Argentiniens Geldpolitik enthüllt deutschen Kontrollverlust

Während in Deutschland Staatsschulden und die Preise weiter steigen, vollzog sich in Argentinien die Kehrtwende. Dessen Präsident Javier Milei vertraut einem simplen Zusammenhang: Inflation ist stets ein monetäres Phänomen. Um sie zu überwinden, muss man vor allem dem Staat die Kreditpumpe aus der Hand nehmen.

IMAGO / Newscom / GDA

Javier Milei ist ein Politiker, der entlang der Leitlinien der österreichischen Schule der Nationalökonomie gedrillt wurde. Für ihn gilt das von Ludwig von Mises geprägte Mantra, dass Inflation stets und überall ein monetäres Phänomen ist.

Das bedeutet, dass die künstliche Expansion der Geldmenge, auf unterschiedliche Weise, zu Preissteigerungen führt. Neu geschaffener, ungedeckter Kredit, wie er im Fiat-Geldsystem inhärent ist, kann sich je nach ökonomischer Struktur zunächst in Vermögenspreisen niederschlagen, etwa in einem Anstieg des Goldpreises. Sobald dieser Kredit nachfragewirksam wird, ist es möglich, dass Güterpreise auf breiter Front steigen. Das spüren dann alle im Portemonnaie. In diesem Moment wird die Geldpolitik im Fiat-System für die Verbraucher unangenehm.

Zwei Jahre Javier Milei
Argentiniens Erfolgsbilanz und Deutschlands Fiasko
Zuletzt konnten wir dieses Phänomen in extenso während der Covid-Lockdowns beobachten. Damals beglückten die Staaten ihre Bürger mit sogenannten „Stimmy-Checks“. Freiem Geld, das frei Haus geliefert wurde. Wir erlebten gleichsam eine Reminiszenz an die Politik der Weimarer Zeit unter Kanzler Wilhelm Cuno. Dieser rief seine Bürger im Ruhrgebiet während der französischen Okkupation zum Generalstreik auf und versuchte, sie mit Bargeldtransfers wirtschaftlich über Wasser zu halten. Das Ende ist bekannt. Die Weimarer Republik ging unter in den Wellen der Hyperinflation, des Vertrauensverlustes und des Systemversagens.

Es wäre Aufgabe von Fachmedien und der ökonomischen Akademie, die Bevölkerung über den Grundzusammenhang von expansiver Geldpolitik und Kaufkraftzerstörung aufzuklären. Dies würde die Staatskamouflage vom Segen kreditfinanzierter Zentralplanung enttarnen. Viele würden möglicherweise das Vertrauen in das schuldenbasierte Wohlfahrtssedativum verlieren. Die Demokratie könnte so nur gewinnen.

Zurück in die Gegenwart. Seit Mileis Amtsantritt im Dezember 2023 hat sich in der Geldpolitik und im Kreditmechanismus Bemerkenswertes vollzogen. Die strikte Haushaltspolitik, die zu einem Primärüberschuss führte, scheint die Geldmengenentwicklung ebenso gebremst zu haben wie das massive Schrumpfen des Beamtenapparats. Das übliche Maß der Geldmenge, M2, das ganz grob formuliert Bargeld, Kontenguthaben und schnell liquidierbare Wertpapiere umfasst, sank seit Mileis Amtsantritt von 94,7 Billionen auf 84,5 Billionen Pesos im zweiten Quartal des laufenden Jahres. Die etwas weiter gefasste Geldmenge, M3, stieg minimal von 163,2 auf 164,2 Billionen Pesos.

Im Spiegel des Erfolgs
Mileis Reformwerk wirkt: mehr Wohlstand durch weniger Staat
In Argentinien fand eine kleine, aber bemerkenswerte geldpolitische Revolution statt. Das Land war über Jahrzehnte hochinflationär und trieb seine Bürger regelrecht in den US-Dollar zum Schutz vor dem überbordenden Staatsapparat. Die Bürger flohen in die beste aller schlechten Welten – in die Weltreservewährung des Fiat-Kredits – und befinden sich nun in einer Übergangsphase. Konsequenz des geldpolitischen Turnarounds: Lag die Inflationsrate im Jahr 2023 noch bei 211,4 Prozent, sank sie bereits im ersten Jahr unter Milei auf 117,8 Prozent, im vergangenen Jahr dann auf 28 Prozent. In diesem Bereich pendelt sie auch derzeit noch.

