Die italienische Regierung meint, sie wolle nicht auf eine Entscheidung der schwerfälligen Bürokratie in Brüssel warten: Melonis Marine will nun alleine die Meerenge Bab al-Mandab, die nun von den Huthis im Jemen kontrolliert wird, freikämpfen.
picture alliance / Stian Lysberg Solum/NTB Scanpix via AP | Stian Lysberg Solum
Vergangene Woche brachte die Huthi-Miliz die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle, sie hat damit uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab. Öl-Tanker und andere Handelsschiffe kommen über die Suezkanal-Route nicht mehr ungefährdet nach Europa durch. Angesichts dieser sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mithilfe der Marine zu gewährleisten.
Verteidigungsminister Guido Crosetto hat die Marine angewiesen, alles Notwendige vorzubereiten, um italienischen Handelsschiffen die sichere Durchfahrt durch die strategisch zentrale Meerenge zu garantieren. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen“, erklärte der Minister am Donnerstag. Bürokratische Verzögerungen dürften eine ohnehin komplexe Situation nicht noch verschärfen.
Die Ankündigung fiel auf dem Forum „Risorsa Mare“ in La Spezia. Crosetto und der Generalstabschef hätten gemeinsam beschlossen, die Marine zu aktivieren, damit italienische Schiffe den gefährdeten Korridor passieren können – unabhängig von der EU-Mission Aspides. Über den genauen Umfang eines möglichen Einsatzes, also über die Zahl der Kriegsschiffe, soll nach Angaben des Ministers noch mit Regierung und Parlament beraten werden, berichtet Reuters. Priorität habe die Wiederherstellung des Schiffsverkehrs. Bereits im Rahmen von Aspides ist unter anderem die moderne Fregatte „Carlo Bergamini“ in der Region im Einsatz.
Die vom Iran gesteuerte Huthi-Miliz eroberte vergangene Woche die gesamte jemenitische Westküste am Roten Meer, darunter die Hafenstadt Mokha, und besetzte strategisch wichtige Inseln wie Mayyun (Perim) sowie die Hanisch-Inseln. Damit kontrollieren diese Truppen praktisch uneingeschränkt den Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab, dem sogenannten „Tor der Tränen“. Die schmale Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und bildet den südlichen Zugang zum Suezkanal. Durch sie verläuft eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Europa und Asien. Nach Schätzungen passieren 10 bis 15 Prozent des weltweiten Seehandels und ein erheblicher Teil des Energieverkehrs diesen Engpass. Für Italien ist die Route besonders zentral: Ein großer Teil des nationalen Außenhandels hängt am Suezkanal.
Die Bedeutung der Meerenge ist durch die Lage an der Straße von Hormus weiter gestiegen. Seit dem Iran-Konflikt nutzen viele Reedereien und vor allem Saudi-Arabien verstärkt die Route über das Rote Meer. Eine Unterbrechung würde Transportkosten in die Höhe treiben, Lieferketten verzögern und Preise für Familien und Unternehmen steigen lassen, warnte Crosetto. Jede wirtschaftliche Krise treffe vor allem die Schwächsten und gefährde den sozialen Zusammenhalt. Der Minister verwies zudem auf die Verwundbarkeit unterseeischer Infrastruktur – Datenkabel und Energieverbindungen –, deren Schutz für eine Seefahrernation wie Italien zur nationalen Sicherheitsfrage geworden sei.
Die EU und die USA versuchen bereits seit Monaten, Handelsschiffe mit militärischen Missionen vor Huthi-Angriffen zu schützen. Rom argumentiert nun, dass die EU-Entscheidungswege zu langsam seien. „Wenn wir können, greifen wir ein, um Krisen zu lindern“, so Crosetto. Die italienische Regierung habe Reedereien bereits informiert.


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Huthi-Slogan an einem Haus in Yafaa 2013: „Gott ist groß! Tod den USA! Tod Israel! Verdammt seien die Juden! Sieg dem Islam!“
Nur für den Fall, dass hier jemand heimliche Sympathien hegt. „Sieg dem Islam!“ bedeutet auch Sieg über Dich.
Ich habe keine Sympathie. Dafür sehe ich aber, dass die Terrorakte und Flüchtlingswellen mit den Kriegen der USA und Israels in den Nahen Osten synchronisieren. Ein reine Zufall, versteht sich. Nur neben an – die Kolonie die man heute Israel nennt, existierte über knapp 2.000 Jahre nicht und wurde mit Balfour Deklaration zum Leben gerufen. Davor gab es keine Terrorakte in dem Westen und keine Migrationswellen aus dem Nahen Osten. Bis dahin haben Juden in Palästina ohne Problem gelebt. Die Israelis sind keine Opfer hier, sie sind die treibende Kraft. Übrigens in Libanon wurden gerade eine Menge der christlichen Dörfer… Mehr
Dass Europa Terrorakte und Flüchtlingswellen nicht unterbindet, ist nicht die Schuld der USA oder Israels. Die zeigen, wie man solche Dinge managt: Zähne zeigen!
Genau umgekehrt, diese zwei Länder lösen die Flüchtlingswellen aus. Erst heute erzählte jemand in einem Thread – einem Afghanen wurde für das Bewachen der US-Kaserne Übersiedlung nach Schland versprochen – bis heute eingelöst. Eine Art Bezahlung für die Dienste für USrael-Imperium.
