Blackbox KW 37 – Merkel „hilft“ Merz

Merz müsse sich besser erklären, meint Merkel und rät ihrem Parteifreund, es mal mit TikTok-Videos zu versuchen. Und sie fragt sich, wie er überhaupt auf diese Brandmauer gekommen ist. Also ihre Idee war das nicht. Und so geht die Wahlsaison weiter, oder wie es bei der CDU inzwischen heißt: nach der Wahlniederlage ist vor der Wahlniederlage...

In MeckPomm soll es keine Wahlkampfauftritte mit dem Kanzler mehr geben, nachdem sein Verzehr von drei Fischbrötchen im Ostseebad Kühlungsborn Ende August nicht den gewünschten Erfolg in den Umfragen brachte. Das kann der Friedrich verschmerzen, ist er doch eher der Mallorca-Typ. Aber dass er als Außenkanzler nicht mal mehr eine lumpige Milliarde Euro für den Erhalt des tropischen Regenwaldes
 verschenken kann, geht denn doch zu weit. Wie steht er denn jetzt da in der Welt mit leeren Hosen? Und dass ausgerechnet sein eigener Mann, CDU-Haushälter Andreas Mattfeldt, ihm den Hahn abdrehen will, grenzt eindeutig an Landesverrat.

♦ Überhaupt diese Verzagtheit! Aus seiner Sicht, so der Kanzler im Bundestag, haben „56 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt“ die AfD nicht gewählt. Ha! Damit die nächsten Landtagswahlen für die CDU noch besser laufen, machte er unmissverständlich klar, dass „wir“ die Ukraine weiter unterstützen, „weil sie auch unsere Freiheit verteidigt“. Wirtschaftlich sind wir eh „auf dem richtigen Weg“, und zukünftig setzt die Regierung noch stärker auf Künstliche Intelligenz. 
Freunde, was wollt ihr mehr? Dagegen hatte die AfD natürlich keine Argumente, sondern setzte darauf, Angst und Schrecken zu verbreiten. Mit den Worten „Liebe Kollegen von der CDU“, erschütterte Alice Weidel ebendiese bis ins Mark, „schauen Sie sich Ihren Kollegen links und rechts gut an. Einer wird nicht mehr da sein, wenn Merz mit Ihnen fertig ist.“

♦ SPD, Grüne und Linke gewannen in Sachsen-Anhalt die Briefwahl, beziehungsweise kommen nur durch die Briefwahl ins Parlament. Vielleicht sollten die „demokratischen Parteien“ die Urnenwahl verbieten …

♦ Dem Schauspiel vom langsam absaufenden Merz mochte Angela Merkel nicht allein aus ferner Distanz ansehen, nur allzu gern will sie auch einen Anteil daran haben. So riet sie dem Kanzler bei n-tv,
 er müsse seine Politik besser erklären. Er solle mal auf TikTok ein paar Videos einstellen, weil da die AfD so erfolgreich ist. Allerdings mehr so gefühlige Sachen, denn Emotionen seien wirkungsvoller als Fakten. Außerdem habe Merz mit der Brandmauer wohl einen Fehler gemacht. „Ich habe das nicht erfunden, und ich mag das auch nicht so“, so die vergessliche oder böse alte Dame aus der Uckermark.

♦ Das BSW, Zünglein an der Magdeburger Waage, wäre bereit, eine überparteiliche Person zum Ministerpräsidenten zu wählen. Didi Hallervorden? Und CDU-Reiner Haseloff, der sein Amt rechtzeitig an den glücklosen Schulze übergeben hatte, nimmt nun von seinem Versprechen Abstand, im Falle eines Wahlsieges der AfD das Bundesland zu verlassen, weil er schon „eine Grabstätte nur 500 Meter von der Post da“ 

vorne gekauft habe.

