident-Raketen. Frankreich besitzt derzeit 290 Nuklearsprengköpfe und hat im März 2026 angekündigt, die Zahl erstmals seit Jahrzehnten wieder zu erhöhen. Beide Länder unterhalten damit eigene unabhängige Abschreckungssysteme, die jedoch nicht Teil des US-gesteuerten Nuclear-Sharing sind.

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Kommentare ( 45 )

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Helfen.heilen.80
15 Tage her

Wenn in einem Land dann mehr Atomwaffen herumstehen kann man seine konventionellen Truppen aus der Gegend abziehen. Irgendwie auch logisch.
Aber Scherz beiseite, die A-Raketen der Engländer und Franzosen dürften den Ausschlag geben. Wenn die Russen ihre Atomsprengköpfe heutzutage per ‚Oreschnik‘-Hyperschallrakete verschicken, werden sie ‚Gravitationsbomben‘ wohl kaum beeindrucken. Besonders wenn sie wissen, wo sie eingelagert sind.
Wer sich dafür interessiert, wie sich (m.E.) ‚Schlafwandler‘ früher ‚klassischerweise‘ eine Atomwaffenkonfrontation in Europa vorstellte, kann das in diesem Buch nachlesen:
Jonas Tögel: „Kriegsspiele“ Westend-Verlag

Last edited 15 Tage her by Helfen.heilen.80
hoho
15 Tage her
Antworten an  Helfen.heilen.80

Hier gibt es auch viel kriegsgeiler „Patrioten“, 2 Mal war wohl nicht genug.

Haba Orwell
16 Tage her

Wenn man schon US-Kriege bespricht – Colonel Scott Ritter rät dringend davon ab, Kuba anzugreifen: >>>Scott Ritter: Kuba könnte sich für Trump als unknackbare Nuss erweisen – uncut-news.ch<<< Er glaubt nicht, dass es militärisch machbar ist, dafür könnte es innenpolitisch sehr verheerend wirken. > „… Marco Rubio könnte Donald Trump noch davon überzeugen, in Kuba einzumarschieren. Doch anstatt das i-Tüpfelchen einer neu belebten Außen- und Sicherheitspolitik zu sein, die dazu beiträgt, den Einfluss der Republikanischen Partei im US-Kongress zu sichern und damit Trumps innen- und außenpolitischen Kurs für die nächsten zwei Jahre tragfähig zu halten, wird eine Invasion Kubas höchstwahrscheinlich… Mehr

Koepenicker
15 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Scott Ritter ist ein verurteilter Sexualstraftäter.

hoho
14 Tage her
Antworten an  Koepenicker

Ob das so stimmt mit der Verurteilung, bin ich nicht sicher. Was stimmt ist, dass er regelmäßig solche Aussagen macht und sie in ihrer Radikalität dann genauso wenig stimmen wie die unsere Aussagen hier, dass nach Abschaltung der letzten 3 AKWs das Versorgungsnetz kollabiert, was natürlich nicht passiert ist – es ist einfach teuerer geworden. Ich habe eine Bekannte die aus Kuba kommt und nach Kuba regelmäßig reist, sie hat mir letztens erzählt, dass es oft nicht mal Wasser gibt, weil es keinen Strom gibt, dass die Leute in den Krankenhäuser nicht behandelt werden können, weil es wegen der Blockade… Mehr

FKR
16 Tage her

Was will denn Russland mit einem 300 Jahre lang nuklear verseuchten Mitteleuropa anfangen, zumal der radioaktive Staub bei vorherschender Westwetterlage bis zum Ural weht??? Wer mit Atomschlägen droht, ist einfach nur ein Kamikazeflieger oder endet als Grillwürstchen im Bunker.

