Die Euthanasierung der 25-jährigen Noelia Castillo hat einen öffentlichen Aufschrei ausgelöst. In ihrem Schicksal bekommen zahlreiche ethische und soziale Fragen ein Gesicht. Das begünstigt Legendenbildung und Instrumentalisierung.
Screenprint: Abogados Cristianos
Am 26. März wurde die 25-jährige Katalanin Noelia Castillo Ramos euthanasiert. Ein Fall, der in Spanien emotional diskutiert wurde und für Aufruhr in den sozialen Medien sorgte.
Noelia Castillo war seit einem Selbstmordversuch, im Zuge dessen sie sich aus dem fünften Stock eines Gebäudes stürzte, an den Rollstuhl gefesselt und wollte ihrem Leben ein Ende setzen. Ihr Vater versuchte, dies zu verhindern. Zuletzt lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ein Eingreifen ab, Castillo wurde am Donnerstagabend in einem Krankenhaus getötet.
Ein Fall, der gleich auf mehreren Ebenen sozialen Sprengstoff birgt: Da ist zum einen Castillos Leidensweg. Sie wurde laut eigener Aussage bereits als Jugendliche wegen familiärer Probleme in Obhut genommen, unter anderem wird der Alkoholismus des Vaters erwähnt. Sie verbrachte ihre Jugend in Heimen und wurde bereits damals aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen behandelt. Sie schilderte, mehrfach Opfer von sexuellen Übergriffen geworden zu sein, zuletzt im Oktober 2022 von drei Männern, wenige Tage vor ihrem Selbstmordversuch.
Und schließlich macht in den sozialen Medien die Anschuldigung der Anwältin des Vaters die Runde, dass das Krankenhaus den Eltern mitgeteilt habe, man könne den Prozess nicht mehr stoppen, da Noelias Organe bereits für Organtransplantationen vorgesehen seien; ein Video zeigt, wie eine junge Frau, die sich als „beste Freundin“ Noelias vorstellt, vergeblich versucht, Zugang zum Krankenhaus zu erlangen, „um sich zu verabschieden“, aber auch in der Hoffnung, dass Castillo ihre Meinung im letzten Augenblick ändere.
Ein Schicksal, das in dieser Konzentration von Elend und Leid dazu einlädt, als beispielhafte Erzählung zu gelten. Dementsprechend hat sich in kürzester Zeit ein Ringen um die Deutungshoheit entsponnen.
Instrumentalisierung von rechts
So verbreiteten spanische Medien die Aussage, Noelia Castillo sei in einer Jugendeinrichtung von nordafrikanischen Tätern vergewaltigt worden. Diese Information geht auf die Anwältin des Vaters zurück, Polonia Castellano von den Abogados Cristianos, einer christlichen Anwaltsinitiative. Sie gibt ein Familienmitglied als Quelle an. Noelia Castillo lebte aber nur bis zu ihrer Volljährigkeit in Heimen – zumindest zeitlich geht diese Darstellung also nicht auf, zumindest nicht in Bezug auf den Übergriff, der sich 2022 ereignet haben soll.
Die Aussage wurde jedoch von zahlreichen spanischen Medien übernommen und stieß auf enorme Resonanz. Die sozialistische Regierung unter Pedro Sánchez will Hunderttausenden illegalen Migranten einen legalen Aufenthaltsstatus zubilligen. Zwar sind viele dieser Einwanderer aus dem lateinamerikanischen Raum; Besorgnis erregt aber, dass darunter auch zahlreiche nord- und schwarzafrikanische Migranten sind.
Noelia selbst berichtete vor ihrem Tod von mehreren Übergriffen, sagte aber nichts über die Herkunft der Täter. Da sie zudem keine Anzeige stellte, gibt es dazu vorläufig keine weiteren Erkenntnisse: Es bleibt eine Mutmaßung, die in der Gesamtschau nicht besonders schlüssig erscheint.
Doch eine mögliche politische Instrumentalisierung ist nicht der einzige Blickwinkel, aus dem heraus diese Behauptung betrachtet werden muss. Es geht auch darum, zutreffenden Erfahrungen ein Gesicht zu geben:
Ein reales Problem
Dass die Aussage der Anwältin einleuchtend erscheint, liegt unter anderem daran, dass die Überrepräsentation migrantischer Täter im Hinblick auf Sexualstraftaten real ist.
