Die AfD positioniert sich in Baden-Württenberg auf interessante Weise gegenüber dem Islam, den Kirchen und dem christlichen Glauben.
Alle große Kirchen und auch viele Freikirchen warnen vor der AfD. Ich selber habe in einer Freikirche in einem Gottesdienst erlebt, wie die junge Sängerin des Musikteams ihr Mikrofon am Wahlsonntag dazu gebrauchte, die Gemeinde anzuflehen, „auf keinen Fall die AfD zu wählen“. Die AfD scheint eine gefährliche antichristliche Schwefelpartei zu sein.
In Baden-Württemberg ist am 8.3.2026 Landtagswahl. Zu diesem Bundesland gehören viele ehemalige christliche Erweckungsgebiete, so dass trotz aller Säkularisation die Christen in diesem Teil Deutschlands eine wichtige Rolle spielen. Immer noch gehören 55% einer christlichen Kirche an. Hinzu kommen Menschen, die sich als Christen verstehen, auch wenn sie offiziell keiner Kirche angehören.
Das Wahlprogramm der AfD widmet den christlichen Kirchen ein eigenes Kapitel (Seite 58f). Das beginnt mit dem „christlichen Glauben“. Es werden zwei erstaunliche Aussagen gemacht:
- Die AfD misst dem christlichen Glauben eine immense persönliche Bedeutung bei. „Der christliche Glaube kann ein wichtiger Anker sein, um in diesen Zeiten (der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise) zu bestehen.“
- Die AfD misst dem christlichen Glauben eine immense gesellschaftliche Bedeutung bei. „Die AfD (…) erkennt an, dass zentrale Errungenschaften unserer Gesellschaft, wie Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und soziale Grundsicherung, letztlich Übersetzungen christlicher Vorstellungen sind. Verlieren wir als Gesellschaft unseren christlichen Glauben, so sind auch diese Errungenschaften gefährdet.“ Damit knüpft die AfD an Aussagen des ehemaligen Bundespräsidenten Theoder Heuss (1884-1963) an, der betonte, dass das Abendland unverzichtbar auf dem römischen Recht, der griechischen Philosophie und dem christlichen Glauben gründe. Auch der evangelische Theologe Helmut Thielicke (1908-1986), der nach Martin Luther so viele Bücher in Deutschland verkauft hat wie kein anderer Theologe, betonte, dass der christliche Glaube der Schiffsmotor einer humanen Gesellschaft sei; wenn dieser Motor ausfalle, führe das Schiff lediglich so lange weiter, bis es zum Spielball von ideologischen Strömungen werde so wie im Dritten Reich oder in der DDR.
Im Gefolge solcher Denker schreibt die AfD dem christlichen Glauben sowohl gesellschaftlich als auch privat eine herausragende Bedeutung zu. Wertschätzender als die AfD kann eine Partei vom christlichen Glauben kaum sprechen. Konsequent, wenn die baden-württembergische AfD zweimal im Wahlprogramm betont, dass „eine Renaissance des christlichen Glaubens“ für unser Land wichtig sei.
Hingegen warnt die AfD vor den Gefahren des Islam. Der Begriff „Islam“ kommt 5x im Wahlprogramm vor und jedesmal mit negativer Konnotation (Seite 48f); der Islam gefährde die innere Sicherheit, das jüdische Leben und die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Muslime, die kritische Seiten am eigenen Glauben wahrnehmen und eine Trennung von Politik und Moschee gutheißen, kommen im AfD-Wahlprogramm nicht vor. Es ist die Frage, ob sich die AfD diese undifferenzierte Frontstellung gegenüber kritischen Muslimen erlauben kann, ohne große Wählergruppen für sich per se auszuschließen.
Die AfD bekommt mit ihrer kritischen Haltung zum Islam unter den Parteien ein Alleinstellungsmerkmal. Alle anderen großen Parteien setzen „sich klar für die Wertschätzung und freie Entfaltung aller religiösen Gemeinschaften ein“, so etwa das Wahlprogramm der CDU. Während also die Kirchen und die „Christlich Demokratische Union“ das Christentum mit allen anderen Religionsgemeinschaften letztlich gleichgültig auf eine Stufe stellen, ist es ausgerechnet die vermeintlich antichristliche AfD, die dem christlichen Glauben eine besondere Rolle zumisst. Die AfD scheint zu wissen: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ (Ernst-Wolfgang Böckenförde).
Kritisch sieht die AfD nicht nur den Islam, sondern auch die „Amtskirchen“; ein Begriff, mit dem die AfD die Landeskirchen von den Freikirchen unterscheidet. Drei Vorwürfe erhebt die AfD gegenüber den Amtskirchen:
- „Wir kritisieren die Amtskirchen dafür, aus dem Gebot ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘ faktisch ein ‚Liebe deinen Fernsten, aber nicht deinen Nächsten, und vor allem nicht dich selbst‘ gemacht zu haben.“
- Die Amtskirche diffamiere willkürlich und unbegründet die AfD.
