Merz hätte Trump von einem Angriff auf den Iran abgeraten. Aber was hätte stattdessen vorgeschlagen? Die Position des Bundeskanzlers ignoriert die Realität: Ein brutales Regime, das die eigene Bevölkerung abmetzelt, und sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt mit Terror und Krieg zu überziehen.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Oded Balilty
Ich schreibe Ihnen als deutscher Staatsbürger, der die CDU/CSU-Bundestagsfraktion der 80er und 90er Jahre gut gekannt hat und heute, zu Beginn der vierten Kriegswoche, im Großraum Tel Aviv zum fünfzigsten Mal von den Ayatollahs im Iran in einen bombensicheren Schutzraum geschickt wird. Meine Gedanken sind bei Ihnen, der Sie sicher und gut versorgt – auch von meinen Steuergeldern finanziert – in Berlin leben.
Das ist also nicht Ihr Krieg. Donald Trump hat Sie vorher nicht gefragt, und wenn er Sie gefragt hätte, hätten Sie ihm abgeraten, haben Sie in Ihrer Regierungserklärung kürzlich leicht indigniert kundgetan. Sie haben aber nicht gesagt, welchen Rat Sie ihm vor dem Hintergrund der Realität im Nahen Osten gegeben hätten. Einer Realität, die glasklar seit einem halben Jahrhundert offenlegt, wohin die Reise der Mullahs geht: Zuerst zerstören wir Israel, danach die USA.
Die Tänze auf den brennenden Fahnen der beiden friedliebenden, freiheitsbetonten Länder waren und sind keine Folklore. Das weiß die Welt spätestens seit dem 7. Oktober 2023. Ohne den Iran wäre das Massaker an vorwiegend israelischen Zivilisten nicht möglich gewesen. Deshalb haben Sie, verehrter Herr Bundeskanzler, im Sommer 2025 während des 12-Tage-Krieges gegen den Iran richtigerweise gesagt: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“
Der Satz ist Ihnen in Ihrer Koalitionsregierung und bei den woken/grünen Medien nicht gut bekommen. Neun Monate später haben Sie alles verdrängt, was Sie damals wussten und sagten. Sie wissen: Der Iran ist seit einem knappen halben Jahrhundert drauf und dran, die Hegemonialmacht im Nahen und Mittleren Osten zu werden. Die Mullahs haben dem freiheitsliebenden Westen, der es unter anderem nicht zulassen will, dass neunjährige Mädchen mit erwachsenen Männern zwangsverheiratet werden, den Krieg erklärt.
Und auch das ist allseits bekannt: Unter der Kriegserklärung leiden auch über 90 Millionen Iraner. Das Regime nutzt seit der Machtübernahme 1979 Tausende von Ölmilliarden, die es dem iranischen Volk entzieht. Damit unterdrückt, foltert und mordet es die Menschen im eigenen Staatsgebiet. Zuletzt an einem Wochenende im Januar: 30.000 bis 40.000 Opfer.
Gleichzeitig haben die Ayatollahs mit ihren Schergen (Proxys) im Libanon, in Syrien, im Irak, im Jemen, in Gaza und in der Westbank mit Geld, mit Waffen, mit militärischen Schulungen, mit Tiefbau-Ingenieuren und weitreichender Propaganda ein barbarisches System etabliert.
Am Samstag haben die Mullahs die Stadt Arad im Süden Israels bombardiert, dabei sind über 100 Zivilisten zum Teil schwerst verletzt worden. Arad ist die Stadt, in der der Schriftsteller Amos Oz 27 Jahre lebte. Er ist der einzige Empfänger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, der im Nahen Osten zu Hause ist (Navid Kermani ist kein „islamischer Autor“, ist in Deutschland verwurzelt).
Kein Angehöriger der schreibenden Zunft in den 57 arabisch-muslimischen Ländern hat diese Auszeichnung erhalten. Heute wäre Oz dieses Preises nicht mehr würdig – vermutlich dürfte er nicht einmal mehr einreisen – da er Reservist einer Panzerdivision der „Israel-Defence Forces“ (IDF) gewesen ist. In der heute gängigen Bewertung gehört er damit einer „Genozid-Armee“ an.
In seiner Familien-Saga „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ erzählt Oz, der mit dem deutschen Namen „Klausner“ geboren wurde, von einem arabischen Anschlag im Unabhängigkeitskrieg 1947 bis 1949. Sein Vater habe diesen nur überlebt, weil er sich an jenem Tag schlecht fühlte und nicht in den Bus der Hebräischen Universität in Jerusalem eingestiegen sei. Alle Insassen des Busses verbrannten, die britische Polizei behinderte die jüdische Feuerwehr beim Rettungsversuch. Seither war Amos Oz – ein eingefleischter Kritiker der israelischen Politik – ein Verfechter der alten Weisheit: Wenn Du Frieden willst, musst Du zum Krieg bereit sein.