joly
14 Tage her
Antworten an  FKR

Fakt ist, dass bisher niemand Kim angegriffen hat. Pakistan und Indien werfen sich Plüschbomben zu und bleiben bei kleinen konventionellen Plänkeleien. Sinnvoll wäre Taiwan mit einer dreistelligen Zahl von Nuklearwaffen zu versorgen; dann wäre die permanente Kriegsdrohung weltweit beendet. Warum wohl wollen die Länder um die Ostsee einen eigenen nuklearen Schutz? Gegen ein Russland konventionellen Krieg zu führen ist schon sehr riskant. Aber falls man konventionell siegreich werden könnte, wird man atomisiert. Das dürfte auch die Ukraine erfahren, wenn sie den Kreml mit Drohnen zerstört. Und – hätte sie die Atomwaffen aus dem Sovjet-Erbe nicht abgegeben, wäre Putin nicht einmarschiert.… Mehr

Koepenicker
14 Tage her
Antworten an  joly

Stellen wir uns mal vor Russland würde Atomwaffen gegen Resteuropa einsetzen und Millionen Menschen „atomisieren“.
Was denken Sie was die Folgen für die russische Bevölkerung danach wären? Unter der Vorrausetzung ,dass die Europäer nicht zurückschlagen würden oder könnten?
Die rein physische Komponente für die russische Bevölkerung angesichts der begangenen Kriegsverbrechen, können sich wohl nur Deutsche vorstellen. Die ökonomischen Folgen wären katastrophal für Russland. Hinzu kommt ,mittel-bis langfristig würden sich die restlichen Europäer aufs massivste Rächen und den begangenen Genozid erwidern.
Russland würde nie wieder zur Ruhe kommen.

Johny
16 Tage her

Wenn die immer weiter aufeinander zu rücken, stehen bei den geringen Vorwarnzeiten die Chance gut, das Armageddon doch noch mal zu erleben. 1983 war es schon mal fast soweit wegen Softwarefehler und da betrug die Vorwarnzeit noch ca. 30 Minuten für den verantwortlichen Offizier zum Nachdenken, heute sind es nur noch einige Minuten…

RMPetersen
16 Tage her

Ziel: Mehr Sicherheit für die europäischen Verbündeten mit einem erweiterten US-Nuklearschirm …“
Diesen Satz verdeckt den Umstand, daß Deutschland das atomare Schlachtfeld des 3. Weltkrieges wird.

joly
14 Tage her
Antworten an  RMPetersen

Nur wenn wir keine ausreichenden A/B/C -Waffen haben. Abschreckung ist alles. Das Risiko für den Angreifer muss zu hoch sein.

Koepenicker
16 Tage her

Ich denke, dass strategisch wichtiger ist sich mit Frankreich über einen atomaren Schutzschirm zu einigen. Deutschland verhandelt derzeit gerade darüber mit der französischen Regierung.( Norwegen ist sich bereits einig mit Frankreich.) Außerdem es gibt zur Zeit keinen Grund der US-Administration zu vertrauen. Das macht ganz Europa noch erpressbarer und könnte zu einer russisch-amerikanischen Eskalation auf europäischem Boden führen. Ich denke ebenfalls ,dass es eine schlechte Idee ist mehr atomare Waffen an die Westgrenze Russlands zu verlegen. Erstens besteht wegen der Reichweite der Träger ,keine militärische Notwendigkeit. Und zweitens brauchen wir keine weiter Eskalation mit Russland. Aber genau zu dieser würde… Mehr

Haba Orwell
16 Tage her
Antworten an  Koepenicker

> Ich denke, dass strategisch wichtiger ist sich mit Frankreich über einen atomaren Schutzschirm zu einigen.

Besser sollten die sich einigen, sich mit Russland zu arrangieren statt Neonazis mit goldenen Klos zu fördern. Wen möchte man sonst mit Atomwaffen abschrecken, Pariser Muslime?

Koepenicker
15 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Mit dieser „Neonazi“ Rhetorik von Seiten Russlands ,wird eine Annäherung sicherlich schwierig. Deshalb wäre es schon mal grundlegend zu begrüßen , das rhetorische Säbelrasseln zu unterlassen.

