Ansturm auf Kanaren: 11.000 jugendliche Migranten erwartet

Auf den Kanaren geht der Ansturm der kleinen Boote weiter. Viele Minderjährige sollen unter den Ankommenden sein. Bald werden sie nach Spanien und dann in die EU verteilt. Die Regierung Sánchez will es nicht anders. Durch Handeln und Nichthandeln importiert sie den Migrationsdruck in die EU.

picture alliance / abaca | Europa Press/ABACA

Ungebrochen bleibt der Ansturm illegaler Migranten auf die spanischen Kanaren. Bis Ende Mai stellte Frontex fest, dass sich die illegalen Einreisen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht haben: ein Plus von 303 Prozent ergibt sich für die sogenannte westafrikanische Route, die von Marokko und Mauretanien sowie zunehmend vom Senegal zu den Kanaren führt. Auch die dominierenden Nationalitäten sind hier Mali, Senegal und Mauretanien. Es geht also um eine sich derzeit stark belebende Migrationsroute, die neue Asyl-Herkunftsländer zu den bisher in der EU vorherrschenden hinzufügt. Knapp 18.000 Grenzübertritte hat die EU-Grenzschutzagentur hier von Januar bis Mai verzeichnet. Nur wenig mehr waren es jeweils im östlichen (21.773) und zentralen Mittelmeer (21.330), wobei die Ankünfte in Italien deutlich zurückgegangen sind (minus 58 %), während sie sich in Bulgarien, Griechenland und Zypern verdoppelten (plus 103 %).

Bis Mitte Juni waren laut Innenministerium sogar über 23.000 Migranten auf den Kanaren angelandet. Für den Rest des Jahres wird mit weiteren 85.000 gerechnet. Daneben gibt es auch ein zunehmendes Problem mit Drogenschmugglern, wie das Online-Magazin Kanarenmarkt berichtet. In diesen Tagen „rettete“ ein Luxuskreuzfahrtschiff südlich von Teneriffa 68 Migranten aus einem „cayuco“, fünf waren zuvor auf der Überfahrt gestorben oder verschollen. Das ist eine Sterberate von sieben Prozent. Laut der NGO „Caminando Fronteras“ sind allein in diesem Jahr schon mindestens 5.000 Menschen so ums Leben gekommen.

Auf Zypern gibt es Unruhe wegen der anhaltend hohen Zahlen, in Griechenland ist man mit großen Erstaufnahmezentren gerüstet. Neu ist aber vor allem, dass die Kanaren inzwischen vollkommen überlastet sind und die Behörden nicht mehr wissen, wo sie die Neuankömmlinge unterbringen sollen. Das gilt vor allem für die vermeintlichen Minderjährigen, die besonderen Schutz erhalten und bei denen von Ab- und Zurückschiebung großzügigerweise abgesehen wird. Ob das echte Großzügigkeit ist oder nur Laxheit, muss jeder selbst entscheiden. 6.000 minderjährige Migranten sind schon auf der Inselgruppe im Atlantik untergebracht. Die regionale Sozialministerin Candelaria Delgado sagt schon von dieser Lage die folgenden Worte: „Wir befinden uns im Kriegszustand.“

Doch über den Sommer werden noch einmal 11.000 Minderjährige erwartet, die natürlich nur einen Teil der auf kleinen Booten Ankommenden ausmachen. Die Folgen sind aber schon jetzt überfüllte Heime und unkontrollierte Privatunterkünfte. Angeblich blüht die Korruption und die Veruntreuung öffentlicher Gelder, wie die Welt schreibt. Als nächstes will die Regionalregierung große Zirkuszelte aufstellen, wenn nicht eine Rettung kommt. Regionalpräsident Fernando Clavijo von der ideologisch wenig festgelegten Regionalpartei Coalición Canaria (CC) beklagt die Knappheit der Ressourcen zur Versorgung der Migranten. Hoffnung bereiten ihm nur zwei Dinge: Einerseits solle Madrid „schnell und effektiv“ militärische Einrichtungen zur Unterbringung der Migranten bereitstellen. Zum anderen könnte eine Gesetzesänderung dafür sorgen, dass vor allem die Festlandsregionen sich bald nicht mehr gegen die Übernahme von Bootsmigranten wehren können.

