Zum 50. Bombenalarm in Herzliya: Lieber Herr Bundeskanzler Friedrich Merz

Merz hätte Trump von einem Angriff auf den Iran abgeraten. Aber was hätte stattdessen vorgeschlagen? Die Position des Bundeskanzlers ignoriert die Realität: Ein brutales Regime, das die eigene Bevölkerung abmetzelt, und sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt mit Terror und Krieg zu überziehen.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Oded Balilty

Ich schreibe Ihnen als deutscher Staatsbürger, der die CDU/CSU-Bundestagsfraktion der 80er und 90er Jahre gut gekannt hat und heute, zu Beginn der vierten Kriegswoche, im Großraum Tel Aviv zum fünfzigsten Mal von den Ayatollahs im Iran in einen bombensicheren Schutzraum geschickt wird. Meine Gedanken sind bei Ihnen, der Sie sicher und gut versorgt – auch von meinen Steuergeldern finanziert – in Berlin leben.

Das ist also nicht Ihr Krieg. Donald Trump hat Sie vorher nicht gefragt, und wenn er Sie gefragt hätte, hätten Sie ihm abgeraten, haben Sie in Ihrer Regierungserklärung kürzlich leicht indigniert kundgetan. Sie haben aber nicht gesagt, welchen Rat Sie ihm vor dem Hintergrund der Realität im Nahen Osten gegeben hätten. Einer Realität, die glasklar seit einem halben Jahrhundert offenlegt, wohin die Reise der Mullahs geht: Zuerst zerstören wir Israel, danach die USA.

Die Tänze auf den brennenden Fahnen der beiden friedliebenden, freiheitsbetonten Länder waren und sind keine Folklore. Das weiß die Welt spätestens seit dem 7. Oktober 2023. Ohne den Iran wäre das Massaker an vorwiegend israelischen Zivilisten nicht möglich gewesen. Deshalb haben Sie, verehrter Herr Bundeskanzler, im Sommer 2025 während des 12-Tage-Krieges gegen den Iran richtigerweise gesagt: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“

Der Satz ist Ihnen in Ihrer Koalitionsregierung und bei den woken/grünen Medien nicht gut bekommen. Neun Monate später haben Sie alles verdrängt, was Sie damals wussten und sagten. Sie wissen: Der Iran ist seit einem knappen halben Jahrhundert drauf und dran, die Hegemonialmacht im Nahen und Mittleren Osten zu werden. Die Mullahs haben dem freiheitsliebenden Westen, der es unter anderem nicht zulassen will, dass neunjährige Mädchen mit erwachsenen Männern zwangsverheiratet werden, den Krieg erklärt.

Und auch das ist allseits bekannt: Unter der Kriegserklärung leiden auch über 90 Millionen Iraner. Das Regime nutzt seit der Machtübernahme 1979 Tausende von Ölmilliarden, die es dem iranischen Volk entzieht. Damit unterdrückt, foltert und mordet es die Menschen im eigenen Staatsgebiet. Zuletzt an einem Wochenende im Januar: 30.000 bis 40.000 Opfer.

Gleichzeitig haben die Ayatollahs mit ihren Schergen (Proxys) im Libanon, in Syrien, im Irak, im Jemen, in Gaza und in der Westbank mit Geld, mit Waffen, mit militärischen Schulungen, mit Tiefbau-Ingenieuren und weitreichender Propaganda ein barbarisches System etabliert.

Am Samstag haben die Mullahs die Stadt Arad im Süden Israels bombardiert, dabei sind über 100 Zivilisten zum Teil schwerst verletzt worden. Arad ist die Stadt, in der der Schriftsteller Amos Oz 27 Jahre lebte. Er ist der einzige Empfänger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, der im Nahen Osten zu Hause ist (Navid Kermani ist kein „islamischer Autor“, ist in Deutschland verwurzelt).
Kein Angehöriger der schreibenden Zunft in den 57 arabisch-muslimischen Ländern hat diese Auszeichnung erhalten. Heute wäre Oz dieses Preises nicht mehr würdig – vermutlich dürfte er nicht einmal mehr einreisen – da er Reservist einer Panzerdivision der „Israel-Defence Forces“ (IDF) gewesen ist. In der heute gängigen Bewertung gehört er damit einer „Genozid-Armee“ an.

