Blackbox KW 14 – Das Schweigen der Lämmer

Da haben sie uns wieder ein paar schöne Ostereier ins Nest gelegt: von Spritpreisbremsen bis Republikfluchtgesetz. Die Lämmer schweigen weiter...

Als Aprilscherz will Richterin Jennifer Klingelhöfer aus Saarbrücken ihr Urteil nicht verstanden wissen, obwohl der Freispruch für den 19-jährigen Polizistenmörder von Völklingen das nahelegt. Ahmet G. hatte eine Tankstelle überfallen und den ihn verfolgenden Polizisten mit mehreren Schüssen liquidiert. Jaja, sagte die Richterin, aber der Ahmet „war beim Überfall in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert“. 
Das meint der Gerichtsgutachter auch und attestierte „eine schizophrene Erkrankung und damit eine eingeschränkte Schuldfähigkeit“.

♦ Wobei Ahmet schon vor der Tat bei einem Neurologen in Behandlung war. Der ging nicht davon aus, dass Ahmet eine Zeitbombe sein könnte, sondern diagnostizierte lediglich eine „Angststörung, wie sie häufig vorkomme“. (Vielleicht sollte man aus Sicherheitsgründen bei all seinen Patienten noch mal eine zweite Meinung einholen.) Ahmet selbst erzählte der Richterin dann von seinen „Selbstzweifeln, von Mobbing, Angst vor Sirenen und Menschenmengen“, plus „Perspektivlosigkeit“. Zudem habe er „oft schlechte Laune“ gehabt. Das brach Jennifer das Herz, und so kam es zum Urteil am 1. April.
P.S.: Für den Tankstellenraub war Ahmet wohl noch Herr seiner schizophrenen Sinne und wurde dafür verurteilt.

♦ Der berühmte Halsabschneider Abu Mohammed al-Dscholani (Al-Qaida und ähnliche) hat sich extra einen Anzug angezogen und ist in seiner Eigenschaft als neuer US-syrischer Staatschef Ahmed al-Scharaa nach Berlin gereist, um Geld für seinen heiligen Krieg … nee, warten Sie, für den Wiederaufbau Syriens abzuholen. Tausende Glaubensbrüder bereiteten ihm in Berlin einen stürmischen Empfang,
 selbst im Sitzungssaal des Ritz-Carlton wollten die Heil-Rufe kein Ende nehmen.

♦ Pflichtschuldig erwähnte unsere Plapperpresse anlässlich des Staatsbesuchs die Menschenrechte (fehlen da, wo der Salafist regiert), betonte aber vor allem „unsere“ Interessen in Syrien. So titelte die Welt: „Bundeskanzler Merz strebt Rückkehr von 80 Prozent der Syrer in ihre Heimat an.“ 
Die Journos weiter: „Rückendeckung erhält er von Johann Wadephul.“ Mein Gott! Als hätte irgendjemand den Merz-Satz ernst genommen! Und was heißt überhaupt „Rückkehr“? Viele der bei uns als Syrer Registrierten waren in ihrem ganzen Leben nie in Syrien. (Grüße vom ehemaligen Oberleutnant Marco A.)

♦ Das Bundes-Bauministerium ist seit Menschengedenken eine Vorfeldorganisation der SPD, in der besonders gern Frauen als Ministrierende untergebracht werden. Weil die Ergebnisse wie erwartet ausfallen, plant Parteichef Klingbeil nun zusätzlich eine „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“. Die solle „keine Baufirma und keine Behörde“ sein, sondern eine „Neue Heimat“ für Genossen von Partei und Gewerkschaft.

♦ Dem „Vordenker“ der SPD, Fratzscher, ist angesichts der steigenden Zahl von Leistungsträgern, die das Land verlassen, aufgefallen, dass Immobilien, wie der Name schon sagt, nicht weglaufen können. Da könnten die Genossen doch einfach den Wertzuwachs von Wohnungen und Häusern besteuern.

 Genial.