- Die Amtskirchen mischen sich jenseits ihres Auftrags in „operativ-politische Fragen“ ein.
Wegen solcher Fehlausrichtungen bietet die AfD dem Amtskirchen tatsächlich ihre Hilfe an: „Auf dem Weg ihrer unvermeidlichen Reform wollen wir die Amtskirchen begleiten und unterstützen.“ Hier schießt die AfD weit über das Ziel hinaus und will sich ohne Befugnis und Kompetenz in kirchliche Fragen einmischen. Wie soll eine politische Partei, in der Atheisten, Agnostiker, Esoteriker, germanische Göttergläubige oder auch einige Muslime Mitglied sind, eine christliche Kirche bei ihrer notwendigen Reform begleiten? Die AfD sollte darum unbedingt sachgemäßer formulieren: „Auf dem Weg ihrer unvermeidlichen Reform könnten Christen in der AfD die Amtskirchen begleiten und unterstützen.“
Ihre Kritik an den Amtskirchen führt dazu, dass die AfD die Finanzierung der Amtskirchen „auf eine andere Basis“ stellen möchte. Die jährlichen staatlichen Leistungen aus allgemeinen Steuermitteln, die aufgrund historischer Gegebenheiten entstanden, sollen endlich ausgelöst werden. Zudem müsse die staatliche Finanzierung der kirchlichen Migrationsindustrie heruntergefahren werden.
Spätestens diese Punkte dürften die Amtskirchen aufschrecken. Nicht nur wenn es um Kritik am Islam und an der wahllosen Massenmigration geht, sondern gerade auch wenn es ums Geld geht, hört bei vielen Kirchen die Freundschaft auf. Die Partei, die in Baden-Württemberg den christlichen Glauben in ihrem Wahlprogramm außerordentlich wertschätzt, kann sich sicher sein, dass sie mit diesen Forderungen nach finanziellen Einschränkungen weiterhin Zielscheibe von amtskirchlichem Hass und kirchlicher Hetze bleiben wird. Neujustierungen im Verhältnis von Staat und Kirche werden wie meist alle Reformen nur gegen (erheblichen) Widerstand der bisherigen Nutznießer möglich sein.




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Die Haltung der AfD zum Islam ist viel zu lasch. Ein großer Teil der Anhänger lehnt den Islam ab und wäre für eine härtere Haltung. Unter den Muslimen gibt es für die AfD wenig Wähler zu gewinnen, wohl aber unter denen, die den Islam verlassen haben. Eine härtere Haltung könnte viele Stimmen bringen. So ziemlich alles, was der Islam fordert, ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Mit Hilfe des Vereinsgesetzes könnte man jede Moscheegemeinde sofort verbieten. Es geht schließlich darum, die gegenwärtige Gesellschaft durch eine islamische zu ersetzen einschließlich Etablierung der Sharia. Wer Andersgläubige nicht als Menschen sieht, hat seine… Mehr
Objektive Analyse des Wahlprogramms der AfD zum Thema Christentum und Islam. Richtig ist die Haltung der AfD zum Thema Finanzierung der Kirchen, denen gehören wirklich die Steuergelder entzogen. Etwas differenzierter muss die Haltung der AfD zum Islam in der Tat werden. Allerdings ist es wiederum richtig und erforderlich, die schleichende Islamisierung Deutschlands und Europas zu benennen und zu bekämpfen!
Woher kommt die Meinung, Freiheit sei durch das Christentum begründet? Lässt sich etwas davon an Jesus Christus festmachen? ♦ Hat er den politischen Liberalismus oder die Demokratie eingeführt? ♦ Hat er die Juden, wie von ihnen erwartet, von den Römern befreit? ♦ Hat er die Gleichstellung der Frauen ans Herz gelegt? ♦ Hat er sonstwie davon gesprochen, dass der Menschen frei sein soll? Schauen wir uns einmal an, woher etwas kam. ► Die politischen Änderungen, die zu Demokratie, Liberalismus, Sozialismus & Nationalismus usw. geführt haben, beruhen keineswegs auf dem Christentum. Sonst müsste es diese Formate seit 2000 Jahren (oder meinetwegen… Mehr
Liest sich so, als sei jetzt alles „gut“. Ist es das denn?
Und ist Jesus daran Schuld, daß manche Menschen einfach zu dumm sind?
So dumm, daß sie nichtmal merken, daß im wahren Christentum überhaupt kein Zwang ausgeübt wird? Ganz im Gegenteil begegne ich jeden Tag irgendwelchen Zwängen, aufgedrängt von Leuten, die sich besonders liberal, demokratisch und insbesondere fortschrittlich nennen.
Leute, die m.E. bereits vollkommen damit überfordert sind, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen…
« Liest sich so, als sei jetzt alles „gut“ »
Wirklich gelesen haben Sie meinen Kommentar aber nicht! Lesen heißt, den Inhalt verstehen. Und dann etwas merken.
