Echte Berliner, echte Berliner, echte Berliner

Weltmetropole. Vom Rosinenbomber zum Willy-Brandt-Flughafen. 24/7-Partys, schnoddrige Mundart, explodierende Subkulturen. Jeder kann, darf, jeder soll. Die Wahrheit ist: Die Hauptstadt versinkt in Verwahrlosung – Vorbild und Modell für Deutschland?

Der Sehnsuchtsort der Freiheit schlechthin. Ein Melting Pot, „ein Schmelztiegel der Kulturen“, so jedenfalls wirbt die Stadt für sich. Nun ist Stadtmarketing das eine, die Realität etwas ganz anderes. Auf dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“, der eigentlich 2012 eröffnet werden sollte, parken gerade die Pleitevögel von Air Berlin – vom Weltflughafen zum Schrottparkplatz. Von einem „Morgenthau-Plan“ twittert Julian Reichelt, Vorsitzender der Chefredaktionen und Chefredakteur Digital bei BILD, über den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt, die alles könnte und nichts kann.

Eine einzige Baustelle
Berlin, immer wieder Berlin: Mängelliste wächst weiter
Aber eine Stadt muss funktionieren, wenn sie überleben will. Der Sehnsucht nach Freiheit folgt der Wunsch zu bleiben. Dafür braucht es ein glaubwürdiges Sicherheitsversprechen. Aber was passiert, wenn die Verantwortlichen kapitulieren? Wenn Polizei und Gerichte, wenn der Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft, Benjamin Jendro, den Offenbarungseid leisten: „Repression ist ein Mittel des Rechtsstaats, von dem Berlin auch aufgrund des personellen Engpasses so gut wie nicht Gebrauch macht.“ Berlin ist „Hauptstadt der Diebe“. So auch der Titel einer Doku des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Eine Geschichte über 50 Männer und 500 Einbrüche. Die meisten sind junge Migranten aus den Problemkiezen – Brüder, Cousins, Nachbarn.

Das Versagen der Stadt ist längst zu Literatur geworden – früher hätte man Gossenliteratur gesagt, heute klingt es angemessen:

Wer geht in die Bank mit Methangas­flaschen?
Sprengt Automaten, Batzen auf Staat sein’ Nacken?
Wer? Echte Berliner, echte Berliner, echte Berliner.
Wer sind die Kings? Wer macht’s den Gangstern vor?
Wer sitzt am Lenkrad und brettert in den Apple­Store?
Echte Berliner, echte Berliner, echte Berliner.

So rappt eine Hook (Refrain) der Berliner Rap-Crew AK Außerkontrolle. Wikipedia weiß: Die bei Jugendlichen populären Rapper stammen mutmaßlich aus der berüchtigten Berliner Einbrecherbande Gullideckelbande.

Berlin ist Gangsters Paradise. Gangsterrapper, die stolz ihre kriminellen Taten in martialischen Videos vorzeigen. Kriminalität bekommt damit einen kulturellen Überbau, wird Vorbild für neue Generationen. Die Verherrlichung von Diebstahl, Gewalt und Raub auf den Straßen. Ausdruck der Freiheiten der anderen: Die Freiheiten, die man sich nimmt. Weil Polizei, weil Gerichte, weil der Staat sich machtlos zeigen.

Die spinnen
Rot-rot-grüner Senat: Ausreisepflichtige durch Deutschkurse festhalten?
Nein, Probleme werden unter einem rot-rot-grünen Senat nicht einmal offen angesprochen, wirksame Gegenmaßnahmen bleiben aus, so bleibt Zukunft weiter ungewiss. Und die echten Berliner sind der Hit bei den Jugendlichen nicht nur in Berlin – echte Berliner auch in Braunschweig, München, Hamburg und in all diesen Städten und Orten, in denen Jugendliche sich nach Berlin wegträumen und in die neue Realität.

„Der notwendige Kampf gegen Terrorismus, reisende Banden, organisierte Kriminalität gehen zulasten des Kontaktbereichsdienstes auf der Straße, der Prävention, der Präsenz“, sagt wieder Benjamin Jendro gegenüber der „BZ“. Berlin ist Hauptstadt. Und Hauptstadt des Verbrechens mit Protagonisten, die ihre Verbrechen verherrlichen und dafür gefeiert werden mit Millionen von „Gefällt mir“ in den sozialen Medien. Einzelfälle?

