Massenproteste: 160.000 demonstrieren in Frankreich gegen den Impfzwang

Es kommt zu teils schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei - doch in ganz Frankreich mobilisiert die Bewegung gegen Macrons Impfzwang immer stärker. Die Bilder erinnern zunehmend an die Hochphase der Gelbwesten-Bewegung. Scheitert Macrons riskantes Spiel?

IMAGO / IP3press

Nach Behördenangaben gingen in Frankreich am Samstag 160.000 Menschen landesweit gegen den „Gesundheitspass“ und den damit verbundenen Impfzwang durch die Hintertür auf die Straße. In Frankreich soll man in Zukunft am Großteil des öffentlichen Lebens nur noch mit Impfung oder negativem PCR-Test teilnehmen dürfen, wobei man letzteren selbst bezahlen muss. Das wäre gerade für ärmere Teile der Bevölkerung kaum bezahlbar. Für Gesundheitspersonal und Rettungskräfte soll eine generelle Impfpflicht gelten.

Die Teilnehmer und Organisatoren der Proteste sind wenig homogen: Neben zahlreichen konservativen und rechten Kräften wie der Organisation „Les Patriotes“ waren auch führende Köpfe der Gelbwesten-Bewegung beteiligt. Die Demonstranten selbst trugen überwiegend keine gelben Westen, sie skandierten „Freiheit“, „Nieder mit der Gesundheitsdiktatur“.

— Michael P Senger (@MichaelPSenger) July 20, 2021

Die Proteste wachsen weiterhin rapide. Während direkt nach Macrons Verkündung nur wenige Hundert auf Korsika demonstrierten und die Mobilisierungsversuche der Gelbwesten im Netz in französischen Medien kaum stattfanden (TE berichtete), waren es am Tag der Bastille vor zwei Wochen schon deutlich über zehntausend Menschen. Am Samstag letzte Woche gingen mindestens 114.000 auf die Straßen (TE berichtete jeweils) – und jetzt mindestens 160.000.

Neben den Protesten in Paris kam es in mehr als einhundert weiteren französischen Städten zu Demonstrationen. 6.000 Menschen demonstrierten in Nizza, 4.300 in Marseille, 4.000 in Straßburg und mehrere Tausend auch in Annecy, Lyon, Lille, Montpellier, Rennes oder Toulouse.

Die Proteste am Samstag wurden von teils heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei überschattet. Vor allem in Paris kam es zu gewaltsamen Szenen, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Auch in Italien kam es am Wochenende zu massiven Protesten gegen die Corona-Regeln.

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