♦ Ganz still und leise wurde regierungsseitig übrigens ein weiteres Problem gelöst: Wer soll für all die Neuankömmlinge arbeiten, wenn immer mehr Leistungsträger das Land verlassen? Dafür gibt es jetzt das Republikfluchtgesetz, sorgfältig versteckt im „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“:
 Alle Männer über 17 und unter 45 Jahren, die Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen, brauchen dafür eine Erlaubnis der Bundeswehr. Nur gut, dass unsere Genossen die Grenzen nicht schützen können, weder nach innen noch nach außen …

♦ Dutzende Verfahren gegen Fallschirmjäger wegen „sexualisiertem Fehlverhalten und extremistischen Verhaltensweisen“.
 Wenn SPD-Pistorius das gelegentlich derbe Treiben von harten Kerlen als „zutiefst schockierend“ empfindet, wäre er im Familienministerium besser aufgehoben als im Kriegsministerium. So wird das nix, Boris, wenn die Bundeswehr wirklich kriegstüchtig oder wenigsten kriegstauglich werden soll. Wer ist überhaupt auf die Idee gekommen, Frauen und Männer in denselben Kampfeinheiten zusammenzufassen? War doch klar, dass die Mädels sich sofort beschweren.

♦ Natürlich wird auch die Union den Preis für die schwarzroten Raubzüge zahlen müssen. Da hilft auch nicht die öffentlich geäußerte Besorgnis, SPD-Pistorius sei dabei, Schulden-Milliarden wahllos und teils unkontrolliert zu verprassen, weil der Genosse keinen Plan habe. 
Die woken Unionistas haben eben die berühmte Strauß-Metapher vom Hund, der die Wurst bewacht, vergessen.

♦ Verstehe einer die Welt. Russland, der Kongo und Pakistan dürfen bei der WM nicht Fußball spielen, der Iran aber schon. Ist das ein Friedensangebot? Eine Falle? Und ist das mit Netanjahu abgesprochen?

♦ Apropos. In Israel gibt’s wieder die Todesstrafe. Wenn unsere Regierung das juristisch richtig verstanden hat, würde „das Gesetz wohl ausschließlich auf Palästinenser in den palästinensischen Gebieten Anwendung finden“. Seit wann braucht es dafür extra ein Gesetz?

♦ „Bild“ taufte den bedauerlichen, in der Ostsee gestrandeten Wal Timmy. Wäre Fritz nicht treffender? Der schwimmt auch von Sandbank zu Sandbank und findet einfach keinen Ausweg mehr …

♦ Eine Seniorenresidenz in Laatzen bei Hannover hat 59 Heimbewohner (Alter 74 bis 94) auf die Straße gesetzt. Man hätte es auf der Homepage lesen können: „Die Werte des Seniorenheimbetreibers Ambiente Care: Innovation, Flexibilität und Dynamik.“ Offenbar gab es keine staatliche Aufsicht über die von zwei Österreichern (Bankkaufmann und Bauingenieur) betriebene „Ambiente Care“-Gruppe. Betrifft ja auch nur alte Leute …

♦ Wir bringen kurz auf den berühmten Punkt: „Seit Tagesanbruch dürfen Tankstellen in Deutschland die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen. Bei der ersten Gelegenheit zogen die Preise heftig an.“ Jetzt plant die Bundesregierung eine Revolution bei Arztterminen und Überweisungen. Gott stehe uns bei!

♦ Ricarda Lang, grün und schlank, fordert wegen hoher Spritpreise ein Recht auf Homeoffice.
 Für Busfahrerinnen, Kassiererinnen, Zugführerinnen, Krankenschwestern und Ärztinnen …

♦ Hm. Jetzt müssen wir uns entscheiden. Gehen wir auf unsere Mondministerin Dorothee Bär ein, die anlässlich des Starts der Artemis II behauptete, „Deutschland ist eine große Raumfahrernation, ohne uns geht es nicht zum Mond“? Oder lassen wir Dieter Bohlen
 ätzen: Vor 50 Jahren sind sie auf dem Mond gelandet und mit einem Auto herumgefahren, jetzt fliegen sie nur drumherum und machen so einen Aufriss: „Irgendwas stimmt doch da nicht.“

♦ Die evangelische Pastorin Paula White meinte anlässlich des Osterfestes, Trump sei „betrogen, verhaftet und falsch beschuldigt“ worden – wie Jesus. 
Die Demokraten schlagen vor: Kreuzigt ihn (nail him up), und wenn er nach drei Tagen wiederkommt, sind wir bereit, ihm zu folgen …

… Frohe Ostern!


