Blackbox KW 28 – Der unheilige Geist von Ankara

Donald schwingt wieder das Kriegsbeil und wütet gegen Spanien. Selenskyj greift weitere Milliarden ab und Erdogan schenkt jedem Nato-Gast einen scharfen Revolver. Kannste nicht erfinden…

Bevor das Parlament jetzt in den wohlverdienten achtwöchigen Sommerurlaub geht – Sonnencreme nicht vergessen! –, gab’s nochmal eine Regierungserklärung vom Fritz. Eigentlich könnte es gar nicht besser laufen, fasste er die „Arbeit der Koalition“ zusammen – allein von Januar bis Juni seien 3.000 neue Firmen gegründet worden. In diesem Sinne will er auch fürderhin „aus der Mitte der Gesellschaft unsere Zukunft gestalten“. Aber nur die Dümmsten in der Union glauben ihm den Quark, steht doch überall zu lesen, dass im selben Zeitraum 12.900 Firmen Insolvenz angemeldet haben (höchster Stand seit 2013). In der Unionsfraktion fürchten sie sich bereits vor dem „Horror-Sommer“

, und das nicht aus Angst vor dem Wetter, sondern vor Lars & Bas. „Eigentlich müssten wir in Notwehr aus der Koalition raus“, jammern Namenlose. Offen sprechen wollen die Abgeordneten nicht. Omertà.

♦ Ankara war endlich wieder eine Reise ganz nach Fritzens Geschmack. Die Weltpolitik rief, und alle seine Freunde waren da. Der Emmanuel, Englands Keir, und natürlich der Wolodymyr. Und der Fritz hatte vorher nur einen Wunsch: Auf der Nato-Tagung „gemeinsam“ den „Geist von Ankara“ zu wecken. Das ist ihm gelungen.

♦ Der Geist polterte, die Iraner seien „böse und kranke Menschen“, „sehr gefährlich“, „Falschspieler“, „verrückt“, „Abschaum“, „nicht richtig im Kopf“,
 die Spanier „schlechte Menschen“, „schreckliche Partner“, mit denen „wir nichts mehr zu tun haben wollen“. 

Den Iran hat der Geist gleich mal wieder bombardieren lassen und gegen Spanien einen vollständigen Handelsstopp angeordnet. Kanzler Fritz fasste die Tagung abschließend so zusammen: „Meine Erwartungen an diesen Gipfel in Ankara sind wirklich mehr als erfüllt worden.“

♦ Kenner der Merzschen Weltsicht erstaunt diese Einschätzung weniger als sein Tweet nach dem blamablen Aus der Fußballmannschaft („Wir sind stolz auf Euch!“). Denn Merz sieht sich offenbar als eine Art Heeresleiter Ost der Nato, und glaubt nach Trumps Auftritt in Ankara noch felsenfester, dass „Russland keine Chance hat, diesen Krieg zu gewinnen“, womit er natürlich den Krieg seines Freundes Selenskyj meint. Der bekam 70 Milliarden zugesprochen, und unser Fritz darf sich schon bald Tomahawk-Marschflugkörper in seinen Vorgarten stellen, beziehungsweise in Ihren Vorgarten, verehrte Leser, damit der Putin auch ein gescheites Ziel hat, wenn’s losgeht.

♦ Kann es sein, dass dem Kanzler bei Rinderrippchen und Seebarsch mit Artischocken und Weinblättern gar nicht in den Sinn gekommen ist, dass der Gipfel gar nicht um ihn, die Nato-Osterweiterung und die Kostenverteilung im Bündnis ging, sondern um etwas ganz anderes? Interessanterweise sagte Trump, er sei „überhaupt erst aus Respekt zu Erdogan“ nach Ankara gekommen. Denn bei der Neuordnung des Nahen Ostens spielt der eine entscheidende Rolle. Eine starke Türkei kann sogar Trumps schwierigen Partner Netanjahu ein wenig kleinhalten.

♦ Recep Tayyip Erdogan zeigte sich Trumps Freundschaft würdig, was schon sein Gastgeschenk an die Nato-Kriegskameraden bewies. Die Damen und Herren bekamen einen scharfen Sarsılmaz SR 38 Revolver geschenkt – mit eingraviertem Namen (die Wumme, nicht die Kugeln!). Ist mal was anderes.

