Nach tagelangen Massenprotesten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Oleksandr Syrskyj, entlassen. Als Nachfolger bestimmte er Generalmajor Mychajlo Drapatyj, den bisherigen Kommandeur der Landstreitkräfte.
IMAGO / ZUMA Press Wire
Selenskyj präsentierte diese Entscheidung am Montagabend auf seinem Telegram-Kanal und dankte dem scheidenden General ausdrücklich für seine Verdienste bei der Verteidigung Kiews 2022 und bei der Gegenoffensive bei Charkiw.
Die Entlassung Syrskyjs kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Ukraine kämpft seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Oleksandr Syrskyj, der 60-jährige Berufsmilitär mit sowjetischer Ausbildung, stand seit Februar 2024 an der Spitze der Streitkräfte. Seine Absetzung folgt auf wochenlange Spannungen, die durch die vorangegangene Entlassung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow ausgelöst wurden. Der erst 35-jährige Fedorow, zuvor Digitalisierungsminister, hatte sich offen mit Syrskyj über die Kriegsführung zerstritten. Während Fedorow für innovative Drohnenangriffe gegen russische Ziele stand – Strategien, die auch im Westen gelobt wurden –, galt Syrskyj als Vertreter einer eher traditionellen, hierarchischen Militärdoktrin.
Sechs Tage lang demonstrierten in Kiew und anderen Städten Tausende, vor allem junge Menschen, gegen Fedorows Rauswurf und forderten lautstark die Ablösung Syrskyjs. Selenskyj hatte zunächst an seinem General festgehalten, führte aber Gespräche mit Militärs und räumte ein, auf die „Stimme des Volkes“ zu hören. Nach Angaben seines Sprechers Dmytro Lytwyn traf er sich auch erneut mit Fedorow. Zu dessen künftiger Rolle gab es zunächst keine klaren Angaben, laut Medienberichten bot Selenskyj ihm eine Position im Technologiebereich an, die Fedorow jedoch ablehnte.
Richtungsstreit in der Armee
Die Vorgänge offenbaren tiefe Risse in der ukrainischen Kriegsführung: Die Proteste zeigen nicht nur Unterstützung für Fedorows Reformkurs, sondern auch wachsenden Unmut über die politische Führung in Kiew. Selenskyj, der sich selbst als Oberbefehlshaber versteht, reagiert mit Personalrochaden auf die Proteste auf den Straßen – ein riskantes Signal inmitten eines existenziellen Krieges.
Während Syrskyj für Kontinuität und militärische Erfahrung stand, wird der jüngere Drapatyj nun die Hoffnung auf eine modernere, flexiblere Führung tragen. Ob dies die Front stabilisiert oder weitere Unruhe auslöst, bleibt abzuwarten.
Der Richtungsstreit zwischen Innovationsbefürwortern und etablierten Militärs schwächt die Einheit der Streitkräfte in einem Moment, in dem Russland weiter starken Druck auf die Fronten ausübt. Selenskyjs aktuelle Manöver erinnern an frühere Kabinettswechsel, bei denen Loyalität oft vor Effizienz rangierte. Ukrainische Medien wie RBC-Ukraine und Euromaidan Press berichten übereinstimmend von einem politischen Beben, das durch Fedorows Abgang ausgelöst wurde und nun den gesamten militärischen Führungsstab erfasst hat.
In den vergangenen Wochen und Monaten hat Selenskyj weitere wichtige Posten in Kiew neu besetzt: Premierministerin Julija Swyrydenko musste nach nur einem Jahr im Amt zurücktreten und wurde durch Serhij Korezkyj, den Chef des Energiekonzerns Naftogaz, ersetzt. Als geschäftsführender Verteidigungsminister übernahm der Geheimdienstler Jewhenij Chmara (SBU), dessen offizielle Bestätigung durch das Parlament noch aussteht.
Führungsstärke, politische und strategische Klarheit sieht anders aus, wird Selenskyj aus der Ukraine wie anderen Ländern zu hören bekommen.



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So richtig begründet der Autor aber nicht seine Schlussfolgerungen. Der Krieg in der Ukraine ist weder ein asymmetrischer Sandalenträgerkampf noch ein klassischer Feldkrieg, wie sie bisher zwischen Staaten geführt wurden. Die ukrainische Emphase auf der Drohnenkriegsführung wäre wohl nicht zwingend notwendig, doch kann die Ukraine nur durch die Mechanisierung bisher von Soldaten erbrachter Kampfleistungen mit Russland mithalten, das deutlich mehr Soldaten aufbieten und auch opfern kann. In dieser Hinsicht hat dieser Krieg zahlreiche im Grunde seit dem 19. Jahrhundert bestehende Militärdogmen ins Wanken gebracht. Bisher wurden die ukrainischen (aber auch die russischen) Streitkräfte auf der höchsten und hohen Kommandoebene überwiegend… Mehr
Ob nun der Oberbefehlshaber ausgewechselt wird oder nicht! Die Ukraine ist seit Monaten auf der Siegerstraße und steht unmittelbar vor der Kapitulation Russlands. So suggeriert es uns die deutsche Presse, Fernsehen oder die EU. Weiß dass die ukrainische Bevölkerung noch nicht? Dann wird es aber Zeit.
Ja, das müssen sie, denn sie wollen weiter Waffen liefern, deshalb sugerieren es. Ich möchte nicht den Tag erleben, wenn die unsere Waffen mit ihren Besitzern zu uns kommen werden.
Das ist auch unvermeidbar – egal wie der Krieg endet, die Helden der Ukraine sind gut ausgebildet, korrupt und brutal. Da wird uns bestimmt eine Weile Probleme machen.
Es geht nur um die Frage, wer sich von den Milliarden aus der EU wie viel in die eigene Tasche steckt und wer in die Röhre schaut.