In seiner Familien-Saga „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ erzählt Oz, der mit dem deutschen Namen „Klausner“ geboren wurde, von einem arabischen Anschlag im Unabhängigkeitskrieg 1947 bis 1949. Sein Vater habe diesen nur überlebt, weil er sich an jenem Tag schlecht fühlte und nicht in den Bus der Hebräischen Universität in Jerusalem eingestiegen sei. Alle Insassen des Busses verbrannten, die britische Polizei behinderte die jüdische Feuerwehr beim Rettungsversuch. Seither war Amos Oz – ein eingefleischter Kritiker der israelischen Politik – ein Verfechter der alten Weisheit: Wenn Du Frieden willst, musst Du zum Krieg bereit sein.

Schon damals bekämpften Araber Juden und die Entstehung des jüdischen Staates Israel. Damals gab es keinen Netanyahu, keine „besetzten Gebiete“ und keine „Siedler“. Ein weiteres Beispiel, das Ihren Redenschreibern nicht unbekannt sein dürfte, beginnt mit dem Namen des britischen Außenministers Ernest Bevin, der 1947 die Aufgabe hatte, dem Parlament in London zu erklären, warum das 30-jährige Mandat in Palästina gescheitert war. In dieser Region leben im Wesentlichen zwei Völker, sagte Bevin, der alles andere als ein Freund der Juden war: Juden und Araber. Die Juden wollen einen Staat. Die Araber tun alles, um das zu verhindern.

Juden haben sich als Minderheit während des 600-jährigen Osmanischen Reiches bis zum Ende des Ersten Weltkrieges kein einziges Mal Land gewaltsam angeeignet. Erst nach der ersten Einwanderungswelle nach Palästina, ausgelöst durch die Pogrome Russlands Ende des 19. Jahrhunderts, begannen Juden, sich in militärischen Einheiten zu organisieren. Die Ursache war, dass der käufliche Landerwerb, unterstützt durch die Familie Rothschild, von arabischen Terroristen bekämpft wurde. Seither müsste jedem, der vorurteilsfrei die Dinge im Nahen Osten betrachtet, klar sein: Der aktuelle Krieg gegen den Iran hat nicht am 28. Februar 2026 begonnen.

Ein Rückblick auf das Atom-Abkommen (JCPOA) vom Juli 2015, gestaltet von den USA unter Präsident Barack Obama, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der EU, beweist inzwischen, dass der Iran die Folgejahre dazu genutzt hat, heimlich an die Atombombe zu gelangen. Schon kurz nach Vertragsunterschrift verweigerten die Ayatollahs der Atom-Kontrollbehörde (IAEA) in Wien den Zugang zu den Brennstäben, die weit verzweigt im Iran lagerten. Ihre Behauptung, dass in Irans Atomanlagen friedlich geforscht würde, ist längst widerlegt: Die Forschung wird mehrere Stockwerke unter der Erdoberfläche und im gebirgigen Umfeld betrieben. Wer friedlich forscht, hat nichts zu verbergen und öffnet sich vertragsgemäß und dauerhaft gegenüber der IAEA.

Die politischen Entscheider in Europa und ihre medialen Unterstützer haben aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts wenig gelernt. Verträge mit Diktatoren sind Täuschungsmanöver, die bevorstehende Gewaltausbrüche verschleiern sollen. Der Name Neville Chamberlain: „Ich glaube, es ist Friede für unsere Zeit“ vom September 1938 und der „Hitler-Stalin-Nichtangriffspakt“ vom August 1939, sind warnende Symbole für Generationen. Was danach geschah, ist hinlänglich bekannt und durch 60 Millionen Gräber dokumentiert.

Wenn Diktatoren Verträgen mit freiheitsliebenden Demokratien zustimmen, zitiert Professor Dan Schueftan von der Universität in Haifa, handelt es sich um schlechte Verträge. Oder anders ausgedrückt: Noch nie haben Demokratien Diktaturen angegriffen. Das Gegenteil ist historisch belegt.

