Während der Krieg tobt, richtet das Mullah-Regime weiter massenhaft Iraner hin

Während die Welt auf Raketen, Öl und Frontverläufe starrt, beschleunigt Teheran die Hinrichtung von Iranern. Der Krieg dient dem Terrorregime als Tarnung für Massenmord und Folter gegen Dissidenten. Den Westen interessiert das wenig.

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Krisztian Elek

Der Krieg ist für das mörderische Mullah-Regime in Teheran nicht nur ein äußerer Ausnahmezustand. Er ist ein Tarnnetz für den fortgesetzten Terror im Inneren. Während draußen über Israel, die USA, die Emirate, den Ölpreis und die Straße von Hormus geredet wird, arbeitet die Islamische Republik an ihrer eigentlichen Priorität: Gegner des Regimes foltern und vernichten, Zeugen einschüchtern, das eigene Volk in Angst halten. Nach Angaben der Iran Human Rights Society wurden allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres 657 Menschen hingerichtet. Das ist Staatsterror in industriellem Takt.

Unter den bekannten Opfern sind zahlreiche Demonstranten der Proteste im Januar, ein wegen angeblicher Spionage für Israel Verurteilter und Iraner, denen „bewaffnete Rebellion“ vorgeworfen wird.

Dazu kommt die Internetsperre. Sie ist Teil des Repressionsapparats. Wer das Netz abdunkelt, will nicht nur Kommunikation stören. Er will verbergen, wer bereits ermordet wurde und wer als Nächster zum Galgen geschleift wird. Ein gefestigtes Terrror-Regime sperrt weg, tötet demonstrativ und massakriert sein eigenes Volk.

Der Mord an dem 19-jährigen Ringer Saleh Mohammadi im März war dafür ein besonders grelles Signal. Selbst Donald Trump verurteilte die Exekution. Das US-Außenministerium nannte sie einen weiteren barbarischen Beleg dafür, warum dieses Regime niemals über weitergehende Fähigkeiten verfügen dürfe.

Der amerikanische Ton mag hart klingen. Doch hart ist vor allem das Mullah-Regime. Ein Staat, der einen 19-Jährigen erhängt und der bereits zahllose Menschen ermordet hat, um Stärke zu demonstrieren, ist kein normaler Staat mehr. Er ist ein Hinrichtungsapparat mit Flagge, Hymne und diplomatischer Fassade.

Hört man hier einen der lauten Krakeeler, die ansonsten bei jeder Gelegenheit Richtung Israel von Völkerrecht und Würde des Menschen fabulieren, wenn ein Israeli einen Palästinenser auch nur anhustet – hier halten sie sich alle brüllend still bedeckt. Das mörderische Mullah-Regime metzelt seine Jugend und seine Menschen ab – und bis auf die USA und Israel schweigen die Medien und Politiker zu dem Genozid.

Diese Gewaltorgie läuft nicht erst seit gestern. Im Januar wurden die landesweiten Proteste nur durch eine gewaltsame Niederschlagung mit Todesfällen in Tausenderzahl sowie massenhaften Verletzten und Festnahmen gebändigt. Hinzu kommen deutlich düsterere Berichte: Unabhängige Schätzungen und Aussagen aus medizinischen Kreisen deuten auf mehr als 30.000 Tote hin; TIME griff diese Zahl später unter Berufung auf zwei hochrangige Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums auf.

Menschenrechtsgruppen warnen zugleich, dass weitere zahllose junge Demonstranten unmittelbar vor ihrer Hinrichtung stehen. Berichte sprechen von Folter, Vergewaltigungen, erzwungenen Geständnissen, Exekutionen und Verfahren ohne fairen Rechtsbeistand. Genau so arbeitet dieses verbrecherische Terror-Regime.

Erst werden Menschen weggesperrt. Dann werden sie gebrochen. Dann werden ihnen Geständnisse abgepresst. Dann wird das Ganze mit Phrasen über Sicherheit, Krieg und Verrat verkleidet. Und am Ende hängt wieder einer dieser Menschen am Strick.

Der äußere Krieg liefert dafür die ideale Kulisse. Er lenkt ab, stumpft die internationale Aufmerksamkeit ab und gibt dem Regime die Gelegenheit, im Inneren noch brutaler zuzuschlagen.

Wer den Iran noch immer als bloß schwierigen geopolitischen Akteur behandelt, verharmlost ein Terror-Regime in Staatsform. Teheran nutzt Bomben von außen, um im Inneren sprichwörtlich die Schlinge enger zu ziehen und die eigenen Bürger zu massakrieren. Der Krieg ist Vorwand, Werkzeug und Deckmantel zugleich. Das Mullah-Regime führt Krieg gegen Israel und gegen Amerika. Und es führt ihn gegen das eigene Volk.

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