Kulturkampf in New York: „Mutter“ wird zu „gebärendem Elternteil“

„Mutter“ soll künftig „gestating parent“ (gebärender Elternteil), „Vater“ „non-gestating parent“ (nicht-gebärender Elternteil) oder „parent“ heißen: New Yorks Democrats formulieren mit der Senate Bill S9316 Begriffe des Familien- und Erziehungsrechts geschlechtsneutral um.

picture alliance / Sipa USA | Anthony Behar
Bürgermeister Zohran Mamdani und Governeur Kathy Hochul, New York, USA, 04.06.2026

In den letzten Stunden der aktuellen Legislaturperiode hat die New Yorker Staatslegislative mit Senate Bill S9316 ein Gesetz verabschiedet, das zentrale Begriffe des Familienrechts radikal geschlechtsneutral umformuliert. „Mutter“ wird künftig durch „gestating parent“ (gebärender Elternteil), „Vater“ durch „non-gestating parent“ (nicht-gebärender Elternteil) oder einfach „parent“ ersetzt, berichtet dazu aktuell die New York Post. Und: „Paternity“-Verfahren werden zu „parentage“-Fällen, ein „putative father“ (mutmaßlicher Vater) zu einem „alleged parent“ (mutmaßlicher Elternteil). Das mehr als 15.000 Wörter umfassende Gesetz liegt nun bei Gouverneurin Kathy Hochul, die den Beschluss bisher nicht kommentiert hat.

Der Gesetzesentwurf, der nun den Senat mit 38 zu 23 Stimmen passierte, betrifft weite Teile des Family Court Act, des Domestic Relations Law sowie Erziehungs- und Sozialvorschriften. Die Änderung wird mit der „Notwendigkeit, das Recht an moderne Familienformen anzupassen“ begründet – insbesondere in Bereichen der Leihmutterschaft, für gleichgeschlechtliche Paare und künstliche Befruchtung, wie sie das Child-Parent Security Act von 2020/2021 bereits eingeleitet habe. Die neue Sprache schaffe „Konsistenz und Inklusion“, heißt es in einem Begleit-Memo.

„It’s woke culture run amok“

Die neuen gesetzlichen Vorgaben werden allerdings als „Ideologie und unnötige Bürokratie“ kritisiert. „It’s woke culture run amok“, urteilt der Vorsitzende der Konservativen, Gerard Kassar. Und: „Es ist ein Beispiel dafür, wie sehr die New Yorker Legislative den Kontakt zur Realität verloren hat. Eine unnötige und zeitraubende Maßnahme.“ Während die Abgeordneten monatelang über ein 268-Milliarden-Dollar-Budget diskutierten, priorisierten sie am Ende der Session ein bizarres Stück Sprachkosmetik – ein Vorgehen, das viele als „out of touch“ empfinden.

Der republikanische Gouverneurskandidat Bruce Blakeman formulierte dazu: Der Beschluss sei eine „declaration of war on New York families“: „Die Democrats haben die liebevollen Begriffe Mom und Dad gestrichen und durch ‚gestating and non-gestating parent‘ ersetzt. Diese Verrücktheit endet, wenn ich Gouverneur bin.“ Senatorin Patricia Canzoneri-Fitzpatrick betonte: „Ich bin Mutter und stolz darauf, so genannt zu werden. New Yorker wollen, dass wir uns um Stromrechnungen, Steuern und öffentliche Sicherheit kümmern – nicht um Wortakrobatik.“ Die Abgeordnete Claudia Tenney (R-NY) ergänzte, Mütter seien „the foundation of families and society“ und kein „political construct“.

Neue Wortschöpfung „entmenschlichend“

Und noch weitere Kritiker werden dazu in der New York Post zitiert: Die Umformulierung reduziere Mutterschaft auf eine bloße biologische Funktion – das „Gebären“. Statt Inklusion zu schaffen, werde die emotionale, kulturelle und gesellschaftliche Realität von Elternschaft ausgeblendet. Kinder rufen nicht nach einem „gestating parent“, sondern nach Mama. Die neue Terminologie sei nicht nur umständlich, sondern entmenschlichend.

In einem Stadtstaat, in dem die Bürger mit Wohnungsnot, hohen Energiepreisen, einer Bildungskrise, mit illegaler Migration und hoher Kriminalität belastet sind, wirkt diese Prioritätensetzung wie ein weiteres Symptom von akutem Realitätsverlust. Das Gesetz ändert keine privaten Gespräche oder bestehenden Urkunden direkt, sondern vor allem Gerichts- und Verwaltungssprache. Und dennoch hat es enorme Symbolkraft: Diese Vorgangsweise signalisiert, dass traditionelle familiäre Kategorien für den Staat als problematisch gelten.