♦ Aber damit ging der Spaß erst los.
 Denn die in ihrer Heimat stets als Pazifisten auftretenden Gäste wussten nicht wohin mit dem Schießeisen. Schissbuxe Fritz ließ den Revolver in der Botschaft in Ankara, um Ärger aus dem Weg zu gehen. Englands Starmer nahm ihn tapfer wie gesetzeskonform mit nach Hause, ließ aber die Patronen in der Türkei. Von der Leyen und ihre belgischen Freunde stellten sich erst dumm, gaben die Waffen aber bei der Einreise am Flughafen Brüssel ab. Polens Karol Nawrocki war nicht so pingelig und nahm Waffe und Munition mit nach Warschau. Dabei hätte er allen Grund zur Vorsicht bei Staatsgeschenken, seit Polens Polizeichef Szymczyk 2022 zwei Granatwerfer als Geschenk aus der Ukraine mitbrachte. Einer explodierte in seinem Büro und legte die halbe Polizeistation in Trümmer…

♦ Obwohl sich Deutschland bis zur Halskrause und darüber hinaus verschuldet, und auch die anderen versprechen, zusammenzukratzen, was sie finden können, denkt US-Donald schon weiter. Weil es schon bald „kein Europa mehr geben“ dürfte wegen der idiotischen Einwanderungs- und Energiepolitik, möchte er wenigstens Grönland aus der Konkursmasse loseisen und brachte das Thema zur Wiedervorlage.

♦ Ohne den Staatsstreich im vergangenen Jahr – Merz verschaffte der neuen Regierung mit dem abgewählten Parlament ein „Sondervermögen“ von einer Billion Euro – wäre Fritz wohl hauptsächlich auf dem Golfplatz und Lars & Bas würden ihre Zeit in Stuhlkreisen und „Arbeitsgruppen“ der SPD verbringen. Aber, wie erwartet, reicht den Sozialisten trotzdem das Geld nicht. Im nächsten Jahr sollen 200 Milliarden „Neuverschuldung“ hinzukommen.

♦ Der Löwenanteil (36 Prozent) ist für „Arbeit & Soziales“ vorgesehen, also hauptsächlich für Neubürger und SPD-Altlasten. Außerdem will die SPD wieder mal Brücken, Straßen und das Bahnnetz reparieren. Weshalb die nichtrauchenden und trockenen Bürger bestimmt nichts gegen die Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuern einzuwenden haben dürften. 
Mehrwertsteuererhöhung wird dann im September beschlossen. Versprochen. Schließlich müssen im nächsten Jahr 115 Millionen Euro für Zinsen ausgegeben werden. Pro Tag.

♦ Damit sich die Bürger nicht länger unbeobachtet und unbemerkt in Chats über ihren Fritz lustig machen, führt die CDU/CSU via EU eine lückenlose Chatkontrolle ein. Die EU kann dann zukünftig „jede in Europa versandte Nachricht scannen“ (Guardian). Moment!, sagen die Unionisten, „es ist zum Schutz der Kinder!“
 Wie die Tabak-, Alkohol- und Zuckersteuer.

♦ Dass wir mal einen Satz wie „Dr. Habeck bringt unschätzbare Erfahrungen und eine beeindruckende Erfolgsbilanz im öffentlichen Dienst mit“
 lesen würden, hätten wir uns nicht in den kühnsten Gedanken vorstellen können. Aber so steht es geschrieben bei der Wohnungsbaugesellschaft Urban Partners, die Herrn Dr. Habeck als „Senior Advisor“ eine Anschlussverwendung gibt. An Urban Partners ist die Familie Viessmann beteiligt, die ihre Wärmepumpen-Firma für einen Super-Preis an einen US-Konzern verkaufte, nachdem Dr. Habeck den Deutschen Wärmepumpen verordnete.

♦ Gute Nachricht aus Göttingen. Der nach „Großfamilien“-Streit von einem 16-jährigen „Deutsch-Serben“ angeschossene Polizist befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. Die Polizei hat inzwischen gegen 64 Angehörige der beteiligten Großfamilien Meldeauflagen oder Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Aufenthaltsverbote in verschiedenen Stadtteilen, nicht in Deutschland natürlich. Laut Polizei soll das dabei helfen, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken
 sowie ein weiteres Aufeinandertreffen der Großfamilien zu verhindern. Wie? Nein. Kein Scherz.

♦ Wozu gibt es eigentlich geschätzt 2.500 Moscheen in Deutschland, wenn doch der Muslim betet, wo immer er seinen Gebetsteppich ausrollen kann? Etwa am Straßenrand, wo ein Busfahrer in Landshut 
auf seiner Route eine fromme Pause einlegte. Oder in einem Kinosaal in Bremen
, den vier Mohammedaner zur gottgefälligen Verrichtung nutzten.

♦ Er hisst noch einmal die Regenbogenfahne vor dem Roten Rathaus und sieht dabei so aus wie der letzte, der die Tür zu macht. CDU-OB Kai Wegner, der nach einem linken Terroranschlag in Berlin – ZDF-Slomka nannte das im heute-journal einen „großen Stromausfall“ – Tennis spielen ging, überlässt die Hauptstadt den Linken (SED, Grüne, SPD). Übrigens. Linksextremisten im Homeland NRW legten gerade eine wichtige Bahnstrecke durch Brandsätze in Kabelschächten lahm

 (ZDF: „kleiner Stromausfall“?). CDU-Hendrik Wüst: Jetzt bloß nicht Tennis spielen!