Die Folge ist ein steigender Binnen-Migrationsdruck in der EU

Das sind keine unerwarteten Töne eines überforderten Inselpräsidenten, aber es ist auch keine gute Nachricht für die anderen Regionen des Landes, denen ohnehin schon immer wieder Migranten vor die Füße gesetzt werden. Daneben bedeutet es auch für den Rest der EU, dass der „Migrationsdruck“ an den Binnengrenzen steigen wird.

Die sozialistische Zentralregierung von Pedro Sánchez macht dafür durch mehrere Handlungen und Nicht-Handlungen den Weg frei: Sie vernachlässigt den Grenzschutz vor den Kanaren, aber auch immer mehr im Mittelmeer, wo es ebenfalls eine leichte Steigerung der Ankünfte um 24 Prozent auf 5.186 (im Januar bis Mai) gab. Die Küstenwache schleppt die Migrantenkähne sogar über viele Dutzend Kilometer bis an die Küste der Kanaren.

Nun will sie zum zweiten mit dem neuen Gesetz für die leichtere Verteilung der Illegalen auf alle Regionen sorgen. Anfang April votierte das Parlament zudem für die Legalisierung von rund 500.000 Migranten, die ohne Papiere in Spanien leben. Das soll innerhalb von sechs Monaten geschehen. Es gibt Vorbilder in anderen EU-Ländern, die genauso die eigenen rechtlichen Verfahren lächerlich machten, indem sie im Nachhinein illegale Einwanderer ohne rechtmäßigen Aufenthalt legalisierten.

Zum dritten trägt sie aber keine Sorge dafür, dass die Migranten überhaupt in den Regionen oder Spanien bleiben. Von weiteren Binnen-Migrationsbewegungen ist also auszugehen, und die werden nach Frankreich vor allem Deutschland treffen. Auch so ließe sich die zunehmende Vorliebe der regierenden SPD für Grenzkontrollen auch im Westen des Landes erklären.

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Kommentare ( 49 )

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Timur Andre
24 Tage her

Langfristig sind Gebiete wie Kanaren oder Cueta nicht zu halten, sie liegen halt geographisch nicht in Europa.

TruthHurts
24 Tage her

Dass immer noch geschrieben wird, dass sie in der EU verteilt werden, ist süß. Jeder hier weiß, wo diese Fachkräfte hinkommen und wer für sie finanziell aufkommt.

Redlope
26 Tage her

Das muss ein Albtraum sein. Wir waren einmal ein wohlständiges, säkularisiertes, einigermaßen vernünftiges Land, in dem Kultur, Industrie und Wissenschaft gediehen. Nun nun schickt man uns das Mittelalter ins Land – und dies in derartigen Massen, dass die Errungenschaften unserer europäischen Länder in wenigen Jahrzehnten zunichte gemacht werden können. Da wird nichts bleiben von unserer Kultur. Man muss hoffen, dass die Japaner genug davon zu sich importiert haben. Die wissen unsere Kultur mehr zu schätzen als wir selbst. Und, nein, es ist keine Naturgewalt, es ist willentlich herbeigeführt. Die Politiker, die das forciert und zugelassen haben – und damit meine… Mehr

Deutscher
26 Tage her

Ganz ehrlich? Lieber ertrinken 10 von ihnen, als dass einer durchkommt, der hier dann jemanden vergewaltigt oder ermordet.
Meine Meinung, zu der ich unbedingt stehe.

Engel
26 Tage her

Fall es bald zu massiven Volksaufständen kommen sollte – was ich nicht für unwahrscheinlich halte – wäre ich mir als Verantwortlicher nicht so sicher, hier noch rechtzeitig rauszukommen ….

A rose is a rose...
25 Tage her
Antworten an  Engel

Es wird ja bereits emsig am Wehrgraben um den Reichstag gearbeitet – kein Witz! Willkommen im Mittelalter!

Delegro
24 Tage her
Antworten an  Engel

Die kommen raus. Versprochen. Und sie werden die ersten sein, die das Land verlassen und den Rest der Bevölkerung mit den von ihnen selber geschaffenen Problemen im Dreck sitzen lassen. Sie haben sich durch Ihre Vorgehensweise (Vernichtung Deutschlands) einflussreiche Freunde in aller Welt gemacht. Diese „Freunde“ nehmen diese Versager dann auf.

reiner
26 Tage her

man stelle sich mal vor,alle die hier sind würden einen staatsstreich duchführen ? denn dafür reichen 100000 von denen. hat sich eigentlich keiner von diesen politclowns mal gedanken darüber gemacht,was das alles für ergebnisse liefern könnte? wir werden in europa quasi überrrolt und nur wenige stört es,unglaublich.

giesemann
26 Tage her

Die schrecklichste Ideologie auf Erden nistet sich bei uns ein. Absolut teuflisch. Kömmt das Kalifat zu mir, bleibe ich nicht länger hier.

