Italien: Wahlbeteiligung am Mittag auf dem Niveau von 2018

Die Wahlbeteiligung in Italien liegt bisher auf dem Wert von 2018. Fast alle Spitzenkandidaten haben ihre Stimme abgegeben. Giorgia Meloni muss wegen Presse-Andrangs ihren Wahlgang auf den Abend verlegen.

IMAGO / Matteo Gribaudi
In Italien fällt die Wahlbeteiligung am Sonntagmittag etwas niedriger aus als vor vier Jahren. Mitverantwortlich sind dafür starke Regenfälle in Kampanien, die offenbar die Stimmabgabe in der Regionalhauptstadt Neapel und der Umgebung erschweren. Um 12 Uhr verzeichnete das Innenministerium eine Wahlbeteiligung von 18,39 Prozent. Später wurde die Angeba auf 19,21 Prozent revidiert. Bei den Wahlen im Jahr 2018 waren es 19,18 Prozent zum selben Zeitpunkt gewesen. Die Wahlbeteiligung lag 2018 insgesamt bei rund 73 Prozent.

Der Tag vor der Wahl in Italien
Meloni: „Das Italien der Linken geht seinem Ende entgegen“
Als erster Spitzenpolitiker gab Lega-Chef Matteo Salvini bereits um etwa 9:30 Uhr seine Stimme in einem Mailänder Wahllokal ab. Der Spitzenkandidat des sozialistischen Partito Democratico, Enrico Letta, suchte um 10 Uhr ein Wahllokal in Rom zur Stimmabgabe ab. Auch der Spitzenkandidat der linksliberalen „Azione“, Carlo Calenda, gab in der italienischen Hauptstadt seine Stimme ab.

Die Spitzenkandidatin des rechten Wahlbündnisses, Giorgia Meloni, hatte ihre Stimme eigentlich um 11 Uhr in einem römischen Wahllokal abgeben wollen. Aufgrund der Belagerung durch zahlreiche Journalisten und Fotografen entschloss sich die Chefin der nationalkonservativen Fratelli d’Italia dazu, ihre Stimme erst heute Abend um 22 Uhr abzugeben. Nach eigenen Angaben wolle sie Rücksicht auf andere Wähler nehmen, die sonst blockiert würden.

Die italienischen Wahllokale sind noch bis 23 Uhr geöffnet. Erste Hochrechnungen werden danach erwartet. Bei den letzten Umfragen lag das rechte Lager mit zehn Prozent Abstand vor dem linken Lager. Melonis Fratelli d’Italia würden demnach als stärkste Kraft mit rund 25 Prozent aus den Wahlen hervorgehen. In Italien ist die Veröffentlichung von politischen Umfragen in den letzten beiden Wochen vor der Wahl untersagt.

Aktualisierung um 14:41: Nach einer Revision liegt die Wahlbeteiligung in Italien bei 19,21 Prozent und damit höher als zuerst angegeben.

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Kommentare ( 7 )

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elly
2 Monate her

Naja, bei der Drohung von UvdL:“Von der Leyen hatte am Freitag bei einer Veranstaltung an der Privatuniversität in Princeton im amerikanischen Bundesstaat New Jersey auf die Frage von Studenten geantwortet, ob sie ein möglicher Wahlsieg des Rechtsbündnisses in Italien mit Sorge erfülle: „Wenn sich die Dinge in eine schwierige Richtung entwickeln – ich habe von Ungarn und Polen gesprochen –, dann verfügen wir über Instrumente.““
und den Target II Saldo Italiens 568,1 Milliarden Euro
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/233148/umfrage/target2-salden-der-euro-laender/

Okko tom Brok
2 Monate her

Die Wahlbeteiligung liegt offenbar exakt wie 2018, aber die “Qualitätsmedien” framen, die Wahlbeteiligung sei “niedrig”. Bastelt man schon an einer Minderheitswahl-Legende? Übrigens (an FR und Zeit): nicht “ganz Europa fürchtet” die neue Regierung, und “sie droht” auch nicht, wie der Süddeutsche Beobachter giftet. Hätte sie – so sie denn kommt – nicht ohnehin 100 Tage Frist verdient? Ist politische Fairness als Tugend ganz abgeschafft worden?

Alexis de Tocqueville
2 Monate her

Mal abwarten. Es kommt wohl drauf an, ob die Ergebnisse gezählt werden, oder, wie bei uns, geschätzt, geraten oder gleich völlig frei erfunden werden.
Jedenfalls schon seltsam, dass man hierzulande die russischen Referenden als Scheinreferenden bezeichnet. Ein schräges Wording, wenn man bedenkt, wie hier die Ergebnisse zustande kommen.

Susanne H.
2 Monate her

Jetzt jammert der Mainstream schon, dass die neue italienische Regierung, sollte sie kommen, eine neue EU-Krise herbeiführt! Dabei vergessen sie geflissentlich, dass die EU eine nicht heilen wollende Krise darstellt! Dass diese Wahl eine Quittung für das politische Versagen der EU und der bisherigen italienischen Regierungen ist! UND ein totales Versagen und Mitverantwortung der gekauften und linientreuen Medien! Warum kehren sie nicht einmal vor der eigenen Haustür, diese kollektiven Versager!?

Protestwaehler
2 Monate her

Hey, komisch, in Italien gibts keine Rekordbriefwahlbeteiligung wie bei uns und schon gewinnen „Die Falschen“ hahaha… sicher wurde deshalb auch Le Pen so stark in Frankreich, und Orban in Ungarn?
Hatte Baerbock nicht vorgestern noch behauptet, in Donezk u. Luhansk würden russische Soldaten den Menschen während des Wahlvorgangs Kalaschnikows bei der Stimmabgabe an den Kopf halten… also auf den Bildern aus der Ostukraine die n-tv und WELT zeigen waren diese nicht zu sehen. In welcher Blase lebt diese Göre eigentlich?

Jerry
2 Monate her
Antworten an  Protestwaehler

Für den Fall, dass die „Falschen“ gewinnen, hat Uschi ja schon angekündigt, dass die EU dafür „Werkzeuge“ hat. Das ist gelebte Demokratie und wird der Akzeptanz der EU in Italien noch einen richtigen Schub geben 😉

Andreas aus E.
2 Monate her

In Italien ist die Veröffentlichung von politischen Umfragen in den letzten beiden Wochen vor der Wahl untersagt.“

Sehr gute Regelung, sollte man für Deutschland übernehmen.
Obwohl etwas aus der Zeit gefallen, man kann sich ja einfach über Auslandssender/Internet die Zahlen holen.