Haba Orwell
15 Tage her
Antworten an  Koepenicker

Auch aus Polen und sogar Israel gab es schon mal deutliche Worte, was man vom Kult eines Stepan Bandera, Andrej Melnyk & Co halten kann. Die Asow-Brigade bis heute mit Wolfsangel (hier strikt verboten) als Emblem.
Manchmal muss man halt Dinge beim Namen nennen – und ganz besonders im Land der Dauerfahndung nach Nazis. Nur nicht gerade dort, wo es wirklich welche gibt.

Koepenicker
15 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Im Krieg stirbt die Wahrheit bekanntlich immer zuerst.
Dem ukrainischen Volk in seiner Gesamtheit vorzuhalten „Nazis“ zu sein ,ist eben genauso dumm wie allen „AfD“ Mitgliedern und Wählern zu unterstellen „Nazis“ zu sein.

Dieses Festhalten an der Nazi-Legende zeigt leider ,dass Russland nicht bereit ist auch nur einen Zentimeter von seinen Kriegszielen abzuweichen und daher erschwert es deutlich und nachhaltig die Suche nach einer friedlichen Lösung.
Man kann den Gegner nicht permanent verunglimpfen und dann darauf hoffen ,dass dieser Verhandlungsbereit sei.
Das gilt natürlich für beide Seiten!

Haba Orwell
15 Tage her
Antworten an  Koepenicker

Böses Medium gestern: „Warschau: Selenskij kein willkommener Gast mehr“ > „… Nach der Ehrung der „Helden der UPA“, die während des Zweiten Weltkrieges Massaker an ethnischen Polen verübt haben, ist der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij in Warschau nicht mehr willkommen, erklärt der Vizevorsitzende des polnischen Parlaments. … Ende Mai hatte Selenskij einer Einheit der ukrainischen Armee den Namen „Helden der UPA“ verliehen. Bei der UPA handelt es sich um die Ukrainische Aufständische Armee, die Polen als verbrecherische Organisation betrachtet, verantwortlich für einen Genozid an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien sowie in Teilen Ostgaliziens. Die UPA wurde auch in Russland als… Mehr

Koepenicker
15 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Nettes Propagandaspielchen.
„Wenn wir uns über die Vergangenheit streiten, wird jemand anderes die Zukunft gewinnen.“
D.Tusk

joly
14 Tage her
Antworten an  Koepenicker

Da denken sie def. falsch. Oder glauben sie wirklich, dass eine der 3 Siegermächte sich atomisieren lässt, um Russland zu bestrafen, weil es Berlin entvölkert hat?

Koepenicker
14 Tage her
Antworten an  joly

Denken Sie im Ernst das ein atomarer Angriff auf Zentraleuropa ,keine Folgen für z.B. Frankreich haben würde?
Und denken Sie gleichzeitig ,dass die USA oder die UK nicht verstehen würden das sie agieren müssen um die eigene militärische Glaubwürdigkeit zu erhalten? Denn diese würde sie dann verlieren. Auch in Asien wo Länder wie Japan und Taiwan darauf vertrauen.
Die USA hätten als Hegemon ,endgültig ausgedient. Zur großen Freude des Systemgegners China.

Es gilt ,den Atomkrieg zu verhindern. Genau wie im Kalten Krieg. Denn es würde keine Gewinner geben !

Konradin
16 Tage her

„Diese Waffen sind unter US-Kontrolle, können aber im Ernstfall von Luftstreitkräften verbündeter Staaten eingesetzt werden.“ Die Konstellation ist die denkbar schlechteste, weil sie die Sicherheit dieser vier Staaten massiv gefährdet. Die Atomsprengköpfe sind unter US-Kontrolle. Im Zweifel untersagen die USA aus Eigen- und Sicherheitsinteresse (gegenüber Russland) den vier Staaten den Einsatz, auch wenn diese atomar angegriffen werden. Die vier europäischen Staaten stehen somit schutzlos gegenüber eine angreifenden Atommacht da. Es sind nur rund 100 Sprengköpfe. Ein Witz gegenüber der Anzahl von über 6.500, die der nun markierte Feind Russland einsetzen könnte. Die B-61 sind Freifallbomben, die per Flieger abgeworfen werden.… Mehr

WandaWanda
16 Tage her

Polen hat seit Jahren öffentlich Interesse an einer Beteiligung am Nuclear-Sharing-Programm signalisiert.