♦ Grummeln in der SPD, nachdem Genosse Stegner andeutete, die 100 Milliarden deutschen Steuergelder für die Ukraine seien womöglich ein „Giftcocktail für die demokratischen Parteien“.
 Noch verstehen die meisten Sozis den Zusammenhang nicht wirklich. Ihnen ist wichtiger, die geplanten Kürzungen bei der „politischen Bildung“ zurückzunehmen, um jungen Menschen zu erklären, warum sie niemals AfD wählen dürfen.

♦ Ach, komm Fritz, wirklich jetzt? Der Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig soll „über Monate in Russland geplant“ worden sein, willst du uns weismachen. Und nun kommt raus, dass „eine Bastel-Drohne aus frei erhältlichen Teilen, gesteuert übers ganz normale Handynetz“ (Bild)
 verwendet wurde? Also dass jeder Trottel das Ding geschickt haben könnte? Dann glaubst du wahrscheinlich auch, dass der Klimastrolch, der mehrere Umspannwerke lahmlegte, auf den russischen Namen Danielowitsch Viehmannow hört, was?

♦ Wenn es mal etwas vermeintlich Gutes über das Wirken des Kanzlers zu berichten gibt, erschallen bei Bild die Posaunen und Trompeten. So soll Merz in Mohammed bin Zayed Al Nahyan von den Vereinten Arabischen Emiraten einen neuen Freund gefunden haben, der ihm mit 40 Milliarden unter die Arme greift. Der Scheich will damit, erklärt Bild seinen naiven Lesern, „qualifizierte Jobs schaffen, die Energieversorgung sichern und Lieferketten stabilisieren“.
 Und nicht etwa durch Energiekrise und Steuerpolitik in die Knie gezwungene deutsche Unternehmen billig aufkaufen.

♦ In der vergangenen Woche mussten wir einiges dazulernen. Wer „Straße von Hormus“ sagt, muss künftig auch „Straße von Bab al-Mandab“ in seinen Konversations-Sprachschatz aufnehmen. Diese Passage zum Roten Meer wird nun auch von Iran-Freunden kontrolliert. Zudem erfährt der Zeitplan für den (eigentlich längst gewonnen) Krieg gegen den Iran eine kleine Änderung. Donald Trump schwebt als Finale nunmehr der November vor. Außer die Iraner halten noch länger durch.

♦ Ein wenig erklärungsbedürftig ist das, was unser Außen-Johann genau unter Asyl versteht. Denn er will die persönlichen Daten der paar Hunderttausend „wehrfähigen“ Ukrainer in Deutschland den Selenskyj-Häschern übergeben, 

damit diese sie an die Front expedieren können. Was ist mit den Millionen Syrern? Der neue Schlächter von Damaskus ist doch auch unser Freund …

♦ Natürlich sind die Kleinen ein Spiegelbild der Großen. Wer mit Eliten von Fritz bis Bärbel, vom grünen Felix bis zum roten Lars, von Heidi bis Luigi gesegnet ist, der darf sich auch über Kinder nicht wundern, die nicht rechnen oder lesen können: Laut neuester Pisa-Studie sind „deutsche Schüler“ statistisch blöder denn je. CDU-Bildungsministerin Prien deuchte, das habe womöglich, vielleicht, unter Umständen etwas mit Zuwanderung zu tun.
 Aber wer hätte denn ahnen können, dass man sich auf eine „heterogene Schülerschaft“ würde einstellen müssen? Schließlich „gebe es eine ganze Reihe anderer Länder, wo Zuwanderung im Bildungssystem deutlich besser verläuft“. Fakt ist: Singapur, Japan, Estland oder Korea haben die leistungsstärksten Bildungssysteme. Im Bildungsministerium singen sie unbeirrt das altbekannte Sozialisten-Lied vom „sozial privilegierten und benachteiligten Jugendlichen“. Demzufolge leben in Japan, Estland oder Korea wohl nur Millionäre.

