Ein Vierteljahrhundert, nachdem die Niederlande als erstes Land der Welt die Praxis legalisiert haben, ist die Zahl der Todesfälle durch Euthanasie dort auf mehr als 10.000 pro Jahr gestiegen.
picture alliance / ANP | Ramon van Flymen
Die Regionalen Kontrollkommissionen für Sterbehilfe (RTE) registrierten 2025 insgesamt 10.341 Fälle, mehr als sechs Prozent aller Todesfälle im Land. Das waren 3,8 Prozent mehr als die 9.958 Fälle, die im Vorjahr erfasst worden waren. Ende der 1990er-Jahre, bevor Euthanasie gesetzlich geregelt war, aber unter bestimmten Voraussetzungen bereits durchgeführt wurde, wurden jährlich etwa 2.000 Fälle gemeldet. Seitdem hat sich die Gesamtzahl ungefähr verfünffacht.
Eine vom niederländischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie führt den Anstieg in erster Linie auf kulturellen Wandel zurück. Die Hauptautorin der Studie, die Ethikerin Els van Wijngaarden vom Universitätsklinikum Radboud, erklärte, die Gesetzgebung selbst habe sich nicht verändert, wohl aber ihre Anwendung. Van Wijngaarden brachte einen Teil des Anstiegs mit einer alternden Bevölkerung und mehr chronischen Erkrankungen in Verbindung, sagte jedoch, dass die veränderte Einstellung zum Lebensende eine größere Rolle spiele. Es sei einfacher geworden, mit Angehörigen und Ärzten über den Tod zu sprechen, fügte sie hinzu, während religiöse Einwände an Bedeutung verloren hätten.
Der Anteil der Fälle, in denen Krebs eine Rolle spielte, ist von rund 90 Prozent Ende der 1990er-Jahre auf etwa die Hälfte gesunken, während Euthanasie bei Demenz und psychischen Erkrankungen häufiger wurde.
Der Bericht verweist auch auf die Belastungen des Gesundheitssystems und stellt fest, dass Kürzungen und Personalmangel in der Altenpflege und der Versorgung Sterbender die Entscheidung eines Patienten für Euthanasie bestärken könnten. Van Wijngaarden erklärte, sie könne einen unmittelbaren Zusammenhang nicht bestätigen und es seien weitere Untersuchungen erforderlich.
Mirjam Bikker, die Abgeordnete der ChristenUnie, die die Studie beantragt hatte, bezeichnete es als alarmierend, dass Versorgungsengpässe offenbar zu dem Anstieg beitrügen. Van Wijngaarden hielt diese Auslegung für zu vereinfachend.
Drei Viertel der Verstorbenen waren nach Angaben der Kommissionen älter als 70 Jahre, und mehr als 85 Prozent litten an körperlichen Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Zahl der Fälle, in denen eine psychische Erkrankung angeführt wurde, sank um fast ein Fünftel auf 174, während in 499 Fällen eine Demenzerkrankung vorlag.
Die Zahlen für 2025 umfassten auch den Tod einer Person im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Die niederländische Gesundheitsministerin Sophie Hermans bestätigte zudem den ersten Fall von Euthanasie bei einem Kind unter zwölf Jahren, seit die Regelungen 2024 auf diese Altersgruppe ausgeweitet worden waren.
Die Niederlande gehören weiterhin zu den wenigen Ländern, die Euthanasie bei Minderjährigen erlauben. Belgien, das die Praxis 2002 legalisierte und 2014 die Altersgrenzen für Kinder aufhob, verzeichnet ebenfalls einen stetigen Anstieg, während Frankreich kürzlich einen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe billigte, der den „Suizidtourismus“ eindämmen soll.
Der aus dem Englischen übersetzte Beitrag ist zuerst bei Brussels Signal erschienen.


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„…Andereseits kaufen & züchten(sic!) sich diese „besonders wertigen Eliten“ Kinder, wie aktuell in der Diskussion…“
Dieser Gedanke ging mir auch sofort durch den Kopf. Aber wissen Sie, diese Leute schenken sich nichts. Sie füllen nur eine Lücke in ihrem Leben, dessen Kerbe sie selber geschlagen haben. Eigentlich wollen sie nicht akzeptieren, dass sie „anders“ sind. Und wer es sich dann leisten kann, füllt diese Lebenslücke gewissermassen mit dem passenden „Material“….
Die Niederlande sind uns in jeder Beziehung voraus: Technisch, in der Bildung, infrastrukturell, architektonisch, gesellschaftlich. Dort erkennt man, dass Euthanasie bei vorliegendem Wille kein Frevel ist, sondern die Lösung mitunter gleich mehrerer Probleme. Wir werden in Deutschland gar nicht umhin kommen, diesen Weg ebenfalls einzuschagen, wenn wir die teure Massenmigration meist junger Männer weiterhin finanzieren wollen. Dann müssen die originären Alten, wenn sie teuer werden, eben früher gehen. Anfangs noch freiwillig und auf eigenen Willen, dann in der Folge vermutlich mit sanftem Druck. Wir können uns nicht ein Gesundheitssystem leisten, welches horrende Kosten im hohem Alter aufbürdet. Die Erkenntnis ist… Mehr
und alle 10.000 Fälle sind berechtigt!
Nur mittelalterliche, religiös verirrte Staaten kämpfen gegen diese Option, sein Leben zu beenden.
Ganz sicher wurde 10.000 mal langes schweres Leiden vermindert, niemanden ist es leicht gefallen, diesen Schritt zu setzen.
“ … während in 499 Fällen eine Demenzerkrankung vorlag.“
Wie kann es möglich sein, in den Niederlanden demenzerkrankte Menschen zum Selbstmord zu treiben?
Ich habe eine schwere Demenzerkrankung in der Familie. Dieser Person ist es infolge ihrer Krankheit gar nicht möglich, eine Entscheidung zur eigenen Euthanasie zu fällen.
Es sind vielleicht die Angehörigen, die da ein wenig „nachhelfen“?
Geriatrie , Onkologie , Pflegeheime , diese überwiegend in kirchlicher Obhut . Ein Riesengeschäft über das es keine genauen Zahlen gibt , angeblich .