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Kommentare ( 27 )

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Antaam
32 Minuten her

Es gibt die Hoffnung, dass so etwas nie im Leben durchkommen wird. Der normale Mensch wird immer Mutter und Vater sagen, egal, was die Gesetze bestimmen wollen. Alles hat seine Zeit und auch seine Zeit, wo alles wieder in die Normalität zurück pendelt, weil die Vorschriften, die sich gelangweilte Lebende ausdenken, an der Realität scheitern. Nächste Generationen in der Geschichte werden sich halb schlaff lachen, vor soviel Idiotie und Dummheit. Es hat seinen Grund, dass sich in der Geschichte der Menschheit Matriarchate nicht durchgesetzt haben und sie werden sich auch in Zukunft mit ihren Genderquatsch nicht durchsetzen.

Last edited 30 Minuten her by Antaam
GeWe
59 Minuten her

Korrektur am Rande:
to gestate heißt auf Deutsch schwanger bzw trächtig sein

Koepenicker
1 Stunde her

Ein wirklich perfektes Beispiel für einen Kulturkampf. Auf den ersten Blick dachte ich: „Mein Gott, was für ein unsinniger Schwachsinn! (woke Id….) Haben die keine anderen Probleme, als sich mit irgendwelchen Gender-Themen zu beschäftigen?“ Wenn man sich jedoch ein wenig für die Hintergründe dieser Änderungen interessiert, ergibt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Es führt zu weit, bei der ursprünglichen Gesetzgebung von 1974 anzufangen, aber im Grunde herrschte für die New Yorker Gerichte seither eine massive Rechtsunsicherheit bei Fällen von Adoption oder Leihmutterschaft. Im Jahr 1992 folgte dann als Reaktion auf den berühmten „Baby M“-Fall das strikte Verbot von kommerzieller Leihmutterschaft.… Mehr

alter weisser Mann
1 Stunde her

Die Bekloppten sind doch überall. Auch hierzulande.
Letztens wurden am Frankfurter Flughafen „Bodenmitarbeitende“ verletzt, als das Bugrad von einem Flieger einknickte.

Paul Brusselmans
44 Minuten her
Antworten an  alter weisser Mann

Wieso „einem Flieger“ – haben sie ihn/sie/es gefragt?
Ich habe auch nichts gegen den Term „Studierende“. Beide „Bodenmitarbeitende“ und „Studierende“ müssen dann allerding im 24h-Einsatz sein, sonst sind es nur Studenten und Mitarbeiter…
Mittlerweile ist man schon umerzogen, wenn einem auffällt, dass bei „Fahrzeuginnenreinigung“ der Doppelpunkt fehlt wie bei Dachr:Innen

Antaam
28 Minuten her
Antworten an  alter weisser Mann

*Kicher* Sind Analphabeten, die nicht den sprachlichen Unterschied zwischen einem Substantiv und einem Partizip präsens kennen.

Nicolai94
1 Stunde her

Zum Glück ist der Großteil der USA deutlich vernünftiger

Aliena
1 Stunde her

In Anbetracht der geringen bis gar keinen Problemen der Stadt New York kann man sich um solche wichtigen Dinge kümmern, gibt Pluspunkte und mündet in weiteren Abnick-Verhalten zu Kandidaten, die die Welt umkrempeln wollen.
Als Nächstes kommt dann die Tierwelt dran – scheint ja im Central Park sowie im Brooklyn Park massiv angesiedelt zu sein. King Kong und Co müssen ja gleichberechtigt sein.

hansgunther
1 Stunde her

Nur wenn man den Idioten und manipulativen Gesellschaftszerstörern die Gelder entzieht, abrupt und komplett, ist wieder Ruhe, garantiert!
Gegen chronischen Hirnzerfall gibt es nur den „Nahrungsentzug“. Angeblich setzt das Selbstheilungskräfte in Gang, eine Garantie gibt es dafür nicht.

GermanMichel
1 Stunde her

Alles nur auf Weiße ausgerichtet.

Wann begreifen die Leute dass

– Feminismus

– maskuline Rollenbilder für junge Frauen 24/7 in allen Medien

– extrem ungerechtes Scheidungsrecht für Männer

– extremes juristisches Risiko sexueller Beziehungen

alles ganz gezielt eingesetzte Zersetzungsmechanismen sind die vor allem ein Ziel und ein Ergebnis haben: Weiße kriegen keine Kinder mehr.

bfwied
1 Stunde her

Diese Woke-Links-Grünen sollten sich ein leeres Land suchen und dort mit ihresgleichen ohne Kontakt zu den Vernünftigen leben. Ich denke, bis in 5 Jahren existieren die nicht mehr, vom Dummes-Zeug-Schwafeln kann man nun mal nicht leben, und etwas anderes kann kaum jemand von denen.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Es ist ein Beispiel dafür, wie sehr die New Yorker Legislative den Kontakt zur Realität verloren hat.

Die meisten NewYorkenden:innen wollten es genau so, dann sollten die damit glücklich sein. Hauptsache, die Amis lassen übrige Welt in Ruhe.