Peter W.
25 Tage her
Antworten an  giesemann

Und es geht schon konkret los. In von Orientalen betriebenen Gaststätten gibt es seit einiger Zeit grundsätzlich kein Bier oder Wein mehr, noch nicht einmal alkoholfrei. Das heisst Ihnen als deutschem Gast schreibt eine zugewanderte Gruppe vor was Sie zu tun und was Sie zu lassen haben, Wie gesagt erst ein Anfang.

flo
26 Tage her

Die Migranten werden, wetten, dass …?, zeitnah zu einem Großteil in Berlin/Hamburg/NRW landen. Das offizielle links-grüne Deutschland hat seine weltoffene Willkommenskultur in alle Länder gesendet und angeblich den UN-Migrationspakt federführend mit gestaltet, jetzt redet man ein bisschen über Abschiebungen, ohne klarzubekommen, wie viele Migranten (nicht: in engerem Sinne Flüchtlinge) in absoluten Zahlen Jahr für Jahr hier aufgenommen werden sollen und ggf. von der Gesellschaft versorgt.  Mir wird im Hinblick auf kommende Generationen Angst und Bange. Und BILD berichtet schon hinter der Bezahlschranke von einem „Geheimplan von Faeser: Mehr Migranten zu Beamten machen.“ Hat evtl. mit Migrantenquoten zu tun? Kenne den… Mehr

giesemann
25 Tage her
Antworten an  flo

Manche der Jungen merken inzwischen, was ihnen da zugedacht ist, s. die E-Wahlen. Wir Alten können sie lediglich darauf aufmerksam machen, handeln müssen sie schon selber – gegen das, was ihnen eingebrockt worden ist – Tendenz: Immer schlimmer. Denn der Nachschub schwillt an, immer schneller.

Innere Unruhe
25 Tage her
Antworten an  giesemann

Richtig. Die Alten sollten Migration und Zukunft am Esstisch besprechen und der Jugend klar sagen, was heutige „Humanität“ für Morgen bedeutet.
Ansonsten ist es ein Verrat an der eigenen Jugend.

gmccar
25 Tage her
Antworten an  flo

Leider wird das Salär der Beamte- wie der Migrantenschaft nach wie vor von den immer weniger werdenden Menschen finanziert, die einer wertschöpfenden Tätigkeit nachgehen. Mit steigenden Energie-und Rohstoffpreisen wechseln diese zwangsläufig mangels Arbeitsplatz und damit Einkommen auch in das Bürgergeld. Wer soll das dann bezahlen ?

Delegro
24 Tage her
Antworten an  gmccar

Da gibt es noch genug Möglichkeiten. Immer mehr Schulden bis zum absoluten Zusammenbruch (wird ja schon gefordert), Steuererhöhungen an allen Ecken (z.B. Steuer auf Softdrinks), Renten kürzen, Grundsteuer massiv anheben etc.pp. Die finden immer was, bis aber auch der letzte Wohlstand verfrühstückt ist. Trifft diese Versager und Deutschlandhasser ja nicht. Die lassen sich ON-TOP auch noch von den Menschen durchfüttern, denen sie die Zukunft kpl. verbauen.

Klaus D
26 Tage her

Ich vermute das spanien hier richtig viel dran verdient bzw die absicht hat. Die EU wird spanien ja geld geben um die grenzen zu sichern sproch spanien spart hier eine menge geld ein. Für mich ist diese EU der lobbys gestorben!

leonaphta
26 Tage her

Wichtiger Hinweis auf eine hervorragende Leistung von J. Reichelt: Arabische Jugendgang verprügelt  Deutschen Jungen, und keinen stört’s, 18 Minuten, hier: https://www.youtube.com/watch?v=7923Bc4_i70
Jeder Deutsche sollte diesen Aufklärungsfilm über Gera von Reichelt sehen, aber, eine Thüringer Zeitung hat noch nicht mal die Nationalität (Syrer, Afghanen) der Schläger genannt.