♦ Angeblich kann die Jugend brutto nicht von netto unterscheiden. Das gefällt der Regierung, da kümmert sich dann das Finanzamt drum. Aber selbst einem sozial benachteiligten Schüler ist klar: Wenn du nur 200 Euro in der Tasche hast, kannst du kein neues iPhone kaufen. Da weiß SPD-Klingbeil natürlich mehr. Weil sein Schein-Chef Merz gerade ein wenig schwächelt (Kommunikationsprobleme), nutzen er und seine Genossen von der SPD die Gelegenheit, Merzens Reförmchen rückgängig zu machen, bevor sie auf den Weg gebracht wurden. Neu lackiert: Reformen ohne Sozialabbau. Dem sozial benachteiligten Schüler bleibt nur, die Differenz zum Kaufpreis seines Handys zu stehlen, Klingbeil nimmt dafür Kredit auf. Nicht in seinem Namen, sondern in Ihrem, verehrte Leser, und in meinem. 200 Milliarden fürs nächste Jahr
 sollten es schon sein. Es fehlt ein Pisa-Test für Politiker.

♦ Gute Nachricht vom Bundesverfassungsgericht. Die 100 Millionen Euro,
 die sich SPD und CDU mit der 2018 geänderten Parteienfinanzierung ergaunert haben, müssen „nicht zwingend“ zurückgezahlt werden, weil die Beute inzwischen verbraucht sei, meinen Experten.

♦ Und sonst so? Haushaltssperre in Bonn und Münster. Und wieder eine „Briefwahlpanne“. Diesmal Berlin, wo gerade gegen den Spitzenkandidaten der SPD wegen Korruptionsverdacht ermittelt wird. Apropos Berlin. Die Staatsanwaltschaft dort konnte wochenlang keine Ladungen zum Strafantritt verschicken, weil Berlin keine „gelben Briefumschläge“ hat. Habt ihr denn inzwischen die Datenerpresser bezahlt? Man hört nichts mehr.

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 65 )

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65 Comments
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Ho.mann
26 Tage her

„Merz müsse sich besser erklären, meint Merkel“
Die größte Abrissbirne des Landes gibt ihrem Denkmalpfleger nicht hilfreiche Ratschläge. Der gesunde Menschenverstand würde für beide Figuren, die haftungsfreie Schandtaten auszeichnet, das Anlegen von Handschellen empfehlen.

Last edited 26 Tage her by Ho.mann
Else Schrammen
27 Tage her

Berlin, Berlin. Das mit den „gelben Briefumschlägen“ ist doch noch gaar nichts, gemessen an dem Datenklau. Die Hacker haben soeben eine nächste Charge von Daten versprochen. Und da schwören „unsere“ Politiker und Staatsmedien, dass, wenn die AfD an die Macht kommen sollte, alle sensiblen Datwen an Russland geliefert werden. Das hat sich auch schon erledigt. Putin guckt nur mal kurz ins Internet!

Else Schrammen
27 Tage her

Fischbrötchen, in der Öffentlichkeit verspeist, bringen nicht immer den gewünschten „effet“. Ich habe noch Macron und sein angesäuertes Gesicht vor Augen, als Kollege Scholz ihm statt eines 10-Gänge-„dîners“ ein Matjesbrötchen servierte. Vielleicht hat das kollektive Gedächtnis der Kühlungsborner just in dem Moment an dieses Ereignis gedacht, den Zusammenhang zwischen Fischbrötchen und Dilettantismus hergestellt und deshalb etwas unmutig reagiert!

Jens Frisch
27 Tage her

„Es fehlt ein Pisa-Test für Politiker.“
Ich finde ja, bei Politikern fehlt vor allem eines:
Verantwortung, sprich Haftung!

Axel Fachtan
27 Tage her

Wer wird nun schneller bei der Post begraben?
Haseloff, Merz oder die CDU insgesamt?
Waldfriedhöfe sind auch schön.

