Die Gelbwesten mobilisieren gegen Macrons Impfzwang

Gegen Macrons Pläne des verpflichtenden Gesundheitspasses regt sich Widerstand - die führenden Köpfe der Gelbwesten rufen zu Protesten und Boykott auf und erreichen Hunderttausende. Wieviele die geschwächte Bewegung allerdings auf die Straße bekommt, wird sich erst noch zeigen müssen.

IMAGO / IP3press
6. März: Demonstration in Paris gegen die Gesundheitsrestriktionen

In einer Ansprache am Montag Abend verkündete Frankreichs Präsident Macron eine Impfpflicht für medizinisches Personal sowie einen verpflichtenden „Gesundheitspass“ ohne den man quasi vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wird. Für diesen muss man sich entweder impfen lassen oder einen aktuellen, negativen PCR-Test vorzeigen können, den man künftig selber bezahlen muss (TE berichtete).

Dagegen regt sich nun Widerstand. Führende Köpfe der Gelbwesten-Bewegung u.a. Maxime Nicolle, Jérôme Rodrigues und Oliv Oliv kündigten in den sozialen Netzwerken Aktionen gegen den „Irren im Élysée-Palast“ an. Nicolle gab einem seiner Beiträge den Titel: „Impfpflicht, Vernichtung sozialer Errungenschaften, sozialer Aufstand!“. In Gelbwesten-typischer Manier wurde die Revolution beschworen. Entsprechende Postings wurden in den Sozialen Netzwerken teils zehntausendfach geteilt, „Gilets jaunes“ trendete in die Twitter-Charts mit fast 30.000 Posts zum Thema. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wird über das Thema aber medial kaum berichtet.

Uneins scheint man sich bei den Gelbwesten über die Strategie des Protests zu sein: Während manche zum Boykott von Geschäften aufriefen, die den Gesundheitspass anwenden, forderten andere, man solle mit den Protesten bis September warten, wenn die umstrittenen Maßnahmen voll greifen und bis dahin seine Kräfte sammeln. Schnell zirkulierten aber ebenso Listen für geplante Demonstrationen, die in den sozialen Netzwerken beachtliche Resonanz fanden. Zahlreiche Proteste sind für Mittwoch, den 14. Juli angesetzt, dem französischen Nationalfeiertag, an dem an den Sturm auf die Bastille erinnert wird. U.a. in Lille, Marseille, Toulon, Bordeaux und Toulouse sind Proteste für die fête nationale angesetzt, auch am Platz der Republik in Paris ist eine Kundgebung für 14 Uhr Ortszeit angekündigt.

Wie viele Bürger die Bewegung tatsächlich auf die Straße bringen kann, ist ungewiss. Zuletzt war es relativ still geworden um die gilets jaunes; Bilder, die im deutschen Netz kursierten, die angeblich massive Proteste in Frankreich nach Macrons Rede zeigen, sind nicht authentisch und stammen von 2018. Bis dato gab es lediglich Kundgebungen mit mehreren hundert Teilnehmern vor allem auf Korsika. Die Reichweite der Bewegung ist aber nach wie vor nicht zu unterschätzen: Ein Video des Aktivisten Maxime Nicolle wurde auf Facebook allein über 12.000 mal geteilt und hunderttausendfach angesehen.

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Kommentare ( 36 )

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Peer Munk
1 Jahr her

Die Lockdowns haben nichts gebracht.

Andreas aus E.
1 Jahr her

Das kann wirklich allmählich nicht mehr ausgehalten werden, daß sich ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt von solchem Gesindel beschimpfen lassen muß. Knüppel frei, Tränengas, nötigenfalls rattert das Maschinengewehr mit den Gummiprojektilen! Demokratie geht auch robust, das werden diese Pseudoindividualisten schon noch begreifen, immer feste druff! Es kann nicht sein, daß sich das freie Europa von selbsternannten „Gilets jaunes“ an der Nase herumführen läßt, bloß weil solches überwiegend rechtsextremistisches Pack zu geizig ist, täglich drei oder vier der bewährten und über jeden Zweifel erhabenen PCR-Tests durchführen zu lassen und zu bezahlen. Macron sollte über seinen, ohnehin überkommenen, Schatten als Franzose springen und… Mehr

Tatsachenrechercher
1 Jahr her

COVID CIRCUS – Ca suffit ! -Liberté
In Frankreich wird zur Zeit (14.07.2021 16:00 Uhr) über 300 brennende Autos von diversen Einzelprotesten. berichtet.
Hoffe, dass die Redaktion einen Bericht über dieses ganz besondere „Feuerwerk“ am Juillet Quatorze berichtet.
L’appel a circulé sur les réseaux sociaux depuis l’allocution d’Emmanuel Macron étendant le pass sanitaire. Des manifestations contre son extension ont lieu dans toute la France.
À Paris, quelques centaines de manifestants ont participé à un rassemblement non déclaré place de la République en début d’après-midi, avant de remonter le boulevard Saint-Martin et d’être stoppés par la police, scandant notamment «liberté», «liberté».

Mausi
1 Jahr her

Normalerweise wäre das so. Aber die Politik setzt den Markt ausser Kraft. Und wenn es „nur“ durch überbordenden Verwaltungsaufwand ist, mit dem die Wirtschaft zugeschüttet wird.

Felicitas21
1 Jahr her

Nicht übertreiben mit den Millionen Toten!!. Aber jeder, der an den Folgen von Corona verstorben ist, oder nach Erkrankung noch an gesundheitlichen Spätfolgen leidet, hätte vielleicht verhindert werden können. Dies ist keine Angelegenheit zum Spassen!

Peer Munk
1 Jahr her
Antworten an  Felicitas21

Sind Coronatote mehr zu betrauern als andere Tote? „Jeder Coronatote ist einer zuviel“ heisst es. Impftote sind dahingegen zu verschmerzen? Wie sieht es mit Todesopfern von Schlaganfällen, Herzinfarkten, Krebs aus? Suizide?

Last edited 1 Jahr her by Peer Munk
Axelino
1 Jahr her

So sehen das wahrscheinlich nicht wenige der verängstigten Mitbürger. Es ist wie mit der Geschichte von den Elefanten:
„Wieso klatschen Sie denn dauern in die Hände? “
„Wegen der Elefanten!“
„Aber hier gibt’s doch gar keine Elefanten!“
„Sehen Sie, es wirkt also!“
Weil die meisten Menschen nun mal nicht vom Fach sind, breitet sich leider viel magisches Denken aus. Und den Medien ist es recht.

giesemann
1 Jahr her

Heute: Sturm auf die Bastille! https://www.youtube.com/watch?v=JJsAguWQvdQ

Micci
1 Jahr her

“ … Aktionen gegen den „Irren im Élysée-Palast“ …“

Ja mei, ihr habt den doch gewählt?

Oder hat man euch den geBIDENt?

Wolfbert
1 Jahr her

Jagt den Möchtegern-König und seine Unterstützer vom Hof, liebe Nachbarn! Schließlich habt Ihr mehr Übung darin als wir …

StefanB
1 Jahr her

Der „Westen“ hatte bis vor relativ Kurzem ein recht gut austariertes System zwischen bürgerlichen Freiheiten und staatlichen Zwängen, das nun schnell und stark in Richtung letzterer abgleitet. Kein Wunder bei den Strippenziehern (z.B. Klaus Schwab, WEF), und deren Phantasien von einer totalitären Welt der fremdbestimmten Menschen.