Um Gottes willen gebt den Polalken bloß keine Atomwaffen in die Hand.

Haba Orwell
16 Tage her
Antworten an  WandaWanda

Es gibt ein Land mit Atomwaffen, wo ein Herr regiert, dessen Vater in Warschau geboren wurde und von umfassenden Eroberungen träumt. Bereits das ist erschreckend genug. Auch wenn ich neben buntschländischen einige polnische Vorfahren habe.

F. Hoffmann
16 Tage her

Eine Erweiterung des Atomwaffen-Programms könnte neue Spannungen mit Russland provozieren.“ Tja, die bösen Westler, drohen dauernd mit dem Einsatz von Atomwaffen. Besonders dieser Putin aus … Moment mal, äh Russland? Und hat der nicht in den letzten 3 Jahren auch Atomwaffen in Weißrussland mal eben so stationiert. Also näher an der NATO? Etwas, was Russland der NATO verbietet? Pardautz, ja so ein kleiner Schlingel, gell!

Haba Orwell
16 Tage her
Antworten an  F. Hoffmann

Ursache -> Wirkung. Natürlich muss Russland irgendwie auf westliche Aktionen reagieren. Die meisten Russen werfen sogar Putin vor, zu zaghaft zu reagieren, was westliche Länder nur ermutigt. Dabei denkt man in Westeuropa wohl nicht nach, dass die Sache am Golf sich verlängert, Öl, Gas und Kerosin ausgehen – und man sie eigentlich aus Russland benötigt. Das wird sogar manchmal gesagt und dennoch: >>>EU-Kommission: Die Ukraine erfüllt noch nicht alle Voraussetzungen für die erste Tranche der 90 Milliarden Euro – Anti-Spiegel<<< > „… Ujváry betonte, dass die Ukraine mit diesen 5,9 Milliarden Euro vorrangig Drohnen von der eigenen Industrie oder aus… Mehr

Koepenicker
15 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Ob „die meisten Russen“ Putin vorwerfen zu zaghaft zu reagieren ,wage ich ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Die haben wirklich andere Probleme als auf einen 3.Weltkrieg zu hoffen . Vielmehr sind es seit Jahren immer dieselben Propagandisten ,Agitatoren und Militärblogger die dies tun. Gepaart mit Anhängern einer militärisch starken und großen UDSSR ,Zaristen ,Imperialisten und sonstigen Nationalisten. Putin hielt diese Wahnsinnigen bis jetzt in Schach. Und daraus ergibt sich für mich die Ansicht ,dass wir ganz vorsichtig sein sollten damit, uns Putins Ende zu wünschen. ………………. Eines ist doch klar ,sollte Russland die NATO mit Atomwaffen angreifen ,geht auch in… Mehr

November Man
16 Tage her

Was nutzen schon Verträge wenn sie nicht eingehalten werden. Um Russland zu bedrohen ist dem Westen alles recht. Der Atomwaffensperrvertrag (NVV) ist weiterhin gültig und wurde von der internationalen Staatengemeinschaft nicht gekündigt. Bislang hat lediglich Nordkorea im Jahr 2003 seinen offiziellen Rückzug aus dem Vertrag erklärt. Alle anderen rund 190 Mitgliedsstaaten halten an dem Abkommen fest. Atomwaffensperrvertrag (NVV): Der seit 1970 geltende Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (IAEA) ist der zentrale Pfeiler der weltweiten Nichtverbreitung und verpflichtet die Atommächte zur Abrüstung. Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW): Das Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons (United Nations Office for Disarmament Affairs) ist das… Mehr