Im Hinblick darauf ist verständlich, warum der Fall Noelia Castillos als eine Art Manifestation der Frauenverachtung empfunden wird, unter denen Europäer derzeit leiden: Täter kommen frei, verbüßen nur geringe Strafen oder werden aktiv geschützt, weil man sie als vulnerable Opfer betrachtet.
Castillos Tod erinnert an den von Milou Verhoof. Die siebzehnjährige Niederländerin war 2023 euthanasiert worden. Sie war als junges Mädchen sexuell missbraucht worden, litt unter Depressionen und Angstzuständen und wurde nochmals in einer Psychiatrie Opfer sexueller Gewalt durch einen Mitpatienten. 2024 forderte eine Gruppe von Psychiatern und Ärzten eine strafrechtliche Überprüfung des Falles.
Beide Fälle stellen den Umgang mit Opfern sexueller Gewalt ebenso infrage wie den Umgang mit psychisch Kranken generell.
Und sie werfen die Frage auf, wie frei und selbstbestimmt eine Entscheidung ausfallen kann, wenn sie unter Einfluss mentaler Krankheiten getroffen werden muss. In Kanada wurde die geplante Ausweitung des Euthanasieprogramms MAiD auf psychische Erkrankungen mehrfach verschoben, soll aber nun 2027 erfolgen.
Verharmlosung von links
Linke spanische Medien bemühen sich indes, den gesamten Sachverhalt herunterzuspielen. Missbrauch, Angriff – selbst den Begriff „sexuelle Aggression“, der als sprachlich milderer Ausdruck statt „Vergewaltigung“ verwendet wird, meidet etwa ein Artikel in El País, der „Gerüchte“ um den Fall Noelia Castillo aufdecken will, sich dabei aber eigener Frames und Deutungen bedient.
Der Sterbewunsch der jungen Frau sei nicht auf Depressionen, sondern auf die Lähmung zurückzuführen. Eine befremdliche Aussage, da ja erst ein Selbstmordversuch zur Behinderung geführt hatte.
Sie habe keine Ziele, keine Pläne, sagte Castillo im Fernsehinterview vor ihrem Tod. Sicher kann man den genauen Anteil, den Behinderung, Kindheitstraumata, Depressionen und die sexuellen Übergriffe zum Sterbewunsch beitrugen, nicht eruieren. Aber dass hier ein Leben von Kindheit an von Krisen, Instabilität und Schmerz geprägt war, lässt sich kaum leugnen.
Den Einfluss von Depressionen kategorisch zu verneinen, scheint der Überzeugung geschuldet zu sein, dass kein Zweifel daran aufkommen darf, dass Noelia sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte selbstbestimmt für den Tod entschieden hat.
Sie als Gallionsfigur für selbstbestimmtes Sterben zu inszenieren, ist allerdings sicher ebenso unangebracht, wie der Versuch der Abogados Cristianos, sie zum Präzedenzfall stilisieren zu wollen.
Mitgefühl auf beiden Seiten
Befürworter des assistierten Suizids bemühen sich, den Fall als siegreichen Kampf der Tochter gegen das Patriarchat darzustellen. Nach jahrelanger juristischer Auseinandersetzung und gegen den Widerstand des Vaters durfte sich Noelia Castillo ihren sehnlichen Wunsch erfüllen, sich endlich von ihrem unerträglichen Leid befreien und sterben – oder besser gesagt: töten lassen.
Gegner hingegen fassen assistierten Suizid als Methode auf, um notwendige Maßnahmen, wie etwa die Verbesserung psychotherapeutischer oder palliativer Versorgung, zu unterlassen, und Menschen, die Hilfe brauchen schlicht zu euthanasieren. Dass dies geschieht, ist an entsprechenden Skandalen, namentlich in Kanada, klar ablesbar.
Beide Seiten solidarisieren sich also mit Castillo – beide Seiten betrachten Mitgefühl als Grundlage ihrer Haltung.