Das ist ein klarer Auftrag an den Präsidenten, seine Konsolidierungspolitik fortzusetzen. Milei weiß, dass Politik auch symbolisch getragen wird. Und so wartet er bereits mit einem politischen Kuriosum auf: einem Gesetzesvorhaben, das Politiker für Staatsdefizite persönlich haftbar macht und ihnen im Ernstfall das Gehalt sperrt.

Mileis Kampf gegen die Geldentwertung ist das Fundament seiner Wirtschaftspolitik. Aus Sicht eines libertären Ökonomen macht dies Sinn, gerät doch durch die Inflation der gesamte Kalkulationsapparat einer Marktwirtschaft aus den Fugen. Fehlallokation knapper Ressourcen, der Vertrauensverlust in die Zahlungsfähigkeit von Kunden zerstören jede Hoffnung auf wirtschaftliche Prosperität. Milei versucht, mit Stabilitätspolitik vor allem die Kaufkraft seiner Bürger zu schützen. Sie wissen schon: der Mann, der nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz auf seinem Volk regelrecht herumtrampele, versucht, den Schutzschirm einer funktionierenden Marktwirtschaft über seinem Volk aufzuspannen.

Eine Politik, die man in Deutschland nur noch vom Hörensagen kennt. Erinnerungen an Erzählungen der Großeltern aus den Zeiten Ludwig Erhards hallen noch nach. „Wohlstand für alle“ lautete dessen Versprechen, das aufsetzte auf der sozialen Marktwirtschaft, auf stabilem Geld und einem Minimalstaat, der das Wirtschaftsgeschehen den Profis, Facharbeitern und Unternehmern überließ.

Sieg entgegen der Umfragen
Milei triumphiert: Seine Partei La Libertad Avanza erzielt einen historischen Triumph
Javier Milei hat das Staatsbudget in seiner Regierungszeit um 27 bis 30 Prozent gekürzt. Während sich in der Folge die Preissteigerungen in einen disinflationären Kanal bewegen, also in einen Trend fallender Inflationsraten, steigt in Deutschland die Inflation weiter an. Offiziell liegt die deutsche Inflationsrate bei etwa 2,8 Prozent. Doch jedermann weiß, dass der Staat bei der Definition des Konsumgüterbündels zur Kalkulation des Preisniveaus schummelt, um es vorsichtig zu formulieren. Das Geld wird wesentlich schneller entwertet, als es die offizielle Statistik aussagt. Inflation ist eine versteckte Steuer, ein Transfer vom Gläubiger zum größten Schuldner, dem Staatsapparat.

Wer sich beispielsweise Staatsanleihen zur Finanzierung dieses Schuldenbergs zulegt, sollte sich über Folgendes im Klaren sein: Der Kuponzins der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe von etwa 3,2 Prozent wird von der Inflation vollständig aufgefressen. Der Staat zahlt am Ende mit verwässertem Geld zurück, was er seinen Gläubigern schuldet.

Seriöse Haushaltspolitik müsste sich im Falle Deutschlands zunächst einmal von Projekten verabschieden, die nicht mehr der ökonomischen Kraft des Landes entsprechen. Da wäre zum einen die Tatsache zu berücksichtigen, dass der deutsche Wohlfahrtsstaat seine Außenrekrutierungsbemühungen einstellen sollte. Remigration ist angesichts der Kostenexplosion unvermeidlich, um eine schnelle Entlastung herbeizuführen. Ähnliches gilt für die Beteiligung am Ukraine-Krieg, der auch in diesem Jahr wieder Milliardentransfers verschlingen wird. In Verbindung mit der mehr als fragwürdigen Entwicklungshilfe, die zu einem großen Teil in das NGO-Extraktionsschema eingewoben ist, sollte der deutsche Steuerzahler allein in diesen beiden Feldern um über 20 Milliarden Euro jährlich entlastet werden.

Bedenkt man, dass die Neuverschuldung zur Finanzierung all dieser politischen Eskapaden in diesem Jahr bei mindestens 5,5 Prozent des BIP liegt, ist dies nichts anderes als ein Skandal. Aus Sicht des deutschen Steuerzahlers verbleibt nur die Hoffnung, dass der Anleihenmarkt in nicht allzu ferner Zukunft diesen größenwahnsinnigen Umtrieben ein Ende setzt – durch massive Abverkäufe deutscher und europäischer Anleihen, um dem Bundeskanzler und seinem Schuldenminister die rote Karte zu zeigen.

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Kommentare ( 91 )

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giesemann
25 Tage her

Der Milei schaut aus wie seine eigene Oma. Ein gutes Omen?