U-Bahnhof Mord und Totschlag

Was macht das in den Köpfen der Berliner, wenn Tag für Tag neue Einzelfälle nur Einzelfälle sein dürfen, wenn sich diese Einzelfälle in einem von Angst beherrschten Lebensgefühl fundamentieren? Susanne F. wird im Tiergarten wegen 50 Euro und einem Handy ermordet. Ein Zeltdorf als Sammelstelle für Kriminelle und Obdachlose etabliert sich fast ungestört dort, wo früher Berliner angstfrei Erholung im Grünen suchten.

Berlin: Haupstadt der Verwahrlosung
Fünf Jahre lang besetzten Flüchtlinge eine Schule im Stadtteil Kreuzberg, die Behörden schauten weg. Massenschlägerei am Alexanderplatz, 20 Jugendliche dreschen mit Flaschen aufeinander ein. Ein Mann tritt eine Frau die Rolltreppe hinunter. Einfach so. Im linksextremen Szenetreff Rigaer Straße 94, einem laut Verfassungsschutz „Ausgangs- und Rückzugsort militanter Aktionen“, werden keine Kontrollen mehr durchgeführt, vermeldet das Bezirksamt. Denn dafür wäre Polizeischutz notwendig, den man nicht bekommt oder nicht willens ist, bekommen zu wollen: Eine Verbrüderung von Administration und Antifa, von linker Verwaltung und Linksradikalen ist beobachtbar; mit Millionen aus Senats- und Bundesetats gepäppelte linke Gruppen bilden den Humus für Gewalt und Rückzugsräume für Gewalttäter.

Bei einer Razzia gegen die islamistische Szene werden Waffen und größere Menge Munition gefunden. In Pankow überfällt ein Maskierter mit Machete ein Bordell. In Sammelunterkünften für Asylbewerber sollen Sicherheitsleute Prostitution unter Flüchtlingen organisiert haben.

2016 wurden in Berlin 568.860 Straftaten in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst. Die Zahl der aufgeklärten Fälle belief sich auf 239.130, eine Quote von gerade mal 42 Prozent. „Die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren hat zugenommen“, heißt es in der PKS. Zahlen, nur als vage Anhaltspunkte, um den wahren Umfang der Kriminalität in Berlin zu berechnen.

Rekrutierungshilfe für islamistische Killer
Berliner Ausstellung: Islamistische Terroristen als „Märtyrer”
Einzelfälle summieren sich. Die PKS Berlin 2016 umfasst 189 Seiten. Eine fette Akte aus 366 Tagen Wahnsinn. Eine Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte. Inklusive ein paar Seiten mehr, die unter einem rot-rot-grünen Senat nun noch dazugekommen sind. 2014 waren es 151 Seiten, 2008 gar nur 35 Seiten. 2016 geht es nun darum, die Zuordnung von Straftaten herunterzudimmen, wenn es da beispielsweise heißt: „Die Staatsangehörigkeit für sich allein betrachtet ist kein kriminogener Faktor. Die Ursachen für Kriminalität sind vielfältig.“ Ja, so etwas braucht Raum, sich zu entfalten.

Die relevanten ökonomischen und soziologischen Einflussfaktoren für Kriminalität seien eben für Ausländer in Deutschland in der Regel ungünstiger als für Deutsche, heißt es dort. Die Polizei gestaltet im Auftrag der Beschwichtiger unbestechliche Zahlen zuverlässig unzuverlässig. Aber weil der deutsche Beamte nicht lügen kann, findet er durch das rot-rot-grüne Dickicht hindurch zu diesem einen Satz zurück, der Aufschluss gibt: „Im Jahr 2016 wurden 66.275 Tatverdächtige mit einer nichtdeutschen Staatsangehörigkeit in der PKS erfasst. Das waren 44,8 Prozent aller Tatverdächtigen“ – wohlgemerkt nur derjenigen, die erwischt, ermittelt oder sonst wie polizeilich dingfest gemacht werden konnten. Echte Berliner, echte Berliner, echte Berliner.

Weiter mit Teil 2 morgen, Donnerstag, 21.12.2017


Dieser Beitrag ist in Tichys Einblick 12/2017 erschienen >>

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Kommentare ( 65 )