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Kommentare ( 59 )

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horrex
14 Tage her

Ich denke, was die „Neue Heimat“ für eine „großatige“ Sache war,
das müsste vielen der heute lebenden erst noch erklärt werden. –

Wie Albert E. schon – in etwa – so treffend feststellte:
Dummheit ist, wenn man denselben Fehler immer wieder macht und dabei verzweifelt hofft, dass das Ergebnis mal ein Anderes ist. –

Berlindiesel
14 Tage her

Man sollte nicht davon ausgehen, dass der Bundeswehrvorbehalt für länger ins Ausland gehende wehrfähige Männer (hier geht es wie gesagt nicht um Auswanderer, sondern eine neue „Westberlin-Regel“ zu verhindern) nur Feinde hätte. Ich lebe in einer Stadt, die für wehrpflichtige Westdeutsche ab 18, die als individualistische Hedonisten und zumeist Bürgerkinder weder Bock auf den Kasernenhof noch 18 Monate Altersheim hatten und darum, im Zuge der Zeit, fast immer links auf eine Weise waren, eine kinderleichte Möglichkeit hatten, GAR NICHTS zu tun, trotzdem in einem Ort zu leben, dessen sicherheit von ausländischen Söldnern gewährleistet wurde und dessen gute Infrastruktur von westdeutschen… Mehr

Last edited 14 Tage her by Berlindiesel
weihnachtsmann_frau_lein
14 Tage her

Muss das nicht „Krankenschwesterinnen“ heißen?

November Man
14 Tage her

Grün und schlank, und so doof wie vorher. Keine Aussicht auf Besserung.
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein  

Kassandra
14 Tage her
Antworten an  November Man

Aber eine geschickte PublicityMannschaft scheint sie in Bild und Ton zu halten – permanent – und mit welchen Inhalten auch immer.

Else Schrammen
14 Tage her

Ach, Jottchen, der Fritze mal wieder:’Hab‘ ich gesagt, habe ich nicht gesgt, hat der andere gesagt, und wenn ich’s gesagt habe, war’s nicht so gemeint. Er hat auch versäumt, den „Binnenkanzler“ und seine rote Regierung zu fragen, ob er das überhaupt so sagen darf. Die haben ja schon kräftig gegen seinen 80 %-Plan gewettert. Syrer? Zurückführen? Die will ja nicht mal der islamistische Terroristenführer im edlen Zwirn haben, weil in Syrien ja kein Stein mehr auf dem anderen steht und für den Wiederaufbau viele, viele Euronen und £S benötigt werden. Außerdem kann er sich nicht um alles kümmern, die Kurden,… Mehr

Kassandra
14 Tage her

Dürfte man das hier in D noch so tweeten?
„Good morning.
Jesus is alive.
Muhammad is not.
Happy Easter!“
https://x.com/WallStreetMav/status/2040761374482001966

verblichene Rose
14 Tage her

„Rückendeckung erhält er von Johann Wadephul.“ 
War das nicht der Mann, der Herrn Merz zuvor mit dem Satz in den Rücken gefallen ist, daß „man“ momentan niemanden in das zerstörte Syrien zurück schicken kann?

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
14 Tage her

Ostersonntag 2026. Friedrich Merz sucht seine Eier. Wieder vergebens.

Gert Lange
14 Tage her

Alles nur Ablenkung.
Inzwischenzeit läuft unsere Großindustrie zu den Chinesen über, nur um nicht mit dem Produzieren aufhören zu müssen, verräterische Feiglinge, gibt Justitia mildernde Umstände wegen Notwehr trotz Republikflucht aus der Irrenanstalt, oder?

Kassandra
14 Tage her
Antworten an  Gert Lange

Die sind lange schon weg – auch, wenn es keiner bislang merken wollte und teilweise hier noch versteuerten. Dumm sind die jedenfalls nicht.

Deutscher
14 Tage her

Seltsam nur, dass diese „eingeschränkte Steuerungsfähigkeit“ ausgerechnet in die Hinrichtung eines Polizisten mündet. Es hätte sich ja genau so wahrscheinlich äußern können, indem der eingeschränkt Gesteuerte auf einem Bein um seine eigene Achse hüpft und immerzu ruft „Ich bin ein Bi- Ba- Butzemann!“. Ach so, er hatte ja Todesangst! Na dann hätter er sich in seiner eingeschränkten Steuerungsfähigkeit genau so wahrscheinlich die Augen zuhalten können, in der Gewissheit, dass wenn er die Polizei nicht sieht, sie ihn auch nicht sieht. Oder er hätte versuchen können, sich in einem Briefkastenschlitz zu verkriechen oder in ein Vögelchen zu verwandeln, um davonzuzwitschern. Warum… Mehr

Last edited 14 Tage her by Deutscher