Eine weitreichende Grenzüberschreitung
Doch assistierter Suizid löst nicht nur Unbehagen aus, weil dadurch Tötung zu Hilfe umdefiniert wird. Vor allem das Krankenhaus als Ort der Tötung ist eine epochale Grenzüberschreitung: Seit der griechischen Antike ist die Überzeugung, dass ein Arzt nicht töten darf, tief ins europäische Weltbild eingeschrieben.
Das enorme Misstrauen, das daraus resultiert, dass diese Sicherheit nun in immer mehr Staaten ausgehebelt wird, zeigt sich in der Verdächtigung, dass Noelia aufgrund der geplanten Organentnahme auch gegen ihren Willen getötet worden wäre. Schnell hieß es in den sozialen Medien, Noelia habe sich tatsächlich umentscheiden wollen.
Für diese Behauptung aber spricht nichts. Auf Castillos eigenen Wunsch durften ihre Eltern sie in ihren letzten Minuten nicht begleiten. Und natürlich gibt es keine Vorgabe, dass der Patient sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr umentscheiden dürfe.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine „Weiterentwicklung“ der Aussage der Anwältin des Vaters. Dass man den Eltern mitgeteilt hat, sie könnten oder sollten den Prozess nicht mehr verzögern, ist durchaus möglich, ebenso, dass eine solche Aussage als kategorisch interpretiert wurde – aus einem echten Missverständnis oder aus Verzweiflung heraus. Das wäre ein realistisches Szenario.
Ebenso, dass subtiler Druck ausgeübt worden sein könnte, und sei es nur durch das Bewusstsein, dass die eigenen Organe einem anderen Menschen versprochen sind.
Der Interessenkonflikt, der in der Transplantationsmedizin besteht, ist ein ernstes ethisches Problem und kommt gerade bei einer jungen Frau zum Tragen, deren Organe genutzt werden sollen. Dass hier eher zum Leben als zum Sterben angespornt würde, ist unwahrscheinlich.
Wiederum also ist kaum verifizierbar, wie genau es sich in Noelias Fall abgespielt hat. Wiederum ist jedoch das Dilemma, das beschrieben wird, real.
Ein Selbstmord lässt die Hinterbliebenen mit quälenden Fragen zurück. So ist es auch im Fall Noelia Castillos. Manches wird Glaubensfrage bleiben.
In dem Wust aus nicht belegten, nicht belegbaren und frei erfundenen Behauptungen sollten allerdings jene existenziellen sozialen und ethischen Fragen nicht untergehen, denen Noelia Castillo ein Gesicht gegeben hat: Wie geht die Gesellschaft mit Kranken und Schwachen um? Werden Familien bestmöglich gestärkt? Wird Gerechtigkeit durchgesetzt, um der Würde von Opfern gerecht zu werden? Wird alles Menschenmögliche getan, um Menschen, die ein überforderndes Maß an Leid tragen, zu unterstützen? Ist der Mensch kostbarer als sein Materialwert? Ist ein Leben nur dann lebenswert, wenn es den eigenen Vorstellungen entspricht, und wie geht der Mensch sinnvoll damit um, dass er sein Leben nicht gänzlich kontrollieren kann?
Und: Ist es in Ordnung, Leidende zu töten, wenn und weil diese das wollen? Noch sind sich alle einig, dass man einem Menschen, der sich von einer Brücke stürzen will, keinen Stoß versetzt. Wird dieser Konsens nun ausgerechnet am Krankenhausbett aufgekündigt?
Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie unbedingt die Telefonseelsorge. Unter der kostenfreien Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 bekommen Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Hilfe bei den nächsten Schritten anbieten können. Hilfsangebote gibt es außerdem bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Im Netz gibt es – Beispielsweise bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe – auch ein Forum, in dem sich Betroffene austauschen können.

