Frankreich: Wer sich nicht impfen lassen will, muss künftig zahlen

Ein Land nach dem anderen in Europa zwingt seine Bürger mehr oder weniger offen zur Impfung. Eine unmittelbare Impfpflicht gilt für medizinisches Personal in Frankreich und Griechenland. Aber auch für die allgemeine Bevölkerung gilt in Frankreich künftig ein sanfter Zwang.

IMAGO / Andia

Vor einer Impfpflicht oder einem Impfzwang durch die Hintertür wird schon seit längerem gewarnt – bisher wies die Regierung das immer aufs schärfste zurück. Das Gesundheitsministerium verbreitete Videos, in denen es diesbezüglich vor Fake News warnte. Auch Angela Merkel, Jens Spahn und Michael Kretschmer schlossen eine Impfpflicht aus. In Frankreich sah das ganz ähnlich aus: Präsident Macron versprach noch im April, dass der „passe sanitaire“, der Gesundheitspass, nicht verpflichtend werden würde. Doch genau das wird er jetzt de facto.

Schon ab Juli gilt die Pflicht zum Pass bereits für Freizeitangebote, ab August für nahezu alle Bereiche: Gaststätten, Einzelhandel, Heime und Fernverkehr. All das geht nur noch geimpft oder mit einem aktuellen, negativen Corona-Test. Hier zählt allerdings nur der aufwändige PCR-Test, der – so kündigte Macron nun an – ab August in Frankreich auch nicht mehr kostenlos sein wird. Aktuell kostet ein PCR-Test in Frankreich rund 50 Euro – soviel müssten Bürger dann jedesmal bezahlen, um künftig ohne Impfung ein Café oder Geschäft betreten zu dürfen. Gerade für die ärmere Bevölkerung ist das gleichbedeutend mit einer Impfpflicht.

Eine solche gibt es auch ganz direkt für das sonst so oft gelobte medizinische Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen – wer sich nicht impfen lässt, wird nicht mehr bezahlt. Auch in Griechenland gilt ab September eine allgemeine Impfpflicht für den Gesundheitssektor.

Deutschland ist davon womöglich nicht mehr weit entfernt – Markus Söder hat die Tonlage vorgegeben: „Ohne Impfen keine Freiheit“.

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