Im Atom-Bomber sterben acht Besatzungsmitglieder

Eine B-52H Stratofortress zerschellte kurz nach dem Start von der Edwards Air Force Base in der Mojave-Wüste. Alle acht an Bord – US-Militärangehörige, Regierungsvertreter, zivile Auftragnehmer – sind tot. Die US-Luftwaffe sprich von einer „nicht überlebbaren" Katastrophe.

IMAGO / ZUMA Press Wire
Symbolbild

Der Absturz ereignete sich gegen 20.20 Uhr (MEZ) während eines routinemäßigen Testflugs im Rahmen der laufenden Radar-Modernisierung. Die Maschine im Dienst der 412th Test Wing explodierte offenbar infolge der hohen Treibstoffbeladung unmittelbar nach dem Start. Rauchschwaden und verkohlte Trümmer waren auf Youtube-Videos zu sehen; von dem riesigen Bomber blieb kaum etwas übrig. Rettungskräfte erreichten die Absturzstelle rasch, sie fanden aber nur noch Todesopfer. Das Flugfeld wurde sofort geschlossen, ankommende Maschinen umgeleitet. Eine umfassende Sicherheitsuntersuchung läuft.

Die B-52 Stratofortress, Spitzname „BUFF“ (Big Ugly Fat Fellow), ist seit den 1950er-Jahren das Rückgrat der US-Bomberflotte. Von insgesamt 744 gebauten Exemplaren sind derzeit noch 76 Maschinen im Dienst der US Air Force: 58 bei den aktiven Verbänden und 18 bei den Reserven. Etwa ein Dutzend weitere lagern im „Boneyard“ in Arizona. Die Flotte soll bis weit in die 2050er-Jahre fliegen – der Flugzeug-Typ wird dann 100 Jahre alt sein.

Modernisierte B-52H kostet 550 Millionen US-Dollar

Technisch beeindruckend bleibt der Gigant bis heute: Acht Pratt & Whitney TF33-P-3/103-Turbofan-Triebwerke liefern je bis zu 75,6 Kilonewton Schub. Die Spannweite beträgt 56,4 Meter, die Länge 48,5 Meter. Das maximale Startgewicht liegt bei 221 Tonnen, die Nutzlast bei 31,5 Tonnen (70.000 Pfund). Ohne Luftbetankung erreicht die B-52 eine Kampfreichweite von 14.000 Kilometern – genug, um von den USA aus fast jeden Punkt der Erde anzugreifen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Mach 0,84 (ca. 1.050 km/h). Die Maschine kann sowohl konventionelle als auch nukleare Waffen tragen, darunter schwere bunkerbrechende Bomben. Ein voll modernisiertes Flugzeug kostet aktuell etwa 550 Millionen US-Dollar, eine Flugstunde 70.000 US-Dollar.

Die B-52 war in Vietnam, im Golfkrieg, in Afghanistan und zuletzt bei Einsätzen gegen den Iran im Einsatz. Sie verkörpert nukleare Abschreckung und konventionelle Schlagkraft zugleich. Aktuell läuft ein milliardenschweres Modernisierungsprogramm: Neue Rolls-Royce F130-Triebwerke sollen die alten TF33 ersetzen, Radar und Avionik werden auf den neuesten Stand gebracht. Die umgerüsteten Maschinen erhalten die Bezeichnung B-52J.

Trotz der Robustheit der Maschinen gingen auch mehrere B-52 verloren: 2016 stürzte eine Maschine auf Guam ab (alle überlebten), 1966 kam es über Palomares in Spanien zu einer Kollision mit einem Tankflugzeug, bei der radioaktives Plutonium freigesetzt wurde. Der jetzige Absturz auf Edwards, einer der wichtigsten Testbasen der USA, trifft die US-Luftwaffe hart.

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