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Wenn ein Mensch den akuten Wunsch hat sich selbst umzubringen, dann braucht er Hilfe. Und wenn er diese nicht erhält, dann haben seine Mitmenschen, seine Familie und letztlich die Gesellschaft als Ganzes versagt. Suizidale Gedanken sind in den allermeisten Fällen nicht aufgrund eines körperlichen sondern aufgrund eines geistigen Leidens vorhanden. Das kann man behandeln. Das kann man oft nicht heilen, aber wirksam behandeln. Sei’s durch Medikamente oder entsprechende Therapien und Begleitungen. Liegen körperliche Leiden diesem Wunsch zu Grunde, so kann man die körperlichen leiden behandeln. Leidet ein Mensch zum Beispiel an extrem starken Schmerzen, liegt immer und ausnahmslos ein Versagen… Mehr
Weder, dass man Suizide mit nur genügend Hilfe grundsätzlich verhindern könnte stimmt, noch, dass körperliche Schmerzen ausnahmslos beseitigt werden können. Beides ist leider eine große Illusion und eine Art Machbarkeitsglauben. Viele Menschen, die sich das Leben nehmen, haben vorher jede Hilfe angeboten bekommen und/oder in Anspruch genommen. Die Spanierin ja wohl ebenfalls. Viele Menschen müssen mit starken Schmerzen leben, weil es einfach nichts gibt, was die Schmerzen beseitigt, das geht von rheumatischen Schmerzen bis hin zu Schmerzen aufgrund lebensbedrohlicher Erkrankungen (Krebs). Starke Schmerzmittel haben in der Regel starke, ihrerseits den Körper zerstörende Nebenwirkungen, weshalb man die Dosis nicht unendlich erhöhen… Mehr
Morphium ist um Zehnerpotenzen davon entfernt das stärkste Schmerzmittel zu sein. Muss man nicht wissen. Aber dann sollte man auch nicht so etwas behaupten, wie du das hier tust. Medizinisch kann jeder Schmerz ausgeschaltet werden. Ohne jede Ausnahme. Natürlich hat es mehr oder weniger starke Nebenwirkungen. Logisch. Es ist immer eine Abwägung mit wie viel Schmerz ein Mensch leben kann und will. Aber man kann jeden Schmerz ausschalten, ohne damit den Patienten umzubringen. Insbesondere in Deutschland aber nicht nur hier ist allerdings das Wissen der Ärzte über eine gute und richtige Schmerztherapie, insbesondere bei Patienten mit starken Schmerzen, ungefähr auf… Mehr
Na dann lass doch mal hören, welche Schmerzmittel so potent sind, dass sie jeden Schmerz ausschalten, ohne damit den Patienten umzubringen … Morphium ist übrigens ein Opiat. Zu den psychischen Erkrankungen: Viele Menschen bringen sich trotz aller Hilfeversuche irgendwann doch um. Viele andere wollten keine Hilfe annehmen. Das ist ihr gutes Recht und man muss ihre Entscheidung respektieren. Ich musste leider im engsten Umfeld die verschiedenen Varianten miterleben und kann nur noch müde lächeln, wenn gesagt wird, psychische Leiden kann man behandeln, kontrollieren und lernen, damit zu leben. Bei vielen sicher ja, aber bei 10.000 pro Jahr eben nicht. Niemand… Mehr
Bist du in der Lage eine Suchmaschine und eine KI zu bedienen? Dann tu das bitte.
Ihnen stimme ich zu. Allerdings ist „Liebe“, dass am meisten missbrauchte Wort. Jeder Mensch kann von heute auf morgen traumatisiert werden. Auch als Zeugen von z.B. Krieg oder Unfällen. Die Trauma Therapie in Deutschland, liegt Lichtjahre hinter Israel oder den USA zurück. Es gibt allerdings in Deutschland Spezialisten. Diese arbeiten nur auf Privatrezept. D.h. diese Spezialisten therapieren Soldaten oder Polizisten. Es gibt nur ca. 5 dieser Spezialisten in Deutschland. Das weiß ich so genau, weil ich vor einigen Jahren persönlichen Kontakt zu einem dieser Spezialisten hatte. Er teilte mir mit, dass PTBS Patienten, niemals durch „Wald- und Wiesentherapeuten“ behandelt werden… Mehr
Es gibt Medikamente die das Kurzzeitgedächtnis blockieren. Natürlich nur für eine kurze Zeit. Zum Beispiel hat es bekannte Medikamente Valium solche Eigenschaften. Es gibt aber auch andere. Unter Valium Einfluss gemachte Erfahrungen werden zum größten Teil nicht im Gehirn gespeichert. Zumindest so lange, bis die Wirkung nachlässt. Das macht man sich in der Medizin durchaus zu nutzen. Das Problem ist allerdings dass es in Deutschland ein entsprechendem Fachwissen fehlt beziehungsweise dieses nur einem sehr geringen Prozentsatz der Ärzte bekannt ist. Und zum anderen ist eines der großen Probleme, dass heute immer noch Ärzte in ihrer Ausbildung beigebracht bekommen, dass Opiate… Mehr
Überarbeiten sie ihren Text bitte nochmal.