Die USA und Israel verteidigen sich und die freie Welt gegen einen aggressiven Iran, der unter anderem die internationale Seestraße von Hormuz sperrt und damit die Wirtschafts- und Lebensinteressen von Milliarden von Menschen weltweit gefährdet. In der CDU/CSU-Fraktion der 80er und 90er Jahre hat es noch Politiker gegeben, die historische Fakten in eine Politik für Freiheit, Ordnung und Respekt, mit der Wohlstand aufgebaut wurde, umgesetzt haben.

Reichen Sie den USA und Israel zumindest verbal-symbolisch die Hand! Die USA haben am 6. Juni 1944 auch niemand gefragt, ob sie Europa helfen dürfen. Damals wurde unter großen Opfern der Grundstein gelegt für das Wirtschaftswunderland Deutschland und für die EU, wo Sie, Herr Bundeskanzler, bis heute noch immer ziemlich kommod leben. Eine Geste in Ihrer Regierungserklärung hätte gereicht. Deutsche Soldaten können zu Hause bleiben. Für die Erledigung der militärischen Aufgaben im Nahen Osten sind sie zurzeit nicht zwingend notwendig.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 30 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

30 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
ara
17 Tage her

Herr Rosenberg beklagt den 50. Bombenalarm in seinem Nobelvorort Herzliya von Tel Aiv, nachdem erst Israel und dann die USA den Iran völkerrechtswidrig angegriffen/ überfallen und auch zivile Ziele wie die Mädchenschule zerbombt haben. Der Angriff war seiner Auslegung nach natürlich kein Angriff, sondern Verteidigung, weil …ja warum ? „wäre, hätte, könnte“. Das Völkerrecht kennt zurecht kein … wäre, hätte, könnte, … denn dann wäre jeder Angriff als Verteidigung einer im Fieberwahn herbei-phantasierten Bedrohung legitim. (Deja-vu: Kriegsgrund Irak, Libyen) Auch wenn Israel u USA das Völkerrecht und nun auch die Diplomatie abschaffen, wenn es ihnen gelegen kommt, dürfen wir dem… Mehr

Helfen.heilen.80
15 Tage her
Antworten an  ara

Als historisierender Gedankenanstoß: die „Demokratie“ wurde bekanntlich in Griechenland erfunden. Aber sie wurde in der äußerst gebildeten und philosophisch orientierten Oberschicht gelebt. Das war kein Entwurf, der im gesamten Land zur Anwendung kam. Vielleicht auch, weil ein Großteil der Bevölkerung noch nicht die geistige Reife erreicht hatte, mit den üblichen Rechten, Pflichten und Freiheiten umzugehen. Wohlgemerkt, das ist eine Parabel zum Nachdenken, nichts davon soll wörtlich übertragen oder personifiziert werden. Das ständige Erinnern an das Völkerrecht ist m.E. ein Spiel, eine Form von Wahrnehmungsmanagement. Im Namen des VR wird der Finger dem einen in die Wunde gelegt, dem anderen nicht.… Mehr

Hueckfried69
17 Tage her

Israel und die USA sollten das, was sie vorhaben, s c h n e l l erledigen. Wenn der Preis, den die Europäer zu zahlen haben, in massiven Wohlstandsverlusten besteht, wird es Israel viele Symphatien kosten. Um es vorsichtig zu formulieren.

Blauracke
17 Tage her

Falls das stimmt mit der 4000 km- Rakete (Abschuß Iran-Ziel Diego Garcia), dann kann ich nur sagen, daß die Fähigkeit der Ayatollahs Interkontinental-Raketen (auch mit A- Sprengkopf) herzustellen, kurz bevor stand. Aber der deutsche Schrebergärtner dreht mit der Rohrzange am Blindgänger, den er beim Umgraben gefunden hat……

Mausi
17 Tage her

„Aber was hätte stattdessen vorgeschlagen?“ Das fehlt ein Satzteil.