Emanreztuneb
25 Tage her

„Es wäre Aufgabe von Fachmedien und der ökonomischen Akademie, die Bevölkerung über den Grundzusammenhang von expansiver Geldpolitik und Kaufkraftzerstörung aufzuklären.“ – Hahaha… Der war gut! Ich versuche im Jahre 2026 (!!!) immer noch vergeblich 90% der teils „hochgebildeten“ Bevölkerung darüber aufzuerklären, warum die „Mietpreisbremse“ nicht zu niedrigeren Mieten führt. Und das Marktgleichgewichts Model ist ziemlich einfach im Vergleich zu Geldtheorie. Aus eigener Erfahrung würde ich konservativ schätzen, dass MINDESTENS 80% der Bevölkerung aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage sind EINFACHSTE (wirtschaftliche) Zusammenhänge zu verstehen. Und ich rede hier teilweise von Bänkern. Deshalb bin ich auch mittlerweile der… Mehr

Last edited 25 Tage her by Emanreztuneb
thinkSelf
25 Tage her

Das Verständnis von Geld ist bei Libertären genau so falsch, wie bei Kommunisten. Geld ist immer Kredit und und wird auch nicht durch Banken erzeugt (die stellen nur standardisierte Schuldscheinvordrucke bereit). Das gilt auch für „gedeckte“ Währungen. Geld entsteht durch eine nicht abgeschlossene Tauschtransaktion. Das bedeutet, der Hintausch ist erfolgt, der erst in der Zukunft erfolgende Rücktausch wird mit dem „Geld“ lediglich dokumentiert. „Geld“ ist also immer das Versprechen der zukünftigen Lieferung von Waren und Dienstleistungen. Bei „gedeckten“ Währungen ist diese zukünftige Liederleistung allerdings zusätzlich „versichert“. Und zwar durch das „Deckungsgut“ (z.B. Edelmetalle, kann aber auch jedes andere Gut sein).… Mehr

A.G.
25 Tage her

Milei schwor, den Apparat zu zerstören. Argentinien liegt bei der Technokratie-ganz weit oben und der Pfeil zeigt in die falsche Richtung. Ein Führungswechsel bedeutet keine Änderung der Architektur. 47 Millionen Gesichter sind nun in der Datenbank „Mi Argentina“ erfasst. Der digitale Personalausweis wird nicht mehr nur für Bankgeschäfte akzeptiert. Er entwickelt sich stillschweigend zur einzigen Zugangsmöglichkeit. Das Gesichtserkennungssystem von Buenos Aires, das unter dem vorherigen Regime die Bürger erfasste, ist weiterhin voll funktionsfähig, obwohl angeblich gestoppt. Dieselben Kameras, dieselben Aufnahmen, dieselben Dateien, die stetig wachsen. Währenddessen hält der Mann, der gegen globalistische Institutionen wettert, Argentinien an eine 44 Milliarden Dollar… Mehr

giesemann
25 Tage her
Antworten an  A.G.

Wenn Argentinien dollarisiert ist (wie Equador etwa), dann haben sie womöglich eine Chance, sonst eher nicht. Sie produzieren einfach zu wenig; vllt. hilft auch das Mercosur-Abkommen mit der EU. Siehe meinen Kommentar hier zu „reich wie ein Argentinier“. In einer Zeit, als sich Europa zerfleischt hat, in WW I … .
„money comes from working“ – sagt unser BKler. Na denn, dawai, auf geht’s! Malochen wie der Schweizer.

Donostia
25 Tage her

There is no free lunch. Den meisten Bürgern in diesem Land ist nicht klar, dass sie über die Inflation enteignet werden. Warum sind die Immobilienpreise, Rohstoffpreise und Edelmetalle so sehr im Preis gestiegen? Sie sind nicht wertvoller geworden, sie sind auch nicht seltener geworden. Nein das FIAT-Geld durch drucken bunter Scheinchen hat sich wie von Zauberhand vermehrt. Kleines Beispiel, zugegeben sehr vereinfacht dargestellt um es zu verdeutlichen: Angenommen es gibt auf der Welt nur 1 Kilogramm Gold und sonst nichts zu kaufen, und angenommen es gibt auf der Welt nur 10.000 €. Dann wäre 1 Kilogramm Gold 10.000 € wert,… Mehr

Last edited 25 Tage her by Donostia
Michael Palusch
25 Tage her
Antworten an  Donostia

Die Flucht in Sachwerte bringt aber nur dann was, wenn man nicht gezwungen ist, diese während der Inflation zur Deckung seines Lebensunterhaltes zu veräußern. Der vom Munde abgesparte Diamantring ist der Mühe nicht wert, wenn man dafür in Hyperinflationszeiten gerade so noch ein Brot und drei Zigaretten bekommt.

