Für die Kanzlerin und alle, die für die katastrophale Migrationspolitik verantwortlich sind, ist Hans-Georg Maaßen eine Zumutung. Denn er hält ihnen seither das eigene Versagen vor. Das ist natürlich unverzeihlich. Erst recht, wenn er demnächst wohl in der Unionsfraktion im Bundestag sitzen wird.
IMAGO / ari
Was genau ist an Hans-Georg Maaßen eigentlich so abscheulich, dass derart viel Gift und Galle gespuckt wird? Jetzt erst recht, wo die CDU-Basis ihn in Thüringen aufs Schild gehoben hat und er womöglich als freier und unabhängiger Abgeordneter in den Bundestag einziehen wird und unangenehme Fragen stellen könnte? Dass er für einen deutschen Beamten ein wenig vorlaut war, weil, wie Theo Waigel die Versetzung des obersten Verfassungsschützers in den einstweiligen Ruhestand kommentierte, er „zu informieren und sonst sein Maul zu halten“ habe? Anders als Dieter Romann, Bundespolizeipräsident, der sein Wissen über die katastrophale Migrationspolitik der Regierung fein für sich behielt, seit er ein einziges Mal zu viel gesagt hatte? Dass Maaßen es wagte, der Kanzlerin und ihrem Regierungsverlautbarer zu widersprechen, als sie im September 2018 in aller Kenntnislosigkeit „Hetzjagden in Chemnitz“ verurteilten, aber nicht den Ausgangspunkt allgemeiner Erregung in der Stadt, nämlich eine tödlich ausgegangene Messerattacke auf einen Chemnitzer, für die ein noch nicht länger hier Lebender mittlerweile verurteilt wurde?
Zur Erinnerung: Schon der Plural war falsch. Der zunächst einzige Beleg für diese Behauptung war das Video, das eine „Antifa Zeckenbiss“ verbreitete, auf dem man sah, wie ein kräftiger Mann einigen nicht ganz so beleibten Jugendlichen hinterherlief und hörte, wie eine Frau rief: „Hase, du bleibst hier“. TE hat die Herkunft des Videos recherchiert.
Maaßen bestritt die Behauptung von den Hetzjagden – ebenso wie die Chemnitzer Freie Presse, die Polizei, die zuständige Staatsanwaltschaft und nicht zuletzt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Worauf man sich hierzulande offenbar partout nicht einigen kann: Linke wie rechte Menschenfeindlichkeit sind gleichermaßen widerlich.
Dass die unkontrollierte und ungeregelte Zuwanderung ein massives Sicherheitsproblem erzeugte, wurde, obzwar zuverlässig bekannt, schamlos unter den Teppich gekehrt. Wichtiger war, der Bevölkerung einzutrichtern, dass jegliche Kritik an der „Willkommenskultur“ rechtsradikaler Fremdenhass sei. Der Bundeskanzlerin, schreibt Stefan Meining in seiner umfangreichen Analyse „Geheimakte Asyl“, waren Sicherheitsfragen egal.
Die deutsche Migrationspolitik ist eine Katastrophe – für die Opfer von Mord und Vergewaltigung oder Terroranschlägen sowieso, und nicht zuletzt für jene Zugewanderten, die entgegen den paradiesischen Versprechungen hier keine Perspektive finden. Doch Grenzen kann man nunmal nicht schließen, wie die Bundeskanzlerin damals versicherte. Da muss erst ein kleines Virus kommen.
Nun, die „Pandemie“bekämpfung gelingt der Regierung mindestens ebensogut wie die Bewältigung der anhaltenden Migrationskrise. Nämlich gar nicht.
Und jetzt auch noch Maaßen im Bundestag? Das fehlte gerade noch.





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