PaulKehl
17 Tage her

Leider geht unter, daß Israel eng mit dem Schah-Regime verbunden war und im Iran das Atomprogramm nit eigenen Wissenschaftlern und Ingenieuren aufgebaut hat. Hierzu gab es vor vielen Jahren einen Film auf Arte, mehrfach wiederholt. Der ist jetzt wahrscheinlich in den Weiten des Universums verschollen. Die Technik kam übrigens von Siemens.

Mausi
17 Tage her
Antworten an  PaulKehl

Dann frage ich mich gleich doppelt, wieso „man“ dann den Schah nicht unterstützt hat. Es gibt übrigens interessante Ausführungen, wie Links und Islam auch damals schon verflochten waren.

Manfred_Hbg
17 Tage her

Zitat: „Merz hätte Trump von einem Angriff auf den Iran abgeraten. Aber was hätte [er] stattdessen vorgeschlagen?“ > Was vorgeschlagen? – Na, natürlich das seit Merkel alternativlose Übliche: Ein nette Stuhlkreiserunde – …bei Halal–Kuchen und Tee. (Iro/Zynism off) – – – – AUCH hier zeigt sich doch wieder, dass Merz (CDU) nix weiter als ein rückgratloser Blender, Heuchler und Schwätzer ist. DENN erst ist unser „Super-Kanzler“ Merz bei Kriegsbeginn gegen das iranische islam-religiöse Terror-Regime am wettern und zetern und hat auch laut rumtrötend so getan als wenn er nach einem Tel.-Gespräch mit Trump bezüglich der iranischen Terror-Diktatur auf einer Linie… Mehr

Retlapsneklow
17 Tage her

« Der aktuelle Krieg gegen den Iran hat nicht am 28. Februar 2026 begonnen. » Stimmt. Er hat 1897 auf dem Zionistenkongress begonnen. Der drittgrößte Fehler der letzten mehr als 100 Jahre der Weltgeschichte nach den beiden Weltkriegen, war der Entscheidung, nach Palästina zu ziehen, um einen Judenstaat auf Kosten des Lebens- und Wirtschaftsraums der Palästinenser zu gründen. Ohne dieses, wäre die Weltgeschichte ganz anders verlaufen. Wir hätten nicht erleben müssen, was das an Ausstrahlung mit Bündnissen und Zerwürfnissen bis hin zu Terrorismus, der auch uns erreichte, aus diesem nunmehr über 100-jährigen Konfikt nach sich zog. Wir waren Juden etwas… Mehr

Mausi
17 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Hätte, hätte…. Im übrigen Wir waren etwas schuldig: D sollte 1948 die Finger im Spiel gehabt haben bei der offiziellen Gründung Israels? Dafür hätte ich doch gerne einen Link. Juden haben seit ewigen Zeiten ihren Kern im Nahen Osten. Und zum Stachel wird dieser Staat aufgrund des Hasses. Des Hasses auf der Straße. Aufgrund des Hasses, den wir in D schon im Internet unterbinden. Bestimmten Gruppen ist er unter dem Deckmantel von Demos oder Kunst allerdings auch außerhalb des Internets durchaus erlaubt. Hätte, hätte gilt auch für Afrika. Es würde insgesamt anders aussehen, gäbe es keine mit dem Lineal gezogenen… Mehr

Last edited 17 Tage her by Mausi
Retlapsneklow
16 Tage her
Antworten an  Mausi

« D sollte 1948 die Finger im Spiel gehabt haben bei der offiziellen Gründung Israels? Dafür hätte ich doch gerne einen Link. »

Dazu gibt’s von mir keine Behauptuing wie auch keinen Link.

Moses
17 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Es wäre für Sie aufschlussreich, die Ergebnisse der Volkszählung in Palästina als Teil des Osmanischen Reiches zu lesen. Dann würden Sie nicht Ihre eigene Version der Entwicklung des Nahen Ostens erfinden. Völlig unbewohnte riesige Landstriche, Sümpfe und Wüsten. Die Juden kauften mit Hilfe der Rothschilds das eine, das andere und das dritte. Zu den vereinzelten arabischen Siedlungen, die es hier und da gab, bestanden in der Regel freundschaftliche Beziehungen. Die arabischen Nomaden interessierte das alles überhaupt nicht. Und die Araber in den Städten, die dort 3 bis 5 % der Bevölkerung ausmachten, erst recht nicht. Als die Juden dann die… Mehr