Donostia
25 Tage her
Antworten an  Michael Palusch

Richtig, deshalb sollte man Barreserven in verschiedenen Währungen halten: Dollars, Schweizer Franken, Norwegische Krone und vielleicht noch was aus dem BRICS- Raum. Auch gut ist, mehr Güter des täglichen Lebens als Tauschware zu besitzen. Sie wissen schon die begehrte Klopapierrolle aus der Coronazeit. Wasch- und Reinigungsmittel verderben nicht werden aber trotzdem dann gern gegen Lebensmittel getauscht. Der Bauer muss seine Kartoffeln auch losbekommen bevor sie verrotten, dafür nimmt er dann gerne Waschmittel oder andere nützliche Gegenstände wie Werkzeug usw.

giesemann
25 Tage her
Antworten an  Michael Palusch

Richtig: Brot&Kartoffel. Wenn ich dafür einen Diamanten kriege, her damit. Also: Kartoffel nei in den Garten, und wenn sie groß sind, nächtens mit der rifle bewachen, damit sie es dir nicht ausbuddeln. Vorher gehst du mit der rifle zum Wildern, dafür brauchst du am besten einen eigenen Wald, klar? Wer weder Wald noch Garten hat, den wird der Teufel holen. Auch gut, haste ausgejammert.
Ich habe mir einen Ranzen angefressen, der hält mich ne Weile am Leben. Wie der Grizzly.

giesemann
25 Tage her
Antworten an  Donostia

Liechtenstein mit Max Otte? Gut, da schicken wir notfalls die Konstanzer Feuerwehr … . Fragen Sie Achim Winter bei YT. Sind Sie ein ängstliches Mensch? Jesus Christus aber sagt: Fürchte dich nicht. Schönen Sonntag.

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
26 Tage her

Lange Zeit habe ich gerätselt, weshalb es in unseren Schulen das Fach Wirtschaft nicht gibt. Fächer wie Sport, Musik, Sozialkunde, Kunst, Religion usw. mögen für sich genommen vielleicht auch sinnvoll sein. Notwendig sind solche Fächer allerdings allesamt nicht. Aber wieso lernen die Kinder nichts darüber, was sie wirklich im Leben weiterbringen würde? Das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, das Bankensystem, wie funktionieren Börsen, was sind Aktien, ETF und andere Geldanlagen und wie kann ich Vermögen aufbauen und dabei möglichst hohe Renditen erzielen? Mittlerweile glaube ich die Antwort zu kennen. Das geschieht mit voller Absicht. Der Staat will keine Bürger mit Wirtschafts- und… Mehr

Last edited 26 Tage her by Ceterum censeo Berolinem esse delendam
Donostia
25 Tage her

Bringen Sie den Michel nicht auf Dumme Gedanken, nicht dass er sich für ein Fremdwährungskonto außerhalb der EU oder ein Zollfreilager für seine Edelmetalle anschafft. Ist doch viel schöner das Klima und die Asylanten zu retten und dadurch zu verarmen, sich aber moralisch überlegen zu fühlen. Auf seinem Grabstein wird dann stehen. Er hat das Klima und die Welt gerettet und sich dadurch dem Hungertod hingegeben. Amen (so sei es)

Leroy
25 Tage her

Nein, das Hindernis ist, dass es im Beamtenapparat „Schule“ einfach niemand gibt, der dieses Wissen vermitteln könnte.

Rasparis
26 Tage her

Hat Milei das FIAT-Geldsystem etwa „abgeschafft“ ? Hat er, wie er in seinem ersten Wahlkampf tönte, die argentinische Zentralbank aufgelöst („TE“ eiert im Beitrag um den heißen Brei herum). ? Mitnichten – de facto und eigentlich auch de jure halten gegenwärtig zwei Zentralbanken -das FED und die in Buenos Aires- das Land im Würgegriff. An der seit Jahrzehnten miserablen Situation des „Mannes auf der Straße“ hat Milei nichts verbessert – im Gegenteil: Die ohnehin mickrigen Hungerrenten wurden weiter gekürzt, um diese dann über eine angebliche, sich bombastisch ausnehmende „Senkung der Inflationsrate“. rechnerisch „aufzuwerten“ – nur dass davon noch kein argentinischer… Mehr