Logiker
27 Tage her

Ich verweise auf ein wirklich wertvolles, hörenswertes Interview, dass sich wohltuend abhebt auch von der sonstigen alternativen, meist aber kleingeistigen Interview-Schwemme mit ihrer nach wie vor west-dominierten Sicht auf die Dinge.

Eine reichliche Stunde, die sich lohnt zuzuhören.

Besonders lege ich das Interview, mit Verlaub, der Leserschaft aus dem Westen nahe.

https://youtu.be/LoR8RRMF9-k

In diesem Sinne !

Last edited 27 Tage her by Logiker
Haba Orwell
27 Tage her
Antworten an  Logiker

Oder bei Röper lesen, wie Schland weltweit Kriege fördert: https://anti-spiegel.ru/2026/wie-deutschland-zum-groessten-unterstuetzer-von-staatsterrorismus-und-voelkermord-wurde/ Obwohl Waffenlieferungen in Kriegsgebiete hier gesetzlich verboten sind.

Werner Geiselhart
27 Tage her

„Angeblich kann die Jugend brutto nicht von netto unterscheiden. Das gefällt der Regierung,“ Bei der Jugend angeblich, bei Politikern und MSJournos ganz sicher. Zeigt sich z.B. bei den Erfolgsmeldungen für die sogenannten Erneuerbaren. Die einschlägigen Medien und der ÖRR meldeten unisono, dass es in China jetzt mehr PV-Kapazität wie Kohlekraftwerke gäbe, vergaßen aber zu erwähnen, dass die PV nur 15% Netto vom Brutto liefert, Sie wissen schon, Nacht und Winter und Schnee und Regen und so. Und an den miesen Pisa-Werten ist angeblich die böse soziale Ungleichheit ausgerechnet im Sozialparadies Deutschland schuld. Dann fragen Sie mal Lehrerinnen, die täglich mit… Mehr

Haba Orwell
27 Tage her
Antworten an  Werner Geiselhart

> „du müsse mache“ ist dann noch die harmloseste Forderung/Drohung der Angesprochenen.

Ich hatte mal im Bürozimmer einen IT-Ingenieur mit tunesischen Wurzeln, der täglich telefonierte, ob sein Sohn Hausaufgaben macht. Es ist vermutlich in etlichen Kulturen ähnlich – die Gebildeten unterstützen eigene Kinder, die Bildungsfernen nicht.

Riffelblech
27 Tage her

Der von den Schülern in den Sand gesetzte Pisa Test ist die eine Sache . Sollten wir ,also die Bürger und Auftraggeber der Regierung , vielleicht mal veranlassen das diejenigen die sich im Plenum des Bundestages befinden ,dort oft genug sich unter aller Würde benehmen ,die Sau auf Teufel kommraus rauslassen – genau ich spreche von den Roten und Grünen – nicht mal nachdrücklichst auf ihre geistige ,moralische und politische Gesundheit einem Test unterzogenwerden ? Denn wirklich ,diese Pöbelei ,dieses Herumgeblöcke ,diese schrecklich dummen Ausfälle – am allermeisten gegen die AfD Redner- stellen durchaus den geistig gesunden Zustand der Brüller… Mehr

Boudicca
27 Tage her

Ja, ja Merkel hatte die ganze Jahre nie etwas mit nix zu tun.

F. Hoffmann
27 Tage her

Kleine Anmerkung zur selbstgebastelten Drohne: Den Sprengstoff der angeblich drin war bekommen Sie nicht im Bastelladen.

Logiker
27 Tage her
Antworten an  F. Hoffmann

im Gegensatz zum Russland-Reflex – den bekommen sie mehrmals täglich in ARD und ZDF.

joly
27 Tage her
Antworten an  F. Hoffmann

Aber von der Antifa oder deren Freunde aus Nah-Ost oder von der Ukraine. Die hat ja fast alles im Überfluss – so viel, dass man Geld auf eigenen Konten zwischenlagern muss, weil man sonst nicht weiß wohin damit.