> Dafür sehe ich aber, dass die Terrorakte und Flüchtlingswellen mit den Kriegen der USA und Israels in den Nahen Osten synchronisieren.
Nicht nur Sie sehen es so: https://uncutnews.ch/wie-israel-die-europaeische-fluechtlingskrise-ausgeloest-hat/
In Europa gibt es Politiker, die derer Länder aus westlichen Kriegen raushalten wollen: https://tkp.at/2026/09/18/fico-sagt-selenskyj-treffen-ab-nach-scharfer-anti-kriegsrede/
> „… Ich will nicht, dass die Slowakei wegen irgendeines Artikels 5 Teil eines militärischen Konflikts wird. Ja, wir gehören zur NATO, wir schätzen das, uns liegen Zusammenarbeit und die Erfüllung von Verpflichtungen am Herzen. Aber als Regierungschef werde ich alles tun, damit die Slowakei niemals in einen militärischen Konflikt hineingezogen wird. …“
DAS sollte man bejubeln und nicht Meloni.
Ja die Zeiten als man die Italienische Armee als die Erfinder des Panzers mit 5 Rückwärtsgängen verspottete, sind vorbei. Dennoch ist die Strategie fragwürdig. Nachem die Agypter den Engländern den Suez Kanal gestohlen haben, ist die Frage, warum der Westen die Kohlen für Agypten aus dem Feuer holen soll? Das Land hat sich bisher kaum um eine Befriedung des Kulturkampfes im Nahen Osten bemüht. Eher sind sinistre Untergrundbewegungen gegen den Westen erkennbar. Da viele Frachter ohnehin bereits den Umweg über Afrika machen (wg. Versicherungen), könnten man den Suezkanal einfach boykottieren und nicht mehr nutzen. Die Mehrkosten für den Transport fallen… Mehr
Den Foristen, die sich zu dieser Thematik herablassend und abschätzig über die Fähigkeiten der Marina militare geäußert haben, empfehle ich ihre Kenntnisse zu aktualisieren. In den vergangenen 80 Jahren hat sich da einiges hinsichtlich Ausbildung und Ausrüstung getan. Italien verfügt über einsatzbereite Träger und die amphibischen Fähigkeiten sind ausgeprägt und eingeübt, außerdem verfügt man über eine gepflegte Tradition, die bis auf die Venezianerzeit zurückgeht. Und was Frau Meloni anbetrifft: diese Entschlusskraft würde ich mir bei unserer Führungsspitze wünschen. Das gab´s zuletzt bei Margareth Thatcher.
Während Meloni in jeden Krieg rennen möchte, Fico hält sein Land raus. Böses Medium: „Premier Fico will Slowakei nicht im Krieg aufgrund NATO-Artikel 5 sehen“
Die entsandte ital. Fregatte ist ausgerechnet nach CARLO BERGAMINI benannt. Dieser Admiral wurde am 9.9.1943 auf der Brücke der ROMA getötet – dem ersten Großkampfschiff das durch eine funkferngesteuerte Gleitbombe, der berühmten deutschen Fritz X, versenkt wurde. Das war damals ein brandneues unbekanntes Waffensystem, gegen das keine Abwehr möglich war (außer das Trägerflugzeug abzuschießen). Die Houthis revolutionieren auf ihre Art gerade die Kriegsführung, mit billigen Drohnen und wirkungsvollen Nadelstichen gegen die saudische Infrastruktur. Die Saudis haben den Jemen übrigens mit us-amerik. Hilfe in die Steinzeit zurückgebombt und dort zehntausende Zivilisten auf dem Gewissen. Vom Islam her sind die Saudis genauso… Mehr
Die Meloni traut also weder den Saudis noch den Amerikanern mit den Terroristen fertig zu werden.
Das ist nicht uninteressant.
Moin,
Auf der Seite von Panerai steht da nix.
Ich schätze ja eigentlich die Meloni. Hat ja immerhin schon Trump den Mittelfinger gezeigt.
Wie bei Asterix. Jetzt wollen wir mal den Houthis ein bisschen Angst einjagen.
Wahrscheinlich will Frau Meloni ein paar aufmüpfige Militärs mal ordentlich durchprügeln lassen.
Wir sollten Strack-Zimmerflak und Kieselwetter als Beobachter mitschicken.
Ach ja, Panzertoni könnte als Beobachter Pistorius noch den Feinschliff für unsere Fregatten abluchsen.
Wenn alles gut geht, nennt Trump einen Flugzeugträger in Dean Martin um.
LG
Brava, hier führt ein winziges Frauenzimmer die gesamte europäische männliche Führungsriege vor. Vielleicht sind Frauen doch nicht so unfähig wie einige Kommentatoren gerne behaupten…
Ungefähr so unsinnig, als wenn jemand im Ostblock 1986 die Sowjets in Afghanistan bejubeln würde.
Das wird aber böse ins Höschen gehen.
Ich verweise auf das, was ich gerade unter dem anderen parallel laufenden Italien Artikel geschrieben habe.
Die Deutschen pennen derweil immer noch.
Was Meloni da gerade tut ist der erste Schritt. Das wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit rückwirkend als Start von etwas viel größerem in den Geschichtsbüchern landen, ähnlich wie die Sache mit der Westerplatte damals.
Anders scheint es ja leider nicht zu gehen.
Egal, Augen zu und durch, sonst ist Europa als kulturelle Entität definitiv auf Jahrhunderte komplett weg vom Fenster.