Retlapsneklow
17 Tage her
Antworten an  Moses

Die imperialistischen Osmanen hatten auch nichts in Palästina zu suchen

BeastofBurden
17 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Die Osmanen waren aber nun einmal da. Und haben gebietsfremde Tscherkessen dort angesiedelt. Die Tscherkessen waren Überlebende eines Völkermordes (eines echten, nicht fälschlich behaupteten) an diesem Kaukasusvolk Ende des 19. Jahrhunderts durch den Zaren und seine Truppen. Zuerst in das Gebiet der heutigen Türkei geflüchtet, wurden diese Muslime nach Palästina verfrachtet, ohne dass ihnen dabei groß Mitspracherechte eingeräumt worden wären. Ihre Nachkommen in Gaza werden als „Palästinenser“ bezeichnet. Sie müssen sich von Ihrer naiven Vorstellung verabschieden, die Gegend sei von „indigenen“ arabischen Palästinensern mit jahrhundertealtem „Heimrecht“ besiedelt gewesen, die dann von aggressiven europäischen Juden vertrieben wurden. Die Wahrheit ist weit… Mehr

Retlapsneklow
16 Tage her
Antworten an  BeastofBurden

Sie machen aus der Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser, egal wo sie mal herkamen, durch Israel ein Wischiwaschi. Was Israel dort angestellt hat und weiter anstellt, geht einfach nicht!

Was würden wir denn sagen, wenn unsere Neumigranten hier einen eigenen Staat gründen würden und uns rausschmeißen? Sie wurden von unserer Regierung sogar gerufen.

Helfen.heilen.80
15 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Die Historisierung haben Sie in der Mehrzahl Ihrer posts in Spiel gebracht, warum auf einmal die Bewertung als „Wischiwaschi“? Dass Sie mich nicht falsch verstehen, mir ist schon klar dass Sie vom Leid im Bereich kriegerischer Auseinandersetzung betroffen sind, und das nimmt sicherlich jeden mit. Allerdings hat man dem Fortgang im Orient, trotz Entwicklungshilfe etc. lange zugeschaut, und mit Sicherheit auch die Verschiebungen von politischer Macht, Einflußnahme, Radikalisierung, Demographie zur Kenntnis genommen und eine Abwägung getroffen, wo das hinführen wird. Das mit Fatah und Hamas haben wir erlebt. An diesem Punkt sollte niemand die Tendenzen der Bewaffnung, des Ausbaus militärisch… Mehr

Retlapsneklow
15 Tage her
Antworten an  Helfen.heilen.80

« Die Historisierung haben Sie in der Mehrzahl Ihrer posts in Spiel gebracht, warum auf einmal die Bewertung als „Wischiwaschi“? »

Weil damit etwas „kompliziert“ herbeikonstruiert wird, das ahistorisch wie unmoralisch ist, zum Zweck, das Entscheidende zu verwässern.

Ohne den Entschluss aus der Ferne, Israel als Judenstaat zu gründen, was vorhersehbar nicht gehen konnte, ohne die ansässige Bevölkerung zu berauben und zu verdrängen, hätte es sämtliche Folgen nicht gegeben.

BeastofBurden
13 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Schon wieder machen Sie es sich viel zu einfach. Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage „Wer war wann wo ansässig, wer war zuerst da“. Mitte des 19. Jahrhunderts war „Palästina“ wüst und leer. Also, nicht menschenleer. Aber sehr dünn besiedelt, das Land war malariaverseucht und von schlechter Qualität. Muslimische Araber waren die Mehrheitsbevölkerung, aber nicht überall. In Jerusalem stellten Juden, obzwar weniger als 50 Prozent, die größte Minderheit unter den Einwohnern. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und später nahm die Bevölkerung zu, aus mehreren Quellen und aus unterschiedlichen Gründen. Jerusalem ist und war immer zentral in… Mehr