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 8 )

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Kassandra
53 Minuten her

Man müsste feststellen, ob Kino nicht für Moslems überhaupt haram ist – und die Frage in den Vordergrund stellen, weshalb die dann dort zum Beten hingehen. Emrah Erken aus der Schweiz dazu: „Bekanntlich gibt es diese öffentlichen und demonstrativ vollzogenen muslimischen Gebete praktisch nur im Westen, weil sie in muslimisch geprägten Staaten weitestgehend verboten sind. Hier ist eine Ausnahme zu sehen. Der Mann auf dem Foto betet mitten auf der nicht ganz ungefährlichen Stadt-Autobahn in Istanbul, wo einige der prächtigsten Moscheen der Welt stehen. Im Jahr 2026 sollen sich über 3’600 Moscheen in Istanbul befinden. Viele denken, dass diese Gebetshandlungen… Mehr

Jens Frisch
54 Minuten her

Hatten Erdogans türkische Pistolen auch Silberkugeln in der Kammer?
Ach – das hätte UvdL Angst gemacht?
– Weitermachen!

Haba Orwell
1 Stunde her

> Eine starke Türkei kann sogar Trumps schwierigen Partner Netanjahu ein wenig kleinhalten. Darf man denn hier, Herrn Mileikowski bedingungslose Gefolgschaft verweigern? In der Türkei leben doch MUSLIME, die mit dem KORAN? Woanders lese ich: https://tkp.at/2026/07/12/dem-zionismus-laufen-die-juden-davon/ > „… Nur 37 % der jüdisch-amerikanischen Bevölkerung bezeichnen sich selbst explizit als Zionisten. Bezogen auf die rund 7,5 Millionen jüdischen Amerikaner entspricht dies einer absoluten Zahl von rund 2,78 Millionen Menschen. Die verbleibende Mehrheit von 63 % – umgerechnet etwa 4,73 Millionen Menschen – definiert sich stattdessen entweder als Nicht-Zionisten oder als Anti-Zionisten. … Die … knapp 2,38 Millionen säkularen jüdischen Amerikaner sehen… Mehr

RiverHH
1 Stunde her

Wir leben in einem nicht überdachten und allen Richtungen offenen Irrenhaus. Wer noch nicht vom grün-linksradikalen-muslimischen Virus befallen ist: Popcorn raus, zusehen und AfD wählen. Ob’s was bringt? Ist zumindest meine letzte Hoffnung.

Deutscher
1 Stunde her

„„Eigentlich müssten wir in Notwehr aus der Koalition raus“, jammern Namenlose. Offen sprechen wollen die Abgeordneten nicht.“

Jeder kann jederzeit raus, aus der Koalition. Also eigentlich. Braucht nur sein Mandat abzulegen oder aus der Union auszutreten. Aber so wichtig ist es dann doch wieder nicht, gell?

Last edited 1 Stunde her by Deutscher
PaulKehl
1 Stunde her

Der BT, welcher rechtswidrig das Grundgesetz zur Aufhebung der Schuldenbremse geändert hat, war nicht abgewählt sondern aufgelöst vom BP Steineimer im Dezember 2024. Das entspricht einer fristlosen Kündigung im Arbeitsrecht. „Die Security bringt Sie jetzt direkt zum Empfang. Dort erhalten Sie Ihre Jacke und Ihre Bürotasse.“

Haba Orwell
1 Stunde her

> Der Geist polterte, die Iraner seien „böse und kranke Menschen“, „sehr gefährlich“, „Falschspieler“, „verrückt“, „Abschaum“, „nicht richtig im Kopf“,
 die Spanier „schlechte Menschen“, „schreckliche Partner“, mit denen „wir nichts mehr zu tun haben wollen“. Konsequenterweise sollte er noch gegen alle Latinos poltern, so kurz vor den Midterms. Mehr Entgleisungen: https://tkp.at/2026/07/11/donald-trumps-rhetorik-am-abgrund/ > „… es ist nicht die Aussage über die „islamische Republik Japan„, die ihm zum Verhängnis werden könnte. … Demnach habe Trump durch seine aggressive öffentliche Reaktion – und die Ankündigung, im Falle seines Todes den Iran komplett zu zerstören – unbewusst sein eigenes Urteil gefällt oder zumindest den… Mehr

Haba Orwell
1 Stunde her

Böses Medium heute: „“Bananenrepublik“-Methoden: Telegram-Gründer kritisiert EU wegen Gesetz zur Chatkontrolle“. Ist das die berühmte „rationale Politik“ im Westen?