Der christliche Glaube überlebt in Gemeinden, in denen der Vertreter der Amtskirche den Regeln der Amtskirche in seinem Handeln, in seinen Predigten nicht folgt. Und – das ist für mich Grundvoraussetzung – in denen Eltern bei ihren Kindern den Samen für den christlichen Glauben legen. Glauben lässt sich in Kinderherzen legen. Austreten im Erwachsenenalter ist leichter. Wobei die christliche Grundeinstellung, die christliche Sozialisierung durchaus bleiben kann. Daher wollen die demokratischsten Parteien der Brandmauer die Macht über die Kinderbetten. Weil die Grundeinstellung bleibt. Daher ist ihnen auch z. B. Karl May so zuwieder. Seine Geschichten vermitteln eine christliche Haltung. Stärke verbunden… Mehr
Die AFD ist zur Schwefelpartei bewußt gemacht worden und hat somit den Teufel heraufbeschworen, weil man sich in den eigenen Kreisen umstürzlerischer linken Idiologien gestört fühlt und das aus vielerlei Gründen. Die AFD selbst ist ein liberalkonservatives Element, was den anderen schon lange verloren gegangen ist und wer als Partei von anfang an zu Unrecht so übel attackiert wird, muß sich doch nicht wundern, wenn damit auf Dauer der Ton rauer wird und das nimmt man zum Anlaß um ihnen jedes Recht von Demokraten abzusprechen und damit zur größten Lüge wurde, die bei vielen leider immer noch verfängt. Hier werden… Mehr
Zu “ kritischen Moslems“ sollte man nicht vergessen, dass solche bei Breitenwirkung als öffentliche Intellektuelle, Schriftsteller, akademische Lehrer, Anwalt usw. aus der “ islamischen Umma “ verfolgt und bedroht werden und in Deutschland Personenschutz genießen. Salman Rushdie ist eine internationale Symbolfigur, aber bei weitem nicht der Einzige. Auch Erdogan ist unvergessen : “ Wir werden Europa mit den Bäuchen unserer Frauen erobern „. Der politisch organiserte Islam ist nicht nur Religion.
Ein wieder überaus gelungener Beitrag von Pfarrer Zorn. Was die sich „Katholisch“ nennende „Kirchensteuerkirche“ -A. Kissler- angeht & den sog. „Synodalen Weg“, sinngemäß die „Amalgamisierung“ linksGRÜNER PARTEIstaatspolitik mit willfährigen Bischöfen & Priestern, hat kürzlich Erzbischof Gänswein, ehemaliger Privatsekretär von Josef Ratzinger, Benedikt XVI, auf -> YT, #EWTN ein glasklares Statement abgegeben. Er ist derzeit Nuntius von Rom in Vilnius & darf -oder soll?- sich dazu äußern. Dieser „Synodale Weg“ beider „Kirchensteuerkirchen“ mit dem internationalen Sozialismus in Form des heutigen pervertierten Parteienstaat, erscheint imA. immer mehr in die Richtung zu gehen, wie deren unseeliges Zusammenwirken mit dem nationalen Sozialismus, 33/45. GOTT… Mehr
Christen und Amtskirchen sind keine Einheit. Alleine, weil es ein künstliches Unterschlagen der orthodoxen Christen ist.
Ihr Artikel glaubt, an dieser Stelle eine Anlayse zu haben. Er bleibt an dieser Stelle auf dem geringen Niveau des BRD Landes.
Die Frage der Finanzierung sehen sehr viele Menschen so. Die Nummer zahlen alle Steuerzahler. Wieso? Hier bietet die AfD einer breiten Schicht eine Perspektive. Auch das verpasst der Artikel.
Für mich als Außenstehende steht schon lange fest: Christlicher Glaube und Amtskirchen sind zweierlei.
Und solche selbsternannten Amtskirchen-Propheten haben stringent darauf zugearbeitet, dass die Kirchenaustritte einen Höhenflug nach dem anderen erleben.
Wollen wir dabei mal die „Corona-Vorkommnisse“ nicht vergessen, oder? Was die Kirchen da propagiert haben, hat mit Christentum nun wirklich garnichts mehr zu tun. Das war pure Politik gegen Menschen. Da haben die endlich ihr wahres Gesicht gezeigt. Und das ist mit Sicherheit nicht christlich, sondern höchstens opportunistisch. Denn die Politik schützt die Einkommen dieser Pfaffen.
Die Amtskirchen sind in der Tat geisteskrank, sonst würden sie nicht aktiv die Einwanderung des Kalifats befördern. MERKEL kommt ja ebenso aus evangelisch-marxistischem Hause.
Bei COVID-Impfung haben die Amtskirchen ihre Korruption bewiesen. Sie waren auf der Seite MAMMONs, nicht auf der Seite ihrer schutzbedürftigen Schafe !
Folglich hat die AfD sehr wohl den korrupten und wahnsinnigen Amtskirchen einige gute Ratschläge zu geben.