BeastofBurden
17 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Wenn man pedantisch ist, dann sind „Palästinenser“ alle, die zu verschiedenen Zeiten in der geographischen Region „Palästina“ leben (deren Grenzen unterschiedlich definiert werden, aber als Arbeitsgrundlage kann man das Mandatsgebiet Palästina (heutiges Israel plus das viel größere Transjordanien (heutiges Jordanien)) nehmen. Das sind Beduinen, Drusen, Samariter, Tscherkessen, christliche und moslemische Araber (teils lange ansässig, teils vor wenigen Generationen zugewandert), Juden (teils lange ansässig, teils vor wenigen Generationen zugewandert). Bestimmt noch weitere Ethnien, die ich vergesse. Warum soll ausgerechnet Juden verwehrt sein, in einem eigenen Staat zu leben, während Jordanier, Syrer, Libanesen, Ägypter selbstverständlich das dürfen (und Gaza sowie die Westbank… Mehr

Retlapsneklow
17 Tage her
Antworten an  BeastofBurden

Nichts ist pedantisch daran, wenn ein Volk in einer Region lebt.

Das Problem sind fremde Besatzer und Eroberer.

Helfen.heilen.80
17 Tage her
Antworten an  Retlapsneklow

Des Anspruchs wegen möchte man i.d.R. alle Aspekte in eine Betrachtung einbeziehen. In diesem Sinne denke ich an hausgemachte Probleme in mehreren orientalischen Gesellschaftssystemen. So wurde schon mehrfach von Historikern und Sozialforschern hingewiesen, dass viele islamisch geprägte Staaten insofern vom Schicksal begünstigt sind, als dass sie auf unermesslichen Bodenschätzen sitzen. Das ermöglicht einen sagenhaften, weitgehend leistungslosen Wohlstand. Und hier offenbart sich das innenpolitische Problem einiger dieser Länder: der Erlös der Bodenschätze, der Wohlstand wird von einer Führungsschicht abgeschöpft, statt ihn für die Modernisierung der Gesellschaft, die Verbesserung der Lebensumstände oder zu gerechten Verteilung zu verwenden. Im schlechtesten Fall verwendet ein… Mehr

BeastofBurden
17 Tage her

Saudi-Arabien (und vermutlich auch andere Golfstaaten) drängen Präsident Trump, Nägel mit Köpfen zu machen. Weg mit dem iranischen Schreckensregime, auch um den Preis einer Invasion mit Bodentruppen.

https://www.dailymail.co.uk/news/article-15674833/Trump-pressed-troops-ground-secret-calls-Saudi-strongman-eyes-historic-opportunity-Iran.html

Derweil wächst der Druck von seiten der Medien, der Democrats, der Europäer auf Trump, das iranische Regime im Sattel zu belassen, ins nahezu Unermessliche 🙁

BeastofBurden
17 Tage her

Ich hoffe und bete, dass die optimistischen Einschätzungen über die fortschreitende Zerrüttung des iranischen Regimes zutreffen, so dass in ein bis zwei Wochen die Iraner sich erheben, zu eingeschmuggelten Waffen greifen, und die Schergen des Regimes eliminieren können.

November Man
17 Tage her

Man könnte sich auch mal die Frage stellen, warum ein großer Teil der Welt die Juden hasst. Denn alles hat seine Gründe. Auch der Antisemitismus und der Judenhass.

Helfen.heilen.80
17 Tage her
Antworten an  November Man

Sind Sie grad aus ner Zeitmaschine gekippt? Ich denke, dass Differenzierung dringend Not tut. Es gibt in jeder Gesellschaft die ganze Bandbreite von Bürgern. Ich kann mich erinnern, dass man in Kurzberichten z.B. über Tel Aviv von modernen, liberalen Milieus bis zu Traditionalisten alles antraf. Sie würden sich sicher auch Differenzierung wünschen, wenn in der Knesset einzelne Redner u.a. ziemlich kritische Worte für Deutschland übrig hatten. Andere Mitglieder dagegen setzten auf eine neue Zeit, und entschieden sich wohl tendenziell gegen ein Leben in den Schatten der Vergangenheit. Ich finde dass die neuen Generationen, die hier wie da entstehen, versuchen sollten… Mehr