Last edited 26 Tage her by Rasparis
Donostia
25 Tage her
Antworten an  Rasparis

Bei einer Inflationsrate von 20% oder 200% liegt der Faktor 10. Wenn ein Brötchen im Jahr X 100 Pesos kostet und ein Jahr später dann 1000 Pesos dann schlägt dem Rentner das 10-fach ins Gesicht, sofern seine Rente nicht steigt, und das tut sie wahrscheinlich nicht signifikant. Wenn er aber ein Jahr später „nur“ 120 Pesos bezahlen muss anstatt 1000, dann hat sich seine Lebenssituation zwar nicht verbessert, aber zumindest nicht hyperinflationär verschlechtert. Eine geringere Inflationsrate schlägt beim Wohlstand des Bürgers sofort zu buche. In Deutschland dürfen sie beim Spritpreis mal ansatzweise sehen was das für den Verbraucher bedeutet. Super… Mehr

Kaiser
26 Tage her

Frei nach Wikipedia:
„Im antiken Israel war das Jubeljahr ein Jahr der Freiheit, Wiederherstellung und des Neubeginns. Es sollte nach sieben Sabbatjahren, also im 50. Jahr, ausgerufen werden und war mit der Rückgabe von Land, dem Erlass von Schulden und der Freilassung von Israeliten aus Schuldsklaverei verbunden.“

Das war insofern ein gutes System, weil sich Kreditgeber schon überlegen mussten, an wen sie wielange wieviel (Geld, Waren usw.) verleihen.

Im Moment sind wir da angekommen, wo sich der Zinsesziseffekt selbstständig macht (auch Inflation zähle ich dazu) und ungehindert alles an eine Stelle ziehen kann und wird.

Last edited 26 Tage her by Kaiser
Agrophysiker
24 Tage her
Antworten an  Kaiser

Damals wurden Schulden eigentlich nur bei Notlagen aufgenommen. Und da sollte das Erlassjahr dauerhafte Schuldverhältnisse verhindern. Und derartiges wäre auch heute noch angebracht, da dauerhafte Schuldverhältnisse (das gilt auch für die Staatsverschuldung) letztendlich die Wirtschaft lähmen und die Gesellschaft zerstören. Die Regelung passt dagegen nicht, wenn die Schulden für Investitionen aufgenommen wurden. Und für einfachen Konsum (der über das lebensnotwendige hinausgeht) sollten auch keine Kredite vergeben werden. Ebenso sollte dann bei Hilfe zur Existenzsicherung auch eine entsprechende Gegenleistung (Arbeit) verlangt werden (außer bei Schwerkranken, etc).

giesemann
26 Tage her

„Für ihn gilt das von Ludwig von Mises geprägte Mantra, dass Inflation stets und überall ein monetäres Phänomen ist“. Ist es eben nicht, sondern ein Phänomen des mangelhaften, zu geringen Angebots. Beispiel DDR: Jede/r hatte Geld, aber es gibt nix zu kaufen dafür, weil keine/r was tut für sein Geld. Außer diejenigen in den Arsch zu schießen, die da weg wollten. Erst wenn die Argentinos etwas lernen, etwas leisten, anständig ihre Steuern bezahlen – dann erst können sie das Leben genießen wie in jenen Zeiten, als es hieß: Er ist reich wie ein Argentinier. „Reich wie ein Argentinier“ (französisch: „riche… Mehr

Michael Palusch
26 Tage her
Antworten an  giesemann

Bei der DDR lag die Sache völlig anders. Dem DDR-Bürger war der Weg über den Import (Erwerb) von Waren aus Drittländern nahezu völlig versperrt. Er konnte sein Geld weitestgehend nur für den Erwerb von Gütern verwenden, die in der DDR selbst produziert wurden. Die Ostmark war eine reine Binnenwährung, ohne Wechselkurs zur DM oder zum Dollar. Ein großer Treiber der Knappheit war zudem, dass die knappen Produktionskapazitäten im Übermaß dafür genutzt werden mussten, um die Quelle-, Neckermann- und Ikeakataloge im Westen zu füllen, u.a. deshalb, weil der große „Bruder“ UdSSR für sein Erdöl harte Devisen sehen wollte.