Hier gibts einige Ungereimtheiten !
Nicht nur wegen des framing: „Instrumentalisierung von rechts“ ?!
Liebe ist ein innerer Zustand, die Liebe zu etwas oder jemandem wächst in uns selber und hat nichts mit den äusseren Umständen zu tun. Liebe ist ein individueller Zustand und kann daher auch nur von einem Individuum ausgehend entstehen. Die Liebe deines Nächsten ist kein Zustand der erzwungen werden kann, sie erwächst aus der Freiheit diese Entscheidung selber treffen zu können. Im Kollektiv existiert keine Liebe, sondern nur Rituale, welche diese „Liebe“ zweckgebunden instrumentalisieren sollen. Empathie, Mitgefühl und Verständnis erfordert die individuelle Auseinandersetzung mit seiner Umgebung und mit den Mitmenschen, etwas was in jüngster Zeit immer mehr durch den Sozialstaat… Mehr
Nein. Psychopathen sind real. Das sind nicht einmal seltene Ausnahmen. Sekundäre Psychopathen werden erzeugt. Der Schaden für die Gesellschaft ist extrem. In der Gesellschaft der Eskimos wurden Psychopathen tot geschlagen.
Für jeden Entscheidungsträger in Amt und Würden, sollte ein Psychopathentest vor der Anstellung verpflichtend sein.
Der Schritt bis zum sozialen Druck auf die gebrechliche Oma, die sich ohnehin einsam und überflüssig fühlt, ist nicht mehr weit entfernt. Wenn diese „Lösung“ erstmal etabliert und institutionalisiert ist, wird so etwas passieren, da habe ich keinerlei Zweifel.
Wenn es Gott wirklich gäbe, würde es diese Gräuel gar nicht geben. Da aber diese Gräuel existent sind, gibt es Gott nicht, oder wir sind ihm völlig egal. Ich habe mit meinem 66 Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass die Gesellschaft als Ganzes immer besser sein sollte, als das einzelne Induvidum. Da aber die Gesellschaft nicht besser ist, als das einzelne Individuum, eher noch schlechter, haben wir diese bösartigen Auswüchse im Miteinander. Gibt es noch Hoffnung für uns? Ich weiß es nicht. Beginnen müsste es mit Gerechtigkeit gegenüber den Opfern. In diesem Fall Vergewaltigungsopfern, denen man zudem jegliche Hilfe angedeihen lässt,… Mehr
„Wenn es Gott wirklich gäbe, würde es diese Gräuel gar nicht geben. Da aber diese Gräuel existent sind, gibt es Gott nicht, oder wir sind ihm völlig egal.“
Falsch..aber halt so schön einfach, gell !
Die Menschen sagen:
Wenn Gott existieren würde, würde es nicht so viel Böses und Leid
auf Erden geben..
Gott sagt:
Wenn die Menschen meine Gebote befolgen würde,
gäbe es nicht so viel Leid und Böses auf Erden !
Wohin unser Volk läuft, seit alle Gebote Gottes aufgegeben werden
ist offensichtlich: Ins V E R D E R B E N !
„Falsch..aber halt so schön einfach, gell !“
Das ist eben nicht einfach gedacht. Im Alten Testament steht geschrieben: Gott schuf den Menschen nach seinem Angesicht. Metaphorisch gedacht bedeutet dies: Der Schöpfer ist genauso unvollkommen wie sein Werk. Deshalb setze ich auf meinen eigenen Verstand. Und der sagt mir, was gut und was böse in dieser Welt ist. Dazu brauche ich kein unvollkommenes Gottesgeschöpf.
Der Tod durch die eigene Hand mag eine Lösung sein. Das allerdings Richter und Ärzte wieder töten sollen oder dürfen, ist ein kaum zu ertragender Zustand.