Schon damals bekämpften Araber Juden und die Entstehung des jüdischen Staates Israel. Damals gab es keinen Netanyahu, keine „besetzten Gebiete“ und keine „Siedler“. Ein weiteres Beispiel, das Ihren Redenschreibern nicht unbekannt sein dürfte, beginnt mit dem Namen des britischen Außenministers Ernest Bevin, der 1947 die Aufgabe hatte, dem Parlament in London zu erklären, warum das 30-jährige Mandat in Palästina gescheitert war. In dieser Region leben im Wesentlichen zwei Völker, sagte Bevin, der alles andere als ein Freund der Juden war: Juden und Araber. Die Juden wollen einen Staat. Die Araber tun alles, um das zu verhindern.
Juden haben sich als Minderheit während des 600-jährigen Osmanischen Reiches bis zum Ende des Ersten Weltkrieges kein einziges Mal Land gewaltsam angeeignet. Erst nach der ersten Einwanderungswelle nach Palästina, ausgelöst durch die Pogrome Russlands Ende des 19. Jahrhunderts, begannen Juden, sich in militärischen Einheiten zu organisieren. Die Ursache war, dass der käufliche Landerwerb, unterstützt durch die Familie Rothschild, von arabischen Terroristen bekämpft wurde. Seither müsste jedem, der vorurteilsfrei die Dinge im Nahen Osten betrachtet, klar sein: Der aktuelle Krieg gegen den Iran hat nicht am 28. Februar 2026 begonnen.
Ein Rückblick auf das Atom-Abkommen (JCPOA) vom Juli 2015, gestaltet von den USA unter Präsident Barack Obama, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der EU, beweist inzwischen, dass der Iran die Folgejahre dazu genutzt hat, heimlich an die Atombombe zu gelangen. Schon kurz nach Vertragsunterschrift verweigerten die Ayatollahs der Atom-Kontrollbehörde (IAEA) in Wien den Zugang zu den Brennstäben, die weit verzweigt im Iran lagerten. Ihre Behauptung, dass in Irans Atomanlagen friedlich geforscht würde, ist längst widerlegt: Die Forschung wird mehrere Stockwerke unter der Erdoberfläche und im gebirgigen Umfeld betrieben. Wer friedlich forscht, hat nichts zu verbergen und öffnet sich vertragsgemäß und dauerhaft gegenüber der IAEA.
Die politischen Entscheider in Europa und ihre medialen Unterstützer haben aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts wenig gelernt. Verträge mit Diktatoren sind Täuschungsmanöver, die bevorstehende Gewaltausbrüche verschleiern sollen. Der Name Neville Chamberlain: „Ich glaube, es ist Friede für unsere Zeit“ vom September 1938 und der „Hitler-Stalin-Nichtangriffspakt“ vom August 1939, sind warnende Symbole für Generationen. Was danach geschah, ist hinlänglich bekannt und durch 60 Millionen Gräber dokumentiert.
Wenn Diktatoren Verträgen mit freiheitsliebenden Demokratien zustimmen, zitiert Professor Dan Schueftan von der Universität in Haifa, handelt es sich um schlechte Verträge. Oder anders ausgedrückt: Noch nie haben Demokratien Diktaturen angegriffen. Das Gegenteil ist historisch belegt.
Die USA und Israel verteidigen sich und die freie Welt gegen einen aggressiven Iran, der unter anderem die internationale Seestraße von Hormuz sperrt und damit die Wirtschafts- und Lebensinteressen von Milliarden von Menschen weltweit gefährdet. In der CDU/CSU-Fraktion der 80er und 90er Jahre hat es noch Politiker gegeben, die historische Fakten in eine Politik für Freiheit, Ordnung und Respekt, mit der Wohlstand aufgebaut wurde, umgesetzt haben.
Reichen Sie den USA und Israel zumindest verbal-symbolisch die Hand! Die USA haben am 6. Juni 1944 auch niemand gefragt, ob sie Europa helfen dürfen. Damals wurde unter großen Opfern der Grundstein gelegt für das Wirtschaftswunderland Deutschland und für die EU, wo Sie, Herr Bundeskanzler, bis heute noch immer ziemlich kommod leben. Eine Geste in Ihrer Regierungserklärung hätte gereicht. Deutsche Soldaten können zu Hause bleiben. Für die Erledigung der militärischen Aufgaben im Nahen Osten sind sie zurzeit nicht zwingend notwendig.

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Man könnte sich auch mal die Frage stellen, warum ein großer Teil der Welt die Juden hasst. Denn alles hat seine Gründe. Auch der Antisemitismus und der Judenhass.
Für die Erledigung der militärischen Aufgaben im Nahen Osten sind sie zurzeit nicht zwingend notwendig.
Die Koalition der Wahlverlierer kann weder Deutschland, noch Europa.
Eine Regierung gegen das eigene Land und seine Bürger versündigt sich an unseren Kindern und unseren Enkeln.
Die Zerstörung Israels hätte gereicht. Dann hätten die USA auch nicht friedliche Länder wie Libyen, Afghanistan, den Irak und jetzt den friedlichen Iran mit vielen tausenden Toten mit ihren vorgeschobenen Lügen zerstören brauchen. Dann hätten wir nicht nur endlich Frieden in Nahost, sondern auch auf der ganzen Welt.
Herr Rosenberg, Sie dürfen solche plumpen Lügen nicht direkt am Anfang des Artikels bringen, der Leser wird sonst davon ausgehen, das auch der Rest pure Propaganda ist und sich peinlich berührt abwenden…