Last edited 26 Tage her by Michael Palusch
giesemann
26 Tage her
Antworten an  Michael Palusch

„Für Westmark können Sie alles kaufen – wie bei uns“, so Honecker nach seiner Rückkehr ausm Westen zu seinen Politbürohelden, auf deren Frage, wie war’s? Die Gier nach DM-West war deshalb geradezu verrückt, „kommt die DM nicht zu uns, gehen wir zu ihr“. Brechen Sie sich keinen ab.

Michael Palusch
25 Tage her
Antworten an  giesemann

Das unterstreicht nur was ich schrieb. Die DM erlaubte dann eben das Ausweichen auf die mit Ostmark versperrten Anbieter.
Abgesehen davon, dass es keine DM-West sondern nur die DM gab, freue ich mich immer, wenn mir endlich mal einer den Osten erklärt.

giesemann
25 Tage her
Antworten an  Michael Palusch

Sie wissen genau, was ich meine, Sie trotziges Dummerchen. Wie ein kleines Kind. Kommen Sie mal in die Puschen, Mann. Ist ja lästig. Wegtreten.

Michael Palusch
25 Tage her
Antworten an  giesemann

Nein, weiß ich nicht!
Es ist einer der dümmsten Rechtfertigungsversuche, den Ausweg für (mindestens) mißverständliche Formulierungen über den Notausgang „Sie wissen genau was ich meine“ nehmen zu wollen.

crazymurdock
25 Tage her
Antworten an  Michael Palusch

Das DDR-System ist nicht kollabiert, weil die Menschen „nichts für ihr Geld getan haben“. Es ist kollabiert, weil die Ostmark reines staatliches Monopolgeld ohne echte Deckung war. Die Regierung hat Geld gedruckt und gleichzeitig die Preise diktiert. Die leeren Regale waren schlichtweg die staatlich versteckte (reprimierte) Inflation. Wenn eine Währung keine Kaufkraft mehr besitzt, weil der Markt sie nicht mehr für harte, physische Güter akzeptiert, ist das der absolute Beweis für ein gescheitertes monetäres Fiat-System. ​In einem hyperinflationären Umfeld (ob damals in der DDR oder in Argentinien vor der Kehrtwende) von den Bürgern zu fordern, sie sollen einfach „anständig Steuern… Mehr

Axel Fachtan
26 Tage her

Wann kommt der Staatsbankrott ? Super Buch von Paul C.Martin von 1982 und immer noch lesenswert. Österreichische Schule, als noch keiner an der Basis wusste,was das ist. „Staatsschulden wurden noch nie zurückgezahlt.“ ist eine der Kernbotschaften. Sie werden immer weginflationiert und die Bürger weiter ausgeplündert. Erst machen Merz und Klingbeil für „unseren“ demokratischen Krieg in der Ukraine und gegen Russland 1,7 Billionen an neuen Schulden. Dann quetschen sie die Bürger bis aufs Blut aus, weil dem überschuldeten und industriell abstürzenden Land niemand mehr Geld gibt und hier niemand mehr investiert. Die Volksabstimmung in Hamburg hat allen internationalen Investoren gezeigt,dass die… Mehr

Ornhorst
26 Tage her
Antworten an  Axel Fachtan

Dann stimmt die Kernbotschaft nicht. Selbstverständlich werden die Schulden zurückgezahlt. Warum sollten die Banken sonst Geld verleihen? Wir Bürger sind für die Schulden des Staates haftbar, und wir bezahlen sie mit höheren Steuern und Kaufkraftverlust.

GermanMichel
25 Tage her
Antworten an  Ornhorst

„Ausgeglichen“ wäre das bessere Wort.

Bei einem Reset gleichen die Guthaben die Schulden in der Fiatwährung aus, beide gehen (theoretisch) auf Null.

Deswegen hassen die Sparer die Schuldner auch nicht genug, denn diese genießen den Konsumverzicht der Sparer und werden am Ende dafür belohnt.

Hannibal ante portas
25 Tage her
Antworten an  Axel Fachtan

Natürlich werden Staatsschulden zurückbezahlt: doppelt und dreifach als Inflation. Natürlich können Schulden bei intelligenten, selbstbeherrschten und HAFTENDEN Privat- bzw. Geschäftsleuten ein probates Mittel zum Vermögensauf- und Ausbau sein. Beim Staat endet dies immer früher oder später im Desaster. Der Staat sollte überhaupt keine Schulden aufnehmen dürfen!!! Sollte eine tatsächliche Ausnahmesituation entstehen müsste nach einem verfassungsrechtlich VORHER festgelegten Schlüssel Sondersteuern erhoben werden dürfen ABER gekoppelt mit Neuwahlen innerhalb von 8 Wochen.