Ein guter Artikel. In Spanien gibt es seit ca. 100 Jahren einen Block mächtiger Kommunisten und anderer Linker. Deren Markenzeichen ist das Desinteresse am einzelnen Menschenleben. General Franco verhinderte 1936 für Jahrzehnte ein Sowjetspanien. Jetzt bewegt sich Spanien kontinuierlich dahin, ein Vorbild für das woke Europa. Ich möchte jedenfalls, nach einer langen Spanienrundreise letztes Jahr, in Spanien als Hund nicht tot über den Zaun hängen.
Danke für die klärenden Ausführungen. Menschen, die wie die Verstorbene, an einem Borderline Syndrom leiden (sehr hohe psychische Comorbidität…oft bipolar, autodestruktiv, zwangsgestört,) haben zum einen oft profunde Probleme mit der Realität und eine extrem hohe Suizidwahrscheinlichkeit….trotz bestmöglicher professioneller Hilfe.
Die auch hier zu beobachtende Emotionalisierung und Spaltung im Umfeld dieser Personen ist typisch für das Krankheitsbild.
Keine Sache für massenmediale Verwurstung oder gesellschaftspolitische Funktionalisierung.
welcher Küchenpsychologe sagt das die „Verstorbene“ Borderline hatte ?
Selbst wenn, darf man diese Menschen dann euthanasieren ?
Zum Thema „Verwurstung“ dürfen sie gern in den Spiegel schaun..
Mich würde interessieren, woher die Erkenntnis kommt, dass die verstorbene junge Frau an einer Borderlinestörung litt. Ich persönlich leide tatsächlich am Borderline Syndrom. Ich kenne deshalb die Symptome und auch die Ergebnisse daraus aus lebenslanger eigener Erfahrung. Allein aus den Berichten in der Presse allerdings eine psychologische Analyse zu stellen, ist nicht nur lächerlich, das ist hochgefährlich. Borderlinestörungen sind in ihrer Grundform durch starke Verlustängste und starke Ängste eine enge Bezugspersonen (Lieblingsperson) zu verlieren gekennzeichnet. Diese Menschen haben oft Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl und einer innerlichen Leere. Viele davon betroffene Patienten haben auch große Schwierigkeiten, enge und dauerhafte Beziehungen einzugehen,… Mehr
Typisch für Borderliner sind aber auch:
-Emotionale Instabilität
-Unangemssene Wutausbrüche
-Instabile Beziehungen (Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung)
-Spalten / Ausspielen ihrer Mitmenschen gegeneinander
-Selbstschädigendes Verhalten in mindestens zwei Bereichen (Sexualität, Substanzen, rücksichtsloses Fahren, Geldausgeben)
-Selbstverletzung und Suizidaliät (Ritzen, Suiziddrohungen/-versuche)
-Paranoide Vorstellungen, Gefühl der Unwirklichkeit
Diese Symptome, insbesondere die letzteren in deiner Liste, können bei vielen psychischen Erkrankungen und Problemen auftreten. Borderline Störungen sind übrigens eher nicht durch die letztgenannten Symptome definiert. So sind bei den meisten Borderline Patienten weder paranoide Vorstellungen vorhanden noch Tendenzen zur Selbstverletzung. Das kann es selbstverständlich geben, dann allerdings oft im Zusammenspiel mit weiteren Erkrankungen, da Borderline Störung keinesfalls nur isoliert auftreten müssen. Aber das Borderline Syndrom kennt kaum paranoide Vorstellungen oder Selbstverletzungen. Es gibt suizidale Gedanken und Fantasien, die allerdings praktisch niemals zur Ausführung gebracht werden.
Aber auch mich interessiert, woher @Montesquieu weiß, dass die Spanierin eine Borderline-Erkrankung hatte.
Es gibt doch tatsächlich Zeitungen die die Stellung der katholischen Kirche zum assistieren Suizid thematisieren, anstatt über das Leid der jungen Dame zu berichten.
Wie tief kann man sinken …
Nach der millionenfachen Tötung von Ungeborenen folgt nun die des „unwehrten Lebens“. So ehrlich sollten wir sein, auch ohne Instrumentalisierung.
Es sind alles Auswüchse derselben grundlegenden Ideologie: eine Ideologie des Todes.