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In Berlin gibt es nicht nur mehr Rapper als Fans, mir scheint es gibt inzwischen mehr Kriminelle als potentielle Opfer (und diese Zahl ist gross). Die organisierte Kriminalität verlegt sich immer stärker auf Sozialbetrug, Asylbewirtschaftung etc. denn der Sozialstaat ist noch solvent. Die Leute an der Spitze sind fast unantastbar, dank Merkels Migrationspolitik stehen tausende willige Handlanger bereit um die Drecksarbeit zu machen. Viele dieser Leute werden auch erwischt, aber die Kohle ist schon lange vorher an die Strippenzieher weitergereicht worden. Zumindest die mittlere Ebene, die sich von Handgeld 150.000 Euro Autos kauft und ansonsten von Sozialhilfe lebt könnte man… Mehr
Früher war New York mal die bunteste weltoffenste Stadt der Welt, die Stadt, die niemals schläft. Bis die New Yorker die Schnauze davon wortwörtlich voll hatten, weil bunt immer auch bedeutete, dass die Kriminalität blüht. Dann hieß es auf einmal „zero tolerance“. Und das hat gewirkt. Und das ist m.E. auch das einzige, was in Berlin noch helfen kann. Wie soll aber eine hoch ideologisierte rot-rot-grüne Riege, die im Innersten jede staatliche Ordnung, das Setzen von Grenzen (im Sonne von : bis hierhin und nicht weiter) und das Ausüben von staatlicher Repression komplett ablehnt, Ordnung in eine solch „bunte“ Stadt… Mehr

Trends wie „187 Straßenbande“ & „ak Außerkontrolle“ gehen aus der Geschichte des Untergrunds hervor, sowas gibt es schon ewig. Damals war es eben unauffälliger, die Leute bekamen wenig Zuspruch und waren auch recht unbekannt. Heute verstecken sie sich nicht mehr, das Gesetz wird offen abgelehnt und wir spielen diese „Musik“ auch noch im Radio (WDR; 1Live), mit freundlicher Unterstützung durch unsere Beiträge. Friede Springer und Liz Mohn sorgen für den Verfall der Gedanken, Suggestion und Libido besorgen den Rest.

Berlin ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich frage mich, wie man die Wurzel des Übels am Schopfe packen kann, wenn permanent die Ursachen (Ausländerkriminalität) geleugnet oder vertuscht werden?
Die haben ja auch kein Problem damit, Täter sofort als Deutsche zu bezeichnen, wenn es denn so ist. Glauben unsere Politiker, dass dann ein Ausländerbashing in einen Bürgerkrieg mündet oder was soll der ganze Sch…?
Sagen wie es ist, ist der erste Schritt, Mißstände zu beseitigen zu können.
Wir sind ja noch nicht einmal beim ehrlichen Benennen. So wird das nichts.

„Der Fisch stinkt vom Kopf her“.- Berlin ist die Hauptstadt, und dieser „Gestank“ wird von dort ausgehend sich übers Land legen. Wer aufmerksam durch unsere Städte geht, erkennt es schon. Danach ist die Provinz dran.

Das Problem wäre superschnell gelöst, wenn man endlich den unseligen Länder-Finanzausgleich abschaffen würde. Dann würde halt auch mal Rot-Rot-Grün lernen, dass Geld nicht auf Bäumen wächst und man Mittel richtig einsetzen muss, d. h., dass gendergerechte Unisextoiletten eben unwichtig sind im Vergleich zu einem funktionierenden Justizsystem und einer handlungsfähigen Polizei.

Das einzig gute, was ich darin sehe, ist die schrumpfende Loyalität der Untertanen gegenüber dem Gewaltmonopolisten, welcher ihnen Schutz verweigert. Anders gesagt : wenn von diesen Machthabern niemand mehr geschützt wird, dann wird niemand auch im Ernstfall jene Machthaber beschützen.

Könnte man doch Berlin den Hauptstadt-Status entziehen und stattdessen, zumindest vorübergehend, irgendeine andere Stadt zur Hauptstadt machen. München, meinetwegen auch eine Stadt im Osten. Ziemlich zügig würde dieses Loch untergehen ohne die zusätzliche Knete und die Aufwertung. Dann könnte man den dritten Versuch wagen von wegen „Auferstanden aus Ruinen“.

Wieviele Fortsetzungen werden es sein?

Also, in meiner subjektiven Meinung als Hamburger mochte ich Berlin eigentlich noch nie, weder West noch Ost. Ich war in den siebzigern und zu Beginn der achtziger Jahre sehr oft in beiden Teilen übers Wochenende und es hatte auch jedesmal viel Spass gemacht, aber es ich war immer froh wenn ich wieder weg war. Nachdem ich nun seit vielen Jahren im Ausland lebe war ich nur einige Male geschäftlich im wiedervereinten Berlin (Hotel am Potsdamer Platz) und wie gesagt alles sehr interessant, aber ich war auch immer noch immer wieder froh wenn ich weg war. Ich kann mich mit Berlin… Mehr
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